Erfahrungsbericht von Indurus
Böll - Die Verlorene Ehre der Katharina Blum
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ein wirklich großartiges Buch, in dem Heinrich Böll in einer zynischen Art und weise Rach an der Bildzeitung vollzieht, die versuchen wollte, ihn ins falsche Licht zu rücken. Böll verfasst seine literarische Rache in ein auktorial erzähltes Werk, das das Leben einer jungen Frau beschreibt.
Inhalt:
°°°°°°°
:
Das Buch handelt von jenen drei Tagen, die das Leben der 27 jährigen Katharina Blum auf einen Schlag veränderten.
Nach dem Tod ihres Vaters wurde Katharina von ihrer Patentante Else Woltersheim mütterlich unterstützt. Sie wohnt zwar in ihrer eigenen Wohnung, aber da ihre Mutter an das Krankenhaus gebunden ist, wird sie von ihrer Patentante auch finanziell unterstützt. So war es ihr möglich, die Hauswirtschaftsschule mit „sehr gut“ abzuschließen. Einige Zeit später lernte sie den Textilarbeiter Wilhelm Brettloh kennen, den auch heiratete. Diese Ehe hielt aber nicht lange und sie ließ sich kurz darauf wieder von ihm scheiden. Durch den Erfolgreichen Abschluss der Hauswirtschaftsschule bekam sie bald darauf eine Stelle bei dem Ehepaar Blorna, zu dem sie schon sehr bald eine recht gute Beziehung entwickelte. Um ihr Einkommen etwas aufzubessern arbeitete sie unermüdlich auch als Haushälterin für andere Ehepaare.
Hier setzt dann die eigentliche Handlung ein:
Sie wird von ihrer Patentante Else Woltersheim zu einer Faschingsparty eingeladen wo sie Ludwig Götten kennenlernt und innig mit ihm tanzt, als ob sie ihn schon vorher kennengelernt hätte. Weiters befindet sich auf dieser Party auch ein als Araber verkleideter Polizist, der sich mit dem Auftrag Herrn Götten, einen gesuchten Bankräuber, zu beobachten, auf dieser Party befindet. Sie verläßt die Faschingsparty mit Ludwig Götten schon sehr früh und fährt mit ihm in ihre Wohnung, was für ihren Charakter, für ihr Verhalten das sie sonst zeigt sehr merkwürdig ist. Der verkleidete Araber veranlasst aber Katharina und Götten zu folgen und lässt schließlich ihr Haus umstellen. Doch Götten bittet Katharina ihm einen Hinterausgang aus der Wohnung zu zeigen, damit er die Wohnung unbemerkt verlassen könne. Da Frau Blorna, ihre Arbeitgeberin, die ihr auch diese Wohnung vermittelt hatte, ihr, auf Katharinas Interesse hin die Pläne der Wohnung gezeigt hatte, weiß Katharina wie man durch die Lüftungsschächte ins Freie gelangt.
Am nächsten Morgen steht die Polizei vor Katharinas Tür und verhaftet sie. Dabei wird sie von Pressefotograf Schönner fotografiert. Nachdem sie vernommen wurde, darf sie nach Hause gehen. In den darauffolgenden Stunden werden andere Hausbewohner über Katharina befragt und es stellt sich heraus, dass Katharina regelmäßig Herrenbesuch empfing. Katharinas Arbeitgeber erfährt durch einen Journalisten der Zeitung, der ihn im Urlaub über Katharina ausfragen will, das sie polizeilich verhört wird. Blorna bricht seinen Urlaub ab um Katharina in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Von diesem Augenblick an erscheinen in der ZEITUNG täglich Berichte über den Fall Blum. Blorna und Blum selbst werden die Worte im Mund umgedreht und mit völlig anderer Ausdruckskraft in der ZEITUNG abgedruckt.
Die Pressefreiheit erlaubt das laut vernehmendem Kommissar Beizmenne alles.
Der ZEITUNGSjournalist Tötges erhält ein Exklusivinterview mit der todkranken Mutter Katharinas und macht aus deren Aussage „Wieso musste das so kommen, wieso musste das so kommen?“ ein „So musste das ja kommen, so musste das ja enden!“. Ein verhängnisvoller Fehler Tötges‘ wie sich später herausstellen wird.
Durch solche Artikel wird Katharina einem enormen psychischen Druck ausgesetzt, der von obszönen Briefen und Anrufen nur noch verstärkt wird.
Viel schlimmer trifft das Schicksal jedoch ihre Mutter. Sie stirbt am Tag darauf an den „Fakten“ die in der ZEITUNG zu lesen waren. Doch die „sensationsgeile“ ZEITUNG terrorisiert unaufhörlich weiter. Nicht dass der Tod Katharinas Mutter genug wäre; die Zeitung sieht Katharina selbst als Schuldige, „weil sie ihrer armen sensiblen Mutter so etwas antun musste.“
Nun fasst die völlig verstörte Katharina einen Plan:
Sie vereinbart einen Termin für ein Interview mit Tötges in ihrer Wohnung. Inzwischen wird Götten gefunden und festgenommen. Er nimmt in seinen Aussagen Katharina in Schutz und bestreitet die Vorwürfe er hätte mit Katharina irgendwie kooperiert.
Katharina stahl Konrad Beiters, dem Freund ihrer Patentante Else Woltersheim die Pistole, und fuhr in ihre Wohnung um sich dort mit Herrn Tötges für das Interview zu treffen.
