Erfahrungsbericht von Sorsha
Marion Zimmer Bradley - Die Nebel von Avalon
Pro:
Schreibstil
Kontra:
zu große Sprünge in der Geschichte
Empfehlung:
Nein
Story:
Igraine, ein Zöglin Avalons, wurde einst von ihrer Schwester Viviane, der Hohepriesterin, mit Gorlois verheiratet. Während ihr Ehemann die Sachsen bekämpft, lebt sie mit ihrer Tochter Morgaine und ihrer kleinen Schwester Morgause auf der Burg Tintagel. Eines Tages erhält sie Besuch von ihrer Schwester und dem Merlin von Britannien, dem wiedergeborenen Retter. Von ihnen erfährt sie, dass es nur einen Weg gibt Britannien zu befreien und zu einen. Es wird ein König kommen, der sowohl die britonisch als auch die römisch veranlagten Britonen unter sich versammeln wird und es so schafft alle Feinde aus dem Land zu vertreiben. Das mit Abstand merkwürdigste ist allerdings, dass Igraine die Mutter dieses Königs sein soll, aber Gorlois nicht der Vater. Es wird ihr sogar prophezeit, dass sie Gorlois eigentlich nicht unbedingt betrügen muss, da er sowieso in nicht allzu ferner Zukunft sterben wird. So kommt es dann auch, dass Igraine die Frau des neuen Großkönigs Uther Pendragon wird und ihm einen Sohn, Artus, schenkt.
In der Zwischenzeit nimmt Viviane Morgaine nach Avalon, um sie zur Priesterin auszubilden. Doch Morgaine soll keine einfache Priesterin sein, sondern nach Viviane das Amt der Hohepriesterin übernehmen. So kommt es dann auch, dass Viviane Morgaine nach dem Tod Uthers dazu auserwählt sich dem neuen König bei der Zeremonie auf der Dracheninsel hinzugeben. Voller Entsetzen stellt Morgaine nach dem vollbrachten Ritual fest, dass sie mit ihrem Bruder geschlafen hat und dies mit dem Wissen ihrer Tante. Von dieser Unerhörtheit geschockt, flieht sie von Avalon. Doch diese eine Nacht mit ihrem Bruder soll nicht ohne Folgen bleiben. Bald schon stellt sie fest, dass sie schwanger ist.
Da sie nicht weiß, wohin sie sich wenden soll (ihrer Mutter kann sie von dieser Schande auf gar keinen Fall berichten), versteckt sie sich bei ihrer Tante Morgause und deren Gatten Lot und bringt dort ihr Kind zur Welt. Als Morgause das Kind nach der Geburt ermorden will, um einem ihrer Söhne die Möglichkeit des Thronerbes offen zu halten, erfährt sie, dass Artus der Vater ist, sieht ihre Chance, Einfluss auf Artus auszuüben, und lässt von ihrem Vorhaben ab. Stattdessen zieht sie nun Gwydion auf und formt ihn nach ihrem Willen.
Inzwischen wird es für Artus Zeit zu heiraten, denn was ist ein Großkönig ohne Frau und somit ohne Erben. Die Auserwählte ist Gwenhwyfar, die aber eigentlich unsterblich in Lancelot, Artus’ Vetter, Sohn von Viviane, verliebt ist. Doch sie beugt sich ihrem Schicksal und widmet sich ganz ihren Aufgaben als Königin. Bald schon stellt sie fest, dass sie die Hauptaufgabe, die ihr gestellt wird, einen Erben zu gebären, nicht erfüllen kann. Zwar ist sie mehrmals \"guter Hoffnung\", doch kann sie die Schwangerschaften nie zu Ende bringen.
