Mehr zu AutorInnen mit B Testbericht

No-product-image
ab 22,51
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von dreamweb

Bizarr - Phantastisch - Unheimlich - Und Packend (Kirsten Bakis - Das Leben der Monsterhunde)

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Das Leben der Monsterhund ist ein Buch, das mich schon aufgrund des Titels und auch des interessanten und bizarren Titelbildes interessiert hat. Hier mein Beitrag über das interessante Buch von Kirsten Bakis.

INHALT

Cleo Pira, eine angehende Schriftstellerin und Geschichtsstudentin kann es wie viele andere Menschen nicht fassen. Denn eines Tages reisen etwas altmodisch gekleidete aufrechtgehende Hunde mittels eines Hubschraubers mitten in New York an. Es wirkt wie etwas, das man zwar sieht, aber nicht glauben kann. Die seltsamen Hunde, Monsterhunde genannt, können nicht nur aufrecht gehen, nein sie haben auch noch Hände und können sprechen. Die Tiere scheinen sehr reich zu sein und werden von den New Yorkern begeistert empfangen.

Cleo Pira bekommt nach einiger Zeit zufällig Kontakt zu einem der Hunde, der sich Ludwig von Sachers nennt. Und mit Ludwig beginnt auch ihre unwahrscheinliche Karriere als Journalistin. Denn Cleo wird von den Hunden als besonders vertrauenswürdig angesehen und ist der einzige Mensch, der über die Monsterhunde berichten darf. Allerdings darf auch sie nur von dem Boss der Hunde freigegebende Dinge veröffentlichen. Diese haben trotz allem, wie sie aufgenommen wurden, Angst davor, als Monster irgendwann gegen ihren Willen untersucht zu werden und den Rest des Lebens in Laboren zu fristen.

Ludwig und die anderen Hunde sind genauso intelligent wie die Menschen, aber sie umgibt auch ein dunkles Geheimnis. Denn die Hunde stammen aus einer niemand bekannten Ortschaft Amerikas, in denen sie von deutschen Einwanderern gezüchtet und später als Sklaven gehalten wurden. Bis es zu einem verhännisvollen Aufstand der Hunde kam. Und die Hunde sind von eine wahrscheinlich unheilbaren Krankheit bedroht, die ihr Aussterben verursacht. Cleo ist eine der wenigen Menschen mit engem persönlichen Kontakt zu den Hunden, so dass sie hier sehr viel mit erlebt und auch mehr erfährt als andere Menschen.


MEINUNG

Das Leben der Monsterhunde ist ein Roman, in dem es weniger um Action als um das Leben der Monsterhunde und um die Entstehung bzw. die Zukunft dieser von Menschen so gezüchteten Hunde geht. Mir selbst fällt es schwer, sie überhaupt als Hunde zu bezeichnen, so intelligend sind diese Tiere, die sehr wenig mit den uns bekannten Hunden als Haustieren zu tun haben. Sie schreiben Bücher, lesen und verhalten sich eben so wie wir Menschen.

Es geht hier aber auch um Augustus Rank, den \"Vater\" der Monsterhunde. Ohne hier zu viel verraten zu wollen möchte ich nur sagen, dass ich mit diesem Menschen lieber nichts zu tun haben will. Man erfährt (mit etwas Grauen) von seinen sadistischen Neigungen, von seinen ersten Versuchen, in denen er Tiere zerstückelte und dann von der Idee, eben ein geniales Wesen zu schöpfen. Denn ein Hund hat etwas, was Menschen selten haben. Unbedingte Treue, zudem sind sie sehr gute und mutige Kämpfer.

Interessant ist es aber, wie verwickelt die Hunde selbst ihre jetzige Situation mit dem längst voerstorbenen Schöpfer sehen. Obwohl Rank nie erlebt hat, dass diese Hunde so verwirklicht wurden, trotzdem scheint er ihre einzige Hoffnung zu sein. Und Probleme entstehen erst dann, als sie an der Hoffnung durch Augustus Rank zweifeln.

Fast bildlich kann man sich aus den alten Erzählungen, auf die immer eingegangen wird, auch vorstellen, wie die Hunde erst als Versuchstiere existierten, dann vollkommen wurden, als Sklaven ihr Dasein fristeten. Und wie sie sich dann unter der Führung von Mops Hacker (der allerdings kein Mops war) gegen die Menschen auflehnten.

Beim Lesen wird man hier unweigerlich mit dem Thema Wissenschaft und Moral konfrontiert. Und auch mit der Frage, wie so eine Schöpfung wohl unter Menschen leben würde. Das scheint auch das Hauptanliegen der Autorin zu sein.

Einfach ist Das Leben der Monsterhunde nicht zu lesen, trotzdem hatte ich es relativ schnell durch. Man darf sich nur eben nichts von Action und Kämpfen darunter vorstellen. Auch wenn der Showdown am Schluss in der Richtung einiges bietet. Insgesamt ist das Buch eher ruhig und nachdenklich. Man wird fast gezwungen, sich mit sehr vielen Faktoren zu beschäftigen und sieht diese Monsterhunde eben aus vielen Perspektiven.

Generell ist das Buch aus vier verschiedenen Perspektiven geschrieben. Meistens liest man die Geschichte aus Cleos Sicht, also aus der der jungen Menschenfrau. Sehr oft gibt es aber auch Passagen von Ludwig, einem sehr nachdenklichen und schon fast philosophischen Hund. Aber man liest auch einiges, was Augustus Rank in seinem Tagebuch niederschrieb. Dazwischen erfährt man dann noch Erlebnisse von Lydia, einer Monsterhündin. Alles ist hier aber nicht allzu schwer zu lesen, denn vor dem Kapitel steht immer, aus wessen Sicht man gerade etwas liest und alles paßt zusammen bzw. baut aufeinander auf.

