BWL Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Gesamteindruck:  sehr gut
  • Betreuung durch Lehrstühle:  sehr gut
  • Technische Ausstattung:  sehr gut
  • Lehrniveau:  hoch
  • Qualität der Lehrkräfte:  gut
  • Mensa:  gute Alternative zum selber kochen
  • Chancen für Auslandssemester:  gut
  • Hochschulleben:  jede Woche ein Event
  • Jahr der Immatrikulation:  2001

Erfahrungsbericht von Angel05

BWL (BA) in Verbindung mit einer kaufmännischen Ausbildung...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor ca. 4 Jahren stand ich vor der Entscheidung: Studium oder Ausbildung? Was mache ich nach meinem Abitur? Zunächst hielt ich beides gemeinsam für unvereinbar. Über eine Mitschülerin bin ich damals jedoch auf das sogenannte "Studium Duale" aufmerksam geworden, welches mir genau diese Kombination ermöglichen sollte. Nun habe ich dieses studium hinter mir und stehe seit einiger Zeit im Berufsleben. Grund genug, darüber mal etwas mehr zu erzählen.

Was ist das "Studium Duale"?
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Unter diesem Begriff verbirgt sich eine Kombination von einem Studium an einer Berufsakademie und einer Ausbildung in klassischen Sinne. Da ich mich für eine Ausbildung zur Bankkauffrau entschieden hatte, lag für mich die Wahl der Betriebswirtschaftslehre als Studium nahe. In meiner Region gab es diverse Unternehmen, die diese Form der Ausbildung anboten. Diese habe ich über das Arbeitsamt erfahren.

So kommt man zu diesem Studium
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Hat man herausgefunden, welche Unternehmen einen solchen Werdegang anbieten, gilt es zunächst einmal, den Bewerbungsmarathon zu überstehen. Man sollte sich hierbei direkt auf diesen Ausbildungsgang bewerben. Zwar gibt es auch Unternehmen, die einem das Studium zusätzlich anbieten, obwohl man sich nur auf eine klassische Ausbildung beworben hat. Man ist jedoch erheblich im Vorteil, wenn man sich vorher schon ein wenig damit befaßt hat und zeigt, das man weiß, was man will. Man bewirbt sich übrigens beim Ausbildungsunternehmen direkt und nicht bei der angeschlossenen Berufsakademie. Abgeschlossen wird dann jedoch nicht nur ein Ausbildungsvertrag mit dem Unternehmen, sondern auch ein Studienvertrag mit der Akademie.

Ablauf des Studium Duale
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Die Ausbildung ist in 6 Semester unterteilt. Pro Semester verbringt man ca. 12 Wochen am stück im Ausbildungsunternehmen und durchläuft die klassische kaufmännische Ausbildung wie "normale" Azubis auch. 10 Wochen hingegen verbringt man nicht an einer Berufsschule, sondern an der Berufsakademie. Dort werden einem zum einen die Inhalte der Berufsschulausbildung des kaufmännischen Berufes vermittelt, zum anderen natürlich die Inhlate eines BWL-Studiums. Diese Inhalte sind nahezu identisch mit den Inhalten des BWL-Studiums an einer Fachhochschule. Allerdings werden die Vorlesungen wesentlich starffer abgehalten, da man ja weniger Zeit hat, als in 8-10 Vollsemestern an einer FH.

Die Inhalte sind sehr vielfältig. zunächste gehören die klassischen BWL-Fächer in den Vorlesungsplan: allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Marketing, Personalwesen, Personalführung, Produktionslehre, Logistik, Kosten- und Leistungsrechnung, Investitions- und Finanzierungslehre, Steuern, Rechnungswesen und Organisation. Da erwartet einen schon eine ganz schön umfangreiche Palette an Inhalten, in denen es speziell um das Einzelunternehmen im weitesten Sinne geht.