Von Selbstzweifeln geplagt, immerhin könnte ja auch der Vater an den Fehlgeburten und somit am fehlenden Erben Schuld sein, arrangiert Artus eine Nacht zu Dritt, an der neben ihm und Gwenhwyfar auch Lancelot teilnimmt. Doch auch dabei will sich kein Erbe einstellen. Jedoch hat Artus unbewusst die Liebe von Gwen (ich kürze jetzt mal den Namen ab) und Lancelot unterstützt. Da Gwen unter großem Einfluss des \"neuen\" christlichen Glaubens steht, sieht sie in ihrem Tun eine Todsünde und stürzt sich immer mehr in ihren Glauben. So kann sie nach und nach Artus sogar dazu überreden bzw. zwingen, dem alten Glauben zu entsagen und beschwört einen Machtkampf der beiden Glaubenrichtungen herauf.
Mehr will ich nun nicht erzählen. Das sollte nur ein bisschen die Neugierde wecken.
Die Autorin - Marion Zimmer Bradley
Wie schon in meinem Bericht zu \"Die Herrin von Avalon\" gesagt, ist es natürlich schwer in mehreren Berichten über eine Autorin nur Neues zu berichten. Deshalb möchte ich hier erst mal ein paar grundlegende Daten über die Autorin bringen, die ich auch schon in den anderen Berichten erwähnte.
1930 wurde Marion Zimmer Bradley in Albany, New York, USA, geboren und starb im September 1999 an einem Herzanfall.
Ich bringe ihren Namen als erstes immer mit der Avalon-Trilogie in Verbindung. Allerdings soll sie wohl auch große Erfolge mit anderen fantastischen Büchern gehabt haben.
Wie schon in den beiden anderen Berichten, möchte ich an dieser Stelle ein paar ihrer Werke aufzählen.
Geschichten aus dem Haus der Träume
Der lange Weg der Sternfahrer
Glenraven
Die Farben des Alls
Im Schatten der Burg
Die Zauberin von Ruwenda
Die Teufelsanbeter
Der Tigerclan von Merina
Geisterlicht
Die Engel der Dämmerung
Das Tor zum All
Der Roman
Nach den ersten beiden Romanen war ich furchtbar neugierig, wie den der Dritte sein würde. Wo der Erste mich noch begeisterte war der Zweite ja nur noch Mittelmaß. Also ging ich eigentlich mit keiner zu hohen Erwartung ans Lesen.
Wie schon in den ersten beiden Teilen verknüpft Marion Zimmer Bradley geschichtliche Ereignisse mit Legenden und ergänzt dies dann noch mit ihren eigenen Ideen.
Glücklicherweise handelt es sich hier nicht wieder um so ein gestückeltes Werk wie es Die Herrin von Avalon war. Hier wird nun wieder durchgehend eine Geschichte erzählt. Allerdings geschieht dies aus der Sicht von verschiedenen Personen. Mich hat das jedoch nicht gestört. Wenn ich es mir genau überlege, war es sogar eher spannungsfördernd. Man las zum Beispiel gerade mal wieder einen Abschnitt, der sich mit Gwenhwyfar beschäftigt, fragte sich jedoch zwischendrin dann mal, was denn wohl gerade Morgaine so macht. So las man dann schnell weiter, um im nächsten Kapitel mehr zu erfahren. Also eigentlich eine ganz interessante Methode, die Leser zu fesseln.
Im Vergleich mit den beiden \"Vorgängern\" kommen bei mir \"Die Wälder von Albion\" und \"Die Nebel von Avalon\" gleichgut weg. Genau wie beim ersten Band der Trilogie war ich von der Story die ganze Zeit fasziniert und immer neugierig, was denn als nächstes passieren würde. \"Die Herrin von Avalon\" kam mir im Vergleich dazu nur wie ein Pausenfüller vor.
Die Verfilmung
Da ich eigentlich erst nach der Verfilmung auf die Idee kam, mir die Bücher vorzunehmen, möchte ich hier ganz kurz was dazu sagen.
Ich habe also erst die Verfilmung gesehen, bevor ich diesen Roman las. Dazu hatte mich vor allem die hervorragende Besetzung verleitet (Anjelica Huston, Joan Allen, Samantha Mathis,...). Natürlich las ich danach auch ein paar Meinungen darüber und hörte auch Kommentare von Bekannten und Verwandten. Im großen und ganzen war die Reaktion wohl eher negativ als positiv. Ich persönlich empfand es jedoch als gar nicht mal so schlecht.