Beim Lesen des Buches kam mir sehr oft die Frage, wer hier wohl das Monster ist. Es ist teilweise sehr beklemmend und traurig zu lesen, denn die Hunde haben ein sehr großes Problem. Und das wirkt sich auf ihren Charakter und auch auf ihr Übeleben aus. Und das Ende ist dann auch von ihnen geplant, da sie es einem anderen Schicksal vorziehen. Aber beklemmend ist außer dem Jetzt-Leben der Monsterhunde für mich auch der Charakter und das Leben insbesondere die Taten von Augustus Rank. Da kommt mir beim Lesen doch sehr oft das Grausen und ich frage mich, ob man das wirklich als Wissenschaft bezeichnen kann, was er betreibt. Oder ob es nicht nur die Menie eines verrückten Menschen ist. Auch wenn mir die Wesen, die er im Endeffekt geschaffen hat, sehr gut gefallen, kann ich seine Taten dafür nicht gutheißen.

Da vielleicht auch sensible Menschen das Buch lesen, muss ich hier doch etwas deutlicher werden. Also besonders angenehm empfand ich es nicht, wenn wie ich sehr detailliert lesen konnte, wie ein Mensch versucht als Jugendlicher, zwei verschiedenen Tiere miteinander zu verbinden (anzunähen). Oder wie er dann versucht, einer (natürlich noch lebenden) Kuh die Beine gegeneinander auszutauschen, also ein rechtes und linkes Bein zu amputieren und sie dann auf der anderen Seite wieder anzunähen. Alleine die Vorstellung davon finde ich schrecklich. Und das waren nur einige Beispiele von Ranks \"netten\" Angewohheiten. Aber auch die blutige Rebellion der Hunde wird realistisch geschildert.

Insgesamt hat mir persönlich der Roman aber doch sehr gut gefallen. Denn in der Hauptsache geht es hier um die Hunde und ihre weitere Existenz unter den Menschen, die sie als Absonderlichkeit aufnehmen. Und manchmal überlege ich mir, wie es wohl wäre, wenn solche \"Monsterhunde\", die ich persönlich nicht als Monster bezeichnen will, existieren würde.

Sehr gut und total anders ist hier auch der allgemeine Aufbau. Denn der Leser bekommt anfangs wie Cleo nur mit, dass solche Hunde existieren, glaubt nicht so recht daran und wird dann mehr und mehr mit dem Leben der Hunde, auch aus ihrer Sicht und der der gesamten Gesellschaft konfrontiert. Es ist fast wie ein Puzzle, das man zusammenfügt und von dem man auch nur am Ende ein gesamtes Bild hat.


DATEN

Titel: Das Leben der Monsterhunde
Autorin: Kirsten Bakis
Seiten: 351
Art: Phantastischer Roman, vielleicht vergleichbar mit Frankenstein
Buchart: Gebundenes Buch
erhältlich: Momentan bei Amazon im Antiquariat für 6 Euro


MIARAS SCHLUSSWORT

Das Leben der Monsterhunde ist ein eher anspruchsvolles Buch. Es ist phantastisch und bizarr, aber auch logisch zugleich. Ein Buch über intelligente aufrechtgehende Hunde, die von Menschen geschaffen wurden und die plötzlich in New York auftauchen. Für mich ist Das Leben der Monsterhunde ein Buch, das ich als literarisch Wertvoll bezeichne und das mich in vielen Punkten sehr nachdenklich machte.


Liebe Grüße - Miara

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-06 22:14:44 mit dem Titel Erotisch - Kämpferisch - Anklagend und Sinnlich zugleich

Der Gedichtsband \"Wenn du mich lieben willst\" von Gioconda Belli ist jetzt schon das zweite Buch mit Gedichten dieser faszinierenden Dichterin. Hier meine Meinung zu dem Taschenbuch.


A ALLGEMEIN

Das letzte Buch, das ich von Gioconda Belli gekauft habe, war ein Buch mit hocherotischen Gedichten. Aber die Dichterin, die aus Südamerika stammt, schreibt auch über andere Dinge. Vieles aus ihrer Erfahrung bzw. den Situationen, in denen sie sich befand, flossen in ihre Gedichte ein. Gioconda Belli wurde durch ihre politischen Gedichte im Befreiungskampf gegen die Somoza-Diktatur bekannt. Wenn du mich lieben willst, ist eine Auswahl von Gedichten aus allen Bereichen ihrer Werke.


B INHALT

Wenn du mich lieben willst ist unterteilt in verschiedene Kapitel, die man auch als Themen bezeichnen kann. Aber in all diesen Kapiteln kommen immer wieder auch erotische Gedichte vor, bzw. vieles ist hier eine Kombination von Anprangerung, Kampfesmut und Erotik zugleich. Wie das sein kann, zeige ich später an einem Beispiel.

1. Quetzalcóates Traum

Die Gedichte dieses Kapitels handeln alle von Nicaragua und dem Leben in Nicaragua zu Zeiten Somozas.

2. Wenigstens Blumen, wenigstens Lieder

Viele Gedichte, die von Verfolgung handeln, Wie im Kapitel Eins auch viel über Nicaragua aber auch ein Gedicht darüber, dass Gioconda Belli ins Exil mußte.

3. ICH BIN

Sehr viele Gedichte, die ihre Weiblichkeit ansprechen. Hier findet man schon sehr direkte erotische Gedichte. Aber auch Gedichte über Giocondas Schwangerschaft und zu dem Kind.

Ich bin ist auch der Name des ersten Gedichts, das ich hier anbringen möchte:

Ich bin
Ich bin dein Bett,
dein Boden,
bin deine Kürbisflasche,
darin ergießt du dich und verlierst nichts von dir,
denn ich liebe deinen Samen
und bewahre ihn.

4. Die Orchidee aus Stahl

Gedichte über den Krieg und die Liebe. Teilweise sind die Gedichte sehr lang, aber sie haben alle ihre eigene Faszination.

