Emirates Airlines Testbericht

No-product-image
ab 6,59
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
5 Sterne
(10)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(1)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  schlecht
  • Empfehlenswert:  nein

Erfahrungsbericht von LosGatos

Alle Wege führen über Dubai

Pro:

günstige Preise, sehr guter Service

Kontra:

Sitzabstand in der Economy-Class etwas eng

Empfehlung:

Ja

Kürzlich stand für mich und zwei meiner Kollegen eine knapp einwöchige Reise nach Johannesburg an. Da ich mangels Gelegenheit über das schöne Land Südafrika nicht viel zu berichten weiß, jedoch von über 6 Tagen die Hälfte in Fliegern und auf Flughäfen verbracht habe, bietet sich die Fluggesellschaft EMIRATES als Thema an, zumal meine Erfahrungen ausschließlich positiv sind.


ALLGEMEINES ZU EMIRATES

Die EMIRATES ist die staatliche Fluglinie der Vereinigten Arabischen Emirate, gelegen an der Nordostküste der arabischen Halbinsel. Der Heimatflughafen der Fluggesellschaft ist Dubai. Damit führen alle Wege mit EMIRATES über Dubai.

Die Fluggesellschaft wurde 1985 gegründet und hat seitdem über 200 Auszeichnungen erhalten, darunter in den letzten Jahren mehrfach den Award „Airline of the Year“ von unterschiedlichen Gremien.

EMIRATES verfügt über ein riesiges Streckennetz. Über Dubai kann man praktisch in alle wichtigen Länder der Welt fliegen. Die Airline fliegt von/nach Deutschland täglich ab/bis z.B. Frankfurt oder München jeweils zweimal.

Weitere Informationen sind unter www.emirates.com erhältlich. Die Seite kann auch auf deutsche Sprache umgestellt werden. Flugbuchungen sind online möglich.



PREISE IM QUERVERGLEICH

In heutigen Zeiten sind auch Großfirmen darauf aus, jeden Euro ein paar mal umzudrehen, bevor sie ihn ausgeben. Deshalb galt es für uns, den günstigsten Flug von München nach Johannesburg auszuwählen. Zum anderen sind gerade in dieser Jahreszeit, Flüge nach Südafrika heißbegehrt, was die Preise treibt.

Wie für die meisten deutschen Firmen, gehört die Lufthansa auch für meine Firma zu den bevorzugten Partnern. Letztere bietet zwar einen Direktflug München-Johannesburg an, allerdings zu einem Preis von sage und schreibe rund 3400 Euro bei einer Aufenthaltsdauer von unter einer Woche. Und wir reden hier ausschließlich von der „Holzklasse“. Wer den stets schlechter werdenden Service der Kranich-Airline kennt, kann in Anbetracht dieser Preise nur mit dem Kopf schütteln. Interessanterweise kostet der gleiche LH-Flug, allerdings von Südafrika aus gebucht, weniger als ein Viertel. Na ja, man fliegt dann ja auch vom Sommer in den Winter.

Jedenfalls kostete mein Emirates-Ticket über Dubai insgesamt um die 760 Euro für Hin- und Rückflug in der Economy-Class. Wir waren zu dritt unterwegs. Selbst, wenn wir zu viert gewesen wären, hätten wir insgesamt weniger bezahlt als für ein einziges Kranich-Ticket. Der einzige Vorteil wäre gewesen, dass man bei dem Direktflug nur gut 10 Stunden in der Luft gewesen wäre, während wir aufgrund des Umweges und Aufenthalts in Dubai etwa 7 Stunden länger unterwegs waren. Auf dem Rückweg mussten wir in Dubai sogar noch übernachten, was aber durchaus seinen Reiz haben kann, denn gerade das nächtliche Dubai strahlt sehr viel Charme aus. Als Alternative wäre noch ein Flug mit Air France über Paris in Frage gekommen. Aber auch hier hätten wir um die 500 Euro pro Person mehr bezahlt, während man die Übernachtung in Dubai für 100-200 Euro bekommt.

Preislich hat also EMIRATES klar die Nase vorn.


