Die fünfte Frau (Taschenbuch) / Henning Mankell Testbericht

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Erfahrungsbericht von Frosch4711

Die Rache Südafrikas

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor ca. 2 Jahren war Mankell der bedeutendste Autor - an ihm kam einfach keiner vorbei - seine Bücher waren zeitgleich in den Top 10 des deutschen Buchhandels. Immerhin: heute ist das Buch \"Die fünfte Frau\" immer noch auf Platz 136 der Amazon Bestsellerliste ! Damals las ich 3 Bücher von ihm - aber mit der Zeit nahm meine Begeisterung für seinen Stil ab. Trotzdem habe ich noch 2 Bücher im Schrank stehen - und \"Die fünfte Frau\" ist das erste der beiden was ich nun gelesen habe (wen es interessiert: das zweite Buch ist \"Die falsche Fährte\")

Inhalt
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Kriminalkommissar Kurt Wallander wird mit einer Reihe besonders grausamer Morde konfrontiert, bei denen es selbst erfahrenen Polizisten kalt den Rücken hinunterläuft. Einen alten Mann findet man in einer Pfahlgrube aufgespießt, einen anderen halb verhungert, beinahe nackt an einen Baum gebunden und erwürgt. Ein dritter wurde in einem mit Steinen beschwerten Sack in einem See ertränkt ... Der eine schrieb Gedichte und war Vogelliebhaber, der andere besaß einen Blumenladen und hatte sich auf Orchideen spezialisiert, der dritte war Forscher an der Universität. Warum verfolgt der Mörder harmlose Bürger mit so brutaler Gewalt? Und warum legt er Wert darauf, dass man die sadistische Grausamkeit seiner Verbrechen sofort bemerkt? Wallander und sein Team arbeiten mit Hochdruck an verschiedenen Spuren - aber die meisten Fährten verlaufen in das Leere. Aber die Zeit drängt - der Mörder handelt nach einem bestimmten Muster - und mit der Zeit scheint sich auch eine Gemeinsamkeit zwischen den Opfern herauszukristallisieren...

Leseprobe
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Wallander brauchte zwei Stunden, um zu erkennen, daß Martinsson recht hatte. Auf dem Weg nach Ystad, nachdem er beschlossen hatte, Vanja Andersson allein zu besuchen, fiel ihm noch etwas ein: Es hieß schon vorher, daß es eine weitere Ähnlichkeit zwischen den beiden Fällen gab. Holger Eriksson hatte ein Jahr zuvor der Polizei in Y stad einen Einbruch gemeldet, bei dem nichts gestohlen wurde. Bei Gösta Runfelt war eingebrochen worden, und auch dabei wurde nichts gestohlen. Wallander spürte eine wachsende innere Erregung. Der Mord an Holger Eriksson reichte vollkommen. Sie brauchten nicht noch einen Vermißten.
Auf jeden Fall keinen, der mit dem Fall Holger Eriksson zusammenhing. Und einen weiteren Graben mit angespitzten Stäben brauchten sie auch nicht. Wallander fuhr viel zu schnell, als hoffe er, dem Gedanken an einen neuen Alptraum zu entkommen. Dann und wann bremste er hart, als gebe er dem Wagen und nicht sich selbst Order, die Ruhe zu bewahren und vernünftig zu denken.
Was sprach eigentlich dafür, daß Gösta Runfelt wirklich verschwunden war? Es konnte eine natürliche Erklärung geben. Das, was mit Holger Eriksson geschehen war, war die Ausnahme. Und es konnte einfach nicht zweimal geschehen. Auf jeden Fall nicht in Schonen, und ganz bestimmt nicht in Ystad. Es mußte eine Erklärung geben, und die sollte Vanja Andersson ihm liefern.
Aber es gelang Wallander nicht, sich selbst zu überzeugen. Bevor er zum Blumenladen in der Västra Vallgatan fuhr, hielt er beim Polizeigebäude an. Er traf Ann-Britt Höglund im Flur und zog sie mit in die Kantine, wo ein paar müde Verkehrspolizisten saßen und fast über ihren Butterbroten einschliefen. Er holte Kaffee und erzählte Ann-Britt Höglund von dem Anruf, den Martinsson bekommen hatte, und ihre Reaktion war genau wie seine. Ungläubigkeit. Es mußte reiner Zufall sein.

