Ägypten Testbericht

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Erfahrungsbericht von saltstraumen

Wenn einer eine Reise tut.....(Unsere Nilkreuzfahrt)

Pro:

tolle Kultur, herrliche Landschaft

Kontra:

nicht gerade billig, hohe „Durchfallquote“

Empfehlung:

Ja

...Wie lange habe ich mir schon eine Nilkreuzfahrt gewünscht. Ewig, glaube ich. Jeden Bericht, der etwas über Ägypten brachte, habe ich mir reingezogen, die Geheimnisse von Tut Ench Amun sowieso. Und dann wurde es endlich Wirklichkeit. Endlich einmal diese phantastischen Bauwerke sehen, eintauchen in diese orientalische Welt.....

So buchte ich also Anfang des Jahres 2003 für meinen Mann und mich eine Nilkreuzfahrt mit anschließendem Badeaufenthalt in Hurghada. Reisezeitraum September 2003.
Die Reisebestätigung kam dann auch bald:
Flug nach Luxor, anschließend Einschiffung, 7 Tage Nilkreuzfahrt (VP), Bustransfer nach Hurghada, 7 Tage Grand Hotel (HP) in Hurghada und Rückflug ab Hurghada nach Stuttgart.
Der Reisepreis betrug mit 2 x Ausflugspaket insgesamt 2155,00 Euro.
Natürlich habe ich pünktlich bezahlt, das wär\' ja was, ich bezahl zu spät und darf nicht mit....

Kurz nach der Zahlung erhielten wir die Tickets und eine Änderung unserer Reiseausführung. So hatten wir nicht Luxor, sondern Hurghada als Anflugsziel. Einen Tag sollten wir demnach im Grand Hotel verbringen um dann am nächsten Tag per Bus (4 ½ Stunden) nach Luxor zur Einschiffung zu fahren.
Leider kam es dann nochmal anders:

Am Abflugstag standen wir also im Flughafen beim Checkin, als mein Handy klingelte. Eine freundliche Dame von ETI teilte mir mit, dass sich unsere Reise noch mal, und zwar wie folgt geändert habe:
4 Tage Hurghada im Grand Hotel, anschließend Bustransfer nach Luxor (4 ½ Stunden) und Einschiffung, 7 Tage Nilkreuzfahrt, danach Bustransfer nach Hurghada (wieder 4 ½ Stunden) 3 Tage Grand Hotel.
Ich war ziemlich enttäuscht, was die zeitliche Abwicklung dieser Reise anbelangt, denn wir hatten vor, in der Woche nach der Nilkreuzfahrt erstens mal so richtig zu entspannen und dann natürlich ein paar mal tauchen zu gehen. So wurde uns der Urlaub richtig zerrissen. Und die 25,00 Euro Erstattung, die wir bekamen, konnten mich denn nun nicht wirklich trösten.

Wir flogen also los in Richtung Hurghada und hatten paradoxerweise in Luxor Zwischenlandung (wir wären am liebsten ausgestiegen).

Wir verbrachten im Grand Hotel herrliche 4 Tage und dann ging es am Montagmorgen ziemlich früh los (so gegen 6.00 Uhr). Gegen Mittag erreichten wir Luxor. Wir „enterten“ sofort die M/S Grand Glory.

Um die Koffer brauchten wir uns gar nicht zu kümmern. Die wurden uns in die Kabine gebracht. Perfekter Service.

