Schwarz. Der dunkle Turm 1 (gebundene Ausgabe) / Stephen King Testbericht
ab 35,88 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 02/2005
Auf yopi.de gelistet seit 02/2005
Summe aller Bewertungen
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von Schmusetiger1706
Der dunkle Turm - Faszination Steven King
Pro:
lest selbst
Kontra:
nix
Empfehlung:
Ja
Huhu und herzlich Willkommen!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
„Das Universum (sagte er) ist das Große All und enthält ein Paradoxon, das so groß ist, dass der endliche Verstand es nicht begreifen kann. So wie das lebende Gehirn sich kein nicht lebendes Gehirn vorstellen kann – auch wenn es denken mag, es könnte es - , so kann der endliche Verstand nicht das Unendliche begreifen.“ (Steven King „Schwarz“, Kapitel fünf, Unterkapitel 5, Seite 301)
„Das größte Geheimnis, welches das Universum bereithält, ist nicht das Leben, sondern Größe. Größe umfasst das Leben, und der Turm umfasst die Größe.“ (Steven King „Schwarz“, Kapitel fünf, Unterkapitel 5, Seite 302/303)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Diese zwei Zitate aus dem Buch „Schwarz“ von Steven King sind gute Beispiele für die Dimensionen, in die er sich mit seiner Bücherreihe „Der dunkle Turm“ begibt. Der dunkle Turm, die Verkörperung für die Größe und die Macht des Bösen, ist der Mittelpunkt der Bücherreihe und gleichzeitig der Beweggrund für den letzten Revolvermann, Roland Deschain, sich auf die Reise zu begeben. „Die Welt hat sich weiterbewegt.“
„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“ Steven King, geboren 1947 in Portland, Maine, gilt weltweit als Meister der modernen Horrorliteratur und beginnt mit diesem Satz den ersten Band seiner Fantasy-Saga. Mit Büchern wie „Das Mädchen“, „Friedhof der Kuscheltiere“, „In einer kleinen Stadt – Needful Things“, „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“, „The Green Mile“ und „Im Kabinett des Todes“ hat er mir im wahrsten Sinne des Wortes das Gruseln gelehrt, doch die Geschichte über den dunklen Turm zeigt eine andere Seite seines Schriftstellerdaseins. Er führt die Leser in die Welt von Roland, eine Welt, die einerseits unserer gleicht, andererseits aber eine vollkommen andere ist.
1970, er war gerade erst 23 Jahre alt, fing er an über den letzten Revolvermann zu schreiben. 1982, zwölf Jahre nach dem er mit dem Buch begonnen hatte, kam es zur Veröffentlichung des ersten Bandes. Auf den ersten Seiten meines Club Taschenbuches, kann man sowohl eine Einleitung, mit den Gedanken „Über Dinge, die neunzehn sind“, und ein Vorwort zur Geschichte lesen, worin er die Überarbeitung des ersten Bandes und die Arbeit an den Büchern rechtfertigt und kommentiert:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
„...Folglich war es nicht überraschend, in Rolands erstem Auftritt ein hohes Maß an Anspruch vorzufinden (ganz zu schweigen von schier unzähligen Umstandswörtern). Ich habe so viel von diesem hohlen Gewäsch entfernt, wie ich konnte, und bereue in dieser Hinsicht keine einzige Kürzung. An anderen Stellen – ausnahmslos solche, wo mich besonders begeisternde Teile der Story dazu verleitet haben, alle Vorstellungen aus den Schreibkursen zu vergessen - war es mir möglich, das Geschriebene bis auf die üblichen Dinge, die jeder Autor bei der Durchsicht macht, annähernd unberührt zu lassen. (...) Auf jeden Fall war es nicht meine Absicht, die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, mundtot zu machen oder gar vollends zu verändern; trotz all ihrer Fehler hat sie ihren ganz eigenen Charme, wie ich finde. Hätte ich sie zu sehr verändert, wäre das einer Verstoßung jenes Menschen gleichgekommen, der im Spätfrühling und Frühsommer des Jahres 1970 als Erster über den Revolvermann geschrieben hat, und das wollte ich nicht.“ (Steven King, 6. Februar 2003)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Der Titel „Schwarz“ zeigt in einem Wort das auf, worum es in dem ersten Band geht: Die Verfolgung vom Mann in Schwarz. Der Mann in Schwarz ist ein Günstling des Turms, der einem „zeitlosen Fremden“ namens Legion untergeben ist. Er ist der Schlüssel zum Turm, denn durch ihn könnte Roland mehr über ihn erfahren und darüber, welchen Weg er einschlagen muss, um den Turm, der am Anfang der Zeit steht, zu finden.