CHECK-IN

Ich war gut 2 Stunden vor Abflug am Münchner Flughafen. Da hatte sich am Abfertigungsschalter von EMIRATES bereits eine lange Schlange gebildet. Später erfuhr ich von meinem Kollegen, dass EMIRATES sogar 3 Stunden Check-In-Time vor Abflug verlangt. Aber wer zu spät kommt, den bestraft die EMIRATES....nicht. Ich erhielt sogar für die erste Teilstrecke München-Dubai einen kostenlosen Upgrade in die Business-Class. Meinem Kollegen, der viel öfter dienstlich unterwegs ist als ich, war so etwas noch nie passiert. Mir schon, sagte ich. Ihm fiel die Kinnlade runter. Wie ich das machen würde, wollte er wissen. Man muss halt Glück bei den Frauen am Check-In haben, Bel Ami...Aber ich versprach ihm später zu tauschen, falls ich beim Rückflug wieder solchen Dusel haben würde.

Insgesamt ging der Check-In trotz des Andrangs zügig voran. Die Bordkarten wurden gleich für die gesamte Flugstrecke der Hinreise ausgestellt. Ich bekam stets Fenster oder Gang. Das Frei- und Handgepäck entspricht den üblichen Beschränkungen. Die Limits wurden aber (leider) sehr großzügig ausgelegt. Denn mich ärgert es immer, wenn ich mich an die Vorgaben halte, andere Fluggäste jedoch meinen, den Inhalt ganzer Kleiderschränke im Handgepäck transportieren zu müssen.



FLOTTE UND AUSSTATTUNG

Die EMIRATES verfügt über eine Flotte aus jeweils zwei Typen Boeing 777 und Airbus 330, die je nach Strecke und Abflugzeit zum Einsatz kommen. Auf meinem Flug flog ich auf den 4 Teilstrecken jeweils 3mal mit einem Airbus und einmal mit der Boeing.

In der Business-Class ist Sitzbreite und Sitzabstand natürlich großzügig bemessen. Mit ein paar Buttons, die sich in der Armlehne befinden, kann man den Sitz in jede gewünschte Position bringen. Da genug Platz vorhanden ist, werden durch zurückgekippte Sitze andere Fluggäste nicht gestört, was man natürlich von der „Holzklasse“ nicht behaupten kann. Die Sitze der Economy-Class sind sehr eng bemessen und besonders für hochgewachsene und etwas fülligere Personen unbequem. Während die Airbusse an den Seitenreihen jeweils nur 2 Sitze haben, sind bei der Boeing (in meinem Fall auf dem Flug von Johannesburg nach Dubai) auch an der Seite jeweils 3 Sitzplätze vorhanden. Bei den ersten drei Teilstrecken waren die Flieger jeweils bis auf den letzten Platz ausgebucht, was den Komfort nicht gerade erhöht hat. Wenn man dann um sich lauter Ramadan-Betroffene hat, die von der Tageszeit möglichst wenig mitbekommen wollen, um besser für die Nächte gerüstet zu sein, kommt man sich als Andersgläubiger schon etwas eingeengt vor. Offensichtlich wollten die arabischen Frauen am liebsten alle mit ihrem Kopf auf meinen Schoß. Als meine Vorderfrau ihren Sitz ganz zurücklehnen wollte, ich aber nicht entsprechend nachziehen konnte, da ich eine Rückwand hinter mir hatte, hatte ich mal kurz laut auf deutsch geschimpft, was sofort Wirkung zeigte, denn die Lehne war schneller wieder vorne, als sie gekommen war. Meine mitreisende Kollegin berichtete, dass beim Hinflug auch ein Fluggast während des Essens den Sitz ganz zurückstellen wollte, was zur Folge hatte, dass ein Tablett samt Essen regelrecht durchs Flugzeug katapultiert wurde. Ich dagegen bekam von meiner Nachbarin nur einen Becher Wasser über die Hose gekippt.

Alle Sitze sind in der Rückenlehne des Vordersitzes mit einem Monitor (ca. 10cm x 15cm) ausgestattet zur Anzeige von Streckeninformationen und Bordprogramm. Die Bedienung erfolgt per Screen-Touch oder über ein Handset, das auch als Telefon dient, womit per Kreditkarte oder Prepaid-Karte telefonieren werden kann (wer tut das schon zu einem Preis von 5 Dollar pro Minute ?!). Kopfhörer werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein besonderer Clou ist, dass man sich z.B. bei der Landung auf eine Vorwärts-Bordkamera hinzuschalten kann, die einem die Cockpit-View des Piloten vermittelt.



