Erfahrungsbericht von elvira
Deutsche Post ein GelberRiese oder lahme Schnecke ?
Pro:
Marktfürer
Kontra:
Briefmonopol fällt
Empfehlung:
Ja
Was ist nicht alles schon dieses Jahr passiert. Wir haben den IRAK-Krieg gesehen, SARS überstanden, Computerwürmer abgewehrt und einen wahrhaft brandheißen Sommer erlebt. Und nun streiten sich die Börsianer obs weiter aufwärts oder wieder abwärts geht. Ich widme mich lieber weiter der Vorstellung mir interessant erscheinender Aktien. Die von mir vorgestellte Aktienauswahl ist wie immer nur eine persönliche Meinung und keine Handlungsaufforderung.
Die in Bonn Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004; WKN 555200) ist ein internationales Unternehmen, das im Konzernverbund Deutsche Post World Net ein umfangreiches Portfolio von Distributions- und Logistikleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand anbietet. Mit der Deutsche Postbank AG gehört ferner eine der großen deutschen Retail-Banken zum Konzernverbund, die mit einer breiten Palette standardisierter Finanzdienstleistungen am Markt engagiert ist. Die Aktivitäten der Deutsche Post World Net sind in die Unternehmensbereiche BRIEF, EXPRESS, LOGISTIK und FINANZ DIENSTLEISTUNGEN unterteilt, s.a. näheres zur Firma im informer von comdirect.
Laut Firmenbgaben wuchs konsolidierungsbedingt der Konzernumsatz der Deutsche Post World Net im Geschäftsjahr 2002 um 17,6% auf 39,26 (33,38) Mrd. Euro und verteilte sich dabei anteilsmäßig auf Deutschland nurmehr 58,8 (67,1)%, Europa 26,2 (24,5)%, Nord-, Süd- und Mittelamerika 9,0 (5,0)% sowie Asien 5,2 (2,7)%.
Wie stehen jetzt also die Chancen, dass an den Aktienmärkten generell und bei der deutschen Post im speziellen ein Anstieg zu erwarten ist ? Der Bund hält derzeit noch rund 50 % an der Post direkt und weitere 18 % sind bei der staatlichen KfW geparkt.
Unabhängig von dem wirtschaftlichen Daten scheint die deutsche Börse auf dem derzeitigen Niveau deutliches Auftriebspotenzial zu besitzen. Auch wenn die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung noch nicht unmittelbar erkennbar sind, so dürfte dennoch diese Aktie langfristig ein interessantes Investment sein.
Früher war die Deutsche Post AG ein unselbständiger Teil der Deutschen Bundespost (Sondervermögen des Bundes). Im Jahre 1989 wurde die Deutsche Bundespost in die drei Unternehmen Deutsche Bundespost POSTDIENST, Deutsche Bundespost POSTBANK und Deutsche Bundespost TELEKOM aufgeteilt. Die Deutsche Bundespost POSTDIENST wurde dann am 20. Dezember 1994 unter der Firma Deutsche Post AG gegründet die am 20. November 2000 mit einem Emissionspreis von 21 Euro an die Börse gebracht wurde. Am 19. März 2001 ist die Deutsche Post AG in den DAX aufgestiegen.
Den Wirren der Börse konnte sich auch dieses Unternehmen nicht entziehen und tauchte von über 20 Euro bis in den einstelligen Eurobereich ab um sich derzeit wieder bei 16 Euro zu konsolidieren.
Positiv sehe ich aber das eine Reihe von Analysten bzw. Zeitungsartikel die Aktie schon wieder einer vertieften Bewertung unterziehen und fasse die für mich wesentlichsten Argumente wie folgt zusammen:
- so rät Robert Heberger von Merck Finck & Co. unverändert zum Kauf der Aktie mit Blick auf ein vorgelegtes solides Zahlenwerk für das 3. Quartal. Das EBITA des Briefgeschäfts (422 Mio Euro) steht unverändert für rund 75 % des Konzernergebisses. Vom Kostensenkungsprogramm STAR verspricht man sich nun Einsparungen von 400 MioEuro und die Nettoschulden sollen bis Jahresende auf unter 2,5 Milliarden Euro gedrückt werden.
- Die Logistiktochter DHL der Deutsche Post erwarb für rund 1 Mrd. Euro das Paket- und Kurierdienstnetz des US-Unternehmens Airborne und wird damit zum drittgrößten Unternehmen bei der Landzustellung in den USA nach UPS und FedEx. Die DHL ist außerhalb der USA bereits jetzt Weltmarktführer bei Expressdienstleistungen.
