Kampfhundeverordnung Testbericht

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Erfahrungsbericht von Netty

Nur an der Durchsetzung mangelt es

Pro:

s.o.

Kontra:

s.o.

Empfehlung:

Nein

Zunächst finde ich es gut, daß es eine Kampfhundverordnung gibt, weil ich selber ganz schöne Angst habe vor Hunden.

Doch das erste Problem ist: Was ist eigentlich ein Kampfhund?
In der Verordnung hat man natürlich die objektive Auswahl nach Rassen getroffen.
Dadurch fallen auch Hunde unter die Verordnung, die sonst eigentlich ganz friedlich sind und niemanden etwas zu leide tun würden.
Aber eine Auswahl nach subjektiven Elementen zum Beispiel Aggressivität ist wohl kaum möglich, da es hier sofort an der praktischen Überprüfbarkeit scheitert.
Somit wurde also der leichtere Weg der Rassen gewählt.

Die Verordnung könnte somit dem Schutz der Bevölkerung vor weiteren Übergriffen durch Kampfhunde dienen.
Leider muß man immer wieder feststellen, daß die Verordnung trotzdem ins Leere läuft, da niemand vorhanden ist, der die Verordnung auch durchsetzt.
Selbst die leichtesten Maßnahmen wie der Maulkorbzwang werden nicht durchgesetzt. Erst dieses Wochenende sind mir vier Hundehalter mit ihren Kampfhunden ohne Maulkorb im Park begegnet. Und die Ausreden sind doch immer die selben: der Hund mag das nicht, man will dem Hund nichts aufzwingen. Hier muß man doch schon sagen, wer es noch nicht mal schafft, seinem Hund einen Maulkorb anzulegen, obwohl es rechtlich vorgeschrieben ist, wie will er seinen Hund unter Kontrolle haben, wenn diesem doch mal das Jagdfieber packt.

Wahrscheinlich denken aber die Hundebesitzer auch: Warum sollte ich einen Maulkorb anlegen, wenn das sowieso keiner kontrolliert. Und hier wären wie auch schon beim Knackpunkt. Was nützt einem eine solche Schutzverordnung, wenn der Staat, vor allem natürlich die Gemeinden, nicht in der Lage sind, diese Verordnung auch durchsetzen durch Kontrollen und Zwangsmaßnahmen.

Und da nicht einmal der Maulkorbzwang durchgesetzt wird, kann ich mir persönlich auch nicht vorstellen, daß von der Gemeinde Personen eingestellt werden bzw. bei der Polizei welche zuständig sind, welche die Halter solcher Hunde registrieren und kontrollieren auf ihre Befähigungen zum Halten der Rassen, die aufgenommen wurden in der Kampfhundeverordnung.

Mithin habe ich nur eine Bitte: wenn durch die Verordnung nicht nur ein angeblicher Schutz vorgespielt werden soll, dann sollte sich der Staat auch um die Durchsetzung und Einhaltung der Verordnung kümmern.
Ich wäre froh, wenn ich wieder mit weniger Angst in den Park, durch die Stadt oder sonstwo gehen kann, auch wenn mir oft versichert wird, daß der Hund harmlos ist.

Hier noch ein kleiner Verweis auf Lenin: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

18 Bewertungen, 4 Kommentare

  • wilma

    30.04.2002, 17:33 Uhr von wilma
    Bewertung: sehr hilfreich

    Und was bringt dir das, wenn dich dann ein 'Nicht-Kampfhund', der keinen Beißkorb braucht, beißt? So wie du schreibst, der Hund ist ja nicht automatisch gefährlich, nur weil er einer bestimmten Rasse angehört.....

  • Harzer

    26.03.2002, 14:24 Uhr von Harzer
    Bewertung: sehr hilfreich

    WAU WAU BRRRRRRRR.....

  • clauds22

    21.03.2002, 14:38 Uhr von clauds22
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du hast teils schon recht, aber da Du Angst vor Hunden hast, kennst Du Dich vielleicht auch mit deren Verhalten nicht so gut aus. Meine Hündin z.B. (ist ein Schäferhund, herrscht kein Maulkorbzwang) ist eine ganz Liebe und würde totale Panik

  • TrAgIc

    21.03.2002, 14:35 Uhr von TrAgIc
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gibts die überhaupt, die Verordnung? Nein, im Ernst. Ich finde es eine absolute Schweinerei, dass sich keiner dran hält. Oder besser, es halten sich nur diejenigen dran, die ihre Hunde sowieso unter Kontrolle haben, und diese auch nicht abrichten