TRAUMGEWEBE

Mehr nahm ich nicht wahr vom Tag,
als du nicht da warst,
nirgendwo bsit du, und bedrängst meine Schritte, und meine
Atemzüge einer einsamen Frau.
Tage gibt es, denke ich, die zum Sterben
gemacht sind oder zum Weinen, voller Echos
und Gespenster, Tage,
die mich erschrecken.
Mir ist dann, als ob die Vergangenheit ihre Türe aufmachte
und gestern sein wird,
und es sind deine Hände, deine Augen,
dein Zusammensein mit mir,
all das, was eben noch so greifbar war,
gerade noch
ein Gewebe von Träumen.


5. Eva verweist auf die Äpfel

In diesem Kapitel befindet sich auch das wundervolle Gedicht, in dem es darum geht, was ein Fall erfüllen muss, der sie lieben will. Aber auch die anderen Gedichte hier handeln von der Liebe.
Vielleicht noch ein kleiner Auszug meines Lieblingsgedichtes hier:

SPIELREGELN FÜR MÄNNER, DIE MICH LIEBEN WOLLEN

...

2. Mich zu lieben, darf ein Mann
mich nicht wie eine Ware besitzen wollen
mich nicht vorführen wie eine Jagdtrophäe;
er wird an meiner Seite stehen
mit dergleichen Liebe,
wie ich an der seinen
...

Insgesamt gibt es hier 11 dieser Verse im Gedicht und es würde wohl den Rahmen sprengen und meine Leser vielleicht auch langweilen, ein so langes Gedicht hier anzubringen.


6. Von der Flucht

Sehnsüchtige und verzweifelte Gedichte, wahrscheinlich aus der Zeit ihrer Flucht.


7. Von der Wiedergeburt

Gedichte, die wieder etwas mehr von Hoffnung beinhalten. Aber auch wieder Liebesgedichte.



8. Feuerschwerter, Träume und Äpfel

Gedichte über Nicaragua, Träume, bestimmte Personen, die Gioconda Belli etwas bedeuten.

Am Ende möchte ich noch ein typisches Gedicht bringen, über dessen Schluss ich ímmer wieder schmunzeln muss. Das stammt übrigens auch aus diesem Themenkomplex.


DER MENSCH UND DAS UNIVERSUM

Wir verlassen den hellen Raum der Freundesgespräche.
Es ist Zeit zu schlafen, Stühle werden gerückt und Gläser.
Die Paare gehn sich ihre Einsamkeit streicheln.

Komm - sagst du - und faßt meine Hand.
Wir laufen hinunter zum Strand, und der Himmel ist das
ganze Universum
das hellerleuchtete Universum:
die weißlichen Flecken der Milchstraße
das Kreuz des Südens im Wind.
Nie sah ich eine Nacht wie diese
klargezeichnet die Kontinente des Himmels
die Sternbilder schimmernd
die große Unbekannte der Unendlichkeit
in der dünnen Luft dieser tiefen
Nacht.

Du und ich
ein Mann und eine Frau
auf den Felsen
sehen Sterne sich lösen
und Sternschnuppen den Himmel durchtanzen.
Ich denke keinen Wunsch
- das ist mir zu kindisch -
ich betrachte nur still dieses Geheimnis
aus nächster Nähe
tauche meine Hand in das Schimmern des Wassers.

Es wird kalt
und plötzlich sehe ich dich hoch auf den Steinen
höre Plätschern auf dem Sand.
Zwischen den Beinen
gleicht der Strahl goldenen Wassers
dem himmlischen Bogen
den die Sterne ziehen auf ihrer Bahn.

In einem Augenblick
rückt die Unendlichkeit zusammen
die furchteinflößende Herrlichkeit
wird heimisch vertraut.
Ganz ohne Zweifel befinden wir uns hier
sind ein Teil dieser Schönheit.

Völlig zu Recht
pinkelst du im Angesicht des Universums.


C GESAMT

Die Gedichte in diesem Band sind unterschiedlich und doch ähneln sie sich in ihrer Art. Ich kenne sonst keine Autorin, die so realistisch und sachlich Dinge beschreibt und diese dann poetisch und teilweise sinnlich interpretiert oder mit anderen Dingen verknüpft.

Für mich selbst war dieses Büchlein auch faszinierend, weil man sehr viele schöne und auch schreckliche Dinge über Nicaragua und das Leben dort erfährt. Und auch aus den Gedichten heraus spürt man, wie sehr sie ihre Heimat und viele Menschen dort liebt und auch vermißt.

Ich habe auch bewußt hier einige unterschiedliche Gedichte noch abgeschrieben, um etwas genaueres zu vermitteln. Manche Gedichte dürften Kinder nicht lesen/hören, andere sollten sie ruhig zu Gesicht bekommen. Teilweise erfährt man mehr über Nicaragua und die damalige Zeit als in der Schule. Und man erfährt alles an diesen sehr persönlich geschriebenen Gedichten.

Die Unterteilung wäre vielleicht nicht ganz so detailliert möglich gewesen, da für mich zumindest die Abgrenzung nicht immer ganz einfach war. So handeln eben immer wieder Gedichte von der Verfolgung oder von der Liebe zu Nicaragua.


D ZUR AUTORIN

Gioconda Belli wurde in Managua geboren und studierte in Spanien und den USA. Ab 1970 beteiligte sie sich an dem Widerstand der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN gegen die Somoza-Diktatur in ihrer Heimat. Daher mußte sie auch 1975 ins Exil gehen. Nach der Revolution lebte sie bis 1990 in Managua und arbeitete dort vor allem im Bereich der politischen Bildung. Heute wohnt sie in Los Angeles / USA. Sie gilt als eine der großen Autorinnen Nicaraguas. Und kaum eine andere Frau in Zentralamerika schreibt so voller Sinnlichkeit und sprachlicher Kraft. Ich selbst liebe ihre Mischung aus Erotik und Mut bzw. Kampfessinn und Selbständigkeit.