Nun da ich das Buch kenne, muss ich gestehen, dass ich die negativen Reaktionen gut nachvollziehen kann. Es wurde so viel verändert bzw. wichtige Details einfach weggelassen, dass der Film nicht mit dem Inhalt Buch gleichzusetzen ist. Es scheint sich dabei eher um eine schlechte Zusammenfassung zu handeln.
Aber eine Sache habe ich als großer Film-Fan schon vor Jahren gelernt. Man muss in der Lage sein, eine Literaturverfilmung ohne Verbindung mit dem Roman zu sehen. Das klingt zwar merkwürdig, aber so ist. Wenn man in der Lage ist, einen Film wirklich nur als Film zu sehen, ohne gleich zu denken, \"das war im Roman aber so...\", nimmt man sich nicht das Vergnügen beim Fernsehen (oder Kino).
Deshalb auch mein kleines Fazit zur Verfilmung von \"Die Nebel von Avalon\": Sieht man den Film eigenständig ohne Zusammenhang mit dem Buch, fand ich ihn gar nicht so übel. \"Merlin\" war tausendmal schlimmer. Vergleicht man jedoch Buch und Film kann das Urteil nur vernichtend ausfallen.
Fazit:
Nun kann ich den Kult, der um diesen Roman entstanden ist wesentlich besser verstehen. Marion Zimmer Bradley versteht (oder besser verstand) es einfach, eine alte Sage (wer kennt Artus nicht?) in ein neues Gewand zu kleiden. Ohne jetzt gleich feministisch zu klingen, möchte ich dazu auch noch sagen: es ist ja sowieso viel zu selten der Fall, dass Frauen die „Helden“ sein dürfen. Hier sind sie es jedoch eindeutig.
Ich denke mal, jeder, der keine Angst vor dicken Romanen hat, wird hieran seine Freude haben. Am Besten ist es natürlich, wenn eine gewisse Neigung zum Fantastischen oder einfach auch zum Geschichtlichen besteht.
Viel Spaß beim Lesen!
Daten zum Buch:
Titel: Die Nebel von Avalon
Original Titel: The Mists of Avalon
Erschienen: 1982
Sonderausgabe von Wolfgang Krüger Verlag GmbH, 1997
Schuber mit 3 Romanen (ISBN 3-8105-2617-7)
ISBN 3-8105-2604-5
Seitenzahl: 1118
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-05 10:31:06 mit dem Titel Marion Zimmer Bradley - Die Wälder von Albion
Vielleicht erinnern sich noch ein paar von euch an den Ende Januar ausgestrahlten TV-Film \"Die Nebel von Avalon\". Da ich immer noch ohne solchen Komfort wie Sattelitenschüssel bzw. Kabelanschluss auskommen muss, war ich sehr froh, dass meine Schwester den Zweiteiler aufgenommen hatte und ich so doch noch in dessen Genuss kam.
Seit Jahren höre ich immer mal wieder von meiner Familie und auch Bekannten von der Avalon-Trilogie. Doch jedes Mal kamen mir andere, meiner Meinung nach interessantere Bücher dazwischen, so dass ich jetzt erst, angeregt von der Verfilmung, dazu kam diese Trilogie zu lesen.
Da ich genau wie bei der Saga des Herrn der Ringe auch hier der Meinung bin, dass man die 3 Teile der Saga (Die Wälder von Albion, Die Herrin von Avalon und Die Nebel von Avalon) als ein großes Buch sehen sollte, ist es natürlich schwer darüber mehrere Berichte zu schreiben. Allerdings habe ich beim Schreiben doch schnell gemerkt, dass ein Bericht in diesem Fall den Rahmen bei weitem sprengen würde. Also will ich nun doch auf alle drei Teil einzeln eingehen.
Die Story:
Die Geschichte beginnt in der Zeit als die Römer in Britannien (heutiges Großbritannien) herrschten.