<><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><>
Die Geschichte beginnt in der Wüste. Roland, den Mann in Schwarz verfolgend, legt täglich zu Fuß weite Strecken zurück. Seine letzte längere Rast hat er in einer kleinen Stadt mit dem Namen Tull gemacht. Der Mann in Schwarz hatte einige Zeit vorher ebenfalls dort gehalten und seine Spuren hinterlassen.
Hier hoffte Roland mehr über ihn zu erfahren und wollte dort auch nicht lange ausharren, doch er verliebte sich in die Bardame Allie und vernachlässigte die Dringlichkeit weiter zu kommen. Als er auch die letzten hilfreichen Informationen gesammelt hatte, wollte er weiter ziehen, doch die Leute im Dorf wollten ihn daran hindern, in dem sie seine geliebte Allie, welcher durch den Mann in Schwarz ein Fluch auferlegt wurde, quälten und ihn dafür verantwortlich machten. Auf einmal war das ganze Dorf hinter ihm her, mit dem Bestreben ihn umzubringen. Nach einem Kampf um Leben und Tod hinterließ er bei seiner Abreise ein Dorf ohne einen einzigen lebenden Menschen.
Auf dem Weg durch die Wüste kommt er an eine Zwischenstation. Dort findet er den 11jährigen Jake, der von dem Mann in Schwarz aus seiner Welt geholt wurde. Aus Mitleid nimmt er ihn mit und fängt an, ihn nach und nach sehr zu mögen und schwört sich, auf ihn aufzupassen.
Nach langer Zeit in der Wüste, erreichen sie die Berge und fruchtbare Wälder. Dort gibt es ein Orakel, das von einem Sukkubus (ein Geist, der sich durch Sex am Leben hält), bewacht wird. Eines nachts begibt sich Roland allein dort hin, um das Orakel zu befragen und bekommt einige Antworten, die ihn erst einmal nicht sehr viel weiter bringen.
Ein paar Tage später erreichen sie eine Art Stollen, der an eine alte Bahnstation erinnert. Dort finden sie eine Draisine, die sie durch den dunklen Tunnel befördern soll. Von langsamen Mutanten verfolgt, dringen sie immer weiter vor. Ihr Gefühl für Zeit und Entfernung hatten sie längst in der Wüste verloren.
Roland hofft, dass am Ende des Tunnels der Mann in Schwarz auf ihn wartet, um endlich die Verfolgung zu beenden und ihm einige Antworten zu geben.
<><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><>
Der Grund für das Aufbrechen des Revolvermanns zur Suche des dunklen Turms wird in dem Buch einige Male genannt: „Die Welt hat sich weiterbewegt.“ Die Welt, die Roland kannte, war eine, wie wir sie aus Westernfilmen kennen: Die Welt von „Cowboys“, die in seiner Sprache Revolverhelden heißen. Nachdem sich die Welt weiterbewegt hat, stirbt sie Tag um Tag ein bisschen mehr: Wüsten, deren Straßen einst viel befahren waren, säumen das Land und verlieren täglich mehr an Leben. Einst belebte Städte sind nur noch Ruinen, in denen letzte Überlebende wohnen. Normale Tiere gibt es kaum noch und ihre Nachkommen mutieren von Generation zu Generation zu grässlichen Wesen ohne Zukunft. In Überresten vergangener Zivilisationen, Wäldern und Bergen hausen Dämonen, Sukkubi, Vampire und Geistermutanten, die nach Leben trachten. „Die Welt hat sich weiter bewegt“ und das böse hat die Macht darüber. Was genau dabei passiert ist, erfährt man nicht, doch was daraus entstanden ist, ist die Welt, die man auf Rolands Reise erlebt.
