Geburt Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Ollessja

Beim nächsten mal entbinde ich allein......

Pro:

eine zuckersüße kleine Tochter

Kontra:

Schmerzen

Empfehlung:

Ja

So….jetzt möchte ich erst einmal von der Geburt meiner kleinen Indira berichten. Eine äußerst interessante Erfahrung, an der ich euch teilhaben lassen möchte.

Eigentlich hatte ich beschlossen, dass ich auf keinen Fall auf natürliche Weise entbinden möchte. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass ich die Schmerzen auf keinen Fall überstehen würde und ein Kaiserschnitt die beste Alternative für alle Beteiligten wäre.
Aus diesem Grund habe ich mich vor der Geburt auch in keinster Weise darüber informiert, was für Möglichkeiten es bezüglich der Arten der natürlichen Entbindung gibt. Natürlich wußte ich, dass es Wassergeburten gibt, dass man sich eine PDA gegen die Schmerzen geben lassen kann, etc. Aber das war es dann auch schon.
Mit der Entbindungsklinik hatte ich dieses ziemlich schnell geklärt. Zwei Tage vor dem angesetzten Termin wurde mir allerdings mitgeteilt, dass ich noch eine Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse benötigen würde. Meine Krankenkasse weigerte sich, mir diese auszuhändigen. Na super…..Also musste ich da jetzt wohl durch und mein Kind „hinauspressen“. Die Ärztin versprach mir, dass alles unternommen werde, um mir die Geburt möglichst angenehm zu gestalten. Falls es gar nicht gehen sollte, würde sie eigenmächtig den Kaiserschnitt vornehmen…

(Vor)Wehen
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Am 18.01.04 ging es dann langsam los. Es setzten Wehen ein. Oh….eine wirklich unlustige Angelegenheit. Alle 5-10 Minuten diese wirklich fiesen Schmerzen. Aber ich hatte es mir eigentlich noch schlimmer vorgestellt. Langsam packte ich meine Tasche und wir fuhren in die Klinik. Dort sagte man mir, dass die Wehen noch nicht stark genug seien und es sicherlich noch einige Tage dauern werde. Das Angebot trotzdem in der Klinik zu bleiben habe ich sofort abgelehnt. Die nächsten Tage waren grausig. Ich hatte durchgehend diese ätzenden Schmerzen. Vor allem nachts wurde es fast unerträglich. Tagsüber lief ich herum und versuchte alles um die Geburt möglichst voranzutreiben.

Es geht los
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Nachdem ich einige Nächte nicht mehr geschlafen hatte und die Wehen mir jegliche Kraftreserven geraubt hatten platzte am 21.01.04 gegen 21.00 Uhr die Fruchtblase. Einerseits war ich erleichtert, weil nun endlich ein Ende der Schmerzen in Sicht war, anderseits ergriff mich die totale Panik, weil ich das Schlimmste ja jetzt noch vor mir haben würde. Die fertig gepackte Tasche wurde geschnappt und wir rasten wieder in die Klinik. Dort angekommen stellte sich heraus, dass der Muttermund bereits 5 cm geöffnet war. Also hatten die Wehen doch schon ganze Arbeit geleistet. Sofort wurde ich in den Kreissaal gebracht. Ein sehr kalt gestalteter Raum. Wirklich wohlfühlen konnte man sich dort nicht. Ich wurde direkt auf das Bett dirigiert, auf dem ich wohl in den nächsten Stunden Schwerstarbeit leisten würde. Die Wehen wurden mittlerweile immer unerträglicher. Die liegende Position war auch nicht das Wahre. Nachdem durch das CTG festgestellt wurde, dass es meiner Kleinen gut geht, stellte ich klar, dass ich sofort alles an schmerzlindern Mitteln bekommen möchte, die in dem Krankenhaus vorhanden sind. Die Hebamme sagte, dass sie alles für die PDA vorbereiten wolle und ich der Zeit doch noch ein wenig herumlaufen könne. Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen. Ich schnappte mir meinen Partner und wir liefen vor dem Krankenhaus herum. Die Wehen kamen mittlerweile in einem Abstand von ca. 1 Minute kamen. Also versuchten wir möglichst schnell wieder in den Kreissaal zu kommen, denn vor der Klinik wollte ich nicht unbedingt mein Kind zur Welt bringen.

