Herzblut - Subway to Sally Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Lacrima_

|| Meister Meister gib mir ... gute Musik ||

5
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Pro:

gute handgemachte Musik mit etwas Sinn und Verstand

Kontra:

. . . hm bis auf ein Titel [ Krötenliebe], der mir so gar nicht gefallen mag eigentlich nichts

Empfehlung:

Ja

zum Titel: [ Meister,Meister gib mir Rosen ... Zeile aus \"Kleid aus Rosen\"]

|| Seid mir gegrüßt liebe Leser ||

Unglaublich, aber wahr, es kommt mal wieder ein neuer Bericht von mir. Ich bin in letzten Zeit irgendwie sehr faul geworden, denn ich muss zugeben das es wohl mehr an meiner Faulheit, als am Zeitmangel liegt das meine Berichte grundsätzlich etwas auf sich warten lassen. An dieser Stelle verspreche ich euch wieder etwas mehr von mir hören zu lassen, auch wenn ich genau weiß das ich mich mal wieder nicht dran halten werde. Nichts desto trotz habe ich wieder ein bisschen in meiner CD- Sammlung gewühlt und beschlossen über eine meiner Lieblingsplatten zu schreiben ... also Vorhang auf und Bühne frei für „Sabway To Sally“ mit „Herzblut“ ...

I || Die Band ||
II || Cover ||
III || Die Musik ||
IV || Meine Meinung ||
V || Fazit ||

|| Die Band ||

Subway To Sally- die sechs Musiker um Eric Fisch dürften spätestens nach ihrem letzten, mit recht dieser Klasse, die ich mittlerweile lediglich unter normales Rock- Metall einordnen würde großem Erfolg eingeschlagenem Album „ Engelskrieger“ ein Name sein, vor allem bei allen die Musik, schätzen . Ich möchte dennoch ein paar Worte zu der Band verlieren, die trotz ihres wachsenden Rums, immer noch nicht zu sehr dem Kommerz verfallen ist um allgemein bekannt zu sein.

| Mitglieder |

Da Subway zu den Bands gehören die ihre Mitglieder gerne und oft mal wechseln, auch wenn ich zugeben muss das dies bei manch anderen Formationen wesentlich schlimmer ist, werde ich hier lediglich die Mitwirkenden der „Herzblut“ erwähnen ...

Eric Fish, (Gesang, Dudelsack, Barockoboe, Schalmei, Flöten)
Frau Schmitt, (Violine)
Simon, (Gesang, Akustische Gitarre)
David, (Schlagzeug)
Bodenski, (Gesang, Akustische Gitarre, Drehleier)
Sugar Ray Runge, (Bass)
Ingo Mampf (E-Gitarre, Laute)

| Historisches/ bisherige Alben |

Historisches ist zu dieser band an und für sich nicht all zu viel zusagen, da sie nicht mal ein wirkliches Gründungsdatum haben und aus einer Vorgängerband entstanden sind, die sich damals , noch zu DDR- Zeiten Zweieck nannte und zwei der heutigen Mitglieder als Gründer hatte sowie einige Mitglieder die noch später bei Subway auftauchten. 1990 entsteht dann Subway durch eine fixe Idee fünfer Musiker aus Potsdam die bis heute unter zahlreichen kommen und gehen von mitgliedern noch existiert und ihr Leben füllt.

Album 1994
MCMXCV
Foppt den Dämon
Bannkreis
Hochzeit
Schrei! [live]
Herzblut
Flascher Heiland [Maxi]
Engelskrieger
Unsterblich [Maxi]
Live [DVD]

| Stil |

Stilstisch lassen sich „Subway To Sally“ schnell und einfach beschreiben- Mittelaltermusik mit modernen Rockzügen. Man muss jedoch sagen das sie mit Herzblut bereits angefangen haben ihrem Stil untreu zu werden und die mittelalterliche Schiene so langsam zu verlassen, was bei der Engelskrieger dann schon bereits der Fall ist. Man findet schon Elemente, sowohl in der textlichen Richtung als auch Musikalisch, die sich in den Vorgängeralben nicht wiederspiegeln und die Band von ihren Anfängen abbringen und sie mittlerweile zu einer Metallband gemacht haben. Man kann nur hoffen das sie zu ihren Ursprüngen zurück kehren, denn meines Erachtens nach wahren diese besser als die neusten Werke.

