Mehr zu AutorInnen mit B Testbericht

No-product-image
ab 22,51
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von da_sonix

Lichter Tag - Im Namen der Gerechtigkeit

Pro:

recht spannend...viel DSA-Wissen

Kontra:

beide Teile hätten auch einer sein können

Empfehlung:

Nein

Aventurien, der mystische und abenteuerliche Kontinent der Rollenspiel Welt „Das schwarze Auge“, liegt erneut in Schutt und Asche. Der Sphärenschänder hat weite Teile des Landes unter seinen dämonischen Einfluss gebracht und trachtet auch den Rest des Kontinentes zu Erobern. Viele Menschen, Adel wie Leibeigene, verschenken ihre Seelen um an der Seite des Dämonenmeisters Ruhm und Ehre zu erlangen.

Mit „Lichter Tag“ liegt uns der erste Band der 2-teiligen Romanreihe „Im Schatten der Dämmerung“ vor. Geschrieben von zwei Neulingen in der DAS-Autorenliga, präsentieren uns Thomas Baroli und Volker Weinzheimer einen packenden und spannenden Politik-Krimi im aventurischen Gewande. Auf rund 230 Seiten des ersten Buches bekommt der Leser eine kleine Einleitung in das politische Spiel der beiden großen Reiche in Aventurien: Dem Mittelreich und dem Horasreich.

Im Vordergrund des ersten Teils steht der Aufbau eines Intrigenspiels, das in seinen Ausmaßen kaum zu durchschauen ist. Die nun folgenden Absätze sollen einen kleinen Einblick in die Geschichte des 1. Teiles geben, jedoch nur kurz die drei Teilgeschichten ansprechen, die sich aber innerhalb des zweiten Romanteiles zusammenführen. Doch dazu mehr in meinem zweiten Bericht.

Für jeden Mittelreicher wie auch Horasier ist der Herr Praios, nicht nur der Fürst der zwölf Götter, sondern Inbegriff von Gerechtigkeit und Wahrheit. Unter seinem Namen ziehen viele Menschen in die Welt. Inquisitoren, Bannstrahler und Geweihte sind die bekanntesten unter ihnen, doch auch die Geheimdienste stellen sich unter das Banner des Götterfürsten um der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen.

Die ersten Bekanntschaften mit einem solchen Geheimdienst macht der Leser gleich zu Anfang, wo uns drei der vielen Hauptpersonen vorgestellt werden. Caric, Adoran und Quendan sind ein eingespieltes Trio im Namen der Krone des Mittelreiches. Als Agenten der KGIA (Kaiserlich Garetische Informations Agentur) dienen sie treu ihrem Reich und den Göttern um jede Wurzel der borbaradianischen Einflusses zu finden und der Gerichtsbarkeit zu überführen. Auf diesem Wege dem Sphärenschänder den mittelreichischen Boden entziehend, ist bzw. soll den Agenten jedes Mittel recht sein und so werden viele Seiten ihres Lebens mit blutiger Feder geschrieben.

Nach einem solchen Einsatz gegen einen Komplizen Borbarad, erhalten die drei Kameraden einen heiklen und gefährlichen Auftrag, der sie in die Reihen des horasischen Feindes steuert. Dort sollen sie einen Finanzrat der Horaskaiserin der Kooperation mit dem Sphärenschänder überführen um das Ansehen des Horasreiches und der horasischen Krone zu schädigen.

So ziehen die 3 in eine ungewisse Zukunft und versuchen dem Finanzrat seinen vermeintlichen verrat gegen die Götter zu beweisen.

Beinahe zur selben Zeit erhält das Department für Besondere Angelegenheiten, der Geheimdienst des Horasreiches, die Informationen, dass drei mittelreichische Agenten die Krone versuchen zu schaden. Um diesen fast schon kriegerischen Akt zu verhindern, wird die ehemalige horasische Geheimagentin Sharielle gebeten, die Agenten des Mittelreiches aufzuspüren und zu vernichten. Zur Seite wird ihr der hochdekorierte Kapitän Garvor di Scilaggio gestellt, der jedoch ganz andere Pläne verfolgt, als die reine Vernichtung der Eindringlinge.
Sein ganzes streben bündelt sich auf dem Ziel, der Cavalliera Sharielle und ihrer Lebensgefährtin Sanna zu schaden...und dies zeigt er nur zu deutlich. Und so beginnt ein kleines Intrigenspiel gegen Sharielle, Sanne und alles was den beiden lieb und teuer ist.