Die Kabine selbst war prima.
Ganz schön groß, die 19 qm große Kabine. Es gab zwar zwei Betten, mit kuscheln war da nix, denn sie standen leider auseinander und waren festverschraubt. Aber trotzdem echt schön die Kabine. Elegant.
Ich inspizierte gleich das Bad, auch sehr groß, mit abgesetztem Duschabteil (etwas vertieft) alles, was man braucht. Ein Spiegel, nur leider kein Platz für den Kleinkrams, den Frau so mit sich rumschleppt. So musste alles im Waschbeutel bleiben. Aber nicht schlimm, denn schließlich sind wir hier auf einem Schiff..
Der Blick aus dem Fenster gab zwar nicht sehr viel her, denn in Luxor ist ein Schiff an das andere vertäut, aber wir waren schon voller Vorfreude, vor diesem Fenster zu sitzen und die herrliche Landschaft an uns vorüberziehen zu lassen.
Ansonsten hatten wir Klimaanlage, und die braucht man! Ein Telefon (für den morgendlichen Weckruf), einen Kühlschrank, einen Fernseher, der allerdings nur im Hafen von Luxor und Assuan Empfang hatte und einen Safe.
Das Zimmer war allerdings nicht sehr sauber, der Fußboden war nicht gesaugt und im Bad fand ich dann auch noch Spuren der Vorgänger in Form des dagelassenen Shampoos und ein paar Haaren (die wir dann selbst entfernten) !

Und das Schiff selbst bot auch so einiges:
Es war 72,5 m lang, 13 m breit und hatte 3 Decks. Das Schiff hatte eine Lobby mit deutschsprachiger Rezeption, Speisesaal, eine Lounge Bar mit kleiner Disko, Billard konnte man umsonst spielen und auch Tischtennis. Auf den oberen Decks fand man den Swimmingpool. Was war ich froh, bei der Hitze...., Liegen und eine Sun Deck Bar.

Aber , was haben wir denn die ganze Zeit über gemacht????


1. Tag:
Den ersten Tag an Bord verbrachten wir mit dem Einchecken und einem kleinem Stadtbummel. Für den Abend war dann geplant, den Luxor Tempel zu besuchen. Ich war zwar von der Fahrt von Hurgahda nach Luxor durch die Wüste schon geschafft, aber den Luxor Tempel wollte ich mir denn dann nun nicht entgehen lassen. Als wir am Luxor Tempel ankamen, war es gerade noch hell. Gegen später gingen dann die Lichter im Tempel an. Die Stimmung war unvorstellbar.
Der Tempel wird von zwei Kolossalstatuen von Ramses II. am Eingang bewacht. Sehenswert ist auch die Allee aus Widdersphingen. Besonders abends ein herrliches Schauspiel.

2. Tag
Am nächsten Tag besuchten wir den Karnak Tempel. Ich selbst hatte diesen Tempel schon einmal besucht, und freute mich darauf, ihn wieder zu sehen, musste aber auch gestehen, dass mir das eine oder andere Detail entgangen war, ich konnte also trotzdem noch neue Seiten an diesem Tempel entdecken. Dieser Tempel ist dermaßen groß (bei einer Bauzeit von 2000 Jahren kann man das auch erwarten *g*), dass wir etwa 3 Stunden dort blieben. Sehr beeindruckend! Für mich ist das der Lieblingstempel. 2000 Jahre Baugeschichte lassen sich hier nachweisen. Besonders toll fand ich den Säulenwald mit insgesamt 134 Säulen. Man ist einfach nur geplättet, wenn man da durch läuft. Lustig fand ich den Riesen-Skarabäus, einer Sage zufolge soll man sich, während man 7 mal um ihn herumläuft, kräftig etwas wünschen. Es soll dann in Erfüllung gehen. Ich bin vor zwei Jahren schon mal drumherumgelaufen, mein damaliger Wunsch hat sich erfüllt;))

Und dann ging es endlich los.....