- Die Postbank gilt mit mehr als 10 Mio Kunden als größte Filialbank Deutschlands und beabsichtigt im Herbst 2004 an die Börse zu gehen wovon sich Postchef Zumwickel einen Erlös von 2,5 Mrd Euro verspricht. Ein Schritt in diese Richtung war der Kauf derOnline-Bank und Finanzberatung EntriumCity von der Allgemeinen Deutschen Direktbank (DiBa) in diesem Monat.
Demgegenüber traut Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz der Aktie nur noch eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung mit der Begründung zu, das Briefgeschäft ist tendenziell rückläufig und Ertragssteigerungen durch Kostensparmaßnahmen sind zeitlich begrenzt.
Das sich der Aktienkurs der Deutschen Post im freundlichen Marktumfeld von ihren Tiefs erholt und allein seit März des laufenden Jahres schon etwa im Kurs verdoppelte, überzeugt das der eingeschlagene Weg des Unternehmens so falsch nicht sein kann. Allerdings drängt sich die Post auch nicht gerade als Wachstumswert auf.
Zusammengefaßt denke ich auch, das mittelfristig die Deutsche Post-Aktie vor allem aufgrund der Stabilität und Ertragsstärke des Briefgeschäftes ein relativ risikoarmer Titel ist. Wachstum scheinen jedoch nur im Expreß- und Logistiksegment noch möglich zu sein, wobei dessen Anteil am Gesamtunternehmen aber relativ bescheiden bleibt. Mit einem KGV von 14,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und knapp 13 für das kommende Jahr ist die Aktie nicht überteuert, aber auf Grund der begrenzten Wachstumsphantasie eben auch kein Schnäppchen mehr
Immer vor Augen halten sollte man sich allerdings die banale Binsenweishet, die Bernd Niquet wie folgt formulierte: \"Aktien können steigen oder fallen. Die Aussicht auf Gewinn kann nur durch ein mindestens ebenso großes Verlustrisiko erkauft werden. Jeder Aktienkauf ist daher stets ein risikobehaftetes Unterfangen. Und zudem gilt: Je höher die Gewinnchance, je höher das Risiko.\"
Fazit
*****
Die derzeitige Börsenentwicklung sollte zum herauspicken interessanter Angebote genutzt werden und comdirect ist ohne Zweifel gut positioniert, aber es stellt sich natürlich die Frage wie es nach dem Fall des Briefmonopols weitergehen wird. Bei den von mir vorgestellten chancenreichen Aktien handelt es sich wie immer nur um eine persönliche Meinung und keine Handlungsaufforderung. In diesem Sinne noch schöne Herbsttage !
Die in Bonn Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004; WKN 555200) ist ein internationales Unternehmen, das im Konzernverbund Deutsche Post World Net ein umfangreiches Portfolio von Distributions- und Logistikleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand anbietet. Mit der Deutsche Postbank AG gehört ferner eine der großen deutschen Retail-Banken zum Konzernverbund, die mit einer breiten Palette standardisierter Finanzdienstleistungen am Markt engagiert ist. Die Aktivitäten der Deutsche Post World Net sind in die Unternehmensbereiche BRIEF, EXPRESS, LOGISTIK und FINANZ DIENSTLEISTUNGEN unterteilt, s.a. näheres zur Firma im informer von comdirect.
Laut Firmenbgaben wuchs konsolidierungsbedingt der Konzernumsatz der Deutsche Post World Net im Geschäftsjahr 2002 um 17,6% auf 39,26 (33,38) Mrd. Euro und verteilte sich dabei anteilsmäßig auf Deutschland nurmehr 58,8 (67,1)%, Europa 26,2 (24,5)%, Nord-, Süd- und Mittelamerika 9,0 (5,0)% sowie Asien 5,2 (2,7)%.
Wie stehen jetzt also die Chancen, dass an den Aktienmärkten generell und bei der deutschen Post im speziellen ein Anstieg zu erwarten ist ? Der Bund hält derzeit noch rund 50 % an der Post direkt und weitere 18 % sind bei der staatlichen KfW geparkt.
Unabhängig von dem wirtschaftlichen Daten scheint die deutsche Börse auf dem derzeitigen Niveau deutliches Auftriebspotenzial zu besitzen. Auch wenn die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung noch nicht unmittelbar erkennbar sind, so dürfte dennoch diese Aktie langfristig ein interessantes Investment sein.
