Freddy Vs. Jason (VHS) Testbericht

Freddy-vs-jason-vhs-horrorfilm
ab 12,42
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

Erfahrungsbericht von t_durden

Ohne Altersbesfreigabe?

Pro:

Freddy ist zurück, bester Teil beider Serien, für Splatterfans ein kleines Fest auf deutschen Kinoleinwänden

Kontra:

gruslig ist er nicht wirklich, wie immer mangelt es einer logischen Story

Empfehlung:

Ja

Oder wie darf ich verstehen das dieser Horrorfilm von diversen Kinos ohne FSK Freigabe versehen wurde?

Das heißt natürlich noch lange nicht das Kinder sich diesen für deutsche Kinoverhältnisse extrem brutalen Horrerfilm anschauen dürfen. Vielmher hat die FSK scheinbar dem Film ein Freigabe versagt und da ist die USK eingesprungen (Anwälte der Filmwirtschaft die dem Film Unbedenklichkeit bescheinigen). Nur ein Kino in meiner Region hat FSK18 neben den Titel geschrieben, die anderen haben die Altersfreigabe scheinbar vergessen. Wie auch immer ist dieser Film nix für Kinder und defintiv nur für volljährige die auch noch Spaß an einem guten, blutigen Grusel haben. Wer lieber auf seichte Spannung a la \"The Others\" steht der sollte Freddy vs. Jason vielleicht besser meiden, denn der Gewalt- und Blutfaktor ist extrem hoch.

Inhalt
-----------------

Rückblick
Story
Darsteller
Kritik


:: Rückblick ::

Anfang der 80er oder genau gesagt 1984 wurde ein neuer Bösewicht geboren, der im Gegensatz zu den Killern zuvor wieder einmal für Furore sorgen konnte. Nicht weil er ungemein brutal gewesen sei, sondern genau im Gegenteil, weil er seine Opfer, junge unschuldige Teenager in ihren Träumen ermordet hat. Gemeint ist Freddy Kruger, der von Horrorveteran Wes Craven rausgeschickt worden ist, den Kindern das Fürchten zu lehren. Er war ein Kindermörder, bevorzugte kleine junge Mädchen und wurde kurzerhand durch Selbstjustiz der Eltern in seinem Haus verbrannt. Doch Freddy starb nicht wirklich, gefangen in einer Traumwelt hat er Rache geschworen und von nun an die Kinder der Eltern der Elmstreet in ihren Träumen auf bestialische Weise umgebracht. Was die Elmstreet-Filme allerdings auszeichnete war eine Priese Humor und Selbstironie die man bis dahin in Horrorfilmen vermisst hat. So war sich Freddy trotz seiner mordlüsternen Aussichten für keinen Scherz und perverses Spiel mit seinen Opfern (wie die Katze mit der Maus) zu schade.

Ein gänzlich anderer Vertreter wurde schon 3 Jahre vorher ins Rennen geschickt. Jason Voorhees hieß der Gute und trat in \"Friday the 13th Part 2\" das erste mal auf. Von dort hat er einen ungehinderten Siegeszug um die Welt in gleich mehreren Fortsetzungen antreten können (der letzte Teil war Jason X). Jason war ein entstellter Junge, der in einem Sommercamp ums Leben kam, weil die jugendlichen Aufseher an allem anderen Spaß hatten, nur nicht daran auf die Kinder zu achten. Daraufhin hat die Mutter einfach im ersten Teil die vermeintlichen Mörder hingerichtet, wurde aber am Ende durch einen gezielten Schlag mit einer Machete selbst getötet. Jason konnte das natürlich nicht auf sich Ruhen lassen und obwohl im See ertrunken, ist sein Körper gewachsen und von nun an hat er mit einer Machete bewaffnet jagt auf unschuldige Jugendliche gemacht. Im Körper ist er aber immer noch ein Kind.


:: Story ::

Diese beiden Killermaschinen treffen nun das erste und vermutlich einzige Mal in der Filmgeschichte aufeinander. Jason ist tot, nimmt man nicht den 10 Teil, der eh in der Zukunft spielt, so liegt er immer in den Wäldern um Christal Lake und Freddy, tja der ist in seiner Traumwelt gefangen und es hat sich ausgemordet. Nach dem letzten Elmstreet-Film \"New Nightmare\" von 1994 ist er in seiner Traumwelt gefangen und kann auch nicht mehr munter morden, da die Eltern aus Springwood kategorisch alles was einmal an Kruger erinnerte vernichtet oder weggeschlossen hatten (Kinder, Akten usw.). Und Freddy ist nun mal auf die Angst der Jugendlichen angewiesen um daraus seine Kraft zu ziehen. Seine einzige Chance besteht darin den Kids wieder Angst einzujagen, in der Hölle gefangen wird ihm das aber sichtlich schwer fallen und so sucht er sich einen irdischen Killer um ein bisschen Unruhe in Springwood zu stiften. Seine Wahl fällt auf Jason Voorhees, dem er in Gestalt seiner Mutter erscheint und ihn so wieder auf die Jagd schickt. Nach den ersten grausamen Morden erwacht bei den Eltern Springwoodds die Angst das Freddy zurück sein könnte, denn alles trägt seine Handschrift und als die Gerüchte unter den Jugendlichen die Runde machen kommt wieder Angst auf. Angst die Freddy braucht um endlich wieder Kraft und Macht zu bekommen.