Während man das Buch liest, kommen oft Wörter vor, die man nicht kennt, denn der Revolvermann hat für viele Dinge andere Wörter. Besonders oft liest man die Wörter Ka und Ka-Tet. Ich habe schon mehrere Bücher der Reihe gelesen und weiß nun, was sie bedeuten, doch im ersten Buch kann man es nur erahnen. Das Ka ist das Schicksal. Genauso wie wir „Schicksal!“ sagen, wenn wir etwas schlechtes ad acta legen wollen oder anderen ein wenig sarkastisch „Pech gehabt!“ sagen würden, sagt er Ka. Das Ka-Tet ist eine Gruppe von Lebewesen, ob nun 2 oder mehr, die durch das Schicksal verbunden worden sind, wie beispielsweise Jake und Roland, die durch das Ka dazu bestimmt waren, sich zu treffen und gemeinsam weiter zu gehen. Das Schicksal ist somit ein sehr wichtiger Aspekt in dem Buch, der immer wieder glaubhaft von Steven King dargestellt wird.
Das Steven King ein begnadeter Schriftsteller ist, weiß ich nicht erst seit diesem Buch, doch die Art wie er schreibt und wie er das Böse in dieser Bücherreihe darstellt, finde ich unglaublich beeindruckend. Wenn man nach dem Buch auch noch weitere Bücher der Reihe liest, bemerkt man, dass die Größe, die ich vorher dem Bösen als Merkmal gegeben habe, in allem zu erkennen ist, was Böse ist. Im ersten Buch ist die Größe eher indirekt zu bemerken. Größe geht immer vom Auge des Betrachters aus, denn für uns ist zum Beispiel ein Hund klein, doch für eine Ameise ist der Hund schon wieder riesig. Besonders am Ende des Buches spielt Steven King mit Worten wie Größe und Unendlichkeit, die im übertragenen Sinne den dunklen Turm verkörpern. Schaut man auf den Buchumschlag, der natürlich bei anderen Buchhandlungen anders sein kann, sieht man einen Turm, den man nicht als wirklich groß bezeichnen würde. Doch in Kings Buch ist die Größe weniger in der Quantität, sondern in der Qualität zu sehen, denn nicht seine Maße, sondern das, was er ist und ausstrahlt, ist die wahre Größe. Dieses Spiel mit Worten und den jeweiligen Bedeutungen und dessen übertragener Sinn in seinen Büchern über den dunklen Turm, finde ich sehr faszinierend.
Der Revolvermann ist in dem Buch die Hauptperson, die durch ihre Reise den dunklen Turm und dessen Welt zeigt. Die Bücherreihe könnte eigentlich auch heißen „Die Reise zum dunklen Turm“, da es hauptsächlich um Roland geht und der dunkle Turm nicht wirklich der tragende Teil, sondern nur ein Beweggrund ist. „Schwarz“ ist der Anfang einer atemberaubenden Saga und mit dem Inhalt eigentlich gar nicht Kings Stil. Das finde ich auch besonders positiv, da nicht nur der blanke Horror eine Rolle spielt, sondern viele Genres vereint werden. Fantasy ist eigentlich das, was ich überhaupt nicht mag, ob ich Buchform oder als Film, aber Steven King hat es geschafft, mich unendlich für sich zu begeistern. Ich mochte trotz meiner Fantasy-Abneigung „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien schon sehr, aber „Der dunkle Turm“ gefällt mir noch um einiges besser.
Spannung in sieben Bänden wartet auf einen, wenn man das 314seitige Buch „Schwarz“ beginnt zu lesen, wobei dieses Buch von den Büchern, die ich daheim habe, die wenigsten Seiten hat. Ich lese momentan den 4. Band und habe den 5. auch schon zu Hause. Die Titel in Reihefolge bis Band 5 sind „Schwarz“, „Drei“, „t.o.t.“, „Glas“ und „Wolfsmond“. Wie ich erfahren habe, sind jetzt alle 7 Bände draußen und wenn man anfängt zu lesen, braucht man jetzt nicht mehr bis zum Erscheinen der nächsten Bände warten, sondern kann von vor herein die ganze Geschichte ohne große Pausen durchlesen. :-)
„Schwarz“ habe ich beim CLUB bestellt und habe dafür 6,95 € bezahlt. Es ist wirklich nicht teuer für ein Taschenbuch und deshalb empfehle ich allen, die neugierig geworden sind oder Steven King als Autor sowieso gern mögen, das Buch einfach mal zu kaufen und zu lesen. Für Steven King Fans könnte die Geschichte etwas komisch sein, da man anderes von King gewöhnt ist, aber ausprobieren sollte man es mal, da die Kingsche Ader auf jeden Fall auch in diesen Büchern nicht zu kurz kommt.
