Euro Testbericht

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Erfahrungsbericht von Rena50

EURO-STREIK ein Flopp?!

Pro:

Preistreibern sollte klar gemacht werden, nicht mit uns.

Kontra:

Laienhafte Planung

Empfehlung:

Nein

In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 2002 hatten unsere neue Währung, nämlich der Euro mittlerweilen das erste halbe Jahr hinter sich. Viele sind zumindest heute mit dieser neuen Währung nicht glücklich. Preise wurden zum Teil erheblich erhöht. So musste man sich auch nicht wundern dass zum Streik aufgerufen wurde.

STREIK GEGEN DEN TEURO AM 1. JULI 2002-07-02

a) Was war dies für ein Streik?

In Kettenmails wurde seit einigen Wochen zum Streik gegen den Euro aufgerufen. In ihnen wurde darauf hingewiesen, dass die Preise zu einem großen Teil verdoppelt wurden. Deshalb sollten die Bürger am 1. Juli 2002 streiken, das heißt einen Tag lang überhaupt nichts einkaufen, um so der Wirtschaft klar zu machen, das wollen wir uns nicht weiter bieten lassen. Auch in einer Nachtjournal-Ausgabe wurde von einem Moderator darauf aufmerksam gemacht.

b) Wer waren die Initiatoren?

Darauf kann es keine eindeutige Antwort geben, denn der ursprüngliche Absender war auf den Kettenmails nicht zu ermitteln. Offizielle bzw. öffentliche Bekanntmachungen oder echte Werbung gab es dazu auch nicht. Das konnte man wohl auch nicht erwarten. Ich glaube auch nicht, dass der Aufruf zum Streik gegen den Euro von öffentlichen Institutionen wie Kirche oder Gewerkschaften ausging.

c) Wurde dieser Streikaufruf von der Bevölkerung angenommen?

Das kann man ganz glatt verneinen. In den Geschäften und Kaufhäusern waren kaum weniger Leute unterwegs als sonst. Also wurde zumindest fast so viel wie an anderen Tagen eingekauft. Einen Denkzettel hätte die Wirtschaft auch nur in den Bereichen erhalten können, wo Produkte verkauft werden, die nicht unbedingt erforderlich sind, wie Luxusgüter, zu denen auch kleine Dinge wie z. B. Süßigkeiten gehören. Denn bei täglich Notwendigem, wie beispielsweise Lebensmittel, kann nicht gespart werden, höchstens auf einen anderen Tag der Einkauf verlagert werden. Übrigens der Handel ist nicht immer verantwortlich für die Preise, sondern auch teilweise die Produzenten.

d) Die Planung war höchst unüberlegt.

Die Planung dieses Streiks war höchst laienhaft angegangen worden, sonst hätten die Initiatoren zumindest besser überlegt und zu sinnvollen Streikmaßnahmen bei ganz bestimmten Produkten oder bestimmten Händlern aufgerufen. Im Vorfeld hätten Mitteilungen darüber informieren müssen, wo die Preissteigerungen tatsächlich so hoch sind. Denn es sind bei weitem nicht alle Produkte um das Doppelte im Preis gestiegen. Auch hätte man darauf hinweisen müssen, wer zu Unrecht evtl. unter einem Streik zu leiden hätte. Auch hätte man sich überlegen müssen, wie hoch der Preisanstieg in diesem Jahr tatsächlich war und sind nicht eine ganze Reihe von Produkten erst deshalb dieses Jahr teurer geworden, weil die Preise im Hinblick auf den Euro zumindest in den letzten Monaten des Jahres 2001 stagniert haben.

MEINE HALTUNG ZU DIESEM STREIK

Ich habe gestern eingekauft, allerdings nur in der Kantine mein Frühstück. Mehr wollte ich gestern, am 1. Juli 2002 sowieso nicht einkaufen. Ich war trotz der oben genannten negativen Kritik für einen Streik, aber nicht überall. Deshalb auch mein Einkauf in der Kantine. Denn diese wird durch ein Unternehmen geführt, das darauf spezialisiert ist junge Leute, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Anstellung und schon gar keine Ausbildungsstelle gefunden haben, auszubilden und in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Außerdem bekommen dort Leute für 1 bis 2 Jahre einen Zeitvertrag, um ihnen über diese Brücke den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Ihr seht schon an meinem Beispiel, dass es bestimmt nicht sinnvoll war, überall zu streiken.

Auch frage ich mich, ist es denn mit dem Euro wirklich so schlimm. Er hat doch nicht nur negative, nein auch manche positive Seite. Meines Erachtens ist der Euro momentan noch unterbewertet. Dies bestätigen auch die Fachleute. Allerdings erstarkt er langsam und wird zu einer verlässlichen starken Währung. Dies ist bestimmt für manche Länder, die vorher eine schwache Währung hatten sehr positiv zu bewerten. Nicht ohne Grund wird in einigen Ländern, in denen der Euro nicht oder noch nicht eingeführt wurde,jetzt ganz massiv nach dessen Einführung verlangt, wie in Schweden.


Außerdem konnte ich bei einigen Leuten, mit denen ich zusammengekommen bin auch ein Stück Freude über den EURO feststellen ihm Hinblick auf den Urlaub im Ausland. Es entfällt immerhin innerhalb der Euro-Länder der Umtausch und man muß nicht umrechnen.

FAZIT:

Ja zum Streik, aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen und klaren Regeln.

Ja zum Streik gegen die Preistreiber, wie z. B. die Ölkonzerne während der Ferienzeiten.

Nein zum Streik gegen Betriebe, die nicht überproportional die Preise erhöht haben.

Schon gar keinen Streik gegen Betriebe, die einen wertvollen sozialen Einsatz für die Bevölkerung bringen.

Nein zu einem Streik, bei dem die Initiatoren nicht genannt werden.

Ihr könnt jetzt meinen Bericht in Stücke reißen, aber ich wollte diesen Streik einmal von mehreren Seiten her betrachten und euch meine Gedanken mitteilen. Überlegt doch einmal, wie man am besten mit Preistreibern umgeht.

Mir fällt eine Bewertung äußerst schwer, da ja auch wirklich positive Ansätze zu erkennen waren.
Renate50

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