Magersucht Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Ingwer
Symptome, Ursachen und Therapie
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich wage mich hiermit an ein heikles Thema, das für mich selbst längst kein Neuland mehr ist, gesellschaftlich aber vielleicht noch nicht genügend bekannt ist.
Essstörungen- dabei geht es längst nicht nur um die weitgehend bekannten Formen Magersucht, Bulimie und - nein, so klar kann man das in den meisten Fällen gar nicht abgrenzen.
Natürlich ist es einfacher, alles in Kategorien zu stecken, mit Überschriften und Einordnungskriterien zu versehen und somit gut verstaut zu haben. Leider ist das in den wenigstens Fällen so einfach.
Trotzdem werde ich die einzelnen Essstörungen nun etwas genauer erklären:
Magersucht:
************
Kaum eine andere psychische Störung ist in den letzten Jahren so häufig in der Presse erwähnt worden wie die Anorexie. Immer wieder wird von \"Berühmtheiten\", insbesondere von Models oder Schauspielerinnen behauptet, sie seien magersüchtig. Das Krankheitsbild der Anorexia nervosa ist erstmals bereits 1873 beschrieben worden. Diese Diagnose wird aber erst seit den 70er Jahren häufiger gestellt, wobei nicht eindeutig gesagt werden kann, ob die Krankheit in der heutigen Gesellschaft tatsächlich häufiger auftritt, oder ob die gestiegene Aufmerksamkeit dazu führt, daß die Krankheit häufiger diagnostiziert wird.
Wörtlich übersetzt bedeutet Anorexie \"Appetitverlust oder -verminderung\" - eine irreführende Bezeichnung, da nicht unbedingt der Appetit, sondern in erster Linie das Eßverhalten gestört ist. Der Zusatz \"nervosa\" weist auf die psychischen Ursachen der Eßstörung hin.
Anorexie wird gekennzeichnet durch einen signifikanten Gewichtsverlust, hervorgerufen durch extreme Diät. Die meisten Mädchen und Frauen und ein wachsender Anteil an Jungen und Männern werden dabei angetrieben von dem Wunsch, schlank zu sein und der Furcht davor, \"fett zu sein\". Magersüchtige halten sich selbst für fett, unabhängig von ihrem tatsächlichen Gewicht. Meistens erkennen die Magersüchtigen nicht, daß sie bereits untergewichtig sind und fühlen sich immer noch \"zu dick\". Extrem magersüchtige Personen versuchen immer noch, an bestimmten Körperteilen Gewicht zu verlieren. Bei dem Versuch, immer noch mehr Gewicht zu verlieren, vermeiden Magersüchtige die Nahrungsaufnahme bzw. kalorienreiche Nahrung, was im Extremfall bis zum Tode führen kann. Eine häufigere Todesursache sind allerdings die krankheitsbegleitenden Depressionen bzw. andere Krankheiten, denen der geschwächte Organismus keinen ausreichenden Widerstand mehr entgegensetzen kann. Die Sterblichkeit liegt nach verschiedenen Angaben zwischen 5% und 20%.
Magersüchtige streben für gewöhnlich nach Perfektion und setzen sehr hohe Ansprüche an sich selbst. Sie genießen das irrige Gefühl, ihren Körper \"unter Kontrolle\" zu haben, und sehen in der Gewichtsabnahme eine Bestätigung ihrer Leistungen.
Symptomatik der Magersucht/ Wie erkennt man, ob jemand magersüchtig ist:
Körperschema-Störung
Bei anorektischen PatientInnen kommt es zu einer Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Auch wenn sie im Laufe der Erkrankung schon extrem viel Gewicht verloren haben, überschätzen sie ihren Körperumfang und halten sich für zu dick.
Verändertes Eßverhalten
Infolge der verzerrten Wahrnehmung des eigenen Körpers, bemühen die Betroffenen sich, ihr vermeintlich zu hohes Gewicht zu reduzieren. Zu diesem Zweck nehmen sie nur geringe Mengen an Nahrung zu sich und vermeiden Lebensmittel, die viele Kalorien enthalten. Manche Patientinnen verweigern zeitweise die Nahrungsaufnahme komplett. Häufig nimmt das Essen einen zentralen Stellenwert im Leben der Betroffenen ein. Sie verwenden viel Energie darauf, Hungergefühle zu unterdrücken oder bereiten mit großem Eifer wahre Festmahle für andere zu, an denen sie aber selbst nicht teilnehmen. In Hinblick auf die Veränderungen des Eßverhaltens lassen sich zwei Gruppen von anorektischen Patientinnen unterscheiden: Gewichtsverlust
Durchschnittlich verlieren anorektische Patientinnen 45-50% ihres Ausgangsgewichts.