Bei einem Jagdausflug gerät der junge Römer Gaius in eine Bärenfalle und überlebt diesen gefährlichen Sturz nur dadurch, dass er von britonischen Bauern gerettet wird. Da er nach britonischer Art gekleidet ist, halten ihn seine Retter für einen der ihren und nehmen ihn bei sich auf, um ihn gesund zu pflegen. Während er sich nun langsam von seinen Wunden erholt, lernt er die Lebensweise seiner Retter verstehen und schätzen.
Als er genesen ist, kehrt er zu seinem Vater zurück. Doch er kann Eilan die Tochter seines Retters nicht vergessen. Obwohl er ja eigentlich auch halb britonisch ist, fühlt er sich doch den Römern mehr verpflichtet und fügt sich in sein Schicksal, dass sein Vater für ihn bestimmt hat. Er geht zum Heer und versucht eine typische römische Karriere zu machen. Doch immer wieder trifft er auf jemandem aus der Familie seiner Retter. So rettet er Cynric, den Ziehbruder von Eilan schon mal das Leben.
Währenddessen muss sich auch Eilan in ihr Schicksal ergeben. Nachdem eine Horde irischer Piraten ihr Elternhaus überfallen und Mutter und Schwester erschlagen hat, wird sie von ihrem Vater in das Heiligtum geschickt, da dieses unter dem Schutz der Römer steht.
In Vernemeton, das in den Wäldern von Albion liegt, dürfen die Priesterinnen der Britonen ihren heiligen Riten nachgehen. Nachdem die Römer bei ihrem Einmarsch das Heiligtum auf der Insel Mona vernichtet hatten, blieb ihnen keine andere Wahl als sich den römischen Bedienungen zu stellen. Während ein Teil der Britonen immer wieder gegen die Römer rebelliert, versucht der höchste Druide Ardanos eine Art Freundschaft mit ihnen zu schließen und geht dabei sogar so weit, dass er das Orakel beeinflusst.
Nach ein paar Jahren treffen Gaius und Eilan wieder aufeinander und es kommt wozu es eigentlich hätte schon viel früher kommen können. Kurz danach stellt Eilan entsetzt fest, dass sie schwanger ist, was ihr als Priesterin eigentlich nicht erlaubt ist. Zumindest seit die Römer das Sagen haben. Als dann auch noch Lhiannon stirbt und sie als neue Hohepriesterin auswählt, kommt es zu immer mehr Verwicklungen, die ich hier aber nicht weiter erzählen will.
Die Autorin - Marion Zimmer Bradley
Marion Zimmer Bradley wurde 1930 in Albany geboren und verstarb 1999 nach einen Herzanfall. Auf Anhieb ist das was ich mit diesem Namen in Verbindung bringe Avalon und wird es auch immer bleiben. Darüber hinaus hat sie sich jedoch auch mit anderen fantastischen Geschichten einen Namen gemacht. Hier seht ihr ein paar andere Titel von Romanen, die wir ihrer Fantasie verdanken:
Dämonenlicht
An den Feuern von Hastur
Das Haus zwischen den Welten
Das Licht von Atlantis
Das Wort des Hastur
Der Roman
Wie oben ja schon erwähnt, kam ich nach jahrelangem hin und her doch noch dazu diesen Roman zu lesen. Mein erster Eindruck war dann: \"Wow, ist das ein dickes Buch!\" (Immerhin 687 Seiten). Erklärend muss ich hinzufügen, dass mir normalerweise die Zeit fehlt mich an Bücher ranzuwagen, die mehr als 300 Seiten haben. Doch schließlich siegte die Neugierde und ich fing an.
Schon bald war ich dann so fasziniert von dem Inhalt, dass ich kaum noch von dem Buch loskam. Selbst wenn ich mal nicht zum Lesen kam, dachte ich darüber nach, wie die Geschichte denn wohl weitergehen würde.
Geschickt versteht Marion Zimmer Bradley es Tatsachen der Geschichte, also z.B. die Herrschaft der Römer in Britannien, mit Legenden um den alten Glauben der Britonen und unerklärbaren Überbleibseln wie den Steinkreis von Stone Henge zu verknüpfen. Irgendwann ist man dazu bereit, einfach nur noch zu glauben, was sie uns hier erzählt.