|| Cover ||

Das Cover ist sehr schlicht gehalten, hat dennoch etwas sehr kunstvolles und schönes an sich. Es war auch der Grund, warum ich damals diese CD, ohne nur im geringsten zu wissen von welcher Band geschweige den deren Stil, kurzer Hand gekauft habe. Man sieht eigentlich nur eine menge Weis und ein Rosenblatt auf der Vorderseite, so wie natürlich den Titel und den Namen der Band. Auch durch den Rest des Albums ziehen sich Weis und Rot, das Weis natürlich als Hintergrund und das Rot in form von Fäden und Tropfen, die wohl Blut getränkt sind oder der gleichen. Schlicht aber effektiv und nützlich zugleich, denn man findet natürlich auch, wie es sich gehört sämtliche Texte und einige Bilder der Mitglieder- sehr schön, schlicht und kunstvoll.

|| Die Musik ||

So kommen wir nun zum Inhalt einer CD und zwar der Musik ...

| o1 Die Schlacht |

Mit Getrommel und Geschrei geht es auf zur Schlacht, deren Intro mich stark an ein Kriegsfeld im alten guten Mittelalter denken lässt. Mit ein paar recht zarten Gitarrenklängen geht es weiter ehe das Lied wirklich beginnt und durch ein etwas härteres Riff sowie Geigenstimmen aufgelockert wird. Zu guter letzt kommt die etwas gewöhnungsbedürftige Stimme von Eric Fisch hinzu, die wie immer passend der Stimmung, hier ein klein wenig aggressiv wirkt das Gitarrensolo welches trotz all dem Gequietsche sehr passend ist und neben den eher ruhigeren Strophen und dem etwas schnellerem Refrain das ganze abrundet ...

„ ...Manchmal muss man um zu siegen sich in wahrer Demut üben
Schüchtern sein und ganz bescheiden
Manchmal muss man um zu siegen
Freunde morden und verraten ...“

Textlich ist das Lied wohl zwar wie ich finde moralisch nicht unbedingt das was man verbreiten sollte, und dennoch ist es die Wahrheit- um an sein Ziel zu kommen gibt es viele Mittel und welches man wählt liegt wohl an dem was man erreichen will.

| o2 Veitstanz |

Ein sehr fröhliches Lied und eines meiner Lieblinge, was mit einem schönen hellen Glockenspiel und ein paar künstlichen Tönen durchzogen wird, ehe sich auch eine schnelle Geigenstimme anschließt und ein etwas zurückhaltendes Gitarrenriff im Hintergrund. Die Stimme kommt wie immer erst nach einigen Sekunden und einem Intro hinzu, klingt hier aber schon wesentlich freundlicher und teils auch ein bisschen energischer als beim Einstiegsstück. Vor allem auf Geige wird hier sehr viel Wert gelegt, den das Solos ist Wahnsinn, muss man einfach gehört haben, beschreiben lässt sich das schwer.

„... alles dreht sich um mich her, die Welt versinkt im Farbenmeer
wenn ich tanze, mit dir tanze ...„

Textlich geht es weniger um einen Hintergrund, als wohl um eine Tatsache, denn hier wird der Zustand beschreiben, wenn man vor einer Person eigentlich flüchtet aber am Ende doch nur angerannt kommt. Es gibt halt Menschen mit denen kann man nicht, aber ohne sie noch weniger.

| o3 Das Messer |

Sehr düster der Anfang, der durch Glocken und ein sehr schauriges nicht beschreibbares Geräusch eingeleitet wird, ehe ein für Subway Verhältnisse sehr hartes Riff angespielt wird. Das gesamte Lied würde ich stark in die Richtung Metall schieben, da es wirklich im vergleich zu dem Rest stark auf die Gitarren, die ihre Seiten wohl nicht zu wenig strapazieren, baut und Geige sich dezent im Hintergrund hält, bis auf einige wenige Passagen. Trotz, das es etwas eigenartig ist gefällt mir das Lied ganz gut und ist Stimmlich wieder ausgezeichnet.