Zweiter Baustein ist die Volkswirtschaftslehre. Hier beschäftigt man sich mit allegmeinen Themen zu Mikro- und Makroökonomie (Verhalten und Zusammenspiel von Unternehmen in einer Wirtschaft), Geldpolitik, Außen- und Währungspolitik, Wirtschaftspolitik, usw.

Recht ist der dritte Baustein, mit dem man konfrontiert wird. Speziell die Themen Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und öffentliches Recht vermitteln dem studenten ein Grundwissen zu rechtlichen Problematiken des Wirtschaftslebens.

Zusätzlich zu diesem Fachwissen spielen sogenannte Soft Skills eine immer größere Rolle. In Fächern wie Kommunikation, Rhetorik, Kreativitätstechniken, Zeit- und Selbstmanagement und Projektmanagement werden einem Hilfsmittel an die Hand gegeben, die im späteren Berufsleben wichtig sind und die dazu beitragen sollen, Handluns- und Sozialkompetenz der Studenten zu entwickeln.

Da das gesamte studium z.T. sehr Mathematiklastig ist, darf natürlich auch diese Fach nicht fehlen. Man darf sich durch das gesamte Studium hindurch auf Mathematik- und Stochastikvorlesungen freuen.

Zu guter Letzt ist auch das Thema Fremdsparchen ein baustein der Ausbildung. Klassischerweise wird auf jeden fall Wirtschaftsenglisch zum Pflichtprogramm, darüber hinaus können teilweise aber auch noch andere Sprachen erlernt werden.

Nach 2 Jahren absolviert ein student zunächst dann seine Abschlußprüfungen in der kaufmännischen Ausbildung. Danach erwarten ihn noch zwei Vertiefungssemester, bevor er nach drei Jahren seine Abschlußklausuren und -prüfungen in BWL ablegen und eine Examensarbeit schreiben muß. zur Vorbereitung auf die Examensarbeit werden vorher immer wieder mal Hausarbeiten während der Praxisphase im Unternehmen geschrieben. Teilweise wird von den Berufsakademien noch eine dritte Ausbildung angeboten, die zwischen diese beiden Abschlüsse fällt. Es besteht die Möglichkeit, vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer der Region seine Ausbildereignungsprüfung abzulegen. Dadurch ist man dann offiziell dazu berechtigt, in seinem Unternehmen in dem erlernten Ausbildungsberuf Azubis auszubilden.

Wer eignet sich für dieses Studium?
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Als Anwärter für ein solches Studium Duale sollte man sich auf jeden Fall für wirtschaftliche Themen interessieren. Denn darum geht es ja hauptsächlich. Mathematik solle einen nicht abschrecken, denn sie macht einen großen Teil des Studiums aus. In fast allen Fächern wird man immer wieder mal damit konfrontiert. Darüber hinaus sollte man auch kein Problem damit haben, sich speziell in Prüfungszeiten von seiner Freizeit zu verabschieden. Vieles ist nämlich in Eigenarbeit zu leisten. Oft werden Inhalte in Vorlesungen nur kurz angesprochen, die dann jedoch in wesentlich größerer Tiefe in Klausuren - die regelmäßig in jedem Semester geschrieben werden - thematisiert werden.

Vorteile des BA-Studiums
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Für ein solches Studium an einer Berufsakademie sprechen viele Vorteile. Zum einen absolviert man ein komplettes BWL-Studium in nur 3 Jahren. Darüber hinaus hat man nach dieser Zeit nicht nur einen Studienabschluß, sondern auch eine abgeschlossene Ausbildung sowie evtl. eine Ausbildereignung vorzuweisen. Und genau diese Kombination aus Theorie und Praxis ist es, die einen hinterher für viele Arbeitgeber sehr interessant machen. Man kennt sowohl die Theorie, als auch die Praxis im Unternehmen und kann entsprechend besser ins echte Berufsleben einsteigen. Was für viele auch noch ein Vorteil ist, ist die finanzielle Gestaltung dieser Studienzeit: Man erhält während der gesamten Zeit (auch in den Studienphasen) eine Ausbildungsvergütung von seinem Ausbildungsunternehmen. Diese liegt oft ein wenig höher, als die der normalen Auszubildenden. Dafür muß man jedoch auch die Zahlung von Studiengebühren für die Berufsakademie einkalkulieren. Das ist jedoch meist recht tragbar. nach Meiner Erfahrung liegt aber auf jeden fall das Einstiegsgehalt hinterher wesentlich höher.