E DATEN

Titel: Wenn du mich lieben willst
Autorin: Gioconda Belli
Art: Gedichtssammelband, Taschenbuch
Seiten: 187
ISBN-Nr. 3-423-12722-8
Preis: 13,50 DM, schätzungsweise jetzt 7 Euro.
Eignung: Erwachsene und Jugendliche

F FAZIT

Wenn du mich lieben willst von Gioconda Belli bietet mit dieser Sammlung die Möglichkeit, die Dichterin bzw. die Vielfältigkeit ihrer Gedichte kennenzulernen. Es ist zwar nur ein Taschenbuch aber dennoch aufgrund des Inhalts eine meiner Perlen im Bücherregal.

Kommentare erwünscht, ich hoffe euch hat der Beitrag gefallen - liebe Grüße - Miara


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-11 10:02:20 mit dem Titel Von der Wichtigkeit des Träumens (Die Sklaven des Traumfressers von Barbara Büchner)

\"Die Sklaven des Traumfressers\" von Barbara Büchner ist eines der Bücher, das vom Ueberreuter Verlag in der Edition Märchenmond herausgegeben wird. Es ist eines der Bücher, die für Jugendliche herausgegeben werden, was aber Erwachsene nicht hindern sollte, so ein Buch zu lesen. Gekauft habe ich mir das Buch bei www.jokers.de. Hier mein Beitrag zu diesem Buch:

INHALT

Aus einem langweiligen Urlaub wird für die drei Jugendlichen Tanja, Dennis und Robert plötzlich ein gefährliches Abenteuer. Alles beginnt mit einer scheinbar normalen Besichtigungstour durch eine alte gotische Kirche. Plötzlich werden die drei von ihrem Führer in einer der Grüfte eingeschlossen. Sie bemerken, dass es nach unten noch einen Ausweg gibt und suchen sich den Weg durch das Gebäude ins Freie. Aber irgendwas stimmt nicht. Denn die Welt, in der sie herauskommen, gleicht zwar unserer Welt. Aber einiges ist doch anders, alles wirkt verfallen und auch die Menschen sind anders.

Die drei werden direkt von zwei Punkern abgefangen, die sich als Dream und Raven vorstellen. Sie verhalten sich so, als seien alle in Gefahr und bringen Tanja, Dennis und Robert an einen anderen Platz. Dort erfahren die Drei dann, dass sie tatsächlich in einer anderen Welt, in einer Parallelwelt sind. Und in dieser Welt können die Menschen nicht mehr träumen. Eine religiöse Gruppe hat nach einem Krieg die Macht übernommen und sich mit Dämonen bzw. Wesen einer anderen Welt verbündet und herrscht seitdem über die Menschen. Durch die fehlenden Träume sind die Menschen dieser Welt nicht mehr dazu fähig, Widerstand zu leisten. Und unsere drei Helden, die von den anderen als Diejenigen bezeichnet werden, sollen den anderen helfen, wieder träumen zu lernen - und die Welt zu retten.

Ein schwieriges Unterfangen für drei gewöhnliche Jugendliche, die zudem jetzt um ihr Leben fürchten müssen, da die Häscher der Machtinhaber bald hinter ihnen her sind.


MEINUNG

Barbara Büchner hat hier ein Buch geschrieben, dass man durchaus von der Grundidee mit Werken wie Momo oder wie Märchenmond vergleichen kann. Denn hier geht es um die Macht des Träumens und was bewirkt wird, wenn Menschen nicht mehr träumen können. Das betrifft sowohl Tagträume als auch gewöhnliche Träume. Hier wird anhand dieser Welt gezeigt, wie viel dem Menschen dann fehlt, denn das Träumen ist wichtig für die Vorstellungskraft und somit auch für zukünftige Ziele.

Die Persönlichkeiten von Tanja, Dennis und Robert haben mir sehr gut gefallen. Alles wird hier allerdings aus Tanjas Perspektive geschrieben, so dass vieles der anderen Hauptpersonen doch zu kurz kommt. Auch die Persönlichkeit des Führers Neil, der auch eine große Rolle spielt, hat mir sehr gefallen. Er wirkt noch am realistischsten. Denn während die anderen drei nur das Ziel haben, der fremden Welt zu helfen, zeigt er natürliche, menschliche Reaktionen und will fliehen bzw. zurück in unsere Welt.

Alles in allem hat man hier allerdings ein typisches Jugendbuch vor sich. In dem die Hauptperson eben kaum Angst hat bzw. ihre Angst zugunsten eines höheren Ziels bekämpft. Zudem ist es auch eine Ansichtssache, ob es nun glaubhaft ist, dass Menschen ohne Möglichkeit zum Träumen nun weniger engagiert für ihre Ziele kämpfen. Aber hier respektiere ich die Idee der Autorin, die das vorweg nimmt und so den Träumen eine sehr hohe Bedeutung zuspricht. Und wenn man das akzeptiert, dann ist auch vieles sehr verständlich und realistisch, was in der anderen unterdrückten Welt passiert.

Sehr interessant finde ich einige Parallelen zu unserer Welt. Beispielsweise, dass Sekten vor der Jahrtausendwende aus dem Boden schießen und vom Ende der Welt reden bzw. allen den Tod ankündigen, der nicht ihren Glauben annimmt. Die Autorin versucht hier eine Welt zu schildern, in der einer solchen Sekte eben dieses gelungen ist. Und die Auswirkung auf die restliche Menschheit ist nicht gerade positiv.

Der Roman ist sehr phantasievoll und viele Dinge geschehen hier, die nach unserer Logik unmöglich sind. Aber \"Die Sklaven des Traumfressers\" ist ein Buch, das an die Phantasie und die Träume apelliert. Und somit fühlt sich ein phantasievoller und fremde Welten liebender Welt auch mit diesem Buch wahrscheinlich wohl, mir hat es sehr gut gefallen.

