Der Letzte seiner Art (gebundene Ausgabe) / Andreas Eschbach Testbericht

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Erfahrungsbericht von goswin

Der Letzte Seiner Art

Pro:

spannende Unterhaltung

Kontra:

nichts passiert

Empfehlung:

Ja

* Inhalt:
Duane Fitzgerald ist ein Cyborg, ein Mensch, dem man diverse technische Bauteile implantiert hat. Dadurch sollten er und seine Kameraden bessere Soldaten werden. Doch das Experiment wurde abgebrochen und so lebt Duane in dem kleinen irischen Ort Dingle, der Heimat seiner Vorfahren.
Er hat kaum Kontakt zu seinen Mitmenschen und auch zu seinen ehemaligen Kameraden und Vorgesetzten hält er den Kontakt auf ein Minimum beschränkt. Wäre er nicht von spezieller Nahrung abhängig, die im aus den USA alle paar Tage geliefert wird, hätte er jede Brücke hinter sich abgebrochen.
Doch sein Ruhestand wird gestört, als eines Tages ein Fremder in Dingle auftaucht und ihn sucht. Gefährlich, den Duanes Existenz ist ja eigentlich streng geheim. Als der Fremde dann ermordet wird, tauchen weitere Unbekannte auf und Duanes Leben wir auf einmal kompliziert.

* Der Autor
Andreas Eschbach, geboren 1959 wurde vor allem durch \"Das Jesusvideo\" bekannt, das 2002 sogar als Fernsehzweiteiler verfilmt wurde.
www.andreaseschbach.de

* Mein Kommentar
Man kann Andreas Eschbach vieles vorwerfen, aber spannend geschrieben sind seine Bücher immer. So ist es auch mit diesem. Hat man angefangen, legt man es erst wieder weg, wenn man sich bis zur letzten Seite durchgelesen hat. Er schafft es, dieses eigentlich SF-Thema in eine ganz normale Umgebung zu packen und den Roman zu einem Buch für jedermann zu machen. Dabei hat man stets das Gefühl, das der Autor sein Thema genau kennt, die Fakten ausführlich recherchiert hat.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur erzählt, so dass man stets an seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben kann. Rückblenden geben ein paar zum Verständnis nötige Informationen. So zeichnet sich im Laufe des Romans das Bild eines Mannes, dessen Handlungen man gut nachvollziehen kann. Die anderen Darsteller des Roman sind meist nicht so gut ausgearbeitet. Viele entsprechen einfachen Klischees z.B. von Mitgliedern der IRA.
Die Handlung ist relativ simpel gestrickt. Nach Jahren der selbstgewählten Einsamkeit in Irland, taucht auf einmal ein Fremder auf, der Duane sucht und kurz darauf ermordet wird. Nun interessiert Duane natürlich woher der Amerikaner überhaupt von seiner Existenz weiss und wer ihn ermordet hat.
Ohne grosse Überraschung (aber trotzdem spannend) zieht sich diese Handlung dann bis zum Schluss, der leider Open End ist.

Damit bin ich auch bei meinen 2 Hauptkritikpunkten.
1. Ich mag keine Open Ends. Der Autor verkauft das hier zwar ganz gut, aber letztlich weiss der Leser nicht, wie das Ganze ausgeht.
2. Im Nachhinein stellt man fest, dass im ganzen Roman eifgentlich wenig passiert - Duane lebt im Dingle, Duane wird verfolgt - Duane versucht die Ursache zu finden - Finale
Ohne Frage gleicht das Erzähltalent des Autors den 2. Mangel aus, denn man merkt ihn ja erst am Schluss.

Das Cover zeigt einen Mann mit Kapuze der von einem gitterförmigen Lasermuster(?) angestrahlt wird. Das soll wohl im übertragenen Sinne seine technische Seite symbolisieren. Nun gut, hab schon passendere Cover gesehen aber auch Schlimmere.

Der Titel des Romans erklärt sich gegen Ende des Romans. Es braucht nicht viel Phantasie herauszubekommen, wer wohl damit gemeint sein könnte.
Ansonsten ist die Aufmachung OK, auch wenn im Klappentext inhaltiche Fehler zu finden sind.

* Mein Fazit
Lesenswert, aber auf keinen Fall die teure Ausgabe kaufen. Lieber ab in die Bibliothek oder auf die Taschenbuchausgabe warten. Das Buch bietet spannende Unterhaltung für ein paar Stunden, mehr aber auch nicht.

15 Bewertungen, 1 Kommentar

  • froes

    30.11.2004, 14:32 Uhr von froes
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das Jesus-Video von Eschbach hat mir eigentlich recht gut gefalle und Lust auf mehr gemacht. Da ich fast alle meine SF-Bücher als Taschenbuch-Ausgabe aus dem Wühltisch hole, sollte auch dieses Buch den dabei zu entrichtenden Preis wert sein. Shin