Bahnwärter Thiel (Taschenbuch) / Gerhart Hauptmann Testbericht
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Erfahrungsbericht von Bunny83
Wenn man nur wegschaut statt zu handeln
Pro:
spannend, ergreifend, kurz, schnell zu lesen
Kontra:
???
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich einmal über ein Buch schreiben, welches ich vor einer längeren Zeit mal in der Schule gelesen habe und mir jetzt durch Zufall wieder in die Hände fiel, nämlich “Bahnwärter Thiel” von Gerhart Hauptmann.
***Etwas zum Autor***
Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 in Obersalzbrunn (Schlesien) geboren. Er besuchte für einige Zeit die Kunstschule, da er Bildhauer werden wollte. Als er dann jedoch Vertreter des Poetischen Realismus kennenlernte, aber auch die des Naturalismus, begann er erzählerische und dramatische Werke zu schreiben. 1912 erhielt er sogar den Nobelpreis für Literatur.
***Zum Buch***
Das Buch erschien im Hamburger Lesehefte Verlag, umfasst 37 Seiten, wobei nur bis zur 32. Seite die Geschichte erzählt wird, danach gibt es noch ein Nachwort über den Autor sowie Worterklärungen.
Auf dem Cover ist durch eine skizzenähnliche Zeichnung eine Schiene dargestellt, auf der ein Bahnwärter entlang läuft sowie sich Bäume im Hintergrund befinden.
Den Preis weiß ich heute nicht mehr genau und daher auch nicht in €. Ich weiß nur so viel, dass diese Bücher um die 2, 40 DM gekostet haben.
***Zum Inhalt***
Bahnwärter Thiel war ein alleinstehender Mann, der jeden Sonntag in die Kirche ging. Eines Tages aber musste er diesen Gang nicht mehr allein tun, denn er heiratete eine (kränkliche) Frau. Doch plötzlich saß er wieder allein Zuhause, denn seine Frau starb, als sie ihren Sohn Tobias gebar.
Daraufhin heiratet Thiel im selben Jahr ein zweites Mal, diesmal jedoch eine kräftige, rundliche Frau, auch deswegen, weil sein Sohn eine Mutter brauchte. Bedrückend für den Bahnwärter war es nur, dass die Frau schon nach kurzer Zeit das Sagen im Hause hatte, sie war herrschsüchtig und zänkisch. So wurden die stillen Stunden in seinem Wärterhaus die schönsten, denn hier konnte er an die schöne Zeit mit seiner ersten Frau Minna zurückdenken.
Nach einiger Zeit bekam auch seine zweite Frau Lene einen Sohn und sie entwickelte eine Ablehnung gegenüber Tobias. So wurde er von ihr zur Verrichtung von Aufgaben benutzt, aber Thiel konnte oder wollte davon nichts mitbekommen.
Eines Tages vergaß Thiel seine Brotdose mit zur Arbeit zu nehmen und kehrte noch einmal nach Hause zurück. Dort angekommen hört er durch ein Fenster, wie seine Frau seinen Sohn anschreit, beleidigt und misshandelte. Doch von ihr keine Reue als ihr Mann eintritt, denn sie fühlt sich im Recht. Doch Thiel griff nicht ein, nahm seine Brote und ging wieder.
In der Nähe des Wärterhäuschens befindet sich außerdem noch der Acker der Familie, zu dem sie sich eines Tages auf den Weg machen, um Kartoffeln zu pflanzen, auch Tobias und der Kleine kommen mit. Als Thiel dann mit Tobias die Bahnstrecke zur Kontrolle abgehen will, lässt Lene bestimmend erkennen, dass Tobias da bleiben soll, um auf den Kleinen aufzupassen, doch an dieser Stelle hört Thiel nicht auf sie, sondern geht mit Tobias davon. Danach kehrten sie zu Lene zurück und etwas später musste Thiel auf seinen Posten, da sich ein Zug ankündigte. Doch plötzlich gab dieser Warnpfiffe ab und die Bremsen quietschten, doch etwas wurde vom Zug erfasst, es war Tobias. Erschrocken nimmt der Vater seinen Sohn in die Arme, doch er ist tot. Schuldgefühle quälen ihn und er gibt Lene die größte Schuld und fragt sich, warum deren “Balg” noch lebt. Vor Wut geht er dem Kleinen an die Gurgel, lässt ihn aber im rechten Augenblick noch los.