Schriftstellerisch ist der Anspruch nicht sehr hoch, so gibt es oft Wiederholungen und ich finde es auch merkwürdig und störend, wenn man mindestens drei Stellen beispielsweise plötzlich auf Tanjas schmerzenden Waden eingegangen wird. Aber insgesamt liest sich das Buch einfach und man ist schnell durch die sehr interessanten 343 Seiten durch.


DATEN

Titel: Die Sklaven des Traumfressers
Autorin: Barbara Büchner
Geeignet: Erwachsene und Jugendliche, die Fantasy mögen
Seiten: 343
Preis: Euro 4,90 bei www.jokers.de
ISBN-Nr. 3-8000-2568-X


FAZIT

Die Sklaven des Traumfressers ist ein unterhaltsamer und sehr interessanter Roman über drei Jugendliche, die in eine Welt geraten, in der die Menschen die Fähigkeit verloren haben zu träumen. Ein Buch über einen scheinbar unmöglichen Kampf gegen das Böse in dieser Welt. Und ein Buch, das eine Welt zeigt, wie sie sein könnte, wenn eine religiöse Sekte an die Macht käme.


Liebe Grüße - Miara

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-11 12:33:15 mit dem Titel Mittelmäßige Zeitreise mit Marion Zimmer Bradley (Die Sterne warten)

Marion Zimmer Bradley gehört zu meinen Lieblingsautoren. Daher habe ich mir auch das Buch Die Sterne warten von ihr vor einem Monat gekauft und vor ein paar Tagen durchgelesen. Meine Erwartungen an dieses Buch haben sich allerdings nicht erfüllt. Warum, das könnt ihr hier lesen.


INHALT

Das Buch Die Sterne warten ist eine Auswahl von Kurzgeschichten der Autorin aus drei Jahrzehnten. Es sollen Geschichten von Menschen sein, die Göttern gleich sind oder mit diesen verbunden sind. Und Geschichten von Menschen, die in sich ein uraltes Erbe spüren.

Aufgeteilt ist das Buch in V Teile, die alle sehr unterschiedlich sind.

Teil 1 hat das Überkapitel Die Sterne warten: Frühe Erzählungen.

Hier finden wir folgende vier Geschichten:

1. Jackie sieht einen Stern, geschrieben 1954
2. Tod zwischen den Sternen, geschrieben 1956
3. Die Sterne warten, geschrieben 1958
4. Die Stimmen des Windes, geschrieben 1959
5. Adams Rippe, geschrieben 1963

Teil 2: Arwens Abschied: Legenden aus Mittelerde

1. Arwens Stein, geschrieben 1974
2. Arwens Abschied, geschrieben 1974


Teil 3: Begegnung in den Hyaden: Begebnisse zwischen zwei Sternen

1. Begegnung in den Hyaden, 1962
2. Der Tag der Schmetterlinge, 1974
3. Heldenmond, 1976
4. Ellbogenfreiheit, 1980

Teil 4 beschäftigt sich mit den Darkover. - Der Preis der Bewahrerin: Darkover-Geschichten.

1. Der Wasserfall von 1974
2. Der Preis der Bewahrerin von 1978
3. Lektion im Gasthof von 1978
4. Den Eid zu wahren von 1979
5. Der Sohn des Falknermeisters von 1980
6. Schwert des Chaos von 1982

Teil 5: Der blaue Stern: Fantasy-Stories

1. Das Geheimnis des Blauen Sterns von 1979
2. Der unfähige Magier 1983

Danach folgt ein sehr umfangreiches Nachwort des Herausgebers, anschließend ein Quellen- und Übersetzungsverzeichnis.


MEINUNG

Es ist für mich nicht einfach, eine generelle Meinung zu diesem Buch abzugeben. Aber ich selbst bin enttäuscht von diesem Buch. DAs liegt wohl daran, dass ich eher den späteren Stil der Autorin kenne bzw. bis jetzt kannte und von dem Anfangsstil wenig halte.

Insgesamt ist das Buch sehr grausam und hart. Fast alle Geschichten spielen nicht nur in düsteren Zeiten sondern enden oft auch düster und tödlich oder auf andere Weise schlecht für die Hauptpersonen.

Ich versuche aber jetzt doch mal kurz auf die einzelnen Teile und Geschichten einzugehen.

In Teil 1 finden wir eher seichte Science Fiction Storys, wie sie durchaus in dieser Zeit bis in die 60er Jahre üblich waren. Von Kindern, die Kontakt zu Außerirdischen bekommen bis hin zu Menschen, die von Aliens übernommen werden, ist hier alles vorhanden. Die Geschichten sind ganz interessant geschrieben, haben aber bis auf die Geschichte Eins alle einen sehr negativen Touch.

Teil 2 ist meiner Ansicht nach nur geeignet für Menschen, die sich mit dem Thema Mittelerde beschäftigt haben, also Herr der Ringe und weiterfolgende Werke kennen. Wer diese wie ich nicht kennt, ist hier aufgeschmissen. Denn man bekommt nirgends hinweise, was welche Person bedeutet oder was es mit dem Völkern hier auf sich hat. Hier war ich sehr enttäuscht, denn die Geschichten sind für Nichtkenner zu verworren, um etwas zu verstehen.


Teil 3 sind wieder eher allgemeine Science Fiction Geschichten. Hier beginnt man langsam die heute bekannte Art der Schriftstellerin zu spüren, die auch bekannt dafür ist, dass oft Frauen Heldinnen und Hauptpersonen sind. Die Begegnung in den Hyaden beginnt sehr spannend, endet dann aber auch für mich zu knapp und ohne logisches Ende. Denn auch hier sind noch Einflüsse von den Herr-der-Ringe Kenntnisse zu spüren, die ich eindeutig nicht habe. Und auch hier sind die Geschichten ziemlich brutal oder auf subtile Weise sehr gemein und die Hauptpersonen meistens nicht gerade die Guten.

