Kapuzinerkresse Tipps & Tricks Testbericht

No-product-image
ab 11,58
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(17)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von maertens

Aphrodisiakum und mehr

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Da gerade wieder einmal Gartenwetter herrscht und nicht an Strand und Sonne zu denken ist, hier wieder ein paar Ratschläge, wie man etwas Farbe in den Garten bekommt. Ich will Euch heute die Kapuzinerkresse vorstellen, eine vielseitige und auch nützliche Pflanze, allerdings nicht ganz unkompliziert, was die Schädlingsanfälligkeit betrifft- die Kapuzinerkresse.
In diesem Jahr musste ich meine Kapuzinerkresse, welche gerade anfing zu blühen, leider herausreißen. Ich wurde trotz eingeleiteter Maßnahmen wie Abschneiden betroffener Pflanzenteile und Behandlung mit Brennnesseljauche, der Blattlausplage nicht mehr Herr. Leider zieht die Pflanze die Blattläuse fast magisch an, wenn man da nicht aufpasst und die Pflanze noch nicht stark genug ist, hilft nur noch die vollkommene Vernichtung, bevor andere Pflanzen befallen werden.

Aber zunächst zur Beschreibung der Kapuzinerkresse:

Die Pflanze stammt wahrscheinlich ursprünglich aus Peru, Kolumbien und Bolivien. Sie ist wohl inzwischen weltweit verbreitet. Die Kapuzinerkresse ist botanisch nicht verwandt mit der Gartenkresse und zählt zur Familie der Kapuzinerkressegewächse.
Kapuzinerkresse wächst bodenbedeckend oder hängend, die Blätter sind fast kreisrund mit dem Stielansatz in der Mitte. Den deutschen Namen hat die Pflanze ihren Blüten zu verdanken, welche Ähnlichkeit mit der Kopfbedeckung der Kapuzinermönche haben muss. Blütenfarben von Gelb über Orange bis hin zu Rot und Schwarz-Rot kommen vor. Früher wurde die Pflanze auch „Italienische Kresse“ genannt. An weitern Namen habe ich Kapernblume, gelbes Vögerl, Salatblume, großindische Kresse, Nasturtium und Capucine gefunden.
Die saftigen Ranken und Triebe der Kapuzinerkresse können an die 2 Meter lang werden. Dabei verholzen die älteren Pflanzenteile. Die Ranken sind nicht selbstkletternd, besitzen also keine Organe zum Festhalten an Wänden oder ähnlich. Den Duft der Pflanze und der Blüten würde ich eher als streng, kohlartig beschreiben.

Standort:

Kapuzinerkresse liebt einen sonnigen bis halbschattigen aber geschützten Standort. Ansonsten kommt es bei stärkeren Winden leicht zur Beschädigung der zerbrechlichen Ranken. Man kann das Gewächs etwas erhöht positionieren, um die Ranken herabwachsen zu lassen. So bildet sich ziemlich schnell ein bis in den späten Herbst hinein währender Blütenteppich. Mit dem ersten stärkeren Nachtfrost ist es jedoch mit der Blütenpracht vorbei, die Pflanze ist nicht frosthart.

Boden:

Die Erde sollte nicht zu „fett“ sein, da dann die Kapuzinerkresse „ins Kraut schießt“ und weniger Blüten bildet. In südlichen Ländern habe ich Kapuzinerkresse an den unmöglichsten Standorten gesehen, vor allem auf Schutthalden und Müllkippen schien es ihr besonders gut zu gehen. Ganz normale Gartenerde ohne Zusätze sollte also ausreichen.

Wasser:

Im Garten ist der Wasserbedarf eher mittelmäßig, Kapuzinerkresse besitzt ein weitreichendes Wurzelnetz. Auf dem Balkon im Kübel ist eher Vorsicht angeraten, trocknet der Boden in sommerlichen Hitzeperioden aus, lässt die Pflanze sehr schnell die Blätter hängen. Zwar haben die wässrigen Ranken ein gewisses Feuchtigkeitsreservoir, aber an heißen Tagen kann hier schnell Schluss sein.