Liegt das Körpergewicht um mindestens 15% niedriger als das Normalgewicht (bzw. der BMI (Body-Mass-Index) unter 17,5 liegt), wird die Diagnose der Anorexie gestellt.
Körperliche Veränderungen
Durch den Gewichtsverlusts und die Mangelernährung kann es zu schwerwiegenden körperlichen Schäden kommen. Aufgrund von hormonellen Störungen bleibt die Menstruation meist aus. Bei Beginn der Störung vor der Pubertät wird die körperliche Entwicklung meist stark verzögert.
Auch Verlangsamung des Herzschlags, niedriger Blutdruck, Absinken der Körpertemperatur, Hautprobleme, flaumartige Behaarung des Rückens, Muskelschwäche, Haarausfall und Wassereinlagerung im Gewebe können als Folgen der Anorexie auftreten. Der Mineralstoffhaushalt ist in der Regel gestört. Diese körperlichen Befunde werden durch die Mangelernährung verursacht und verschwinden meist vollständig, wenn sich das Eßverhalten langfristig normalisiert hat. Durch die konstante Mangelernährung wird der Energieverbrauch herabgesetzt. Infolgedessen führt normale Nahrungsaufnahme unter diesen Umständen kurzfristig zu einer Gewichtszunahme.
Psychische Veränderungen
Bei anorektischen Patientinnen steht das beharrliche Streben, dünner zu werden im Vordergrund. Verbunden damit besteht eine extreme Angst vor einer Gewichtszunahme. Schon eine Zunahme von wenigen Gramm, die aufgrund des gesenkten Energieverbrauchs ja schon nach recht geringer Nahrungsaufnahme folgen kann, löst regelrechte Panik aus. Das führt zu einem erneuten Versuch, das Eßverhalten (noch strenger) zu kontrollieren. Die Patientinnen befinden sich also in einem regelrechten Teufelskreis. Häufig zeigen sich bei den Betroffenen auch depressive Symptome und starke Reizbarkeit.
Behandlung/Therapie:
********************
In der Therapie sollen die Patientinnen die Richtigkeit ihrer Vorstellungen zur Bedeutung von Gewicht und Figur überprüfen.
In der körperorientierten Therapie sollen die Betroffene ein besseres Gefühl für ihren Körper bekommen, so daß sie auf ihre Körpersignale (z.B. Hunger) angemessen reagieren und ihren Körperumfang realistisch einschätzen können.
Generell soll mit essgestörten Frauen die Bewältigung von Problemen geübt werden. Dabei werden gemeinsam mit der Patientin verschiedene Lösungsalternativen entwickelt, die sie bei alltäglichen Schwierigkeiten anwenden kann, bei denen sie sonst auf ihr gestörtes Eßverhalten als Mittel der Bewältigung zurückgegriffen hat.
Wichtig ist die freiwillige Einsicht in die Krankheit. Besonders Magersüchtige tendieren dazu, ihre Krankheit zu leugnen bzw. selbst gar nicht als solche wahrzunehmen.
Selbsthilfegruppen:
*******************
Erste Schritte in Richtung Therapie und Besserung kann man machen, indem man sich bei einer Beratungsstelle Antwort holt. Hier einige Adressen:
-Dick&Dünn, Beratungszentrum bei Essstörungen e.V.
Insbrucker Str. 25, 10825 Berlin, Tel: 030/8544994
o.Reichsstr. 25, 40217 Düsseldorf, Tel: 0211/397200
-Bielefelder Zentrum für Essstörungen, markstr. 35, 33602 Bielefeld.
Bei diesen Beratungsstellen kann man sich Rat dabei holen, was man als Betroffener oder als Angehöriger tun kann, Tipps, was die Therapie angeht und natürlich Adressen von geeigneten Therapeuten oder Selbsthilfegruppen.