Teil 4 ist ein interessanter Bereich. Die Darkover Geschichten von Marion Zimmer-Bradley sind nicht umsonst ziemlich bekannt geworden. Auch hier herrscht noch die Brutalität und Grausamkeit vor. Und hier bemerkt man eben die geänderte Schreibweise und dass Frauen mehr sind als nur Wesen, die sich vergewaltigen lassen oder Kinder kriegen. Obwohl beides auch hier noch vorkommt. Am besten hat mir hier \"Den Eid zu wahren\" und \"Schwert des Chaos\" gefallen. Beide Geschichten sind zwar auch brutal, aber die Hauptpersonen sind hier sympathisch und ihre Handlungsweise ist gut nachzuvollziehen. Und beide sind schon im Stil der heutigen Art geschrieben.

Teil 5 ist dann so, wie ich den Schreibstil von Marion Zimmer Bradley kenne. Ein wenig mystisch und geheimnisvoll. Die Welten sind oft auch noch grausam aber nicht immer nur negativ wie in den früheren Werken. Und Frauen haben jetzt die gleichen Möglichkeiten wie Männer, selbst wenn sie in einer nicht frauenfreundlichen Welt leben.


Insgesamt eine sehr vielfältige Mischung, bei der aber Grausamkeit und eine negativ ausklingende Story vorherrschen. Einige der Kurzgeschichten sind unverständlich, wenn man sich selbst nicht vorher mit der Thematik auseinandergesetzt hat, die die Autorin beispielsweise kennt.

Sehr gut ist das Buch, wenn man sich mal ein Bild über die Entwicklung der Schriftstellerin machen möchte. Da das nicht mein Anliegen war, bin ich hier sehr enttäuscht. Denn das Anliegen des Buches sollte ja sein, die Verschiedenartigkeit der Menschlichen Seele ans Licht zu bringen. Und wenn ich mir das Buch jetzt noch einmal rückblickend betrachte. Dann heißt das hauptsächlich Gnadenlosigkeit, Brutalität und Machtgier, bis auf ein paar Ausnahmen.

Insgesamt fand ich vielleicht ein Drittel des Buches wirklich lesenswert und interessant, wobei hier noch einige ziemlich happige Geschichten mit enthalten sind. Ich würde mir dieses 320 seitige Buch nicht noch einmal kaufen, empfehlen kann ich es nur mal zum Ausleihen aus einer Bücherei, das ist günstiger, da Ärgert man sich nicht so über das ausgegebene Geld.


DATEN

Titel: Die Sterne warten
Autorin: Marion Zimmer Bradley
Seiten: 320
Art: Kurzgeschichten, gebundenes Buch
ISBN-Nr. 3-8289-6759-0
Ausgabe: 1986
Verlag: Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach
Preis: DM 9,80 bei www.jokers.de


FAZIT

Ein etwas enttäuschendes Buch mit vielen alten Kurzromanen der bekannten Autorin Marion Zimmer Bradley. Sehr gut, um ihre gesamte Schreibweise kennen zu lernen. Ansonsten viele grausame und nicht zum Thema passende Geschichten, daher mittelmäßig bis schlecht. Ich empfehle das Buch auch nicht weiter.


Liebe Grüße an alle Leser meines Beitrages - Miara

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-28 14:42:38 mit dem Titel Schönes Geschenkbuch für Groß und Klein (Samantha von Sergio Bambaren)

Freundschaft ist etwas, auf das wir oft viel zu wenig achten. Dabei ist die Freundschaft eines der schönsten Dinge, die es überhaupt auf der Welt gibt. Aus diesem Grunde und weil ich die Bücher von Sergio Bambaren liebe, habe ich mir kurz vor Weihnachten auch das Buch \"Samantha - eine Geschichte über Freundschaft gekauft\". Dieses Büchlein werde ich auch noch einer guten Freundin schenken. Jetzt möchte ich es hier aber vorstellen.


INHALT

Samantha ist ein ein ganz besonderes Mädchen, dessen Lebenssinn nicht nur daran liegt, sich mit anderen Mädchen zu treffen oder auf Parties zu gehen. Sie verbringt jede freie Minute am Meer und liebt die kleinen Wunder, die sie dort findet.

Als sie eines Tages wieder ans Meer geht, um dort Antworten auf ihre vielen Fragen zu finden, da geschieht etwas ganz Besonderes. Denn aus dem Meer taucht Delphi, ein wilder Delphin auf. Auch Delphi ist anders als die übrigen Delphine. Er sucht wie Samantha einen wahren Freund, ein Wesen, das etwas ganz Besonderes für ihn ist.

Delphi nimmt Samantha, die von ihm wissen will, was wahre Freundschaft ist, mit aufs Meer hinaus. Und so erlebt die kleine Samantha einige sehr schöne Momente und lernt viele Meeresbewohner kennen. Dabei lernt sie auch, was Freundschaft bedeutet.


=======
MEINUNG

Samantha ist schon äußerlich ein auffälliges Buch. Denn was ich da im Laden entdeckt hatte, ist zwar nur ein dünnes Taschenbuch, aber schon das Bild vorne ist bezaubernd und liess mich neugierig werden. Dort sieht man im Meer tauchend ein kleines (etwa 10 Jähriges Mädchen) neben einem Delphin nach oben schwimmen. Darüber sieht man dann die Umrisse eines Haies. Und trotzdem strahlt das Buch nur Positives aus.

