Infest - Papa Roach Testbericht

Infest-papa-roach
ab 9,11
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
5 Sterne
(9)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(1)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von helden_gesucht

Lass die Kakerlaken tanzen!

5
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  gut

Pro:

super Sound, Mix aus HipHop und Rock, 3 Hit-Singles, Rest kann sich auch hören lassen, super Partyfeeling

Kontra:

vielleicht etwas einseitig

Empfehlung:

Ja

Vorwort
======
Was wäre das Leben nur ohne Musik? Es wäre wohl nur noch halb so schön. Und nichts ist wohl so facettenreich wie die Musik. Für jeden Gemütszustand und jede musikalische Gesinnung gibt es irgendeinen Track. Seit dem Jahre 2000 ist der Crossover, die Verbindung aus Rap und Rock, sehr hoch im Kurs. In dieser Zeit veröffentlichten viele Bands ihre ersten musikalischen Gehversuche und haben sich heute schon fast alle etabliert. Papa Roach ist so eine Band. Mit ihrem Smash-Album „Infest“ machten die Jungs aus Vacaville erstmals richtig auf sich aufmerksam und legten ein kommerzielles Debüt hin, das sich gewaschen hat.

Die Band
=======
1993. Ein Haufen Highschool Freunde aus dem Städtchen Vacaville in Nordkalifornien tut sich zusammen um Musik zu machen. Schnell avancieren sie zu Lokalgrößen und ergattern Support-Jobs für die Deftones, Fu Manchu oder Suicidal Tendencies. Durch diesen ersten Erfolg angestachelt, werden die Jungs noch hungriger und schmeißen kurzer Hand den Bassisten Will James aus der Formation, weil der sich lieber um das Sommercamp der Kirche kümmern will, statt mit der Band zu proben und zu touren. Ersatz für ihn ist der 16jährige Tobin Esperance.
´96 spielt die Combo mit gerade mal 700$ das erste Album „Old Friends From Young Years“ ein und die Platte wurde von den College-Radios rauf und runter gespielt. Talentscouts wurden auf die Jungs aufmerksam.
´98 erscheint die nächste EP „5 Tracks Deep“ und wird ihre Reifeprüfung. Kurze Zeit später sichern sie sich mit „Let Em Know“ einen Deal bei DreamWorks.
„Infest“, das 2000 erscheint, wird zum Überraschungserfolg und sackt Doppelplatin ein. 2002 erscheint mit „Lovehatetragedy“ der Nachfolger.
Die musikalischen Vorbilder, von denen sich die 4 leiten lassen, sind alte Hasen im Musikbusiness wie „Rage Against The Machine“ und „Faith No More“.

Line-Up:
Coby Dick (Gesang)
Jerry Horton (Gitarre)
Dave Black (Schlagzeug)
Tobin Esperance (Bass)

Das Album
=========
“Papa Roch” zu deutsch “Vater Kakalake” – und in diesem Motto präsentiert sich auch das Cover. Eine Kakerlake ziert hier die Vorderfront. Das aufklappbare Booklet enthält alle Songtexte jedoch in wilder, chaotischer Reihenfolge. Hätte man sicher besser gestalten können, aber ist Geschmackssache.
Auf der Rückseite finden wird wieder eine dieser leckeren, kleinen Biester, um die wie bei einer Sezierung die Tracklist aufgebaut ist.
Das Kakerlaken-Thema ist wirklich umfassend hier verarbeitet worden.

Tracklist
=======
#1 Infest
#2 Last Resort
#3 Broken Home
#4 Dead Cell
#5 Between Angels and Insects
#6 Blood brothers
#7 Revenge
#8 Snakes
#9 Never Enough
#10 Binge
#11 Thrown Away

…und die Tracks im Einzelnen
=======================
> Infest < - Der Opener ist sogleich der Titeltrack der Platte. Er beginnt zunächst ruhig, doch dann schwillt langsam Musik an und ein erster Wirbel aus typischen Crossover-Chords erklingt. Dann die tiefe Bassline und die Staccatoriffs, welche die Stimme begleiten. Meist rappend, aber auch sehr viel Gesangsparts. Das macht die Kunst beim Crossover aus: man muss beides recht gut können. So richtig der Gassenhauer ist es nicht. Die Musik ist nicht besonders eingängig oder mitreißend, allerdings gibt es einen Einstieg ins Album und alles Anfang ist bekanntlich schwer.
(4/5) -> (4:08)

> Last Resort < - Hier die erste Singleauskopplung des Albums und das war auch der Track, der mich neugierig gemacht hatte. „Cut my live in two pieces, this is my last resort...“ so die ersten Vocals des Songs. Dann setzt ein kurzer Staccatopart ein und danach kommt ein nettes kleines Wirbelriff. Der Musik ist sehr gut abgetrennt vom Rest und ist auch weitaus eingängiger und hat diesen Ohrwurmcharakter. Eben ein richtiger Top-Hit. Auch wenn das Video vielleicht etwas überzogen war, dennoch ein netter Partysong. Rock auf jeden!
(5/5) -> (3:19)

> Broken Home < - Die dritte Single des Albums gleich hinterher. “Broken Home“ ist ein kritischer und zugleich wütender Song. Wer das Video zum Song gesehen hat, weiß wovon ich spreche. Viele Familien gehen auseinander, weil der Vater die Mutter schlägt. Starkverzerrte Riffs eröffnen hier auch den Track. Darüber schwebt leicht verstört die Stimme und dann erst geht der Song so richtig im harten Stile von Crossover los. Einer der Top-Songs des Albums. Gefällt mir persönlich sehr gut, da sehr viel Abwechslung, sowohl in den einzelnen Instrumenten als auch in der Stimme und dazu ist der Song sehr stimmungsgeladen.
(5/5) -> (3:41)

