Euro Testbericht

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Erfahrungsbericht von angelika46

Meine Euroerfahrungen von Anfang an

Pro:

Wechseln und Gebühren innerhalb der EU entfallen

Kontra:

wurde wirklich für gewaltige Preiserhöhungen benutzt

Empfehlung:

Nein

Nachdem ich mich im Dezember durch das Starterkit bereits mit den Münzen vertraut gemacht hatte (einige Münzen sind sehr gewöhnungsbedürftig, z.B. die 5Cent-Münze in Kupferfarben habe ich bis jetzt regelmäßig mit dem 2-Pfennig-Stück verwechselt), holte ich mir natürlich am 1. Januar am Deutsche-Bank-Automaten meine ersten Euroscheine.

Zunächst hob ich von meinem Konto per Bank-Automat 500 Euro ab. Natürlich zählte ich das neue Geld gleich nach und musste feststellen, dass der Automat lediglich 495 Euro ausgespuckt hatte.

Die Scheine fühlen sich ein bischen wie Spielgeld an und bei den Scheinen ab 50 Euro ist nicht ganz verständlich, warum man hier auf den auffälligen dicken Silberbalken verzichtet hat. Vom Material des Papieres her kann ich mir vorstellen, dass das Geld ziemlich bald sehr zerflettert aussehen wird, so wie wir es ja z.B. aus Italien gewohnt sind.

Nun zurück zu meiner fehlerhaften Euro-Auszahlung. Nachdem ich mich bei der Bank beschwert hatte, bekam ich nach einer Woche die fehlenden 5 Euro auf Kulanz wieder gutgeschrieben. Dafür wurde mir jedoch die Abhebung der 500 Euro gleich zweimal in Abzug gebracht. Offensichtlich hatte die Bank erhebliche Schwierigkeiten mit der Umstellung der Automaten auf das neue Geld.
Auf eine neue Beschwerde hin, habe ich nun auch dieses Geld wieder bekommen.

Nun wurde es in den ersten Tagen im neuen Jahr erforderlich, das gute alte DM-Geld in die neue Währung umzutauschen. In sämtlichen Banken musste man mit einer Wartezeit von ca. 1 bis 2 Stunden rechnen, worauf ich dann lieber verzichtet habe.

Als ich aber dann bei Tengelmann einkaufte und an der Kasse (ohne jede Wartezeit) stand, nahm man mir dort gleich mein gesamtes DM-Bargeld ab und tauschte sowohl Scheine als auch Münzen freiwillig in Euro um. Das ist ein sehr lobenswerter Service, an dem sollten sich ruhig andere Geschäfte auch ein Beispiel nehmen.

Seitdem wird also mit Euro bezahlt. Verschiedene Läden wie Aldi, Lidl, etc. haben zwar damit geworben, mit vielen Artikeln billiger geworden zu sein. Jedoch habe ich den Eindruck, dass dafür viele andere Artikel wieder etwas teurer geworden sind.
Viele Geschäfte haben die Euroumstellung für versteckte Preiserhöhungen genutzt.

Ich selbst habe für das neue Geld noch kein Gefühl entwickelt und rechne regelmäßig immer noch in DM um, um ungefähr zu wissen, was ich eigentlich bezahle. Wenn ich von Geld spreche, dann spreche ich immer noch von Mark und nicht von Euro.

Da ich ziemlich viel verreise, hat die gemeinsame europäische Währung natürlich auch ihre Vorteile. Die lästige Tauscherei am Anfang aber auch am Ende des Urlaubs entfällt und auch entsprechend die Tauschgebühren.

Fazit: Wie sich unsere Eltern und Großeltern im Zuge der Währungsreform an das neue Geld gewöhnt haben, werden auch wir uns daran gewöhnen (müssen).
In ein paar Wochen oder Monaten wird kein Mensch mehr von der Mark, sondern eben vom Euro sprechen.

Nachtrag:

Nachdem jetzt mittlerweile einige Wochen ins Land gezogen sind, kann ich nur sagen, dass sich der Eindruck, dass viele versteckte Teuerungen vorgenommen worden sind, nur verstärkt hat.

Auch durch die Medien ist mittlerweile bekannt geworden, dass z. B. in Lokalen verschiedene Getränke wie Cola etc. zum Teil gleich um 100 % teurer geworden sind. Auch bei Parkgebühren hat sich gezeigt, dass z. B. die Kosten von DM 1,-- einfach auf 1 Euro erhöht worden sind, wohl auch wegen der Größe des Geldes für die vorhandenen Automaten.

In den Geschäften sind zwar einige Artikel etwas billiger geworden, dafür sind diverse andere Artikel drastisch zwischen 5 und 15 % erhöht worden.

Ich selber kann mich bis heute mit dem Euro immer noch nicht so richtig anfreunden. Noch immer rechne ich um, was mir die Ware in DM gekostet hätte. Vor der endgültigen Euroeinführung hätte ich mir nicht vorgestellt, dass mir die Umstellung so schwer fallen wird.

Update

Jetzt ist es also amtlich, das wir Verbraucher nicht nur blöd sind und uns alles nur einbilden.

Mittlerweile hat sogar Frau Künast festgestellt, dass ein Körnchem Wahrheit daran sein muss, was alle Verbraucher behaupten. Umsonst würde nicht eine Anti-Teuro-Runde einberufen werden.

Mit Sicherheit ist nicht alles teurer geworden. Aber satt zugelangt haben z.B. Parkhäuser, z.T. um 100 %, viele Gastwirtschaften und Lokale, ein Schweinsbraten hat letztes Jahr gerade mal 10,-- DM gekostet, ist jetzt kaum unter 9 Euro zu bekommen. Da gäbe es noch viele Beispiele, die uns ja alle bekannt sind. Eins noch fällt mir spontan ein: Obst und Gemüse. Tomaten bekam man letztes Jahr pro Kilo für ca. DM 4,-- jetzt kosten sie bis zu 4 Euro pro Kilo. Aber wir bilden uns ja alles nur ein.

Ganz groß schreiben die Zeitungen auch, dass der Kunde die Käufe verweigert, man redet von einem Käuferstreik. Natürlich ist das schlecht für das Wirtschaftswachstum.

Aber dennoch: richtig so, irgendwie muss sich der kleine Mann ja wehren können. Und noch eins: GEMEINSAM SIND WIR STARK.

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