„ ... nur wer feige ist, tötet Liebe
durch das Worte allein
für das Messer braucht es Helden
und ich kann nicht feige sein ...“

Hier wird die wohl radikalste Art und Weise eine Beziehung zu beenden vorgestellt, aber man muss sagen, Leichen können einen im nachhinein nicht verachten, heulen oder anderweitig Stress machen- demzufolge ist die Methode doch sehr effektiv, aber keinesfalls empfehlenswert.

| o4 Herrin des Feuers |

Schon zu Anfang hört man das dies ein etwas ruhigeres Lied wird, da die gesamte Begleitung vorerst nur auf ein Knistern, was einem Lagerfeuer gleicht und eine Akustikgitarre beschränkt wird, ehe dann noch eine Violine eine kleine traurige Melodie summt und die Stimme von Mrs. Fisch ein paar sachte und melancholische Töne anschneidet. Dies hält sich auch die Strophen durch, wird dann nur im Refrain etwas energischer durch ein paar gekonnte Einschübe von Drum und Bass sowie E-Gitarre. Im Laufe des Liedes kann man sich auch noch an einem schönen Solo der Violine erfreuen und einigen Frauenstimmen die dazu erklingen. Traum, einfach nur ein Traum dieses Lied ...

“...ich bin so leicht entflammbar, meine Haut ist aus Papier
und der Rest von mir ist Zunder
deine Flamme schlägt nach mir
deine Raubtieraugen glühen, deine Hand verbrennt selbst Stein
aufgelöst in tausend Funken, wird ich Rauch und Asche sein ... „

Dieses Lied würde einiges an Interpretationen offen lassen aber ich werde an dieser Stelle lieber schweigen und nur die Worte „Herrin des Feuers“ als Thema des Liedes angeben.

| o5 Kleid aus Rosen |

Zu Anfang etwas erschreckend, denn die Stimme die anfangs den Refrain acapella nieder singt ist doch ein bisschen hoch, zumindest für meinen Geschmack. Der Rest des Liedes wird dann aber wieder von Erik persönlich gesungen und durch ein paar gekonnte Töne von Geige, Gitarre und Drums sowie Bass begleitet. Das Lied hat nichts wirklich besonderes, denn weder die Begleitung noch die Melodie sind irgendwie außergewöhnlich aufwendig oder der gleichen, dennoch ist das Lied irgendwie einfach gut.

„... Meister, Meister, gib mir Rosen
Rosen auf mein weißes Kleid
stich die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchen Leib ...„

Textlich ist es eine Art kleine Geschichte, die von einem Mädchen berichtet die von Zuhause davon läuft und das Verlangen hat sich Rosen auf die Haut tätowieren zu lassen, jedoch einen nicht erwähnten aber erahnbaren Preis zahlen muss.

| o6 Wenn Engel hassen |

Mein absoluter Favorit auf dieser Platte, der sehr ruhig mit einer Art Mönchsgesang beginnt und dann eine kleine Gitarrenbegleitung eröffnet der die Mönche weichen. Die Stimme scheint unerwartet sanft und freundlich, oder wohl eher etwas nachdenklich. Die Begleitung ist schlicht und die Melodie ebenfalls und doch ist dieses Lied fesselnd. Der Refrain wird etwas härter, aufwendiger und mehrstimmig. Trotz allem behält das Lied eine gewisse Ordnung und fasziniert einfach nur ... nun, könnte daran liegen das ich große Achtung vor der Kunst des Musikzierens habe ...

„... Wenn Engel hassen
stürzen sie wie Steine aus dem Himmelszelt
Wenn Engel hassen
Fliegen sie als dunkle Vögel in die Welt
Wenn Engel hassen
Landen sie als schwarzer Schatten der uns quält
Und nehmen Rache an den Menschen
Die gefallen sind wie sie ...“

Textlich überwältigend, zumal dieses Lied auch auf Grund einer wahren Geschichte geschrieben wird und um Mord und Todschlag handelt, jedoch auf eine sehr lyrische Weise verarbeitet.

| o7 Krötenliebe |

Das ist das einzige Lied was ich auf dieser Platte wirklich absolut nicht leiden kann und nicht öfters als vielleicht zwei drei mal gehört habe, und auch jetzt eher wiederwillig den Klängen lausche um zu versuchen es so gut wie möglich objektiv zu betrachten. Das Intro besteht aus reichlich Gitarre und sehr hohen Geigenklängen und ist so weit eigentlich ganz okay ... Die Begleitung ist recht eintönig und von mir nicht identifizierbaren Instrumenten gespielt. Der Refrain wird etwas schneller und fröhlicher sowie etwas mehr von Gitarre erfüllt. Nun ja ich mag das Lied nicht was auch am Text liegen könnte, in dem ich weder sinn noch Hintergrund finden kann ...