> Dead Cell < - Dieser Song beginnt gleich mit einem harten, schnellen Riff. Dann kommt Bass und Schlagzeug dazu. Hier regiert wieder der Rap im Sinne des „weißen Mannes“. Sehr viel Kid Rock Ähnlichkeiten. Dieser Song gefällt mir auch sehr. Er hat so etwas von ersten Aufnahmen und ersten Songs, sozusagen Ur-Charakter der Band. Geht so richtig ins Blut und hat sehr viel Power und Emotionen in sich. Headbanger und Pouker willkommen!
(5/5) -> (3:06)

> Between Angels and Insects < - Mein persönlicher, geheimer Favourit und auch die zweite Auskopplung des Albums. Das Riff ist einfach das eingängigste und schönste des gesamten Albums. „Ruhig“ beginnt der Track von Gitarre und Gesang getragen, doch dann geben Doppelbassdrum und Bass den Ton an. Immer wieder das Riff vom Anfang. Der Song eignet sich einfach zum totalen Abgehen und sicher auf keiner Party fehlplatziert. Schön ist auch das Video dazu.
(5/5) -> (3:54)

> Blood Brothers < - Auch dieser Song beginnt so wie der Vorgänger. Eher leicht und mit einem netten Riff, doch schnell ändert sich das auch wieder. Schon der unruhige Schlagzeugrhythmus verrät das. Und wieder geht’s schnell zur Sache. Der Chorus ist mal eine neue Variante. Nicht laut, sondern eher ruhig gehalten. Auch wenn mir der Song schon gefällt, muss ich doch sagen, dass manche Passagen nicht unbedingt richtig gut klingen.
(4/5) -> (3:32)

> Revenge < - Rache – der Titel verspricht nicht zu viel. Lang nachklingende Chords und kurze Gitarrenläufe bilden hier den musikalischen Hintergrund. Dieser Song ist einer der ruhigeren des Albums. Sehr viel ausklingende und langgezogene Riffs und Chords. Kaum Platz für schnelle, treibende Beats. Auch netter Track. Allerdings der letzte Teil im Sinne von HipHop ist Geschmackssache. Und das ich nun mal nicht mein Geschmack.
(4/5) -> (3:41)

> Snakes < - Kakalaken und jetzt auch noch Schlangen. Yeah! Speedriffs und dann noch ein anschwellender Schlagzeugbeat, der jedoch trotzdem sehr schwerfällig unter allem liegt. Die Melodie spiegelt die bedrohliche Haltung von Schlangen wider. Hier ist ein Teil mit viel Gescratche dabei und der HipHop-Anteil kommt auch wieder durch.
(4/5) -> (3:30)

> Never Enough < - Wie ein Kanonenschlag eröffnet eine Combo aus bass und Schlagzeug den Track. Der Song ist wieder etwas getragener und schöner anzuhören aufgrund der deutlichen Überlegenheit von Crossover und somit Rock. Geht ins Ohr und dort bleibt der Sound auch eine Weile.
(5/5) -> (3:34)

> Binge < - Fette Gitarrenriffs geben hier den Anfang preis. Dazwischen immer Doppelbeats von der Bassdrum. Dann dieser Skaterstil-Crossover. Tiefes Bassgebrumme, regelmäßiger Beat und dazu laute, hohe Riffs vom Gitarrero. Sehr eingängiger Track mit dem Potenzial zum Hit.
(5/5) -> (3:47)

> Thrown Away < - Den letzten Song haben die 4 nicht weggehauen, sondern noch mal richtig Zunder gemacht. Allerdings hört sich der Song etwas abgegriffen jetzt schon an, da das herausragende, markante Merkmal wie ein klasse Riff einfach fehlt. Eben ein typischer Crossover-Track ohne großen Höhepunkt. Schön geeignet zum Head-Bangen, aber nicht zum öfters hören. Fast gelungener Schluss.
Naja allerdings hat der Track noch einen zweiten Teil, welcher ähnlich ist wie der Anfang. Bildet somit einen Rahmen um die Platte. Allerdings mehr Reggae.
(4/5) -> (9:37)

Fazit
====
„Infest“ kann man schon als ein Kracheralbum hinstellen, zumal immerhin schon 3 Singles darauf sind, welche alle zusammen sehr erfolgreich waren. Einige kleine eintönige Schwächen hat das Album schon, doch so ist das nun mal beim Crossover. Fetter Sound, aber viel Raum zur Variation gibt es nicht. HipHop-Fans werden auch einpaar Freunden an der Scheibe haben. Zwar bin ich nicht der HipHop-Freund, dennoch kann ich mich mit einer Synthese aus Rock und HipHop erstaunlich gut arrangieren. Der Partytouch ist nicht zu verheimlichen, doch Papa Roach wollten es sicher auch so, dass es auch ein Partyalbum für die langen College-Nächte wird. Rundrum lässt sich sagen, ich bereue den Kauf immer noch nicht, und obwohl ich das Album lang nicht mehr komplett gehört habe, gefällt es mir doch immer wieder aufs Neue.

19 Bewertungen, 1 Kommentar

  • frankensteins

    13.09.2008, 23:55 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße Werner