Mit liegt hier die Ausgabe des Krüger Verlag vor. Dabei handelt es sich um einen Schuber, in dem sich alle 3 Teile der Avalon-Saga befinden. Diese sind alle drei in Soft-Covern gebunden. Auf dem Umschlag des ersten Bandes (Die Wälder von Albion) sieht man vorne eine Priesterin mit einer heiligen Schalen und hinten drei Frauen an einem kleinen Teich und einen Römer, der diese beobachtet. Auf den Innenseiten des Einbandes findet man eine Karte von Britannien und Eriu (Irland), auf der man die verschiedenen Ortsnamen finden kann. Daneben findet man dann noch eine Erläuterung zu den Stämmen und eine Liste der Städte mit ihren heutigen englischen Bezeichnungen.
Fazit:
Eine wirklich sehr gelungene Einführung in das Thema der Avalon-Trilogie, die in zwei weiteren Romanen fortgesetzt wird. Ich kann das Buch also wirklich sehr empfehlen. Vor allem Freunde von geschichtlich angehauchten Romanen aber auch von fantastischen Geschichten werden ihren Spaß daran haben.
Also, viel Spaß beim Lesen!
Daten zum Buch:
Titel: Die Wälder von Albion
Original Titel: The Forest House
Erschienen: 1993
Sonderausgabe von Wolfgang Krüger Verlag GmbH, 1997
Schuber mit 3 Romanen
ISBN 3-8105-2614-2
Seitenzahlt: 687
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-05 10:37:20 mit dem Titel Marion Zimmer Bradley - Die Herrin von Avalon
Nachdem ich Die Wälder von Albion durch hatte, konnte ich es gar nicht mehr erwarten zu erfahren, wie sich die Geschichte der Priesterinnen in den nächsten Jahrhunderten weiterentwickeln würde. Immerhin fehlte noch ein großes Stück bis die Geschichte Die Nebel von Avalon seinen Lauf nehmen konnte (diese kannte ich ja aus dem TV-Zweiteiler, auf den ich an dieser Stelle aber noch nicht eingehen will, da er sich ja erst auf den dritten Band bezieht).Also griff ich gleich zum nächsten Band der Avalon Trilogie: Die Herrin von Avalon.
Story:
Immer noch in der Zeit der römischen Herrschaft bis hin zum Anfang des Endes der römischen Ära.
Caillean, eine Priesterin aus Vernemeton wurde ins Sommerland geschickt, um das Heiligtum auf Avalon wieder in Benutzung zu nehmen. Nach dem Zusammenbruch von Vernemeton ist nun diese Insel das Heiligtum der Britonen. Gawen, der Sohn Eilans und Gaius\', wächst hier unter Aufsicht der Priesterinnen auf.
Nicht nur die römische Herrschaft scheint diesmal eine Bedrohung für die alte Religion zu sein. Nein! Auch die neue Gemeinschaft der Christen tritt immer mehr in den Fordergrund. Während die Britonen ihre Göttin anbeten, glauben die Christen nur an einen Gott, der auf keinen Fall eine andere Form der Religion akzeptieren kann. Zu Beginn sind die Priesterinnen gerne bereit, eine Gemeinde der Christen auf ihrer Insel aufzunehmen, da sie ja daran glauben, dass es nur einen Gott gibt, dieser aber durchaus in verschiedenen Erscheinungsformen auftreten kann (also die Göttin ist der Gott der Christen).
Gaius, der hin und her gerissen ist von seinen Gefühlen zu Sianna und den verschiedenen Religionen, verlässt eines Tages die Insel, um seine römischen Wurzeln zu erforschen. Von seinem Großvater wird er wie einst sein Vater erst einmal in der Armee unterbracht, da dies nun mal der Startpunkt für römische Karrieren ist. Nachdem er eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Römern und Britonen gerade so überlebt, kehrt er doch wieder nach Avalon zurück.
Dort hat sich die Situation zwischen den Priesterinnen der Göttin und den Christen immer mehr zugespitzt. So dass Caillean nur noch einen Ausweg sieht. Sie beschwört die Nebel herauf, die Avalon von der menschlichen Welt schützen sollen.