Im Internet:
www.hungrig-online.de- Chat, Forum, Mailing Listen für Betroffene und Angehörige
Essstörungen- dabei geht es längst nicht nur um die weitgehend bekannten Formen Magersucht, Bulimie und - nein, so klar kann man das in den meisten Fällen gar nicht abgrenzen.
Natürlich ist es einfacher, alles in Kategorien zu stecken, mit Überschriften und Einordnungskriterien zu versehen und somit gut verstaut zu haben. Leider ist das in den wenigstens Fällen so einfach.
Trotzdem werde ich die einzelnen Essstörungen nun etwas genauer erklären:
Magersucht:
************
Kaum eine andere psychische Störung ist in den letzten Jahren so häufig in der Presse erwähnt worden wie die Anorexie. Immer wieder wird von \"Berühmtheiten\", insbesondere von Models oder Schauspielerinnen behauptet, sie seien magersüchtig. Das Krankheitsbild der Anorexia nervosa ist erstmals bereits 1873 beschrieben worden. Diese Diagnose wird aber erst seit den 70er Jahren häufiger gestellt, wobei nicht eindeutig gesagt werden kann, ob die Krankheit in der heutigen Gesellschaft tatsächlich häufiger auftritt, oder ob die gestiegene Aufmerksamkeit dazu führt, daß die Krankheit häufiger diagnostiziert wird.
Wörtlich übersetzt bedeutet Anorexie \"Appetitverlust oder -verminderung\" - eine irreführende Bezeichnung, da nicht unbedingt der Appetit, sondern in erster Linie das Eßverhalten gestört ist. Der Zusatz \"nervosa\" weist auf die psychischen Ursachen der Eßstörung hin.
Anorexie wird gekennzeichnet durch einen signifikanten Gewichtsverlust, hervorgerufen durch extreme Diät. Die meisten Mädchen und Frauen und ein wachsender Anteil an Jungen und Männern werden dabei angetrieben von dem Wunsch, schlank zu sein und der Furcht davor, \"fett zu sein\". Magersüchtige halten sich selbst für fett, unabhängig von ihrem tatsächlichen Gewicht. Meistens erkennen die Magersüchtigen nicht, daß sie bereits untergewichtig sind und fühlen sich immer noch \"zu dick\". Extrem magersüchtige Personen versuchen immer noch, an bestimmten Körperteilen Gewicht zu verlieren. Bei dem Versuch, immer noch mehr Gewicht zu verlieren, vermeiden Magersüchtige die Nahrungsaufnahme bzw. kalorienreiche Nahrung, was im Extremfall bis zum Tode führen kann. Eine häufigere Todesursache sind allerdings die krankheitsbegleitenden Depressionen bzw. andere Krankheiten, denen der geschwächte Organismus keinen ausreichenden Widerstand mehr entgegensetzen kann. Die Sterblichkeit liegt nach verschiedenen Angaben zwischen 5% und 20%.
Magersüchtige streben für gewöhnlich nach Perfektion und setzen sehr hohe Ansprüche an sich selbst. Sie genießen das irrige Gefühl, ihren Körper \"unter Kontrolle\" zu haben, und sehen in der Gewichtsabnahme eine Bestätigung ihrer Leistungen.
Symptomatik der Magersucht/ Wie erkennt man, ob jemand magersüchtig ist:
Körperschema-Störung
Bei anorektischen PatientInnen kommt es zu einer Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Auch wenn sie im Laufe der Erkrankung schon extrem viel Gewicht verloren haben, überschätzen sie ihren Körperumfang und halten sich für zu dick.
Verändertes Eßverhalten
Infolge der verzerrten Wahrnehmung des eigenen Körpers, bemühen die Betroffenen sich, ihr vermeintlich zu hohes Gewicht zu reduzieren. Zu diesem Zweck nehmen sie nur geringe Mengen an Nahrung zu sich und vermeiden Lebensmittel, die viele Kalorien enthalten. Manche Patientinnen verweigern zeitweise die Nahrungsaufnahme komplett. Häufig nimmt das Essen einen zentralen Stellenwert im Leben der Betroffenen ein. Sie verwenden viel Energie darauf, Hungergefühle zu unterdrücken oder bereiten mit großem Eifer wahre Festmahle für andere zu, an denen sie aber selbst nicht teilnehmen. In Hinblick auf die Veränderungen des Eßverhaltens lassen sich zwei Gruppen von anorektischen Patientinnen unterscheiden: Gewichtsverlust
Durchschnittlich verlieren anorektische Patientinnen 45-50% ihres Ausgangsgewichts.
