Philippinen Testbericht

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Erfahrungsbericht von soljanka

Philippinen - ein Reisebericht (Teil 1)

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Egal, wo man auf den Philippinen hingelangen will, ob auf Palawan oder andere Inseln, Manila
ist das Eingangstor und kann nicht umgangen werden. In. dieser Stadt konzentriert sich das
Leben der Philippinen auf ein Vielfaches, man wird mit Ihm unweigerlich konfrontiert. Die
Spanne von Reich und Arm, Ordnung und Chaos, Sauberkeit und. Schmutz wirkt in Manila
unendlich weit, wobei die Mehrheit der Menschen dem jeweils Letzterem anzugehören
scheinen. Der Geschäftigkeit begegnet man schon bei Verlassen des Airports. Eine nicht
geringe Anzahl von Taxifahrern wirbt für seinen Dienst mittels Redeschwall bis hin zu
Handgreiflichkeiten und mit etwas Geschick lässt sich der Preis für die Fahrt drücken, ist er
doch trotzdem höher als mit Taxameter, dieses ist fast immer abgestellt. Gefahren wird nach
Lust und Laune und gehupt auch, sicher erreicht man aber das Ziel.
In Puerto Princesa, der Hauptstadt von Palawan angekommen, empfing mich eine grüne,
saubere, freundliche und menschliche Stadt, so dass sich mein Schreck von Manila schnell
erholte. Aber den Eindruck, dass es hier nicht einfach sein kann, etwas zu arbeiten, zu
bewegen, zu schaffen, konnte ich noch immer nicht loswerden. Ob auf der Bank, beim Einkauf
oder auf der Behörde, alles läuft mit einer Ruhe und Langsamkeit ab, von der man sich in
Deutschland nur einen Bruchteil wünschen würde.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-12 16:08:43 mit dem Titel Philippinen - ein Reisebericht (Teil 2)


Meine Projektarbeit begann mit einer Einweisung durch einen Projektmitarbeiter, der bereits in
dem Projekt Windenergie arbeitete und bis dahin schon einige Erfahrungen sammeln konnte.
So erfuhr ich gleich, dass bis Dato die dringend benötigten Materialkisten, die in Deutschland
gepackt wurden, noch nicht eingetroffen waren, aber für die nächsten Tage sehnsüchtig
erwartet wurden. Bis dahin sollte die Zeit genutzt werden, um zu testen, ob es möglich ist,
Windräder aus alten und. von Handwerkern angefertigten Teilen selbst zu bauen. Dazu nutzten
wir eine Anleitung aus der Schriftenreihe “Einfälle statt Abfälle“. Vom Tischler ließen wir uns
Repeller in verschiedenen Größen und aus verschiedenen Holzsorten herstellen, eine
Schlosserei fertigte uns diverse Metallteile an, beim Elektriker schauten wir uns nach einem
geeigneten Generator um. Da mein Englisch nicht allzu gut ist, war es für mich eine
Herausforderung, den Handwerkern die unterschiedlichen Aufträge verständlich zu machen. Ich
fand es sehr interessant, mit welchen einfachen Mitteln sie ihre täglichen Arbeiten verrichten,
von teuren Maschinen und Werkzeugen können die Arbeiter nur träumen. Die Handarbeit ist
im allgemeinen sehr billig, das Material ist im Gegensatz dazu wesentlich teurer, so wurde
uns bald klar, dass Reste und Altteile noch lange kein Abfall sind, sondern sparsamst
wiederverwendet und teuer verkauft werden. Daraus ergab sich das Problem, dass sich das,
durch die Anschaffung der Teile, teure Windrad als Anregung zum Nachbau schlecht eignet.
Die Arbeitsbedingungen schafften uns weitere Probleme, fehlende Werkzeuge, Messgeräte
und Räumlichkeiten machten eine, bei der Montage eines Windrades äußerst wichtige,
präzise Arbeit unmöglich.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-12 16:10:02 mit dem Titel Philippinen - ein Reisebericht (Teil 3)


So entschieden wir uns, eine Ausstellung zum Thema “Alternative Energien“ zu erarbeiten und
dafür Demonstrationsgeräte zur Nutzung der Sonnenenergie zu bauen. Die Anregungen fanden
wir ebenfalls in einer Broschüre der Heftreihe “Einfälle statt Abfälle“, die Geräte schienen sich
wesentlich einfacher und leichter nachvollziehen zu lassen, ich entschloss mich, einen solaren
Wasserkocher zu bauen. Dazu besorgte ich mir als Spiegel eine Aluminiumfolie in einer
Druckerei und verschiedene Holzteile beim Tischler. Die Zusammenarbeit mit philippinischen
Studenten war sehr interessant und machte großen Spaß, auch einige Abende saßen wir
noch und tranken dabei philippinisches San Miguel-Beer zusammen. Die Ausstellung wurde
durch ein Windrad, einer Photovoltaikanlage und verschiedenem Solarspielzeug aus den
Materialkisten aus Deutschland ergänzt. Die Geräte den interessierten Filipinos vorstellen und
vorführen zu können, brachte mir, trotzdem ich am Aufbau der Windräder, durch verspätete
Ankunft der Kisten, nicht mitwirken konnte, einen befriedigenden Abschluss des Projektes.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-12 16:11:07 mit dem Titel Philippinen - ein Reisebericht (Teil 4)