150 Jahre später herrscht Dierna als Hohepriesterin in Avalon. Sie versucht die Geschicke der Menschen zu beeinflussen, in dem sie eine Priesterin, Teleri, mit dem kommenden Herrscher Britanniens, Carausius, vermählt. So hofft sie, den Kontakt zwischen der Götterwelt und den politischen Geschicken besser unter Kontrolle zu haben. Doch sie irrt sich. Denn auch wenn alles so schön geplant ist, kommen doch immer wieder die Gefühle der Menschen dazwischen.
Nach wiederum 150 Jahren herrscht nun die Hohepriesterin Ana in Avalon. Nachdem ihre beiden ältesten Töchter ums Leben gekommen sind, schickt sie nach ihrer Jüngsten, um diese darauf vorzubereiten in ihre Fußstapfen zu treten. Viviane, die schon früh die heilige Insel verlassen musste, ist mehr geschockt als begeistert, als der Druide Taliesin bei ihrer Ziehfamilie auftaucht und sie nach Avalon bringen will. Doch ihr bleibt nichts anderes übrig als sich dem Willen ihrer Mutter zu beugen.
Auf Avalon abgekommen versucht sie ihre Mutter zu verstehen. Als diese jedoch Viviane nur die kalte Schulter zeigt, beginnt diese gegen die Herrin von Avalon aufzubegehren. Immer wieder wird sie von Ana kühl zurechtgewiesen. Als Ana dann plötzlich wieder schwanger ist, versteht Viviane die Welt nicht mehr. Sollte denn sie nicht nach Avalon kommen, um nach ihrer Mutter das Amt der Hohepriesterin zu übernehmen? Warum bekommt sie denn dann noch in ihrem hohen Alter ein weiteres Kind?
Dies möchte ich verständlicherweise an dieser Stelle auch nicht aufklären.
Die Autorin - Marion Zimmer Bradley
Es ist natürlich schwer in drei Berichten immer wieder was neues über die Autorin zu schreiben. Deshalb habt bitte Nachsicht, dass ich erst mal ein paar grundlegende Details wiederhole.
Geboren wurde Marion Zimmer Bradley 1930 in Albany, New York, USA. Im September 1999 verstarb sie nach einem Herzanfall.
Ihre wohl bekanntesten Romane sind die der Avalon-Trilogie (zumindest sind diese diejenigen, die mir auf Anhieb bei dem Namen einfallen). Sie machte sich jedoch auch mit anderen fantastischen Geschichten einen Namen. Wie schon in meinem Bericht über Die Wälder von Albion will ich an dieser Stelle ein paar von ihren Werken aufzählen. Dies ist als Ergänzung zu der Liste aus meinem anderen Beitrag zu sehen.
Die Frauen von Isis
Die Feuer von Troja
Das graue Schloss am Meer
Das Lied von Darkover
Das Schwert der Amazone
Das silberne Schiff
Der Roman:
Ich habe inzwischen natürlich auch mal in die Berichte von anderen reingeschaut und dabei festgestellt, dass die Meinungen zu den Teilen der Trilogie doch recht weit auseinandergehen. Ich gehöre zu dem einen Drittel, das den ersten Teil (Die Wälder von Albion) sehr gut fand. Die Meinung zum zweiten Teil geht zwar auch noch etwas auseinander (Geschmäcker sind halt verschieden), aber man ist sich doch durchaus \"einig\" darüber, dass der zweite Teil nicht unbedingt der beste der 3 Romane ist.
Das bringt mich nun zu einem Punkt, den ich noch nicht angesprochen habe. Wie viele wissen, ist der dritte Teil der Saga, der erste Teil der geschrieben wurde. Anfang der 80er Jahre hatte Marion Zimmer Bradley mit Die Nebel von Avalon ihren ganz großen Durchbruch. Etwa 10 Jahre später beschloss sie dann, auch die Vorgeschichte zu erzählen und so erschienen erst Die Wälder von Albion (1993) und danach Die Herrin von Avalon (1996). So kam es dann, dass die Avalon-Fangemeinde natürlich erst den dritten Band gelesen hatte. Für viele langten die beiden neuen Teile nicht an ihren Vorgänger ran. Dies kann ich durchaus nachvollziehen. Ich bleibe jedoch bei meiner Meinung das Teil 1 durchaus mit Teil 3 mithalten kann.