Wir fuhren in Richtung Esna. Herrlich, die vorrüberziehende Landschaft mit Palmen. Manche Leute winken einem freundlich zu...
Aber ganz schön viel los, so, auf dem Nil. Immer wieder begegnen einem andere Nilkreuzfahrtschiffe oder wir werden auch mal überholt....Das Ganze wird untermalt mit kräftigem Hupen...
Wir waren etwas spät dran, so dass unser Schiff am Ufer von Esna vertäut wurde, da an der Schleuse von Esna ein ziemlicher Schiffsstau herrschte.
Es wurde aber nicht langweilig, denn die Ägypter wissen, wie man Geschäfte macht. Sie waren auch gleich zur Stelle. Was ein Spektakel.... Sie warfen diverse Kleidungsgegenstände wie Galabiya (ein Umhang) oder Tischdecken auf das Sonnendeck und führten lautstarke Verhandlungen. Der eine oder andere kaufte etwas und manch einer war zufrieden.
Gegen 2.00 Uhr nachts (ich muß den anderen glauben, denn ich habe gepennt..) fuhren wir durch die Schleuse und kamen am anderen Tag in Edfu an.

Der 3. Tag:
Da es gegen Mittag sehr heiß wurde, begannen die Ausflüge sehr zeitig. So gegen 6.00 Uhr spätestens war da die Nacht vorbei. So auch in Edfu, 100 km südlich von Luxor. Dort besichtigten wir den Horus Tempel, er stammt aus ptolomäischer Zeit, dessen Wahrzeichen des Heiligtums der schwarze Falke aus Granit ist.
Hat mir persönlich sehr gut gefallen, denn der Tempel ist sehr gut erhalten.

Nach der Besichtigung liefen wir gegen Mittag aus und erreichten am Abend Assuan.

Der 4. Tag:
Für diesen Tag war der Besuch des unvollendeten Obelisken, des Nasser Staudammes, sowie der Besuch des Philae Tempels (Isis Tempel) auf der Insel Agilika geplant.
Der Obelisk war vorgesehen für Königin Hatschepsut und konnte aufgrund eines Sprunges nicht weiterverarbeitet werden. Er fristet im Granitsteinbruch immer noch sein Dasein.
Der Nasser Staudamm ist doch recht groß, aber für mich als technisch unbegabten Menschen eigentlich recht uninteressant. Ich hab’s jetzt mal gesehen, finde aber Tempelanlagen interessanter...
Der Isis-Tempel war da schon eher was für mich. Auch wenn dieser Tempel nicht mehr am Originalstandort stand (aufgrund der Überschwemmung durch den Stausee wurde er auf die Insel Agilika verlegt) war der Tempel doch sehr beeindruckend!
Nach dem Besuch des Isis-Tempels wurden wir noch in eine Parfümerie gekarrt, die, hätte ich es vorher gewusst, mir erspart hätte. So doll war dieser Besuch in dem „Duft-Tempel“ auch nicht und ich kam mir vor wie auf einer Werbeveranstaltung. Ich war froh, als ich draußen war.
Am Nachmittag fuhren wir dann mit einer Feluke auf dem Nil zur Kitchener Insel. Dort befindet sich ein botanischer Garten. Hätte ich es heute noch mal zu tun, würde ich mir diese Fahrt sparen, denn so außergewöhnlich war diese Insel mit den Tropenpflanzen denn nun auch nicht.