SERVICE

Gleich zu Beginn des Fluges werden die Speisekarten verteilt. In der Business-Class gibt es ein sehr exklusives Menü mit zweifacher Auswahl bei der Vorspeise und vierfacher Auswahl beim Hauptgericht (zweimal Fleisch, einmal Shrimps, einmal Fisch). Zumindest theoretisch, denn in der Praxis muss man auch hier damit rechnen, dass die Wahlmöglichkeiten zurückgehen, wenn man nicht gerade als erster bedient wird. Dazu noch einige Zwischengänge und Dessert. Auch der Champagner ist hier vom feinsten. Dazu gibt es auf einer Weinkarte reichlich Auswahl. Dass ich das „Angebot“ des kostenlosen Upgrades angenommen hatte, brauchte ich also nicht zu bereuen.

Auf dem etwa 6-stündigen Flug München-Dubai und zurück gab es jeweils eine Mahlzeit, während es bei dem etwas längeren Flug von Dubai nach Johannesburg und zurück neben der Hauptmahlzeit noch einen zusätzlichen (kalten) Imbiss gab.

Auch in der Economy-Class kann das Essen sich sehen lassen. Zwar gibt es beim Hauptgang nur die Auswahl zwischen Rind und Huhn (manchmal auch umgekehrt), aber die Zubereitungsart variiert immerhin. Dazu gibt es Salat, Vorspeise, Nachspeise, Brot und Käse. Mit Wein wird nicht gegeizt, auch wenn hier Auswahl und Qualität hinter der Business-Class klar zurückbleiben. Sogar in der Economy-Class gibt es bei EMIRATES Champagner für alle. Allerdings ist dieses Getränk das einzige, was im Flugpreis nicht inbegriffen ist, sondern mit einem Preis von umgerechnet ca. 5 EUR zu Buche schlägt.

Natürlich können auch bei EMIRATES bestimmte Spezialmenüs (z.B. vegetarische Kost) vorbestellt werden. Ramadan-Betroffene erhalten ihr Essen nach Anbruch der Dunkelheit serviert.

Personal ist bei EMIRATES ausreichend vorhanden und kommt aus aller Herren Länder. Bei Flügen von/nach Deutschland ist meist zumindest ein deutschsprechender Steward an Bord. Es handelt sich meist um sehr junge Leute, die einen sehr guten Service bieten. Auf dem Rückflug fragte mich ein Steward, ob ich gegen Bezahlung mit einem Kugelschreiber eine Kundenbefragung ausfüllen wollte. Da ich genügend Kugelschreiber besitze, lehnte ich dankend ab. Aber der Flugbegleiter erkundigte sich, ob ich dennoch mit dem Service zufrieden war. Das war ihm wichtig, und ich habe es ihm gerne bestätigt.

Selten war ich bei einem Flug so in Hochstimmung wie auf dem Flug von Dubai nach München. Hier hatte ich auch in der Economy-Class viel Platz, denn der Flieger war kaum mehr als zur Hälfte gefüllt und der Platz neben mir war frei. Aus lauter Übermut goss ich mir dann selbst den Rotwein über Süddeutsche und Jacke, was aber meiner guten Laune keinen Abbruch geben konnte. Die reizende asiatische Stewardess (sonst gar nicht so mein Fall) half mir auch hier aus der Klemme. Besagte Dame war auch mit einer Polaroid-Kamera im Flieger unterwegs, um von einzelnen Fluggästen Aufnahmen zu machen. Ich selbst habe aber kein Bild bekommen. Man kann halt nicht alles haben...



BORD-PROGRAMM

Noch nie habe ich ein derart umfangreiches Bord-Programm erlebt, aber das entspricht sicher auch dem Trend der Zeit und den technischen Möglichkeiten. Da ich auf dem Hinflug noch mit dienstlichen Themen beschäftigt war, blieben hier meine Kopfhörer unbenutzt. Auf dem Rückflug schaute ich mir auch keine Filme an (schließlich wollte ich „Stars privat“ lesen), aber immerhin ließ ich mich musikalisch berieseln.

Bei den Video-Kanälen kann man gleichzeitig zwischen mindestens 6 bis zu 20 Spielfilmen wählen, wobei je nach Flugstrecke mehrere (Johannesburg-Dubai z.B. 3) hintereinandergezeigt werden. Dabei handelt es sich durchaus um brandaktuelle Kinofilme wie „Fluch der Karibik“ oder „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“. Aber auch Filmklassiker wie „Der Glöckner von Notre Dame“ werden angeboten. Der Ton ist meist in mehreren Sprachen verfügbar (manchmal auch in deutsch). Für das Audio-Programm stehen auch 20 Kanäle zur Verfügung. Das Programm ändert sich monatlich. In der Business-Class hat man weitere Video-Auswahl. Zusätzliche Kosten fallen nicht an.



