Blobby Volleyball (PC Geschicklichkeitsspiel) Testbericht

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Erfahrungsbericht von bocdanovic

Heiße Gummispielchen in tropischer Umgebung

Pro:

Turnierspiel, Spielspaß, technisch ausgereift, umsonst

Kontra:

Sound

Empfehlung:

Ja

Der Markt der Computerspiele ist hart umkämpft. Immer neuere und bessere Engines erfordern immer teurere Hardware und treiben die Kosten für die Programmierung in die Höhe. Die Zocker müssen bei diesem Trend mitmachen, oder ihre Freude bei den kleinen aber feinen Alternativen suchen. Diese werden im Internet zu Genüge zur Verfügung gestellt aber keines hat bislang so viel Aufsehen erregt wie Blobby Volley. Auch der Boc kam an diesem Spiel nicht vorbei, wenn’s nix kostet, kann man ja nix falsch machen.

-----Zum Spiel-----

Ein tropischer Strand, Palmen, ein Volleyballnetz, ein Ball...zwei Gummiblobbys. Das ist das Szenario, welches das Spiel komplett beschreibt. Wie der Name erahnen lässt ist man hier um Volleyball zu spielen und außer dem kann man auch nix tun. Das Spiel konzentriert sich also auf die pure Kunst den Ball übers Netz zu spielen. Nun hat man ja aber leider keine athletischen Menschen, die ordentlich mit den Armen spielen können, sondern nur kleine Gummiblobbys ohne irgendwelche Extremitäten. Entsprechend einfallsreich ist dann auch deren Spielstil.

Jedes Team besteht nur aus einem Spieler, der den Ball dreimal spielen darf (auch beim Aufschlag), bevor dieser das Netz überqueren muss. In der Logik des Volleyballs Annahme, Stellen und Angriff, selten wird ein Blobby jedoch solch eindeutige Sequenzen spielen können, ist er doch meist froh diesen Riesenball nur irgendwie unter Kontrolle zu halten. Ansonsten gelten auch für Gummibobbel die Regeln des Volleyballs vor der Änderung auf ein 25 Punktespiel: Der Ball darf den Boden nicht berühren, nur der aufschlagende Spieler kann punkten, ein Spiel geht bis 15 Punkte mit 2 Punkten Vorsprung.

Um den Blobbys ein Spiel aber auch nur irgendwie zu ermöglichen sind einige physische und mathematische Erleichterungen eingebaut worden. Die erste ist, dass man die armen Dinger mit ihrem Gummiverstand nicht überfordern will und das gesamte Volleyballproblem auf 2 Dimensionen vereinfacht hat, das Feld hat also de facto keine Breite. Des Weiteren hat man anstatt einer hinteren Auslinie unsichtbare Wände eingebaut, an denen der Ball vollelastische reflektiert wird. Das führt dazu, dass die Blobbys nur das Netz und den Boden als mögliche Punktelieferanten oder –diebe beachten müssen. Nach oben ist das Feld allerdings nicht begrenzt, wir spielen ja Beach Volleyball, nur die Gravitation hält den Ball an der Flucht in ungeahnte Höhen auf. Mit (realistischer) Schwerkraft muss der Spieler also rechnen, das Problem ist nicht ganz so einfach wie ein Billardspiel.

Ein Blobby kann etwas höher springen als die Netzhöhe, er darf auch einen Aufschlag blocken. Der Ball wird immer schneller je weiter unten er an dem Blobby anstößt, wird aber immer physikalisch korrekt an dem abgerundeten Ding reflektiert. So kann man mit ein wenig Geschick den Ball gut in Geschwindigkeit und Richtung steuern und so den Gegner kontrollieren. Die Willkür mancher Billigspiele ist so ausgesetzt und der Spieler hat die volle Kontrolle über das Spielgeschehen. Inwiefern der Impuls eines Blobbys auf den Ball übertragen wird kann ich nicht sagen, der Blobby allerdings bekommt vom Ball nix mit und bleibt im Falle einer Kollision ganz ruhig an seiner Stelle in der Luft oder am Boden, also keine Angst, der Ball wird weder unendlich schnell, noch wird der Blobby durch diesen gelenkt, sondern umgekehrt. Ein Glück, dass die Programmierer hier auf eine Physikengine verzichtet haben ;-)

**Die Gegner: Das Spiel liefert 3 Computergegner verschiedener Schwierigkeiten mit.
Adam: Er ist relativ sicher am Boden, lässt sich aber durch aggressive Spielweise leicht überrumpeln und fällt auf manchen Trick immer wieder rein. Er springt nie, auch nicht aus der Defensive. Ein leichter Gegner, den man mit etwas Übung besiegen sollte.

Bert: Der einzige Unterschied zu Adam besteht meiner Erfahrung nach in der höheren Ballsicherheit und der geringeren Anfälligkeit gegen Tricks. Seine Spielweise bleibt defensiv, in der Hoffnung dass ungestüme Menschen eh früher oder später den Fehler machen. Der mittelschwere Gegner, der jedoch auch leicht zu besiegen ist, hat man erst einmal etwas Routine.

Carl: Carl ist der Kategorie fehlerfrei zuzuordnen. Eine Koryphäe des Annahmespiels, nicht durch einfache Angriffe zu besiegen, sondern nur durch gute Kombinationen. Seine Sicherheit übertrifft jeden menschlichen Gegner, allerdings springt Carl nur sehr selten, vor allem in der Defensive. Das macht ihn wenig gefährlich und alles was man braucht ist Geduld und selbst viel Sicherheit. Ballwechsel mit Carl können aber leicht über eine Minute gehen. Definitiv ein schwerer Gegner, der eine ganze Weile als große Herausforderung gesehen werden muss.

