Türkei Testbericht

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Erfahrungsbericht von perde

Touristenhochburge und Szeneplätze der Türkei

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Touristenhochburge und Szeneplätze der Türkei

“Was ist der Unterschied zwischen einem Bayern und einem Türken? Der Türke spricht besser deutsch.“





Dieser Witz wird zur aberwitzigen Realität, wenn der Türkei-Tourist sich zu einem Shopping-Bummel in Side, Kemer, Belek oder Antalya, den Touristen-Hochburgen, begibt. Sobald der erste Moment der Überraschung überwunden ist, gewöhnt man sich aber sehr schnell an die wirklich perfekt deutsch sprechenden Verkäufer. Sie werben vor den Geschäften für Lederwaren sowie für mehr oder weniger gut gefälschte Designer-Stücke.
Wie etwa in Kemer: Vom ehemalig idyllischen Fischerdorf ist nicht mehr viel übrig. Im Sommer kommen wahre Touristenscharen in den mittlerweile schicksten Ort der „Türkischen Riviera“, um Sonne und Meer in riesigen, luxuriösen Clubanlagen zu genießen. Weg vom Trubel und zur Erholung an den Strand? Auch hier Zugeständnisse: Die Strände sind zwar schön, meistens naturbelassen und mit sauberem Wasser. Häufig sind sie aber überfüllt oder als abgegrenztes Territorium einem oder mehreren Hotels vorbehalten.

Die “Türkische Riviera“, die mit der weiten Bucht von Antalya beginnt, ist Treffpunkt der Pauschaltouristen - Trubel und Heiterkeit wohin das Auge blickt. Am Strand fliegen von Motorbooten gezogene Paraglider über die Wellen, Jetskier flitzen übers Wasser, in den Hotelanlagen fliegen die Bälle bei Tennis und Golf, und in den Stadtzentren sind unzählige Deutsche auf Schnäppchenjagd. Die Türken haben sich auf den Massenansturm vorbereitet: Zwar spricht nicht jeder die Sprache der unzähligen Besucher aus „Almanya“, dafür gibt es sogar im kleinsten Lokal eine deutsche Speisekarte.

Abseits davon gibt es viele Szeneplätze: Hier machen junge Türken Urlaub
„Wohin fährst Du dieses Jahr in den Urlaub?“ Diese Frage stellen sich junge Türken nicht. Eins ist nämlich klar: Man bleibt im eigenen Land. Kein Wunder bei 600 Kilometern Küste allein im Süden der Türkei. Wer es sich leisten kann, der verbringt den Sommer außerhalb der städtischen Zentren, die unerträglich heiß und stickig sind, und lässt sich in den Sommermonaten die kühle Meeresbrise um die Nase wehen.

Das Traumziel der türkischen Jeunesse ist unbestritten Bodrum, das als türkisches Pendant des französischen Luxus-Ortes St. Tropez gilt. Hier swingt das Leben, treffen sich die Jungen und Schönen, segeln die Betuchten. Die weniger Betuchten schwärmen mit Badebooten aus, die täglich entlang der wunderschönen Küste starten, denn Bodrum hat kaum Sandstrände. Auch wenn das Gebiet ähnlich stark von Touristen frequentiert wird wie die „Türkische Riviera“, hat die Halbinsel von Bodrum viel mehr ihres Charmes und ihrer Ursprünglichkeit behalten als die Badeorte weiter im Osten. Nur zwei Kilometer von Bodrum entfernt liegt der kleine Ort Gümbet mit paradiesischen Badebuchten und tollen Wassersportmöglichkeiten. Was Bodrum allerdings noch beliebter macht als die zauberhaften Bademöglichkeiten, ist das Nachtleben: Kleine Kneipen, Jazzlokale und Fischrestaurants drängen sich in der Stadt nebeneinander, und von der riesigen, marmornen Nobel-Disco Halikarnas schwärmen sogar die Nightlife verwöhnten Istanbuler.

Nicht ganz so turbulent und bevölkert wie Bodrum ist die Halbinsel von Erdek im kleineren Marmarameer. Mit der Fähre von Istanbul lässt sich die Halbinsel in wenigen Stunden erreichen. Rund um Erdek, zwischen Olivenhainen und Pinienwäldern, liegen idyllische Sandstrände. An der Strandpromenade der Kleinstadt Erdek dagegen tobt das pralle Leben. Disco-Boote mit tanzenden Bikini-Schönheiten kreuzen vor dem Strand hin und her und machen Werbung für die zahlreichen Clubs im Ort und die Partys am gleichen Abend. Mit Motorbooten oder auf von ihnen gezogenen Reifen und Plastikbananen flitzt die türkische Jugend durch die Badebucht. Abends gibt es Live-Musik und Amüsement im ganzen Ort. Viele junge Istanbuler machen einen Wochenendtrip nach Erdek. Denn hier gibt es Strand und Spaß fast ohne Touristen. Schließlich ist die Marmara-Region für den internationalen Tourismus nahezu unbedeutend.

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