FLUGSICHERHEIT

Manch einer mag vielleicht davor zurückschrecken, wegen der ständigen Nahost-Konfikte mit arabischen Fluglinien zu fliegen. Die Sicherheitskontrollen bei Emirates und in Dubai sind auch nicht strenger als bei anderen Fluglinien und –häfen.

Als ich sah, dass unser Flieger auf dem Rückflug von Dubai Kurs nach Norden nahm, wurde mir schon etwas mulmig, zumal ich befürchtete, das Flugzug würde den irakischen Luftraum durchqueren. Allerdings führte die Flugstrecke dann in der Tat über dem Land der Ayatollahs exakt an der irakischen Grenze entlang.

Abstürze der Fluggesellschaft EMIRATES sind mir keine bekannt.



DUBAI-AIRPORT

Wie bereits erwähnt, gehen alle EMIRATES-Flüge über Dubai, wo man entweder nach ein paar Stunden gleich weiter fliegen oder die Wüstenmetropole zu einem kleinen Stop-Over nutzen kann. Für die Einreise nach Dubai benötigt man übrigens als Deutsche(r) nur einen gültigen Reisepass, ein Visum ist nicht mehr notwendig. Bei der Pass-Kontrolle muss man mit langen Schlangen rechnen. So erging es jedenfalls uns, als wir gegen Mitternacht (Ortszeit) in Dubai ankamen. Dennoch ging auch hier die Abfertigung trotz der einreisewilligen Menschenmassen vergleichsweise zügig voran. Bis man Passkontrolle und Gepäckausgabe erreicht, muss man auf dem riesigen Flughafen vom Terminal lange Wege über mehrere Stockwerke zurücklegen.

Die Zeitverschiebung gegenüber Deutschland beträgt im Sommer zwei und im Winter drei Stunden.

Egal, wie man sich entscheidet, in Dubai bieten sich zahlreiche Shopping-Möglichkeiten, ob am Flughafen oder in der Stadt. Geld braucht man fürs Einkaufen nicht zu tauschen, denn Kreditkarten werden in allen größeren Shops und am Flughafen akzeptiert. Der Umrechnungskurs liegt bei etwa 1:4, d.h. 1 EUR sind etwas mehr als 4 Dirham. Ich habe allerdings von den Shoppingmöglichkeiten keinen großen Gebrauch gemacht, zumal ich keine signifikanten Preisvorteile sehe (z.B. Alkohol, CDs, DVDs). Dennoch gilt Dubai für viele als Shopping-Paradies, das auch bei Russen sehr beliebt ist. Ich war vor ein paar Jahren schon einmal in Dubai, damals allerdings für einige Tage. Ich denke, ich werde bei Gelegenheit, mit meiner Freundin dort mal eine Woche Urlaub verbringen.

Die Taxi-Preise vom Flughafen in die City sind sehr moderat (umgerechnet ca. 10 EUR). Die Taxis akzeptieren gängige Kreditkarten. Die Fahrt dauert ca. 15 Minuten.



VIELFLIEGER-PROGRAMM

Wie alle Airlines hat EMIRATES auch ein Vielflieger-Programm, mit dem man Meilen sammeln und später einlösen kann. Allerdings habe ich davon noch keinen Gebrauch gemacht, weil ich jetzt erstmalig mit dieser Fluggesellschaft geflogen bin. Das Bonusprogramm heißt Skywards, welches außer von EMIRATES noch von Sri Lankan Airlines genutzt wird. Allerdings können Skywards-Meilen derzeit auch bei folgenden Partnern gesammelt werden: British Airways, Continental Airlines, Delta Air Lines, Japan Airlines, Singapore Airlines, South African Airways, United Airlines.



FAZIT

Meine Erfahrungen mit der Fluglinie EMIRATES sind sehr positiv, es gibt kaum etwas zu bemängeln. Alle Flüge waren ohne Ausnahme sehr pünktlich. Auch ein Stop-Over in Dubai kann sehr reizvoll sein. Das Emirates-Angebot ist vom Preis her unschlagbar und der Service ist auch vorbildlich. Warum also noch mit dem Kranich fliegen....?



Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 16.11.2003
Veröffentlicht außer bei Ciao derzeit nur noch bei Yopi

27 Bewertungen