Tunesien Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Angebot:  durchschnittlich
  • Zustand der Einrichtung:  gut
  • Sauberkeit:  sehr schlecht
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  durchschnittlich
  • Information & Kundenservice:  gut
  • Familientauglichkeit:  gering
  • Behindertenfreundlichkeit:  sehr schlecht
  • Empfehlenswert:  nein

Erfahrungsbericht von KeksXP

Ein sehenswertes Land

Pro:

Nette Menschen, tolle Basare

Kontra:

Wer viel sehen will, sollte besser privat fahren.

Empfehlung:

Ja

Ich war bereits dreimal mit meiner Familie in diesem schönen Land gewesen, und zwar jedes Mal an einem anderen Ort. Ich war Dezember 1998 ich Sousse, im Dezember 1999 auf Djerba und im Oktober 2000 in Madhia und es hat mir stets sehr gut gefallen, obwohl wir pauschal gebucht hatten.

Wir waren zwar im Urlaub nicht sonderlich fleißig, etwas zu unternehmen, aber (fast) alles, was wir unternommen haben, hatten wir privat gemacht, denn wir hatten immer Glück, und konnten uns mit den einheimischen Taxifahrern sehr gut anfreunden. Die Menschen sind dort sehr offen und sehr hilfsbereit, vor allem macht es ihnen eine Freude, wenn man sagt, daß man das Land kennenlernen möchte. Einmal wurden wir sogar zum Essen eingeladen und konnten somit auch einen Blick hinter die Kulissen werfen, was man bei organisierten Ausflügen nicht kann.

Auch die kleinen Gassen in den Städten haben wir ausgiebig erkundet, wir sind nicht nur dort geblieben, wo alle Touristen auf dem Basar unterwegs sind. Auch wenn diese Gassen nicht immer einladend aussehen, was lediglich mit der Enge der Straßen zwischen den Häusern zu tun hat, gibt es dort meistens nichts zu befürchten, sofern man nicht sämtliche Reichtümer mit sich herum trägt. Dort finden sich häufig sehr kleine, aber gute Geschäfte, die im Gegensatz zu den Läden an den Hauptstraßen wesentlich günstigere Preise für ihre Waren haben.

Was gibt es in Tunesien zu sehen? Wir haben folgende Orte und Sehenswürdigkeiten im Rahmen von organisierten Ausflügen besucht.

Kairouan:

Das ist ein Ort, der für Muslime sehr bedeutend ist. Dort steht die älteste Moschee Afrikas, ein wirklich sehr beeindruckendes Bauwerk. Diese Moschee ist neben Mekka und Medina in Saudi-Arabien ein heiliger Ort für Muslime, die Moschee darf daher während der Gebetszeiten und während der kompletten Fastenzeit nicht von Menschen anderen Glaubens betreten werden.

Matmata:

Hier findet einzigartige Höhlenwohnungen, in den heute noch wenige Berber leben, vor. Die jüngeren Menschen sind in die Stadt ausgewandert. Diese Höhlen sind im Sommer angenehm kühl und im Winter halten sie die Wärme. Doch sonst sind die Menschen dort auch recht modern, fast jeder verfügt über Fernsehen und Satellitenantenne. Manch einer kennt diese Höhlenwohnungen aus \"Krieg der Sterne\", denn dort wurde der Film damals gedreht.

Tozeur:

Eine große Oasenstadt in der Sahara. Alle Gebäude sind dort aus gelblichen Stein gebaut und teilweise reichhaltig mit Mosaikmustern verziert. Sehenswert ist das dortige Museum mit vielen Ausstellungsstücken über die Berber und ihre Geschichte und Kultur. Besonders empfehlenswert ist \"1001 Nacht\", eine direkt an das Museum angegliederte \"Anlage\", in der man auf einem Weg durch die Welten aus sämtlichen arabischen Märchen spazieren kann. Es findet immer abends statt, denn es wird viel mit Licht gearbeitet, für Kinder ist dies ein Muß, aber auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten.

Sahara-Jeeptour:

Sicherlich ein unvergeßlicher Ausflug. Was gibt es besseres als eine Jeeptour direkt über die Sanddünen der Wüste, wir haben uns dabei jedenfalls sehr amüsiert. Zu diesem Ausflug gehörte auch ein Standesgemäßer Kamelritt durch die Wüste, wer wollte, konnte sich passender Weise einen Umhang und einen Turban anziehen, eine haben darin eine wirklich komische Figur abgegeben :-) Es gab einiges zum lachen.

Zusätzlich zu diesen vier Ausflügen haben wir noch folgendes privat per Taxi unternommen.

Marmorfabrik:

In der Nähe von Madhia hatten wir die Gelegenheit, uns einmal eine Marmorfabrik von Innen anzusehen, unser Taxifahrer ging dort einfach hin und fragte, ob wir uns das mal ansehen dürften. Wir wurden herzlich aufgenommen und uns wurde alles erklärt. Man scheint es dort wohl allgemein etwas lockerer zu nehmen. Als Souvenir hatte man uns noch ein schönes Stückchen Marmor geschenkt.

Kleines Dorf:

Ja, auch das eigentümliche Landleben durften wir kennenlernen mit Kamelen als Arbeitstiere und Frauen, die im Feuer Brot gebacken haben, hatten wir sehen können. Es ist immer wieder erstaunlich, wie offen dort Touristen empfangen werden!

Wohnviertel:

Dadurch, daß wir beim Taxifahrer zum Essen eingeladen waren, konnten wir auch ein tunesisches Wohnviertel sehen und wie die Menschen dort überhaupt leben, was man ja sonst nicht sieht. Die Wohnungen sind dort wirklich sehr klein, eine Familie mit 5 Kindern hatte gerade 2 Schlafzimmer, ein klitzekleines Wohnzimmer und eine kleine Küche. Das leben ansich spielt sich sowieso eher im Innenhof des Häuserblockes ab und das gemeinsame Mittagessen fand wegen Platzmangel ebenfalls draußen statt.

Alles in allem kann man wirklich sagen, daß das Land sehenswert ist und daß man immer freundlichen aufgenommen wird. Manchmal lohnt es sich wirklich, auch mal privat unterwegs zu sein.

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