Viele Tage der Zeit meines Aufenthaltes auf den Philippinen verbrachte ich in Puerto Princesa,
dem Zentrum der Insel Palawan. In den Hauptstraßen geht es laut und geschäftig zu. Auf dem
Markt und in der Umgebung werden die verschiedensten Dinge angeboten und verkauft, Fisch,
leckere Früchte und Gemüse, Wäsche, Drogeriewaren, Werkzeuge und Baumaterialien,
hauptsächlich aus Holz und Bambus. In sogenannten Sari-Sari-Stores kann man preiswert
essen, man schaut in die Töpfe und entscheidet sich für ein Gericht, welches dann mit einer
großen Portion Reis serviert wird. Alles wird eingehüllt von den Abgasen der
Zweitakter-Trycicles, einer Art überdachtes Moped mit Seitenwagen in Funktion als Taxi und
der Jeepneys, einer Mischung aus Jeep und Bus, die ständig ankommen und abfahren und die
einzige Möglichkeit sind, auch in die abgelegensten Ecken und Winkel der Insel zu gelangen.
In Puerto Princesa gibt es alles, was so eine Stadt benötigt, eine Post, einen Hafen,
Krankenhäuser, Schulen, eine Universität, ein Kaufhaus und in den ruhigeren Straßen
Gartenrestaurants, in denen man unter Palmen und Bananenstauden leckere Fischgerichte
probieren kann. Die philippinischen Sweet-Song-Hits laufen tagsüber in Puerto Princesa's
'Love-Radio' und Abends in den Discos. Die Filipinos tanzen gern und in den Karaoke-Bars
wird nach Musik mit Text im Video gern gesungen.

Puerto Princesa liegt an der gleichnamigen Bucht und an deren Küste wohnen viele Fischer
mit ihren großen Familien in kleinen Bambushütten, ihre 'Ernte' wird auf dem Markt verkauft,
angeboten werden bekannte Fischsorten wie Thunfisch, die bis zu 3m groß sein können und
viele exotische Fische, Krabben, Muscheln... Mit Begeisterung bin ich zum Einkauf gegangen
und konnte dabei ein paar Brocken Tagalog, der einheimischen Sprache ausprobieren, wofür
die Marktfrauen immer ein Lächeln übrig hatten.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-12 16:12:41 mit dem Titel Philippinen - ein Reisebericht (Teil 5)


Auf dem Jeepney-Terminal warten schon die Jeepney-Boys, fragen aufgeregt “Where do you
go?“ und sobald man sagt 'Sabang' wird einem der Rucksack aus der Hand gerissen und man
sitzt drin im Fahrzeug. 'Wir fahren gleich“ bedeutet in der nächsten Stunde. Wenn man denkt,
na jetzt ist der Jeepney voll, dann passt auf jeden Fall nochmal das Doppelte rauf. Dann
Ruck—Stop, 5 Meter—Stop, nun geht‘s los, nur noch mal 10 Minuten vor dem Supermarkt,
jeder deckt sich mit Drinks and Food ein, dann geht‘s wirklich los. Nach 300 Metern, Stop, es
klettert noch eine Mutti mit Söhnchen dazu. Dann weiter. Endlich der Check-Point, endlich
darf man auf das Dach des Jeepneys, in der Stadt ist es verboten. Die Fahrt auf dem Dach
bedeutet Sonne, Wind, Staub und Freiheit. Unten ist‘s viel zu eng, man sieht nichts, man
stößt sich den Kopf — ein Jeepney ist für Filipinos gebaut, Europäer sind zu groß. Staub
gibt‘s außerdem auch unten. Dagegen hilft ein Handtuch, welches man sich einfach vor den
Mund hält. Und es staubt oft, die Piste ist ja keine Straße, sondern unbefestigt. Wenn man
Glück hat, geht die Fahrt zügig, ohne Reifenpanne oder dass noch viel hinzugeladen wird.
Aber oft kommen noch stinkige Fischkisten hinzu, oder man fährt in irgendein abgelegenes
Dorf und es werden Dach-“Ziegel“ aus Bananenblättern aufgeladen, oder, oder, oder... Aber die
Beobachtungen, die man zwischendurch machen kann, entschädigen. Kleine Bambushütten
in kleinen Dörfern, hier ist das Leben einfach aber trotzdem nicht arm, sondern lebenswert. Ein
junger Mann hält einen Hahn in der Hand und streichelt ihn liebevoll, ein Bauer pflügt mit
einem Wasserbüffel, ein Karabou. Reizvolle Landschaft, steile Felsen und Dschungel. Aber
hier und da wird eine Fläche freigebrannt, um noch etwas Reis anbauen zu können. Nach 3-4
Stunden Fahrt erreicht man, durchgerüttelt, staubig und mit schmerzendem Hintern Sabang,
aber mit einem guten Gefühl und glücklich. Sabang, Ausgangsort zum Nationalpark, ein
weiterer Ort unserer Projekte, ist ein kleines Fischerdorf, es gibt ein paar Restaurants, Läden
und Cottages. Ein von Kokospalmen gesäumter Strand lädt zum verweilen ein. 2km in
nördlicher Richtung befindet sich der -Saint Paul Subterranean River National Park- in dem ich
mich zum arbeiten und natürlich zum erholen aufhielt.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-12 16:14:37 mit dem Titel Philippinen - ein Reisebericht (Teil 6 und Schluss)