Den dritten Part der Handlung von „Lichter Tag“ nimmt der drastische und unverhoffte Lebenswandel der Waisen Alea. Nachdem Tode ihrer Eltern, wächst sie in der Obhut von Tempel und ihrer Lehrmeistern Marja in einem kleinen Bauerndorf auf und erlernt das Handwerk der Heilerin. Nach dem plötzlichen verschwinden von Marja liegt die ganze Verantwortung auf den jungen Schultern der Frau und die ganze Last scheint sie zu erdrücken.

Doch ihr Leben ändert sich von jetzt auf gleich, als sie bei ihrer Hütte auf die Gesindeherrin des ersten Finanzrates der Horaskaiserin, Granduco di Mestillio, trifft. Ihre ehemals ungeklärte Vergangenheit wird schlagartig aufgedeckt und fast schon einer Entführung gleich, wird Alea aus ihrem alten Leben einer jungen Heilerin in das hochtragende Leben einer der höchsten Adelsfamilien des Horasreiches gepresst. Dieser Tag sollte ihr ganzes Leben verändern...und nicht nur das ihre.

Dies sind die drei wesentlichen Geschichten, die sinnvoll wechselnd, zusammen die gesamte Geschichte des ersten Romanteiles erzählen. Zu Anfang scheint jede Geschichte für sich ein kleines abgeschlossenes Universum zu bilden, doch schon nach wenigen Stunden Lesespaß, bemerkt man, wie stark doch schon zu Anfang die Fäden gezogen werden, die die Personen miteinander verbinden.

Auch der 65. Band der aventurischen Romanreihe darf ein sehr schön gestalteten Einband sein eigen nennen. Das Titelbild vermittelt einen sehr düsteren und mystischen Eindruck, was wohl an den in Kutten gekleideten, Räuchertöpfe schwenkenden, Priestern des Totengottes Borons liegen mag. Die Stadt im Hintergrund zeigt deutlich den Spielort des ganzen Romanes: Vinsalt, die Stadt der tausend Türmchen. Alles wird in einem sanften Abendrot abgebildet und passt so sehr schön zum Titel des Buches.

Auf gut 230 Seiten bekommt der Käufer des Buches eine schöne Einführung in das aventurische Staatensystem, die Geheimdienste und in das Gerichtswesen, wobei ich leider nicht genau sagen kann, ob letzteres wirklich den Regeln des schwarzen Auges entspricht.

Sprachlich gesehen, ist der Roman eine recht leichte Lektüre, die mit wenigen Fremdworten des Rollenspiels, die Spielewelt sehr plastisch darstellt. Wirklich merken tut man kaum, dass sich zwei Autoren an diesem Roman verewigt haben, da der gesamte Schreibstil fließend ist und kaum Abweichungen aufzeigt.

Wem dennoch einige Fremdworte auffallen, findet zum Ende des Buches einen kleinen aventurischen Duden, der die wesentlichsten Begriffe und Lokalitäten beschreibt. Angehängt findet der Leser noch eine recht detaillierte Liste aller beteiligten Personen, die selbst kleinste Nebenpersonen aufführt.

Leider ist meine Meinung zum ersten Teil recht zweigespalten. Dies liegt vor allem daran, dass ich der festen Meinung bin, dass beide Bücher auch zusammengefasst veröffentlich hätten werden können. Diese, in meinen Augen, Geldschinderei hat mich ein wenig verärgert und auch das etwas arg offene Ende des Buches zwingt einen den zweiten Teil zu kaufen.
Auf der anderen Seite steht eine, wenn auch manchmal etwas langatmige, sehr interessante Geschichte, die einen nicht nur in seinen Bann zieht, sondern auch einen Mitfühlen lässt.

Ich kann diesen Roman jedem wirklichen DSA-Fan nur empfehlen, jedoch sollte er ein wirklich hartgesottener Lesefreund der aventurischen Romane sein und nicht auf hundert prozentige Regeltreue baun, denn wie so viele Autoren, geht es dem Duo nicht um die Regeln, sondern um eine abenteuerliche Geschichte, die durch sich selbst überzeigen soll und nicht durch Paragraphen der Regelhefte.

Vielen Dank für Eure Lesungen und Euer Interesse...sonix

Name: Lichter Tag
Autor(en): Thomas Baroli // Volker Weinzheimer
Verlag: Heyne
ISBN-Nr.: 3-453-21375-0
Heyne-Nr.: 06/6065
Preis: 6,95 €

9 Bewertungen