Civilization II: Call to Power (PC Strategiespiel) Testbericht

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ab 8,93
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Erfahrungsbericht von Ruhollah

Hat sich von Version I auf II verbessert

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich schreibe nun über mein Lieblingsspiel: Civilization. Damals, 1994, bekam ich die Version 1. Da hat mich dieses Spiel nächtelang am Rechner gefesselt. Version 2 und Version 3 waren da nicht so Kracher. Die Version 4 oder wie es offiziell heißt: „Civilization: Call to Power II", ist wirklich eine gelungene Version.

Die Verbesserungen gegenüber Version 3 merkt man sofort. Version 4 läuft viel schneller. Es wurde richtig opitimiert, was man selten unter Computerspielchen heute findet. Als mein Bruder dieses Spiel vor zwei Wochen für DM 59,95 im Neubrandenburger Mediamarkt gekauft, hab ich ihm gesagt, dass dieses Spiel auf seinem Rechner (Pentium 200 MMX, 80 MB RAM) nicht flüssig laufen wird; ich hatte da schon Erfahrungen mit der Version 3 und das lief sehr langsam. Aber meinen Vorurteilen zum Trotz, das Ding lief super auf dem Pentium 200. Auf meinem 900er sowieso. Die Systemanforderungen sind: Windows 95, 4x CD-ROM-Laufwerk (ganz klar!), 320 MB auf der Festplatte und 150 MB für die Auslagerungsdatei, Grafikkarte mit 4 MB und Soundkarte, sowie DirectX 7.0a.

Was mir an Version 3 nicht gefiel, gefällt mir an Version 4 entweder besser oder es wurde gütigerweise entfernt. Die Wunder, die man bauen kann, sind nicht mehr so zahlreich - und das ist auch gut so! Einen solchen Unsinn wie der „Stein der Weisen" es war, gibt es nicht mehr. Es wurden auch viele Spielfiguren entfernt, wie z. B. den Streitwagen und Legionen. Das gefällt mir, weil man damit wieder besser durchsieht. Durchblick ist wichtig für ein Strategiespiel.

Da das Spiel immer noch ein wenig unübersichtlich sein kann, gibt es Stadträte, die eine Stadt entweder mit Defensiv- oder Offensivstreitkräften ausstatten, alles mögliche tun, um die Produktion zu erhöhen oder die Wissenschaft oder die Liquidität. Was mir auch gefällt, ist die stärkere Einbindung von Umweltproblemen. Die Erhöhung der globalen Temperatur gab es schon in Version 1. In Version 3 kamen noch Ökotopie und u. a. Ökoterroristen dazu, also eine Regierungsform und Einheiten. In Version 4 ist aber noch mehr möglich. Man kann mit Diplomatie andere Nationen auffordern, die Emissionen zu senken. Man kann deswegen Kriege vom Zaun brechen und es gibt schon Emissionshandel. Und in die Umweltverschmutzung wird auch eingerechnet, wieviel nukleare Sprengkörper wann, wo und durch wen hochgingen. Hinzugekommen ist auch noch das Problem namens Ozonloch.

Leider wurde einiger Unsinn aus Version 3 immer noch nicht abgeschafft. Da gibt es z. B. immer noch die Einheit „Bürokrat". In der „Bürokratischen Republik Deutschland" (BRD) könnte man zu dem Schluss kommen, dass Bürokraten die schlimmste Waffe sind. Aber im Spiel führen die Tätigkeiten aus, die ein Bürokrat - wie wir ihn kennen - niemals machen würde, z. B. Werbung. Diese Einheit ist unsinnig. Genauso wie der „Anwalt", der andere Städte verklagen kann, aus welchen Gründen auch immer.

Ungereimtheiten gibt es leider auch noch. Als ich als Augustus, Staatsoberhaupt der Römer, Krieg gegen die Polynesier führte, da habe ich die Regierungsform gewechselt. Ich wechselte zum Kommunismus, weil der so gute Werte in der Produktion hat. Eigentlich paradox, denn die Wirklichkeit war ja anders. Die kommunistischen/sozialistischen Länder sind doch letztendlich daran zugrunde gegangen, weil sie eine miserable Wirtschaft und eine niedrige Produktion hatten. Insgesamt gibt es zwölf Regierungsformen. Eine andere Ungereimtheit ist der Transport von Panzern durch Hubschrauber. Ein Hubschrauber kann fünf Einheiten transportieren. Zuerst dachte, das gilt nur für die leichten Einheiten, wie MG-Schützen oder „Bürokraten", aber schwere Panzer doch nicht. Aber durch Zufall fand ich heraus, es geht doch. Dann habe ich mit einem Hubschrauber fünf Panzer über den Ozean geschleppt. Das ist doch sehr realitätsfern.

Das Spiel lässt aber viel Spielraum. Die Handelsmöglichkeiten sind sehr zahlreich. Die diplomatischen Möglichkeiten sind großzügig ausgelegt. Es gibt auch mehrere Spielziele: 1. Alleinherrschaft (über die ganze Welt). 2. Punkte-Sieg, dabei zählen die erreichten Punkte im Jahr 2300. 3. Bündnissieg, Weltfrieden. 4. Wissenschaftssieg - Gaia-Controller.

Fazit: Diese Version ist endlich eine ebenbürtige Nachfolgerin der Version 1. Schade ist, dass man keine eigenen Karten zeichnen kann, so wie in Version 2 das der Fall war. Dieses Spiel ist eine echte Bereicherung in jeder Spielsammlung. Das Handbuch kann sich sehen lassen. Das Produkt ist rundum gut.