Schon beim Durchblättern des 74 Seitigen Buches fällt auf, dass sich diese wundervolle Zeichnunge susammen mit vielen anderen bunten Zeichnungen auch passend zum Text noch im Buch wiederfinden. Es macht mir hier schon Spass, nur die Bilder des Buches aufzublättern und mir dann lange anzusehen. Mich bringt es gleichzeitig zum Lächeln aber auch zum Nachdenken, so schön und aussagekräftig sind die Bilder.

Die Schrift selbst ist ein wenig Größer als ich es sonst von Büchern gewohnt bin. Allerdings gibt es diese schriftgröe manchmal bei Geschenkbüchern, wenn sie auch für Kinder geeignet sind.

Die Geschichte selbst ist so geschrieben, dass sie sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet ist. Man könnte sie auch ohne Probleme den ganz Kleinen vorlesen und ihnen dazu dann die Fotos zeigen. Auch das passt hier hervorragend.

Für Erwachsene finde ich es geeignet, sofern man jemanden, den man vielleicht selbst als guten Freund bezeichnet, hiermit zeigen will, wie wichtig er einem selbst ist. Das Buch gibt aber auch sehr gute Anregungen über das, was wahre Freundschaft bedeutet. Denn es geht hier nicht über das, was man so als Freund bezeichnet, wenn es sich um einen Bekannten handelt, sondern um die tiefe Freundschaft.

Im Buchtext selbst sind gute Aspekte der Freundschaft auch immer wieder hervorgehoben, sie wirken hier fast wie ein Gedicht. Hier ein Beispiel:

Freunde brauchen einander
wie die Blumen den Regen,
um zu blühen und ihre Schönheit zu zeigen.
Freundschaft muß sorgfältig
gepflegt werden.


Vom Inhaltlichen her gefällt mir die Geschichte aber auch, weil das Buch zeigt, wie die kleine Samantha hier Freunde findet, wenngleich es hier keine Menschen sind. Und man über das Abenteuer und der Fragen von Samantha auch selbst miterlebt, was die Freundschaft ausmachen kann.


=====
DATEN

Titel: Samantha - Eine Geschichte über Freundschaft
Autor: Sergio Bambaren
Seiten: 74
Art: Geschenkbuch, Buch über Freundschaft
Buchart: Taschenbuch
Verlag: Piper
Preis: 7,90
ISBN-Nr. 3-492-23611-1
Ausgabe: September 2002


FAZIT

Samantha - Eine Geschichte über Freundschaft ist ein wundervolles Geschenkbüchlein, das man sowohl Erwachsenen als auch Kindern schenken kann. Aber es ist auch zum Selbstlesen und Bilderanschauen sehr gut geeignet.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-08 18:40:24 mit dem Titel Kuriositätensammlung Australien (Frühstück mit Kängurus von Bill Bryson)

Kurz vor Weihnachten habe ich mir in einem Buchladen das Taschenbuch \"Frühstück mit Kängurus - Australische Abenteuer\" gekauft. Wie einige meiner Leser wissen, bin ich ja ein großer Australienfan. Und als Leseratte konnte ich hier nicht widerstehen, denn das Buch wurde als humoristisches Buch und Reiseführer angeboten. Hier meine Meinung dazu.


======
INHALT

Bill Bryson, ein in Amerika für humoristische Werke bekannter Autor war der Meinung, dass man in Amerika eindeutig zu wenig über Australien wisse. Und somit machte sich der Autor auf den Weg in das Land, in dem sich fliegende Füchse tummeln und das als der flachste, trockenste, unfruchtbarste und heißeste Kontinent gilt. Das Buch handelt von seinen Erlebnissen des Autors und ziemlich vielen Informationen, die hauptsächlich kurios sind.

Aufgebaut ist das Buch wie ein Erlebnisroman oder ein Tagebuch. Es ist in Ich-Schreibweise geschrieben und ziemlich humorvoll beschreibt hier Bill Bryson alles, was ihm in Australien während seiner Reisen passiert ist, was für Personen ihm begegnet sind und was es alles an Besonderheiten an den von ihm besuchten Orten gibt. Dabei kommt man in den Genuss von bekannten Städten wie Sydney oder Melbourne aber auch eher unbekannte Orte wie Burrumbottock oder Tittybong wurden von Byron bereist und hier beschrieben. Insgesamt hat der Leser hier 19 Kapitel und ein Nachwort in dem 411 Seitigem Werk vor sich.


=======
MEINUNG

Nachdem ich hier den Inhalt nur kurz umrissen habe, jetzt aber meine Meinung zu diesem Buch, dessen Aussehen mich durchaus auch mit zum Kauf verlockt hat. Denn man sieht hier ein Kängurugesicht und im Hintergrund den Uluru, auch als Ayers Rock bekannt. Und da ich selbst schon an diesem Ort gewesen bin, fiel mir das Buch auch gleich ins Auge.

Den Autor Bill Bryson kenne ich selbst nicht. Laut der Booklist hat er schon sehr gute und humorvolle Reiseliteratur geschrieben. Aber ich bin generell aufgeschlossen, wenn es gilt neue Bücher kennenzulernen.

Insgesamt ist Frühstück mit Kängurus ein sehr unterhaltsamer Roman. Der Autor schafft es auch den Leser gleich in seinen Bann zu bringen, was bei einem Reisebericht nicht immer machbar ist. Der Stil ist sehr direkt aber man bemerkt auch gleich die Amerikanische Denkweise. Und für Bryson scheint ganz Australien nur ein Kuriosum zu sein, auch wenn der Autor immer wieder betont, wie sehr er Australien mag.

Sehr viele Stellen sind zugleich lustig und doch meiner Ansicht nach so überzogen, dass es mich schon wieder störte. Mein Leser stelle sich einen Roman über Deutschland vor, in dem nur das erwähnt wird, was kurioses in Deutschland passierte. Der eine mag so etwas, der andere nicht. Bryson hat dafür aber auch sehr gut recherchiert und so erfährt man welcher Premierminister einfach so im Meer baden ging und auf ewig verschwand und wo es welche giftigen Tiere gibt.