Liebe Grüße aus Leipzig
Eure Made
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
„Das Universum (sagte er) ist das Große All und enthält ein Paradoxon, das so groß ist, dass der endliche Verstand es nicht begreifen kann. So wie das lebende Gehirn sich kein nicht lebendes Gehirn vorstellen kann – auch wenn es denken mag, es könnte es - , so kann der endliche Verstand nicht das Unendliche begreifen.“ (Steven King „Schwarz“, Kapitel fünf, Unterkapitel 5, Seite 301)
„Das größte Geheimnis, welches das Universum bereithält, ist nicht das Leben, sondern Größe. Größe umfasst das Leben, und der Turm umfasst die Größe.“ (Steven King „Schwarz“, Kapitel fünf, Unterkapitel 5, Seite 302/303)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Diese zwei Zitate aus dem Buch „Schwarz“ von Steven King sind gute Beispiele für die Dimensionen, in die er sich mit seiner Bücherreihe „Der dunkle Turm“ begibt. Der dunkle Turm, die Verkörperung für die Größe und die Macht des Bösen, ist der Mittelpunkt der Bücherreihe und gleichzeitig der Beweggrund für den letzten Revolvermann, Roland Deschain, sich auf die Reise zu begeben. „Die Welt hat sich weiterbewegt.“
„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“ Steven King, geboren 1947 in Portland, Maine, gilt weltweit als Meister der modernen Horrorliteratur und beginnt mit diesem Satz den ersten Band seiner Fantasy-Saga. Mit Büchern wie „Das Mädchen“, „Friedhof der Kuscheltiere“, „In einer kleinen Stadt – Needful Things“, „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“, „The Green Mile“ und „Im Kabinett des Todes“ hat er mir im wahrsten Sinne des Wortes das Gruseln gelehrt, doch die Geschichte über den dunklen Turm zeigt eine andere Seite seines Schriftstellerdaseins. Er führt die Leser in die Welt von Roland, eine Welt, die einerseits unserer gleicht, andererseits aber eine vollkommen andere ist.
1970, er war gerade erst 23 Jahre alt, fing er an über den letzten Revolvermann zu schreiben. 1982, zwölf Jahre nach dem er mit dem Buch begonnen hatte, kam es zur Veröffentlichung des ersten Bandes. Auf den ersten Seiten meines Club Taschenbuches, kann man sowohl eine Einleitung, mit den Gedanken „Über Dinge, die neunzehn sind“, und ein Vorwort zur Geschichte lesen, worin er die Überarbeitung des ersten Bandes und die Arbeit an den Büchern rechtfertigt und kommentiert:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
„...Folglich war es nicht überraschend, in Rolands erstem Auftritt ein hohes Maß an Anspruch vorzufinden (ganz zu schweigen von schier unzähligen Umstandswörtern). Ich habe so viel von diesem hohlen Gewäsch entfernt, wie ich konnte, und bereue in dieser Hinsicht keine einzige Kürzung. An anderen Stellen – ausnahmslos solche, wo mich besonders begeisternde Teile der Story dazu verleitet haben, alle Vorstellungen aus den Schreibkursen zu vergessen - war es mir möglich, das Geschriebene bis auf die üblichen Dinge, die jeder Autor bei der Durchsicht macht, annähernd unberührt zu lassen. (...) Auf jeden Fall war es nicht meine Absicht, die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, mundtot zu machen oder gar vollends zu verändern; trotz all ihrer Fehler hat sie ihren ganz eigenen Charme, wie ich finde. Hätte ich sie zu sehr verändert, wäre das einer Verstoßung jenes Menschen gleichgekommen, der im Spätfrühling und Frühsommer des Jahres 1970 als Erster über den Revolvermann geschrieben hat, und das wollte ich nicht.“ (Steven King, 6. Februar 2003)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Der Titel „Schwarz“ zeigt in einem Wort das auf, worum es in dem ersten Band geht: Die Verfolgung vom Mann in Schwarz. Der Mann in Schwarz ist ein Günstling des Turms, der einem „zeitlosen Fremden“ namens Legion untergeben ist. Er ist der Schlüssel zum Turm, denn durch ihn könnte Roland mehr über ihn erfahren und darüber, welchen Weg er einschlagen muss, um den Turm, der am Anfang der Zeit steht, zu finden.