Der Autor
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Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, ist einer der angesehensten und meistgelesenen Schriftsteller in Schweden. Er lebt als Regisseur und Autor in Maputo/Mosambik. Für seine Bücher wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der Schwedischen Akademie für Kriminalliteratur. Auf deutsch sind von Mankell bislang erschienen: \"Mörder ohne Gesicht\" (1991, dt. 1993; dtv 20232), \"Hunde von Riga\" (1992, dt. 1993; dtv 20294), \"Die weiße Löwin\" (1993, dt. 1995; dtv 20150), \"Die falsche Fährte\" (1995, dt. 1999), \"Die fünfte Frau\" (1996, dt. 1998), für die er den Deutschen Krimi-Preis erhielt, sowie \"Mittsommermord\" (1997, dt. 2000).

Fazit
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Mankells Bücher sind anders als viele andere Kriminalromane. Das liegt nicht nur an der schwedischen Landschaft die er beschreibt oder an den ausgeklügelten Fällen die er sich ausdenkt. Nein - vielmehr sein Schreibstil macht die Wallander Reihe aus. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass soviel Detailtreue und Nebensächliches beschreibt. Mankell beschreibt stets aus der Sicht des Beobachters - aber immer nur auf die Person Wallander fixiert. Es gibt also keine Parallelhandlung wie in vielen anderen Büchern (nur ganz kurze Auszüge). So fängt man mit der Zeit beim Lesen an sich mit Wallanders Gedanken und seinem Leben zu identifizieren. Mal beschreibt er 1 Seite über eine Erkältung, mal über Gedanken, die Wallander aus früheren Büchern hatte (es lohnt sich die Wallander Bücher chronologisch zu lesen !), und über viele Nebensächlichkeiten, die für die eigentliche Handlung völlig bedeutungslos sind. Aber das macht es gerade aus: am Ende des Buches stellt sich eine solche Nebensächlichkeit als wichtig heraus - und der Leser hat diese genauso aufgenommen wie Wallander zunächst selbst - nämlich als Nebensächlichkeit. Später aber, wenn Wallander selbst nochmal darüber nachdenkt, merkt der Leser wie wichtig dieses Detail war. Aber so ist es ja wie im richtigen Leben. Andere Romane machen jede kurze Handlung zu einer wichtigen Szene - und so fehlt denen der Überraschungseffekt der Mankellschen Bücher. Nachteil daran ist allerdings, dass das Buch sich manchmal scheinbar endlos lange hinzieht und nichts richtig passiert. Dies wird aber Absicht sein, denn wenn sich das Suchen des Täters endlos hinzieht, merkt man dies beim Lesen irgendwie selber. So hat man 30 Seiten gelesen nur um dann festzustellen, dass dies für die eigentliche Handlung - also die Suche nach dem Mörder - völlig belanglos war.
Ich denke, diese Detailtreue war auch der Grund, warum ich einerseite die Bücher erst verschlungen habe, später dann aber mir einfach zu viel Details enthalten waren und das Lesen dadurch mühsam wurde, wenn man eher wissen wollte wie es weitergeht.
Ich bin kein echter Mankell Fan - aber so einmal im Jahr ist ein Mankell Buch eine gelungene Abwechslung zum allgemeinen Krimi-Wischi-Waschi was man sonst so bekommen kann.

Fazit: 4 Punkte - da es nicht jedermanns Sache ist.

Das Buch
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Die fünfte Frau.
von Henning Mankell

Broschiert - 563 Seiten - Dtv
ISBN: 3423203668
Preis: EUR 10,00

Gebundene Ausgabe - 544 Seiten - Zsolnay
Erscheinungsdatum: 1998
ISBN: 3552049010
Preis: EUR 24,90

Audiobook. 2 Cassetten.
Hörkassette - Der HÖR Verlag DHV
Erscheinungsdatum: 1999
ISBN: 3895846791
Preis: EUR 16,50

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