Während seiner gesamten Reise durch viele Gebiete Australiens findet Bryson aber auch immer irgendwelche kuriosen Dinge. Vieles über die Lebensweise der \"normalen\" Australier, wie ich sie kennen gelernt habe, erfährt man dagegen nicht. Dafür weiß ich jetzt, dass es auch einen großen Hummer und einen großen Stier gibt, dessen Hoden einen Mann erschlagen würden, fielen sie zufällig auf ihn. Wie Amerika hat Australien leider auch die Tendenz überall das größte zu haben. Und Bryson hat eine Vorliebe, diese Touristenattraktionen zu beschreiben.

Sehr gut gefallen haben mir dagegen seine persönlichen Erlebnisse. Und da hat er auch einen sehr interessanten Schreibstil, was sich selbst angeht. Er hat einen starken Eigenhumor und beschreibt sich selbst so komisch, dass gerade solche Passen Spass machten, in denen er Erlebnisse beschrieb, die ihm selbst passiert sind.

Sehr schade fand ich seine Voreingenommenheit bestimmter Orte Australiens gegenüber. Die gibt er zwar unumwunden in dem Buch zu aber so bekommt man auch nur eine negative Schilderung über Orte, die man vielleicht selbst als gut kennt, die der Autor aber aus bestimmten Gründen schon vorher nicht mochte.

Insgesamt habe ich durch das Buch viel über Australien gehört, aber irgendwie nur über negativ-kuriose Dinge. Viel Positives kommt über das Land hier nicht heraus und das störte mich sehr. Außerdem finde ich einiges sehr überheblich. Mein Onkel, ein Australier, sagte mir mal, es gäbe in Australien keine überheblicheren Menschen als die Amerikaner. Und auch wenn Bryson hier humorvoll über Australien herzieht, so kommt das doch an sehr vielen Punkten heraus.

Und auch wenn das Buch insgesamt sehr humorvoll ist, so sollte man selbst nicht glauben, dass einem normalen Touristen all diese Dinge zustossen, wie Bryson es hier schildert. Ich war jetzt schon zweimal in Australien, meine Eltern dreimal, aber wir haben nie so ungewöhnliche und fast nur kauzige Menschen kennengelernt, wie Bryson hier in dem Buch schildert. Und wir waren auch schon in sehr vielen Gegenden Australiens.

Gar nicht humorvoll sondern sehr nachdenklich stimmte mich sein Beitrag über Alice Springs. Erst macht sich der Autor viele Gedanken über die Situation der Aborigines. Dabei wird der Leser darauf gestossen, wie schlimm die weißen Australier mit den Aborigines umgegangen sind. Sind sie auch, aber dieser von sich so überzeugte Amerikaner machte nicht einmal den Vergleich mit Amerika und den Indianern. Denn beides ist gleich schrecklich gewesen. Und so sieht man den von sich überzeugten Amerikaner über die Australier urteilen und es regt sich nirgends das Gewissen gegenüber den Ureinwohnern Amerikas. Und anstatt, dass seine Gedanken auch weitergehen, macht er es schließlich wie seiner Aussage nach alle Australier. Er tut so, als gäbe es keine Aborigines. Vielleicht wundert sich der eine oder andere Leser von mir, warum ich mich so darüber aufrege. Ich finde es schlimm, wie die Aborigines heute noch in Australien behandelt werden. Denn obwohl ihnen heute einige Landgebiete zurückgegeben wurden, gelten sie bei den meisten Weißen wie Abschaum. Aber trotz allem gibt es in Australien auch engagierte Menschen, die sich für die Rechte der Ureinwohner einsetzen. Und dann kommt so ein von sich selbst überzeugter Amerikaner und tut so, als seien die Australier die einzigen, die hier Ureinwohnern ihre Rechte absprechen würden.

Wer das Buch liest, erfährt auf jeden Fall sehr vieles über Menschen, die versucht haben, Australien zu erkundigen und meistens dabei scheiterten. Man weiß nach dem Lesen alles über die Gefahren des trockenen Kontinents und so mancher wird sich wohl hüten, dieses Land jemals zu besuchen. Wären nicht die guten Erlebnisse des Autoren gewesen, so hätte ich das Buch schnell wieder aus der Hand gelegt, so sehr hat mich diese Negativ-Informationspolitik dieses Buches geärgert. Aber da durchaus auch ein paar schöne Aspekte Australiens geschildert werden und mich auch interessierte, was Bryson zu Gegenden sagt, die ich noch nicht kenne, habe ich das Werk auch zu Ende gelesen. Ich habe vor Weihnachten mit diesem Buch angefangen und es jetzt erst beendet. Und das heißt etwas, denn normal habe ich ein interessantes Buch mit diesen Seiten in zwei spätestens drei Tagen beendet.


=====
DATEN

Titel. Frühstück mit Kängurus - Australische Abenteuer
Autor: Bill Bryson
Seiten: 412
Art: Humoristische Reiseliteratur
Buchart: Taschenbuch
Verlag: Goldmann-Verlag
ISBN-Nr.: 3-442-45379-8
Preis: 9,90 Euro
Ausgabe: November 2002


=====
FAZIT

Frühstück mit Kängurus ist eine Mischung zwischen einem Reiseerlebnisroman, der sehr gelungen ist und einer Anreihung von kuriosen Informationen zu Australien. Mir hat diese Mischung nicht sehr gefallen, zudem einiges sehr überheblich wirkt und Australien in diesem gerade in den Informationen nicht gut weg kommt. Vielleicht betrachten das viele Menschen als Lustig aber mir gefiel es nicht, wie sehr vieles von und in Australien hier von Bryson oft ins Lächerliche gezogen wurde. Ich persönlich würde mir das Buch nicht noch einmal kaufen.

Liebe Grüße - Miara

23 Bewertungen