Das Ende des Buches ist das tragischste, das ich bis jetzt kenne. Genau will ich es jetzt nicht verraten, nur so viel, er lässt seiner Wut und Verzweiflung gegenüber Lene und deren Kind freien Lauf.
***Meine Meinung***
Mir gefällt es erst einmal sehr gut, dass das Buch nur 32 Seiten hat, so hat man es in sehr schneller Zeit gelesen. Auch trotz der kurzen Länge entsteht eine unglaublich ergreifende und traurige Geschichte, für die es nicht mehr Seiten braucht. Das Ende ist für mich dann aber wiederum etwas erschütternd und regt zum Nachdenken an, wie es dazu kommen konnte.
Innerhalb des Werkes fragt man sich dann auch, ob man Mitleid mit Thiel haben soll, oder ob man sich eher über sein verhalten ärgern soll, sich von solch einer Frau unterbuttern zu lassen und sie überhaupt auszuhalten. Trotz der Tragik mit Tobias fragt man sich, wie es überhaupt dazu kommen konnte, wohl wieder, weil dieser Mann zu schwach war, sich gegen diese Frau zu lehnen.
Von daher ein interessantes, ergreifendes, sowie trauriges Werk, dass zum Nachdenken in der Hinsicht anregt, um einmal über seine eigenen Fehler nachzudenken, sein eigenes Verhalten in eigener Verantwortung zu rechtfertigen sowie seine wahren Meinungen und Gefühle zu äußern, sodass es nie zu solch schlimmen Dingen kommen kann. Das muss jetzt im wahren Leben nicht in solch einer extremen Form vorkommen, ist aber in jeder Hinsicht möglich.
***Etwas zum Autor***
Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 in Obersalzbrunn (Schlesien) geboren. Er besuchte für einige Zeit die Kunstschule, da er Bildhauer werden wollte. Als er dann jedoch Vertreter des Poetischen Realismus kennenlernte, aber auch die des Naturalismus, begann er erzählerische und dramatische Werke zu schreiben. 1912 erhielt er sogar den Nobelpreis für Literatur.
***Zum Buch***
Das Buch erschien im Hamburger Lesehefte Verlag, umfasst 37 Seiten, wobei nur bis zur 32. Seite die Geschichte erzählt wird, danach gibt es noch ein Nachwort über den Autor sowie Worterklärungen.
Auf dem Cover ist durch eine skizzenähnliche Zeichnung eine Schiene dargestellt, auf der ein Bahnwärter entlang läuft sowie sich Bäume im Hintergrund befinden.
Den Preis weiß ich heute nicht mehr genau und daher auch nicht in €. Ich weiß nur so viel, dass diese Bücher um die 2, 40 DM gekostet haben.
***Zum Inhalt***
Bahnwärter Thiel war ein alleinstehender Mann, der jeden Sonntag in die Kirche ging. Eines Tages aber musste er diesen Gang nicht mehr allein tun, denn er heiratete eine (kränkliche) Frau. Doch plötzlich saß er wieder allein Zuhause, denn seine Frau starb, als sie ihren Sohn Tobias gebar.
Daraufhin heiratet Thiel im selben Jahr ein zweites Mal, diesmal jedoch eine kräftige, rundliche Frau, auch deswegen, weil sein Sohn eine Mutter brauchte. Bedrückend für den Bahnwärter war es nur, dass die Frau schon nach kurzer Zeit das Sagen im Hause hatte, sie war herrschsüchtig und zänkisch. So wurden die stillen Stunden in seinem Wärterhaus die schönsten, denn hier konnte er an die schöne Zeit mit seiner ersten Frau Minna zurückdenken.