Früher war die Deutsche Post AG ein unselbständiger Teil der Deutschen Bundespost (Sondervermögen des Bundes). Im Jahre 1989 wurde die Deutsche Bundespost in die drei Unternehmen Deutsche Bundespost POSTDIENST, Deutsche Bundespost POSTBANK und Deutsche Bundespost TELEKOM aufgeteilt. Die Deutsche Bundespost POSTDIENST wurde dann am 20. Dezember 1994 unter der Firma Deutsche Post AG gegründet die am 20. November 2000 mit einem Emissionspreis von 21 Euro an die Börse gebracht wurde. Am 19. März 2001 ist die Deutsche Post AG in den DAX aufgestiegen.
Den Wirren der Börse konnte sich auch dieses Unternehmen nicht entziehen und tauchte von über 20 Euro bis in den einstelligen Eurobereich ab um sich derzeit wieder bei 16 Euro zu konsolidieren.
Positiv sehe ich aber das eine Reihe von Analysten bzw. Zeitungsartikel die Aktie schon wieder einer vertieften Bewertung unterziehen und fasse die für mich wesentlichsten Argumente wie folgt zusammen:
- so rät Robert Heberger von Merck Finck & Co. unverändert zum Kauf der Aktie mit Blick auf ein vorgelegtes solides Zahlenwerk für das 3. Quartal. Das EBITA des Briefgeschäfts (422 Mio Euro) steht unverändert für rund 75 % des Konzernergebisses. Vom Kostensenkungsprogramm STAR verspricht man sich nun Einsparungen von 400 MioEuro und die Nettoschulden sollen bis Jahresende auf unter 2,5 Milliarden Euro gedrückt werden.
- Die Logistiktochter DHL der Deutsche Post erwarb für rund 1 Mrd. Euro das Paket- und Kurierdienstnetz des US-Unternehmens Airborne und wird damit zum drittgrößten Unternehmen bei der Landzustellung in den USA nach UPS und FedEx. Die DHL ist außerhalb der USA bereits jetzt Weltmarktführer bei Expressdienstleistungen.
- Die Postbank gilt mit mehr als 10 Mio Kunden als größte Filialbank Deutschlands und beabsichtigt im Herbst 2004 an die Börse zu gehen wovon sich Postchef Zumwickel einen Erlös von 2,5 Mrd Euro verspricht. Ein Schritt in diese Richtung war der Kauf derOnline-Bank und Finanzberatung EntriumCity von der Allgemeinen Deutschen Direktbank (DiBa) in diesem Monat.
Demgegenüber traut Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz der Aktie nur noch eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung mit der Begründung zu, das Briefgeschäft ist tendenziell rückläufig und Ertragssteigerungen durch Kostensparmaßnahmen sind zeitlich begrenzt.
Das sich der Aktienkurs der Deutschen Post im freundlichen Marktumfeld von ihren Tiefs erholt und allein seit März des laufenden Jahres schon etwa im Kurs verdoppelte, überzeugt das der eingeschlagene Weg des Unternehmens so falsch nicht sein kann. Allerdings drängt sich die Post auch nicht gerade als Wachstumswert auf.
Zusammengefaßt denke ich auch, das mittelfristig die Deutsche Post-Aktie vor allem aufgrund der Stabilität und Ertragsstärke des Briefgeschäftes ein relativ risikoarmer Titel ist. Wachstum scheinen jedoch nur im Expreß- und Logistiksegment noch möglich zu sein, wobei dessen Anteil am Gesamtunternehmen aber relativ bescheiden bleibt. Mit einem KGV von 14,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und knapp 13 für das kommende Jahr ist die Aktie nicht überteuert, aber auf Grund der begrenzten Wachstumsphantasie eben auch kein Schnäppchen mehr
Immer vor Augen halten sollte man sich allerdings die banale Binsenweishet, die Bernd Niquet wie folgt formulierte: \"Aktien können steigen oder fallen. Die Aussicht auf Gewinn kann nur durch ein mindestens ebenso großes Verlustrisiko erkauft werden. Jeder Aktienkauf ist daher stets ein risikobehaftetes Unterfangen. Und zudem gilt: Je höher die Gewinnchance, je höher das Risiko.\"
Fazit
*****
Die derzeitige Börsenentwicklung sollte zum herauspicken interessanter Angebote genutzt werden und comdirect ist ohne Zweifel gut positioniert, aber es stellt sich natürlich die Frage wie es nach dem Fall des Briefmonopols weitergehen wird. Bei den von mir vorgestellten chancenreichen Aktien handelt es sich wie immer nur um eine persönliche Meinung und keine Handlungsaufforderung. In diesem Sinne noch schöne Herbsttage !
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