Er hat aber nicht mit Jason gerechnet, der sich nicht so einfach aufhalten lässt und so entbrennt ein Kampf in Jasons Träumen und auf irdischem Boden und nur einer kann gewinnen...


:: Charaktere ::

Für einen Horrorfilm typisch wurden mal wieder die klassischen Stereotypen engagiert. Da wären der coole Macho, das dumme Bondschen, die männliche Jungfrau und der kiffende Freak. Alles schon mal gesehen und nicht wirklich spannend. Zwar spielt jeder seine Rolle ganz passabel, aber die deutsche Synchro gewinnt dagegen keinen Preis. Die Dialoge im Original sind schon nicht sonderlich prickelnd, aber teils so langweilig vorgetragen wie hier, kommt oftmals unfreiwillig Komik auf.

Einzig überzeugen kann Robert Englund, der einmal mehr den kranken Freddy Kruger auf perfide und dennoch humorvolle Weise spielt. Es macht ihm sichtlich Spaß noch einmal in die Rolle Freddy\'s zu steigen und das sieht man in jeder Szene auf der Leinwand. Schon lange war er nicht mehr so agil und locker drauf wie in diesem Teil. Dagegen wirkte \"Freddy\'s Dead\" hölzern und unbeholfen.


:: Kritik ::

Das erste Mal habe ich den Film auf dem Fantasy Filmfest sehen können, damals noch im englischen Original und muss sagen das einmal mehr die deutsche Snychro an Dummheit und schlechten Dialogen nicht zu überbieten ist. Blendet man also diese schlechte Synchronisation aus bleibt ein spannender und vor allem lustiger wohl letzter Teil der beiden Horrorserien übrig.

Ich hatte mich sehr auf diesen Cross-Over Film gefreut. In der Comicszene schon seit Jahren üblichen treffen immer mal wieder diverse gestalten verschiedener Serien aufeinander, warum also nicht auch im Film und da bietet sich das Horrorgenre nun mal an. Das man Freddy und Jason gewählt hat ist dabei noch erfreulicher, denn beide gehören vielleicht nicht zu den interessantesten Horrorgeschöpfen (zumindest Jason nicht), aber sie sind übermenschliche Killer die im Gegensatz zu einem Michael Mayers härter und kranker sind.

Der Film an sich ist natürlich nur ein typischer Horrorfilm, die Story ist nett, strotzt aber nur so vor logischen Löchern und man wird das Gefühl nicht los, dass dies nur Fassade ist für die Brutalitäten und diese sind wirklich nicht ohne. Selten kommt ein solcher Film in die Mainstrem-Kinos Deutschlands und ich muss ganz ehrlich sagen das ich damit nicht gerechnet habe. Da wird munter nach bester Horrorkunst entstellt und getrennt was nicht getrennt werden sollte, alles zum Wohle der wahrscheinlich blutlüsternen Kinozuschauer. Was dabei wieder mal treffend ist, ist das die wenigen wirklich gruseligen Schock-Szenen gänzlich ohne Blut auskommen und sich nur die Charaktere untereinander erschrecken. Und genau das reicht aus um den ganzen Kinosaal zum schreien zu bringen. Es ist sicherlich Ansichtssache was besser gefallen mag. Der ein wird sagen \"siehste Gewalt muss gar nicht sein\", der andere wird erst recht die dargestellte Gewalt mögen. Mir ist beides Recht, der Film ist unterhaltend und mehr habe ich auch nicht erwartet. In diesem Sinne kann ich Freddy vs. Jason uneingeschränkt den Fans der Serie und Horrorfans im Allgemeinen empfehlen. Leute die mal sehen wollen wovor wir uns in den 80ern gegruselt haben, denen sei der Film auch ans Herz gelegt, aber zu zart besaitete Personen sollten den Film vielleicht auf Grund der rötlichen Gewalt meiden.

Copyright t_durden @ ciao / yopi 2003-2004

13 Bewertungen