<><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><>
Die Geschichte beginnt in der Wüste. Roland, den Mann in Schwarz verfolgend, legt täglich zu Fuß weite Strecken zurück. Seine letzte längere Rast hat er in einer kleinen Stadt mit dem Namen Tull gemacht. Der Mann in Schwarz hatte einige Zeit vorher ebenfalls dort gehalten und seine Spuren hinterlassen.
Hier hoffte Roland mehr über ihn zu erfahren und wollte dort auch nicht lange ausharren, doch er verliebte sich in die Bardame Allie und vernachlässigte die Dringlichkeit weiter zu kommen. Als er auch die letzten hilfreichen Informationen gesammelt hatte, wollte er weiter ziehen, doch die Leute im Dorf wollten ihn daran hindern, in dem sie seine geliebte Allie, welcher durch den Mann in Schwarz ein Fluch auferlegt wurde, quälten und ihn dafür verantwortlich machten. Auf einmal war das ganze Dorf hinter ihm her, mit dem Bestreben ihn umzubringen. Nach einem Kampf um Leben und Tod hinterließ er bei seiner Abreise ein Dorf ohne einen einzigen lebenden Menschen.
Auf dem Weg durch die Wüste kommt er an eine Zwischenstation. Dort findet er den 11jährigen Jake, der von dem Mann in Schwarz aus seiner Welt geholt wurde. Aus Mitleid nimmt er ihn mit und fängt an, ihn nach und nach sehr zu mögen und schwört sich, auf ihn aufzupassen.
Nach langer Zeit in der Wüste, erreichen sie die Berge und fruchtbare Wälder. Dort gibt es ein Orakel, das von einem Sukkubus (ein Geist, der sich durch Sex am Leben hält), bewacht wird. Eines nachts begibt sich Roland allein dort hin, um das Orakel zu befragen und bekommt einige Antworten, die ihn erst einmal nicht sehr viel weiter bringen.
Ein paar Tage später erreichen sie eine Art Stollen, der an eine alte Bahnstation erinnert. Dort finden sie eine Draisine, die sie durch den dunklen Tunnel befördern soll. Von langsamen Mutanten verfolgt, dringen sie immer weiter vor. Ihr Gefühl für Zeit und Entfernung hatten sie längst in der Wüste verloren.
Roland hofft, dass am Ende des Tunnels der Mann in Schwarz auf ihn wartet, um endlich die Verfolgung zu beenden und ihm einige Antworten zu geben.
<><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><><>
Der Grund für das Aufbrechen des Revolvermanns zur Suche des dunklen Turms wird in dem Buch einige Male genannt: „Die Welt hat sich weiterbewegt.“ Die Welt, die Roland kannte, war eine, wie wir sie aus Westernfilmen kennen: Die Welt von „Cowboys“, die in seiner Sprache Revolverhelden heißen. Nachdem sich die Welt weiterbewegt hat, stirbt sie Tag um Tag ein bisschen mehr: Wüsten, deren Straßen einst viel befahren waren, säumen das Land und verlieren täglich mehr an Leben. Einst belebte Städte sind nur noch Ruinen, in denen letzte Überlebende wohnen. Normale Tiere gibt es kaum noch und ihre Nachkommen mutieren von Generation zu Generation zu grässlichen Wesen ohne Zukunft. In Überresten vergangener Zivilisationen, Wäldern und Bergen hausen Dämonen, Sukkubi, Vampire und Geistermutanten, die nach Leben trachten. „Die Welt hat sich weiter bewegt“ und das böse hat die Macht darüber. Was genau dabei passiert ist, erfährt man nicht, doch was daraus entstanden ist, ist die Welt, die man auf Rolands Reise erlebt.
Während man das Buch liest, kommen oft Wörter vor, die man nicht kennt, denn der Revolvermann hat für viele Dinge andere Wörter. Besonders oft liest man die Wörter Ka und Ka-Tet. Ich habe schon mehrere Bücher der Reihe gelesen und weiß nun, was sie bedeuten, doch im ersten Buch kann man es nur erahnen. Das Ka ist das Schicksal. Genauso wie wir „Schicksal!“ sagen, wenn wir etwas schlechtes ad acta legen wollen oder anderen ein wenig sarkastisch „Pech gehabt!“ sagen würden, sagt er Ka. Das Ka-Tet ist eine Gruppe von Lebewesen, ob nun 2 oder mehr, die durch das Schicksal verbunden worden sind, wie beispielsweise Jake und Roland, die durch das Ka dazu bestimmt waren, sich zu treffen und gemeinsam weiter zu gehen. Das Schicksal ist somit ein sehr wichtiger Aspekt in dem Buch, der immer wieder glaubhaft von Steven King dargestellt wird.