Nachteile des BA-Studiums
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Die Nachteile dieser Ausbildungsform liegen vor allem in ihrer Bekanntkeit und Akzeptanz bei Arbeitgebern. Dadurch, daß nicht in allen Bundesländern ein Diplom für das abgeschlossene Studium anerkannt wird, besteht erhöhter Erklärungsbedarf zum Studium Duale bei späteren Arbeitgebern. Die Kennzeichnung (BA) hinter dem Titel Betriebswirt/in trägt noch ihren Teil dazu bei.

Ich könnte mir daher vorstellen, das Arbeitgeber, die diese Art der Ausbildung nicht kennen, einen Abschluß (FH) vorziehen würden. Jedoch nur so lange, bis man ihnen erklärt, was genau dahintersteht.

Mein Fazit
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Ich würde es jederzeit wieder machen und kann nur jedem, der die Chance dazu erhält empfehlen, es zu machen. Nicht nur die Anzahl der Abschlüsse in der doch recht kurzen Zeit ist interessant. Vor allem die Kombination aus Theorie und Praxis ist das reizvolle daran. Und da diese Art der Ausbildung einen immer höheren Bekanntehitsgrad erhält, steigt auch ihre Attraktivität für Arbeitgeber. Auch die Diplomierung dürfte meines Erachtens nach bald durchgängig in allen Bundesländern durchdringen. Also: Eine echte Alternative, wenn man vor der Entscheidung "Studium oder Ausbildung" steht.

Vielen Dank für´s Lesen und bewerten und bis bald.

31 Bewertungen, 7 Kommentare

  • mus21

    01.04.2003, 20:27 Uhr von mus21
    Bewertung: sehr hilfreich

    Kalsse Bericht! Ich studiere auch BWL... an der FH München

  • bachelor

    16.05.2002, 14:49 Uhr von bachelor
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr interessanter Bericht. Dieses duale Studiensystem, so wie Du es beschrieben hast, empfinde ich als ideal. Das wäre es gewesen. :-) Es ist schon fast unglaublich, in so kurzer Zeit eine Ausbildung zusammen mit einem BWL Studium aubzuschliessen. Sc

  • KleineHexe82

    05.04.2002, 22:55 Uhr von KleineHexe82
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finde die Idee der BA`s gut. Bei uns in Bayern gibt es das ja (noch) nicht...BWL wäre allerdings nichts für mich...

  • suesses

    02.04.2002, 20:09 Uhr von suesses
    Bewertung: sehr hilfreich

    wow sehr ausführlich und interessant geschrieben!

  • Dini2000

    28.03.2002, 22:45 Uhr von Dini2000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Auf jeden Fall scheint dies praxisnaher zu sein als ein normales Studium. Ich hab erst eine kaufmännische Ausbildung gemacht, dann Fachabi und dann BWL studiert. Und nun sitz ich hier und find keine Arbeit :-((( Will aber nicht auch "auswandern&q

  • schweitzman

    24.03.2002, 12:49 Uhr von schweitzman
    Bewertung: sehr hilfreich

    Na ich hab den harten, unbezahlten Weg des Hochschulstudiums eingeschlagen - ich alter Idealist, na denn Undank ist der Weltenlohn...

  • Netti1982

    24.03.2002, 12:47 Uhr von Netti1982
    Bewertung: sehr hilfreich

    auch ich werde am 1.8. solch eine Ausbildung beginnen und ich bin total happy darüber... MfG Netti (was hast du für eine Abschluss (Durchschnitt) gemacht?)