Die Herrin von Avalon ist der Teil, der mir am wenigsten gefällt. Woran liegt das? Zum einen wohl an den diversen Zeitsprüngen. Zwar ist die Geschichte sehr schön weiterentwickelt, aber gegen Ende kommen zwei ziemlich große Zeitsprünge, bei denen man sich willkürlich fragt, was ist denn nun in der Zwischenzeit mit dem anderen Priesterinnen geschehen und in welchem verwandtschaftlichen Zusammenhang stehen die jetzigen mit den damaligen Führern.
So führt der erste Teil die Geschichte aus Band 1 zu Ende. Caillean, die schon im ersten Band eine wichtige Rolle spielte, wird als Herrin von Avalon vorgestellt. So sehe ich diesen Teil eher als den Schluss der Wälder von Albion.
Im zweiten Teil wirkt nun irgendwie eingeschoben. Er soll den Einfluss des Heiligtum Avalon auf die \"normale\" Welt zeigen, scheint mir jedoch eher unwichtig. Allerdings hätte man hieraus ebenfalls einen Roman in der Stärke des ersten Teiles machen können, was ich sinnvoller gefunden hätte.
Nun zum dritten Teil: Dieser gehört zu Band 3, weil er eine sehr schöne Einführung auf das Geschehen dort gibt. So wird die Hohepriesterin Viviane (Band 3) sehr ausführlich eingeführt. Also eigentlich hätte man diesen Teil auch als Kapitel der Nebel von Avalon einfügen können.
Fazit:
Obwohl ich dieses Buch nicht in dem Maße weiterempfehlen kann wie Die Wälder von Albion, bin ich der Ansicht, wenn man einen der Romane der Avalon-Trilogie gelesen hat, sollte man auch die anderen lesen. Der Schreibstil ist wie schon im ersten Teil sehr ausführlich aber nicht langweilig, so dass man sich immer wieder in das Geschehen versetzt fühlt.
Liebhaber der fantastisch-geschichtlichen Literatur werden auf alle Fälle ihren Spaß haben. Aber auch alle anderen, die mal einen Blick darauf werfen möchten, wie es in Großbritannien mal gewesen sein könnte.
Also, viel Spaß beim Lesen!
Daten zum Buch:
Titel: Die Herrin von Avalon
Original Titel: Lady of Avalon
Erschienen: 1996
Sonderausgabe von Wolfgang Krüger Verlag GmbH, 1997
Schuber mit 3 Romanen
ISBN 3-8105-2615-0
Seitenzahl: 583
36 Bewertungen, 9 Kommentare
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15.04.2007, 23:41 Uhr von _knuddelmonster88_
Bewertung: sehr hilfreichsh und LG Sara
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12.04.2007, 21:27 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG Damaris :-)
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09.04.2007, 21:01 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreichschön :-D
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26.03.2007, 15:57 Uhr von misscindy
Bewertung: sehr hilfreichﻬﻬﻬ sh + lg ﻬﻬﻬ
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26.03.2007, 15:53 Uhr von kleenerknuffi
Bewertung: sehr hilfreichDie Wälder von Albion und Die Nebel von Avalon habe ich beide bereits gelesen und fand sie gut. Finde es nach deinem Bericht auch nicht weiter schlimme, dass ich die Herrin von Avalon bisher noch nicht gelesen habe. Liebe Grüße, Bine
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12.03.2007, 14:47 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichlg panico:-)
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05.03.2007, 10:22 Uhr von campimo
Bewertung: sehr hilfreich(¯`•.¸* SH & LG *¸.•´¯)
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04.05.2006, 03:18 Uhr von sebbelino
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich, liebe grüße
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02.05.2006, 12:57 Uhr von schnekuesschen
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht....LG Sandy :-)))
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