Der 5. Tag:
Fakultativ war es möglich, für 75,00 Euro einen Ausflug nach Abu Simbel zu buchen.
Ist zwar ganz schön viel Geld, aber im Nachhinein muß ich sagen, dass es sich voll rentiert hat. Es gibt allerdings noch die Möglichkeit, diesen Ausflug billiger zu gestalten. Da das Schiff ja in Assuan vor Anker liegt, ist es möglich, vor Ort in Reisebüros diesen Ausflug zu buchen, einige sind sogar mit dem Taxi hingefahren und kamen noch billiger weg (Verhandlungssache).
Wir wurden sehr zeitig abgeholt, so gegen 3.20 Uhr und fuhren dann erst zur Sammelstelle für den Konvoi, von dort fuhren wir in ca. 2 ½ Stunden nach Abu Simbel. Leider konnten wir den Sonnenaufgang nur vom Bus aus beobachten und nicht wie geplant am Tempel. Toll war es aber trotzdem. Als ich so vor dem Tempel des Ramses II stand, war ich doch ziemlich platt. So groß, so faszinierend. Und innen erst. Ich war erstaunt, wie viel noch erhalten war, insbesondere hinsichtlich der Farben.
Nebenan stand ein weiterer Tempel, dem Ramses II seiner Lieblingsfrau Nefertari geweiht hatte. Auch sie ist als Riesengestalt vor dem Tempel in Stein verewigt. Dieser Tempel ist ebenfalls sehr gut erhalten.
Ich dachte an die anderen auf dem Schiff, die uns am Abend zuvor bemitleidet hatten, dass wir so früh aufstehen mussten. Nun war ich an der Reihe, Mitleid zu verteilen. Schlafen kann ich auch zu Hause.
Am Abend bestand noch die Möglichkeit, einen staatlichen Juwelier zu besuchen. Mein Mann hat gestreikt, ich bin dann ohne ihn dorthin gefahren. Hätte ich mir schenken können. Für das Gramm Gold (18 Karat) wollten die Händler ca. 25,00 Euro und ließen sich dann gnädigerweise auf ca. 19,00 Euro pro Gramm herunterhandeln, Mir persönlich war das zu teuer. Ich habe dann meinen Schmuck in Hurghada gekauft und habe für das Gramm Gold (auch 18 Karat) umgerechnet 13,40 Euro bezahlt....

Der 6. Tag
In der Nacht fuhren wir wieder weiter in Richtung Luxor. Am nächsten Morgen kamen wir in Kom Ombo an. Sehr früh, gegen 7.00 Uhr nämlich, standen wir dann schon am Sobek Tempel. Dieser liegt auf einem Felsplateau. Er ist zweigeteilt und ist einerseits Horus und andererseits dem Krokodilgott Sobek geweiht.
Dort waren sogar noch drei mumifizierte Krokodile zu sehen. Ich schätze, da haben sich die Menschen den Feind zum „Freund“ gemacht...
Mit der Besichtigung waren wir innerhalb einer Stunde fertig, denn der Tempel war ziemlich klein. Wir fuhren am gleichen Tag wieder weiter in Richtung Luxor.

Der 7. Tag:
An diesem Tag stand erstens die Besichtigung der Memnon-Kolosse , der Besuch des Tal der Könige und der Tempel der Hatschepsut auf dem Programm.
Bei den Memnon-Kolossen steht der eigentliche Tempel leider nicht mehr. Alles, was übrig geblieben ist, sind die ca. 18 m hohen Figuren, die einst den Totentempel von Amenophis III. bewacht haben. Die nördliche Figur wurde durch ihr Singen bekannt, begründet auf ein Erdbeben im Jahre 27 n. Chr. Es hieß, der Gesang sei von Memnon, mit dem er jeden Morgen seine Mutter Eos begrüßte. Die Figur wurde allerdings in römischer Zeit restauriert und das „Singen“ hörte auf.
Als wir in das Tal der Könige ankamen, waren wir froh, so zeitig unterwegs zu sein:
Denn die Hitze und Luftfeuchtigkeit in manchen Gräbern kann man sich nicht vorstellen. Wir haben aber durchgehalten. Im Reisepreis war die Besichtigung von drei frei wählbaren Gräbern enthalten (wir suchten uns die von Thutmosis III, Ramses III und Ramses IX aus).
Da wir noch Zeit hatten, konnten wir nach zähen Verhandlungen und einer Spende von Kugelschreibern noch ein viertes Grab besichtigen.
Als nächsten Besuch stand ein Besuch in der Alabaster-Fabrik auf dem Programm, man musste nicht rein und konnte im Bus sitzen bleiben, aber das war mir dann auch wieder zu langweilig, also haben wir uns das auch noch angesehen.
Danach ging es gleich zum Tempel der Hatschepsut, der einzigen Frau auf dem Pharaonenthron. Etwas mulmig war mir bei Besuch dieses Terrassentempels schon, erfolgte doch hier 1997 der Anschlag auf die Touristen. Einen etwas faden Beigeschmack hatte für mich der Besuch dieses Tempels dann, obwohl er sehr schön war.