Liegt das Körpergewicht um mindestens 15% niedriger als das Normalgewicht (bzw. der BMI (Body-Mass-Index) unter 17,5 liegt), wird die Diagnose der Anorexie gestellt.
Körperliche Veränderungen
Durch den Gewichtsverlusts und die Mangelernährung kann es zu schwerwiegenden körperlichen Schäden kommen. Aufgrund von hormonellen Störungen bleibt die Menstruation meist aus. Bei Beginn der Störung vor der Pubertät wird die körperliche Entwicklung meist stark verzögert.
Auch Verlangsamung des Herzschlags, niedriger Blutdruck, Absinken der Körpertemperatur, Hautprobleme, flaumartige Behaarung des Rückens, Muskelschwäche, Haarausfall und Wassereinlagerung im Gewebe können als Folgen der Anorexie auftreten. Der Mineralstoffhaushalt ist in der Regel gestört. Diese körperlichen Befunde werden durch die Mangelernährung verursacht und verschwinden meist vollständig, wenn sich das Eßverhalten langfristig normalisiert hat. Durch die konstante Mangelernährung wird der Energieverbrauch herabgesetzt. Infolgedessen führt normale Nahrungsaufnahme unter diesen Umständen kurzfristig zu einer Gewichtszunahme.
Psychische Veränderungen
Bei anorektischen Patientinnen steht das beharrliche Streben, dünner zu werden im Vordergrund. Verbunden damit besteht eine extreme Angst vor einer Gewichtszunahme. Schon eine Zunahme von wenigen Gramm, die aufgrund des gesenkten Energieverbrauchs ja schon nach recht geringer Nahrungsaufnahme folgen kann, löst regelrechte Panik aus. Das führt zu einem erneuten Versuch, das Eßverhalten (noch strenger) zu kontrollieren. Die Patientinnen befinden sich also in einem regelrechten Teufelskreis. Häufig zeigen sich bei den Betroffenen auch depressive Symptome und starke Reizbarkeit.
Behandlung/Therapie:
********************
In der Therapie sollen die Patientinnen die Richtigkeit ihrer Vorstellungen zur Bedeutung von Gewicht und Figur überprüfen.
In der körperorientierten Therapie sollen die Betroffene ein besseres Gefühl für ihren Körper bekommen, so daß sie auf ihre Körpersignale (z.B. Hunger) angemessen reagieren und ihren Körperumfang realistisch einschätzen können.
Generell soll mit essgestörten Frauen die Bewältigung von Problemen geübt werden. Dabei werden gemeinsam mit der Patientin verschiedene Lösungsalternativen entwickelt, die sie bei alltäglichen Schwierigkeiten anwenden kann, bei denen sie sonst auf ihr gestörtes Eßverhalten als Mittel der Bewältigung zurückgegriffen hat.
Wichtig ist die freiwillige Einsicht in die Krankheit. Besonders Magersüchtige tendieren dazu, ihre Krankheit zu leugnen bzw. selbst gar nicht als solche wahrzunehmen.
Selbsthilfegruppen:
*******************
Erste Schritte in Richtung Therapie und Besserung kann man machen, indem man sich bei einer Beratungsstelle Antwort holt. Hier einige Adressen:
-Dick&Dünn, Beratungszentrum bei Essstörungen e.V.
Insbrucker Str. 25, 10825 Berlin, Tel: 030/8544994
o.Reichsstr. 25, 40217 Düsseldorf, Tel: 0211/397200
-Bielefelder Zentrum für Essstörungen, markstr. 35, 33602 Bielefeld.
Bei diesen Beratungsstellen kann man sich Rat dabei holen, was man als Betroffener oder als Angehöriger tun kann, Tipps, was die Therapie angeht und natürlich Adressen von geeigneten Therapeuten oder Selbsthilfegruppen.
Im Internet:
www.hungrig-online.de- Chat, Forum, Mailing Listen für Betroffene und Angehörige
16 Bewertungen, 1 Kommentar
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16.04.2002, 19:50 Uhr von Chris_ONeal
Bewertung: sehr hilfreichIch sage ganz klar einen Oskar her! Besuch mich auch mal, MFG Chris
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