„... Als ich mich auf dich stützte, hüpften all die kleinen Kröten um ihr Leben ...“

| o8 Accingite Vos |

Der Anfang erinnert wieder an ein Kloster, vor allen durch die recht zarten Glockenspielklänge und den lateinischen Text, der einem traditionellem Lied entnommen wurden ist. Im Laufe des Liedes werden aber härtere Gitarrenriffs und eine Schnelle Geigenstimme hinzugefügt sowie recht raubshörbare Drums. Die Stimme wird auch etwas energischer. Musikalisch kann man sich über dieses Lied wirklich nicht beschweren, was eigentlich nur aus zahlreichen Solos und einigen vereinzelten Gesangspassagen besteht. Die Kombination zwischen altertümlichen durch geige und Glockenspiel und modernen durch sehr verzerrte Gitarren finde ich hier mehr als gelungen und kann das Lied deswegen auch nur empfehlen da es musikalisch einwandfrei ist.

| o9 So Rot |

So Rot erinnert am Anfang irgendwie an eine billige Werbung, allerdings nur in den ersten Takten, da diese von spannungsaufbauenden Geigenstimmen erfüllt sind. Die Begleitung beschränkt sich dann aber auf eine einfache und übersichtliche Gitarrenbegleitung und später auf ein paar Geigenpassagen die von einem etwas härteren Riff begleitet werden. Die Stimme ist hier auch wieder sehr tragend und sanft. Ein ruhiges nettes Lied, was jedoch nicht vom Hocker reist

„... da hab ich sie berührt
hab ihre Angst gespürt
zu viel gelitten und zu viel gewusst ...“

Das Lied handelt von einer Schönheit im roten Kleid, der wohl ihr wissen zum Verhängnis wird denn manchmal ist es besser nichts zu wissen, als zu viel.

| 1o Drei Engel |

Ein erstaunlich kurzes Stück, was eher einem Kanon gleicht als einem wirklichen normalen Lied. Der Anfang ist recht begleitungslos, danach schließt sich eins sehr hartes Gitarrenriff an und dann ist auch schon ende, was genau so ist wie der Anfang.


„...Wir heben an
Wir rufen Gott
Wird loben ihn
Doch er schweigt still
Und unsere Pein wird ewig sein
Wir sind in dieser Welt allein“

Ein kleiner Gottesverachtender Einschub ...

| 11 Kleid aus Rosen |

Im Grunde das selbe wie auch die oben bereits beschriebene Version von „Kleid aus Rosen“ nur unplugged und lediglich von Gitarre gespielt sowie sehr zart und teils gesummt von Erik gesungen. ruhig und leicht verträumt, aber irgendwie einfach herrlich ...

|| Meine Meinung ||

Wie bereits schon im bericht erwähnt ist dies meine absolute Lieblingsplatte des Künstlers und auch Allgemein und daher glaube ist meine Bewertung schon recht klar. Ich finde vor allem die Mittelalterlichen Elemente die perfekt mit den modernen Instrumenten kombiniert wurden gut umgesetzt und passend sowohl zu den Texten als auch zu der gesamten Stimmung die dieses Album hat. Auch die große Abwechslung zwischen musikalisch anspruchsvoller Kost und Textlich einigen Denkanregungen und leichten nüchternen Begleitungen und recht sinnfreien Texten, die dennoch ein wenig was aussagen ist etwas, was mit an dieser Platte besonders gut gefällt. Die Gestaltung des Albums sollte zwar kein Kriterium sein, finde spiegelt hier aber die Musik die schlicht und doch anspruchsvoll ist gut wieder. Es ist nicht überladen, wie manch andere Musik dieser Art, mit allen möglichen technischen Spielereien und Tricks. Die Stimme ist auch nicht überladen mit sinnlosen Verzierungen oder anderen Eigenarten, wie ein paar kleinen Schrei- oder Rumjaulattacken die an einigen Stellen durchaus passend sein mögen aber sicher nicht in diesen Stücken. Subway ist und bleibt eben gute handgemachte Musik und zumindest bis zu diesem Album waren sie auch noch nicht dem Kommerz verfallen, denn Engelskrieger trägt doch schon leichte Züge die der Allgemeinheit gefallen müssen und somit auch gut Geld bringen können.

|| Fazit ||

Ich weiß wirklich nicht mehr was ich noch groß abschließend sagen soll, außer das man sich diese Platte wohl getrost zu Gemüte führen kann ohne Ohrenschmerzen zu bekommen oder an Verblödung zu enden, wobei ich andere Musik natürlich nicht angreifen will. Fünf Sterne und empfehlenswert hat dieses Abwechslungsreiche Stück auf alle Fälle verdient.

Lacrima_