Das Steven King ein begnadeter Schriftsteller ist, weiß ich nicht erst seit diesem Buch, doch die Art wie er schreibt und wie er das Böse in dieser Bücherreihe darstellt, finde ich unglaublich beeindruckend. Wenn man nach dem Buch auch noch weitere Bücher der Reihe liest, bemerkt man, dass die Größe, die ich vorher dem Bösen als Merkmal gegeben habe, in allem zu erkennen ist, was Böse ist. Im ersten Buch ist die Größe eher indirekt zu bemerken. Größe geht immer vom Auge des Betrachters aus, denn für uns ist zum Beispiel ein Hund klein, doch für eine Ameise ist der Hund schon wieder riesig. Besonders am Ende des Buches spielt Steven King mit Worten wie Größe und Unendlichkeit, die im übertragenen Sinne den dunklen Turm verkörpern. Schaut man auf den Buchumschlag, der natürlich bei anderen Buchhandlungen anders sein kann, sieht man einen Turm, den man nicht als wirklich groß bezeichnen würde. Doch in Kings Buch ist die Größe weniger in der Quantität, sondern in der Qualität zu sehen, denn nicht seine Maße, sondern das, was er ist und ausstrahlt, ist die wahre Größe. Dieses Spiel mit Worten und den jeweiligen Bedeutungen und dessen übertragener Sinn in seinen Büchern über den dunklen Turm, finde ich sehr faszinierend.
Der Revolvermann ist in dem Buch die Hauptperson, die durch ihre Reise den dunklen Turm und dessen Welt zeigt. Die Bücherreihe könnte eigentlich auch heißen „Die Reise zum dunklen Turm“, da es hauptsächlich um Roland geht und der dunkle Turm nicht wirklich der tragende Teil, sondern nur ein Beweggrund ist. „Schwarz“ ist der Anfang einer atemberaubenden Saga und mit dem Inhalt eigentlich gar nicht Kings Stil. Das finde ich auch besonders positiv, da nicht nur der blanke Horror eine Rolle spielt, sondern viele Genres vereint werden. Fantasy ist eigentlich das, was ich überhaupt nicht mag, ob ich Buchform oder als Film, aber Steven King hat es geschafft, mich unendlich für sich zu begeistern. Ich mochte trotz meiner Fantasy-Abneigung „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien schon sehr, aber „Der dunkle Turm“ gefällt mir noch um einiges besser.
Spannung in sieben Bänden wartet auf einen, wenn man das 314seitige Buch „Schwarz“ beginnt zu lesen, wobei dieses Buch von den Büchern, die ich daheim habe, die wenigsten Seiten hat. Ich lese momentan den 4. Band und habe den 5. auch schon zu Hause. Die Titel in Reihefolge bis Band 5 sind „Schwarz“, „Drei“, „t.o.t.“, „Glas“ und „Wolfsmond“. Wie ich erfahren habe, sind jetzt alle 7 Bände draußen und wenn man anfängt zu lesen, braucht man jetzt nicht mehr bis zum Erscheinen der nächsten Bände warten, sondern kann von vor herein die ganze Geschichte ohne große Pausen durchlesen. :-)
„Schwarz“ habe ich beim CLUB bestellt und habe dafür 6,95 € bezahlt. Es ist wirklich nicht teuer für ein Taschenbuch und deshalb empfehle ich allen, die neugierig geworden sind oder Steven King als Autor sowieso gern mögen, das Buch einfach mal zu kaufen und zu lesen. Für Steven King Fans könnte die Geschichte etwas komisch sein, da man anderes von King gewöhnt ist, aber ausprobieren sollte man es mal, da die Kingsche Ader auf jeden Fall auch in diesen Büchern nicht zu kurz kommt.
Liebe Grüße aus Leipzig
Eure Made
Bewerten / Kommentar schreiben