-----Zur technische Seite-----

Das Menü ist Sehr bunt gehalten und passt meiner Meinung nach voll zum Spielkonzept. Man kann zwischen Deutsch, Englisch und Französisch wählen, was die Menüsprache angeht. Die Farbe der Blobbys kann man einstellen, so dass jeder mit der Farbe spielen kann, die ihm am meisten liegt. Des Weiteren sind die Tasten frei belegbar, was wichtig ist, können doch 2 Spieler am selben Rechner spielen. Der eigene Name kann ebenso gewählt werden.

Für jeden Namen wird eine Statistik geführt, in der über seine Erfolge in Spielen gegen Menschen und gegen Computergegner informiert wird. Ist interessant zu sehen, vor allem, da aus jedem Spiel die Punktedifferenz aufs Punktekonto angerechnet wird. So kann man auch einen Einblick über die Qualität des Sieges erlangen.

Im Spiel selbst ist die Grafik natürlich nicht überragend. Das Hintergrundbild ist schön anzusehen und erzeugt eine gute Stimmung, allerdings bewegt sich außer den primitiven, aber witzigen Blobbys nur noch der Ball. Dieser wird immer schön rotierend gezeichnet, diese Rotation hat allerdings keinen Einfluss auf die Flugbahn. Schön ist, das Schatten dargestellt werden um mehr Leben in die Szene zu bekommen. Im Großen und Ganzen ist die Grafik nicht schlecht, wenn es darum geht ein schönes farbenprächtiges Bild zu erzeugen. Bewegung und Leben geht nur von den aktiven Elementen aus. Das „Netz“ ist nur ein Strich in der Landschaft, ist ja aber auch klar, bei einem 2-D Spiel. Wenn sie sich bewegen wackeln die Blobbys auf und ab, das sieht witzig aus und sorgt für deutlich erhöhten Spielspaß. Die bunte Anzeige oben informiert über Punktestand und über das Aufschlagsrecht und ist ein wichtiges und schönes Tool. Wie gesagt Ballwechsel können lange gehen.

Abzustellen ist aus meiner Sicht aber der Sound, der nur aus einem dumpfen Ton beim Ballspiel und einem sehr schrillen Schiedsrichterpfiff besteht. Dieser Pfiff kann einem leicht auf die Nerven gehen, deshalb spiele ich meist ohne Sound. Dieser lässt sich leicht bei den Einstellungen abstellen, so dass man nebenher andere Sounddateien ablaufen lassen kann, wie z.B. Musik.

-----Multiplayer-----

Unglaublich aber wahr, das Spiel stellt sogar eine Netzwerkunterstützung zur Verfügung und zwar über TCP/IP. Im LAN, kann es sogar nach spielen suchen, besser ist allerdings man gibt die Host IP ein. Der Code streikt gelegentlich beim Suchen, allerdings im Spiel läuft alles ohne Probleme. Geloggt wird das ganze auf dem Hostrechner, so dass auch über Netzwerkspiele Statistik geführt wird.

-----Ein paar Tipps-----

Blobby Volley ist ein NGL Bronze Spiel, es handelt sich als um ein Spiel in welchem Turniere abgehalten werden und über welches Saisonstatistik geführt wird. Das finde ich interessant, da das kein anderes stand alone Freeware Spiel von sich behaupten kann.

Ich teile mal ein paar Tricks mit, die ich in meinen etlichen Spiele gegen verschiedene Gegner gesammelt habe.

-Den Aufschlag nicht direkt spielen, sondern lieber gleich einen Angriff aufbauen, allerdings Vorsicht vor dem Block des Gegners bei zu flachem Spiel.

-Den Ball viel in der Luft spielen, dort ist die Kontrolle besser und man kann stärker angreifen.

-Ist der Ball nah am Netz tief, muss man ihn zunächst zurückspielen, anders geht es nicht, schafft nicht mal Carl ;-)

-Man sollte versuchen mit schnellen Bällen abwechselnd kurz und lang zu spielen um den Gegner in die Defensive zu zwingen, dabei vor allem die hintere Wand ausnutzen!

-unbedingt versuchen zu blocken, es gibt Schläge, die lassen sich nur direkt am Netz effektiv abwehren.

-----Fazit-----

Blobby Volley ist ein Spiel, welches unwahrscheinlich preiswert ist. Es liefert hohen Spielspaß zum Nulltarif. Technisch sehr ausgereift präsentiert es sich auf weniger als einem MB. Jeder Rechner mit Windows 95 sollte das Spiel ohne Probleme spielen können. Man braucht nichts installieren, einfach aufkopieren und losdaddeln. Damit eignet sich das Spiel auch fürs Büro, wenn man keine administrativen Rechte hat.

Auf der nächsten LAN wird der Boc sicher mal an einem Turnier teilnehmen. Blobby Volley kann ihn nämlich begeistern. Das Spiel sollte sich jeder mal anschauen und bitte am Anfang nicht gleich frustrieren lassen. Man wird schnell besser und bald hat man Freude dran ein Gummibärchen zu sportlichen Höchstleistungen zu zwingen und den Gegner die „Knochen“ zittern zu lassen.

Programmierer: Daniel Skoraszewsky
Grafik: Silvio Mummert
Website: http://home.t-online.de/home/mummertathome/blobby.htm

8.7.2004__bocdanovic

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