Das Zweite Gedächtnis (gebundene Ausgabe) / Ken Follett Testbericht

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ab 9,42
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Erfahrungsbericht von BjoernS

Titel sollte man erst NACH dem Lesen vergeben

Pro:

spannend, handelnde Figuren

Kontra:

deutscher Titel

Empfehlung:

Ja

Urlaubszeit – Lesezeit, so ist es zumindest bei mir. Es gibt doch nichts schöneres, als am Strand zu liegen und ein nettes Buch zu lesen. So war es auch in diesem Jahr, was in nächster Zeit einige Buchberichte bedeuten wird. Anfangen möchte ich mit “Das zweite Gedächtnis” von Ken Follett.


Fakten

“Das zweite Gedächtnis” vom Autor Ken Follett ist im Jahr 2000 erschienen. Meine Taschenbuchausgabe trägt das Copyright aus dem Jahr 2001, ist bei Bastei Lübbe unter der ISBN 3-404-14911-4 erschienen und hat mich 9,90 Euro gekostet. Insgesamt umfasst das Werk 447 Seiten.


Inhaltliches

Auf dem Boden einer öffentlich Toilette eines Bahnhof in Washington DC erwacht ein Mann in der Kleidung eines Penners. Er kann sich an rein gar nichts erinnern, weiß nicht, wer er ist und wie sein Name lautet. Doch er merkt schnell, dass er beschattet und verfolgt wird und wundert sich selber immer wieder, wie gut er den Verfolgern entkommt. Nach und nach findet er heraus, was für Fähigkeiten und Interessen er hat – nur an seine persönlichen Dinge (Name, Familie usw.) kann er sich bei besten willen nicht erinnern ....


Literarisches

Die Geschichte spielt in den Jahren ab 1951 in den USA und schnell merkt der Leser, dass es im Grunde genommen thematisch um den Wettlauf zwischen der UdSSR und der USA um den Weltraum geht. Die von Ken Follett gezeichneten Figuren sind dabei – gewohntermassen – gut beschrieben und enthalten viel liebe zu den persönlichen Details der Handelnden. Die Politik der damaligen Zeit spielt zwar eine wesentliche Handlung im Rahmen der Geschichte, aber insgesamt kann man doch sagen, dass es sich eher um die Geschichte einiger ehemaliger Collegefreunde handelt. Hierzu trägt übrigens auch bei, dass in Rückblenden immer wieder mal das Verhältnis der verschiedenen Personen in der Zeit vor dem Kriegseintritt der USA verdeutlicht wird.

Es gelingt Follett, eine äußerst spannende Geschichte zu entwicklen, die eigentlich bis zum Schluß an keiner Stelle vorhersagbar ist. Man kann dieses Buch nur sehr schlecht aus den Händen legen – in den USA würde man so etwas als “Page-Turner” bezeichnen. Die klare Struktur des Buches, die zu keinem Zeitpunkt verschiedene Ereignisse in einem Absatz behandelt, macht es leicht, der Story zu folgen. Die Wortwahl könnte man als durchschnittlich bezeichnen, Follett schreibt in einer gut verständlichen Sprache, die aber zu keinem Zeitpunkt den Eindruck vermittelt, dass es ein Buch für Dummies ist :-) Fachbegriffe aus dem flankierenden Bereich der Technik und der Politik werden nur sehr sparsam eingesetzt und nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist.

Typisch für einen amerikanischen Autor ist übrigens, dass die USA mal wieder als die Guten dargestellt werden. Komisch auch, dass die Machenschaften der CIA nur an der Stelle kritisiert werden, wo sie im Laufe der Geschichte anderen angelastet werden können. Aber das kennt man ja ....


Was sonst noch

Als originell würde ich die Idee bezeichnen, zum Anfang eines jeden Kapitels eine kleine technische Beschreibung zu einem Teil einer Rakete zu hinterlegen. Diese Beschreibungen sind sehr detailliert, aber allgemeinverständlich. Also, mir hat diese Idee ziemlich gut gefallen.

Wer sich diese äusserst dämlich deutsche Titel-Übersetzung ausgedacht hat, ist mir völlig schleierhaft. Zwar hat die handelnde Person das Gedächtnis verloren, ein zweites Gedächtnis kommt aber nirgendwo vor. Da sollte wohl mal ein Übersetzer (oder Marktstratege) seine Backups mit guten Buchtiteln durchschauen und vor der Vergabe des Titels das Buch lesen ...


Fazit

“Das zweite Gedächtnis” ist eine spannende Mischung aus persönlichen Geschichten und Spionagethriller mit einem Hauch von Technikbeschreibung. Der Inhalt ist spannend von Anfang bis Ende und stets gut nachvollziehbar, so dass ich nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.