Außer nach Sabang und El Nido, einem Ort im nördlichen Palawan gelegen und mit mehr
Tourismus, brachte mich meine Reise auch in die auf Nord-Luzon gelegene Mountainprovinz.
Dort leben Minoritäten-Völker mit ähnlicher Kultur in bis zu 2000 Meter Höhe. Interessant ist
dort das andere Klima, es ist nicht so heiß und feucht wie auf Palawan oder in Manila und die
andere Vegetation. Hauptattraktion sind aber die, als 8.Weltwunder geltenden Reisterrassen,
die ich in Batad am imposantesten fand. Batad, mit Jeepney und in 2 Stunden Fußmarsch zu
erreichen, gehört, wie der große, an der Hauptstraße gelegene Ort Banaue zum Ifugao-Gebiet.
Die Ifugao benötigten 2000 Jahre, um die Reisterrassen so entstehen zu lassen, wie sie heute
noch bewirtschaftet werden. Viel Handarbeit ist nötig, um den Reis gedeihen zu lassen und
die Bewässerung erfolgt durch ein kompliziertes System.

Eine 2-Tage-Wanderung von Banaue nach Batad ermöglichte mir einen guten Einblick in die
Landschaft, oberhalb der Reisterrassen wächst noch Primär-Vegetation, mich beeindruckten
riesige Baumfarne und wunderschön blühende Orchideen. Unterwegs und in den Orten findet
man häufig Figuren aus Holz, diese stellen den Reisgott dar, der die Reisfelder und -ernten
beschützen soll. In Batad ist zu beobachten, wie sich auch dort, in einem Dorf ohne Strom
und Straße, die Zeit modernisiert. Neben der ursprünglichen Lebensweise, z.B. die typischen
hochgestellten, viereckigen Holzhäuser, darunter sitzen alte tätowierte Menschen in
ursprünglicher Ifugao-Kleidung (keine Show!!), verändern sich die Gewohnheiten, es werden
z.B. Blechhäuser gebaut, Kinder ziehen T-Shirts an, trinken Coca-Cola und rufen nicht nur
“Hallo!“, sondern betteln um Geld.

Jungen Leuten die Möglichkeit zu verschaffen, andere Länder und Menschen kennenzulernen,
finde ich nach wie vor eine gute Idee. Es ist natürlich auch sehr sinnvoll, dort zu arbeiten.
Allerdings muss man sich bei der Organisation von Projekten mehr Zeit nehmen, wenn sie am
Ende erfolgreich sein sollen. Auch würde ich die Menschen dort wesentlich stärker
miteinbeziehen, z.B. ebenfalls durch Förderung, damit das Produkt auch nach Beendigung
des Projektes gepflegt und gewartet wird, durch sich verantwortlich fühlende Einheimische.
Vieles scheitert auch in solchen Ländern wie den Philippinen an den Problemen der
Unterentwicklung der Bildung, auch da könnte mehr Geld investiert werden.

2 Bewertungen, 1 Kommentar

  • schraddel

    13.03.2002, 10:52 Uhr von schraddel
    Bewertung: weniger hilfreich

    Wäre sicher ein interessanter Bericht gewesen, aber nicht als 6-Teiler. Und mach die Zeilenumbrüche raus; in einem kleinen Fenster ist das echt schwer zu lesen.