Vermehrung:

Kapuzinerkresse vermehrt man durch Samen. Diese bilden sich in großer Zahl nach dem Verblühen der einzelnen Blüte und sind in etwa erbsengroß.
Die Aussaat erfolgt direkt an Ort und Stelle in den Boden, ca. einen Zentimeter tief in einem Abstand von ca. 15 Zentimetern. Die Temperatur sollte schon über 18 °C liegen, um ein rasches Keimen zu ermöglichen.
Von einer sehr zeitigen Aussaat in Pflanzschalen in der Wohnung rate ich ab, da die Sprösslinge schnell wachsen, zerbrechlich sind und das Pikieren seht viel Geschick erfordert.

Schädlinge:

Wie schon berichtet zieht Kapuzinerkresse Blattläuse aber auch Raupen magisch an. Diese ja eigentlich weniger gute Eigenschaft kann man sich zunutze machen, indem man sie um Baumscheiben herum oder in der Nähe anderer Nutzpflanzen positioniert. Damit hält man die Schädlinge von den andern Pflanzen fern. Eigentlich sollte die Schnellwüchsigkeit von Kapuzinerkresse auch dem Angriff von Schädlingen trotzen, eigentlich....
In der Literatur habe ich Hinweise gefunden, dass der intensive Geruch von Kapuzinerkresse sogar Ameisen und Mäuse fernhalten soll.

Kapuzinerkresse als Küchenkraut:

Unter Kennern wird Kapuzinerkresse auch als Ziergemüse benannt. Das deutet schon auf die Bedeutung in der Küche hin. Und tatsächlich, alle Pflanzenteile sind essbar.
Besonders die dekorativen Blüten können jedes Buffet bereichern, farbenfroh machen, und auch den Gaumen erfreuen. Den Geschmack würde ich als scharf rettichartig bezeichnen. Früher hat man die Blütenknospen in Essig eingelegt und als Kapernersatz benutzt.
Direkt verwendet werden kann Kapuzinerkresse in Salaten, hier gibt die der Pflanze eigene Schärfe den gewissen Pfiff.
Versucht mal, Kapuzinerkresse Euren Schildkröten, Kaninchen, Meerschweinen oder was sonst auch immer zu füttern. Sie werden es lieben!

Kapuzinerkresse als Heilmittel:

Bereits vor vielen Jahren war die Heilwirkung von Kapuzinerkresse bekannt. Kapuzinermönche sollen die Pflanze gegen Viehseuchen und Hexerei verteilt haben. Heutzutage wird die Sache etwas profaner gesehen. Kapuzinerkresse ist nämlich reich an Vitaminen, vor allem Vitamin C. Außerdem enthalten die Pflanzenteile äth. Kresseöl, Senfölglykosid, Enzyme, Myrosin (was immer das auch ist...), Jod, Schwefel. Daher schreibt man dem Genuss der Pflanze blutreinigenden Wirkung zu. Außerdem sollen die körpereigenen Abwehrkräfte gestärkt werden. Tee aus den Samenkapseln können lindernd gegen Entzündungen im Rachenraum (Erkältung), den Harnwegen und Geschlechtsorganen eingenommen werden. Auch gegen Tuberkulose wird sie verwendet.
Früher wurden die Samen sogar als Aphrodisiakum eingenommen. Ob das tatsächlich so ist, könnt Ihr ja gerne ausprobieren...
Außerdem wirken Auszüge aus Kapuzinerkresse bei Bakterien aller Art sowie gegen Sprosspilze.

Fazit:

In keinem Garten sollte Kapuzinerkresse fehlen. Auch im Kübel, herunterhängend ist sie sehr dekorativ und verbreitet „Bauerngartenflair“. Die Pflanze ist hübsch, anspruchslos und nützlich. Nur der Anfälligkeit gegenüber Blattläusen und Raupen sollte man einige Aufmerksamkeit schenken. Von mir bekommt sie 5 Sterne!

18 Bewertungen