Am nächsten Tag erfolgte die Ausschiffung und der Transport in das gebuchte Hotel in Hurghada.

Allgemein:

Das Schiff:
Wir hatten ein 5 Sterne Schiff gebucht, und ich denke, das sollte man auch buchen. Baujahr 1995. Heute würde ich wohl ein noch neueres buchen, denn selbst in dieser kurzen Zeit, und das sind ja nur 8 Jahre, merkt man das Alter.
Das Schiff hatte 3 Decks auf denen sich eine Lobby, ein Speisesaal, eine Lounge Bar und sogar auf dem oberen Deck ein Swimmingpool befand. Auf den Liegen auf der Sun Deck Bar konnte man es so richtig gut aushalten.
Die Sauberkeit in den Zimmern ließ allerdings zu wünschen übrig.

Die Verpflegung:
Wir hatten auf dem Schiff Vollpension gebucht. Die Getränke mussten extra bezahlt werden, welche doch recht teuer waren. Ein Wasser ging noch mit 1,50 Euro für 1,5 l, eine Cola kostete da allerdings schon (0,33l) ca. 1,70 Euro, ein Bier ca. 2,80 Euro und eine Flasche Wein gar (schmeckte nicht so doll) ca. 12,00 Euro.
Das Essen wurde in Buffetform serviert und war sehr reichlich. Es war für jeden Geschmack etwas dabei. Allerdings hatten wir an Bord ca. 75 % Ausfälle wegen Durchfall. Das finde ich sehr viel, und man muß sich fragen, ob es denn da mit der Hygiene so genau genommen wird.
(Ich hatte Glück, mein Mann leider nicht, aber er sagt ja sowieso, ich hätte einen Saumagen).

Das Ausflugsprogramm:
Hätte besser nicht sein können. Es ging zwar immer sehr früh los, aber wir hatten dann ab Mittag „frei“ und mussten dann in der Hitze nicht die Tempel besichtigen. Auf die „Werbeveranstaltungen“ wie Alabasterfabrik und Parfümfabrik hätte ich allerdings verzichten können.

Trinkgelder/Bakschisch:
Daß Ägypten ein sehr armes Land ist, sollte hinreichend bekannt sein. Die Menschen dort freuen sich sehr über Kugelschreiber und Feuerzeuge. Wir haben zuvor unseren Schreibtisch geplündert und sind die meisten der Schreiber losgeworden.
Die Bevölkerung ist auch sehr auf „Bakschisch“ angewiesen. Für die kleinste Dienstleistung, und sei sie noch so an den Haaren herangezogen, wird ein Trinkgeld, also Bakschisch erwartet. Überall werden irgendwelche „Dienstleistungen“ angeboten, für die natürlich Geld erwartet wird. Das kann auch mal sehr lästig werden, besonders wenn auf ein Nein oder Nein danke bzw. „Schukran“ gar nicht mehr reagiert wird. Am besten reagiert man irgendwann nicht mehr darauf und läuft einfach weiter.
Ansonsten waren wir aber immer bereit, für gute Leistung auch mal ein Extra-Geld zu zahlen.
So haben wir auch gerne auf dem Schiff überall dort, wo wir zufrieden waren, unser Trinkgeld hinterlassen.
Von unserer Reiseleitung auf dem Schiff wurde uns am Anfang der Reise erklärt, dass wir bitte pro Person 25,00 Euro Trinkgeld an die Reiseleitung zu zahlen hätten. Die wollte dieses Geld dann auch gleich einkassieren, um es dann an die Schiffsbesatzung weiter zu leiten.
Grundsätzlich habe ich nichts gegen Trinkgelder einzuwenden. Ich verstehe unter Trinkgeld allerdings eine freiwillige Leistung, die ich nach Erbringung einer Leistung in einer mir selbst gewählten Höhe gebe. Hier wurde das Trinkgeld schon vorher eingefordert. Fand ich nicht ok, besonders, als einige der Reiseteilnehmer sich weigerten, das Geld schon am Anfang der Reise zu zahlen, wurden sie psychisch heftig unter Druck gesetzt. Im Bus wurde dann mehrfach über Lautsprecher quasi aufgefordert, wer sein Trinkgeld noch nicht bezahlt hat, solle es dann noch tun, und die Leute seien ja schließlich drauf angewiesen und so weiter. Wir haben dann für uns beschlossen, das Trinkgeld am Ende der Reise analog der erbrachten Leistungen zu bezahlen. Der Reiseleiter wollte aber keine geminderten Trinkgelder annehmen, er verwies uns an die Rezeption.
Als mein Mann dann am letzten Tag das für die erbrachten Leistungen angemessene Trinkgeld an der Rezeption bezahlen wollte, wurde er verständnislos angeschaut. Hier wusste man gar nicht, dass 25 Euro pro Reisender kassiert und unter die Schiffsbesatzung verteilt wird. Das erklärt vielleicht auch, wieso auf dem Schiff trotz alledem überall ein Bakschisch erwartet wird.