Nach einiger Zeit bekam auch seine zweite Frau Lene einen Sohn und sie entwickelte eine Ablehnung gegenüber Tobias. So wurde er von ihr zur Verrichtung von Aufgaben benutzt, aber Thiel konnte oder wollte davon nichts mitbekommen.
Eines Tages vergaß Thiel seine Brotdose mit zur Arbeit zu nehmen und kehrte noch einmal nach Hause zurück. Dort angekommen hört er durch ein Fenster, wie seine Frau seinen Sohn anschreit, beleidigt und misshandelte. Doch von ihr keine Reue als ihr Mann eintritt, denn sie fühlt sich im Recht. Doch Thiel griff nicht ein, nahm seine Brote und ging wieder.
In der Nähe des Wärterhäuschens befindet sich außerdem noch der Acker der Familie, zu dem sie sich eines Tages auf den Weg machen, um Kartoffeln zu pflanzen, auch Tobias und der Kleine kommen mit. Als Thiel dann mit Tobias die Bahnstrecke zur Kontrolle abgehen will, lässt Lene bestimmend erkennen, dass Tobias da bleiben soll, um auf den Kleinen aufzupassen, doch an dieser Stelle hört Thiel nicht auf sie, sondern geht mit Tobias davon. Danach kehrten sie zu Lene zurück und etwas später musste Thiel auf seinen Posten, da sich ein Zug ankündigte. Doch plötzlich gab dieser Warnpfiffe ab und die Bremsen quietschten, doch etwas wurde vom Zug erfasst, es war Tobias. Erschrocken nimmt der Vater seinen Sohn in die Arme, doch er ist tot. Schuldgefühle quälen ihn und er gibt Lene die größte Schuld und fragt sich, warum deren “Balg” noch lebt. Vor Wut geht er dem Kleinen an die Gurgel, lässt ihn aber im rechten Augenblick noch los.
Das Ende des Buches ist das tragischste, das ich bis jetzt kenne. Genau will ich es jetzt nicht verraten, nur so viel, er lässt seiner Wut und Verzweiflung gegenüber Lene und deren Kind freien Lauf.
***Meine Meinung***
Mir gefällt es erst einmal sehr gut, dass das Buch nur 32 Seiten hat, so hat man es in sehr schneller Zeit gelesen. Auch trotz der kurzen Länge entsteht eine unglaublich ergreifende und traurige Geschichte, für die es nicht mehr Seiten braucht. Das Ende ist für mich dann aber wiederum etwas erschütternd und regt zum Nachdenken an, wie es dazu kommen konnte.
Innerhalb des Werkes fragt man sich dann auch, ob man Mitleid mit Thiel haben soll, oder ob man sich eher über sein verhalten ärgern soll, sich von solch einer Frau unterbuttern zu lassen und sie überhaupt auszuhalten. Trotz der Tragik mit Tobias fragt man sich, wie es überhaupt dazu kommen konnte, wohl wieder, weil dieser Mann zu schwach war, sich gegen diese Frau zu lehnen.
Von daher ein interessantes, ergreifendes, sowie trauriges Werk, dass zum Nachdenken in der Hinsicht anregt, um einmal über seine eigenen Fehler nachzudenken, sein eigenes Verhalten in eigener Verantwortung zu rechtfertigen sowie seine wahren Meinungen und Gefühle zu äußern, sodass es nie zu solch schlimmen Dingen kommen kann. Das muss jetzt im wahren Leben nicht in solch einer extremen Form vorkommen, ist aber in jeder Hinsicht möglich.
18 Bewertungen, 1 Kommentar
-
16.05.2005, 12:02 Uhr von Ltd83
Bewertung: sehr hilfreich... knapp, aber eigentlich auch alles drin :)
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