Die Geburt
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Im Kreissaal angekommen mussten wir nicht sehr lange auf die Ärzte warten, die die langersehnte PDA setzen sollten. Ich wurde im Schnelldurchlauf über die Risiken dieser Art der Betäubung aufgeklärt wie zum Beispiel Querschittslähmung (!)…..den Rest habe ich glaube ich verdrängt. Ich befand mich sowieso schon in einer Art Trancezustand. Also unterschrieb ich die Erklärung die besagte, dass ich mich trotz der Risiken mit dem Setzen der PDA einverstanden erklären würde. Ich wurde gerade dafür vorbereitet (die Ärztin bohrte mir sehr unsanft eine Kanüle in den Arm) da merkte ich, dass sich meine Wehen auf einmal ganz anders anfühlten….. Schock!!! Es waren schon die Presswehen! Ich tat so als sei alles ganz normal, damit mir die Ärzte noch schnell die PDA setzen würden…..Aber die Hebamme merkte schnell, dass etwas nicht stimmte. Sie schob die Ärzte von meinem Bett weg und begann, mich zu untersuchen. Sie guckte dann kurz hoch und sagte den Ärzten, dass sich die PDA erledigt habe, da dass Kind jeden Moment kommen werde. Aber diese Rechnung hatte sie ohne mich gemacht. Ich presste die Beine zusammen und sagte, dass ich ohne irgendwelche Schmerzmedikamente gar nichts machen werde. Die Hebamme schaute mich ungläubig und etwas ungeduldig an und meinte das es für Schmerzmittel viel zu spät sei. Na toll….Erst wollte ich durch einen Kaiserschnitt den Schmerz umgehen und jetzt musste ich ohne jegliche Hilfen da durch. Also natürlicher kann eine Geburt ja kaum ablaufen. Sie stellte die Rückenlehne meines Bettes etwas höher, allerdings lag ich immer noch eher als das ich saß. Es dauerte noch etwas bis ich mich davon überzeugen lies das es nichts bringt, wenn ich meine Beine weiter zusammenpresse. Ich gab mich dann geschlagen. Mir war mittlerweile sowieso alles egal. So…nun sollte ich also pressen. An dem Bett gab es nichts, woran ich mich hätte festhalten können. Außerdem war die liegende Position nicht gerade ideal dafür. Es wäre sicherlich einfacher gewesen, wenn eine Position eingenommen worden wäre, bei dem die Schwerkraft etwas hätte helfen können. So musste ich die Arbeit also allein leisten. Die Hebamme und mein Partner redeten auf mich ein, aber davon bekam ich gar nichts mehr mit. Ich presste einfach…..nach ca. einer halben Stunde also um 23.40 Uhr lag meine Kleine dann auf dem Bett. Ein kleiner Winzling mit 47 cm Länge und nur 2.330 g. Ein wunderschöner Moment!

Fazit
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So schmerzempfindlich bin ich gar nicht. :) Die Geburt verlief im Großen und Ganzen sehr ruhig. Ich habe trotz fehlender Schmerzmittel nicht gestöhnt, geschweige denn geschrieen. :) Aus diesem Grund fand mein Partner die Geburt ziemlich locker und meinte, dass wir das auch allein zu hause geschafft hätten.
So ähnlich sehe ich das mittlerweile auch. Der Kreissaal war für mich sehr unangenehm. Die Atmosphäre war kalt und steril. Das Bett auf dem ich entbunden habe war ungemütlich und gab keinerlei Möglichkeit, sich Halt zu verschaffen. Falls ich irgendwann noch einmal ein Kind bekommen werde, dann werde ich mich auf jeden Fall nach anderen Alternativen umschauen.

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