Negatives:
Ja, auch das gibt es leider. Wie schon eben beschrieben, die resolute Einforderung des Trinkgeldes war nicht in Ordnung.
Das Zimmer wurde nicht ein einziges mal gesaugt, stattdessen wurden wir täglich auf’s Neue mit den eigenartigsten Kreationen aus Handtüchern überrascht (ich hätte den sauberen Boden vorgezogen), im Badezimmer fand ich am ersten Tag Spuren der Vorgänger plus deren Shampoo, im Speisesaal wurde muffig bedient, wenn wir das „billige“ Wasser bestellten, das Essen verursachte nicht nur bei meinem Mann Durchfall.
Wie schon ganz oben beschrieben fand ich es sehr enttäuschend, wie unsere Reise zeitlich zerstückelt wurde.

Der Preis:
Wir haben insgesamt 2130,00 Euro bezahlt, da ist das Ausflugsprogramm von 2 x 140,00 Euro mit dabei. Ein stolzer Preis, aber es lohnt sich.

Fazit:
Wir haben eine schöne Reise verbracht. Einfach phantastisch, wenn die Landschaft so langsam an einem vorüberzieht
Herrliche Ausflüge, ein Reiseleiter, der uns alles erklärte. Das Schiff war sonst eigentlich ganz in Ordnung, bis auf die obigen Mängel.
Essen schmeckte, aber wenn ca. 75 % der Leute Durchfall haben, kann irgendwas nicht in Ordnung sein (soll aber wohl so üblich sein, habe ich gehört).
Daß die Menschen in armen Ländern Bakschisch wollen, ist normal, auch wenn sie in Ägypten etwas aufdringlicher sind als in anderen Ländern. Aber es läßt sich damit leben.
Was die Preise anbelangt, ist so eine Nilkreuzfahrt eine nicht gerade billige Angelegenheit. Das fängt an beim Preis der Reise und geht weiter bei den Getränken an Bord sowie die zusätzlich buchbaren Ausflüge.
Alles in Allem kann ich aber sagen, dass sich diese Reise gelohnt hat, man sollte das alles mal gesehen haben, und ich bin froh, es gesehen zu haben!!!

19 Bewertungen, 3 Kommentare

  • rex2

    26.03.2005, 14:18 Uhr von rex2
    Bewertung: sehr hilfreich

    also hat mir ganz geholfen, also danke

  • luna74

    23.11.2004, 09:56 Uhr von luna74
    Bewertung: sehr hilfreich

    hat mir sehr gut gefallen! GLG, luna74

  • Panda

    20.11.2004, 06:13 Uhr von Panda
    Bewertung: sehr hilfreich

    ganz toller Bericht, man kann richtig "mitfühlen" was ihr erlebt habt. Hilft sicher, wenn man Ferien in Ägypten plant :)