Er läutete, sie lies ihn herein und er fragte unverschämt ob sie nicht „bumsen“ wolle. Sie sah das als Aufforderung, zückte die Pistole und machte „bums“. Daraufhin machte sie sich einen schönen Nachmittag in der Stadt, vergnügte sich und stellte sich schließlich am Abend der Polizei.
Ich persönlich habe wirklich großen gefallen daran gefunden, es zu lesen. Ich bin sonst nicht immer der begeistertste leser, aber dieses nicht allzu lange Buch hat sogar mich in seinen Bann gezogen!
Höchst empfehlenswert!
Inhalt:
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Das Buch handelt von jenen drei Tagen, die das Leben der 27 jährigen Katharina Blum auf einen Schlag veränderten.
Nach dem Tod ihres Vaters wurde Katharina von ihrer Patentante Else Woltersheim mütterlich unterstützt. Sie wohnt zwar in ihrer eigenen Wohnung, aber da ihre Mutter an das Krankenhaus gebunden ist, wird sie von ihrer Patentante auch finanziell unterstützt. So war es ihr möglich, die Hauswirtschaftsschule mit „sehr gut“ abzuschließen. Einige Zeit später lernte sie den Textilarbeiter Wilhelm Brettloh kennen, den auch heiratete. Diese Ehe hielt aber nicht lange und sie ließ sich kurz darauf wieder von ihm scheiden. Durch den Erfolgreichen Abschluss der Hauswirtschaftsschule bekam sie bald darauf eine Stelle bei dem Ehepaar Blorna, zu dem sie schon sehr bald eine recht gute Beziehung entwickelte. Um ihr Einkommen etwas aufzubessern arbeitete sie unermüdlich auch als Haushälterin für andere Ehepaare.
Hier setzt dann die eigentliche Handlung ein:
Sie wird von ihrer Patentante Else Woltersheim zu einer Faschingsparty eingeladen wo sie Ludwig Götten kennenlernt und innig mit ihm tanzt, als ob sie ihn schon vorher kennengelernt hätte. Weiters befindet sich auf dieser Party auch ein als Araber verkleideter Polizist, der sich mit dem Auftrag Herrn Götten, einen gesuchten Bankräuber, zu beobachten, auf dieser Party befindet. Sie verläßt die Faschingsparty mit Ludwig Götten schon sehr früh und fährt mit ihm in ihre Wohnung, was für ihren Charakter, für ihr Verhalten das sie sonst zeigt sehr merkwürdig ist. Der verkleidete Araber veranlasst aber Katharina und Götten zu folgen und lässt schließlich ihr Haus umstellen. Doch Götten bittet Katharina ihm einen Hinterausgang aus der Wohnung zu zeigen, damit er die Wohnung unbemerkt verlassen könne. Da Frau Blorna, ihre Arbeitgeberin, die ihr auch diese Wohnung vermittelt hatte, ihr, auf Katharinas Interesse hin die Pläne der Wohnung gezeigt hatte, weiß Katharina wie man durch die Lüftungsschächte ins Freie gelangt.
Am nächsten Morgen steht die Polizei vor Katharinas Tür und verhaftet sie. Dabei wird sie von Pressefotograf Schönner fotografiert. Nachdem sie vernommen wurde, darf sie nach Hause gehen. In den darauffolgenden Stunden werden andere Hausbewohner über Katharina befragt und es stellt sich heraus, dass Katharina regelmäßig Herrenbesuch empfing. Katharinas Arbeitgeber erfährt durch einen Journalisten der Zeitung, der ihn im Urlaub über Katharina ausfragen will, das sie polizeilich verhört wird. Blorna bricht seinen Urlaub ab um Katharina in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Von diesem Augenblick an erscheinen in der ZEITUNG täglich Berichte über den Fall Blum. Blorna und Blum selbst werden die Worte im Mund umgedreht und mit völlig anderer Ausdruckskraft in der ZEITUNG abgedruckt.
Die Pressefreiheit erlaubt das laut vernehmendem Kommissar Beizmenne alles.
Der ZEITUNGSjournalist Tötges erhält ein Exklusivinterview mit der todkranken Mutter Katharinas und macht aus deren Aussage „Wieso musste das so kommen, wieso musste das so kommen?“ ein „So musste das ja kommen, so musste das ja enden!“. Ein verhängnisvoller Fehler Tötges‘ wie sich später herausstellen wird.
Durch solche Artikel wird Katharina einem enormen psychischen Druck ausgesetzt, der von obszönen Briefen und Anrufen nur noch verstärkt wird.
Viel schlimmer trifft das Schicksal jedoch ihre Mutter. Sie stirbt am Tag darauf an den „Fakten“ die in der ZEITUNG zu lesen waren. Doch die „sensationsgeile“ ZEITUNG terrorisiert unaufhörlich weiter. Nicht dass der Tod Katharinas Mutter genug wäre; die Zeitung sieht Katharina selbst als Schuldige, „weil sie ihrer armen sensiblen Mutter so etwas antun musste.“
Nun fasst die völlig verstörte Katharina einen Plan:
Sie vereinbart einen Termin für ein Interview mit Tötges in ihrer Wohnung. Inzwischen wird Götten gefunden und festgenommen. Er nimmt in seinen Aussagen Katharina in Schutz und bestreitet die Vorwürfe er hätte mit Katharina irgendwie kooperiert.
Katharina stahl Konrad Beiters, dem Freund ihrer Patentante Else Woltersheim die Pistole, und fuhr in ihre Wohnung um sich dort mit Herrn Tötges für das Interview zu treffen.
Er läutete, sie lies ihn herein und er fragte unverschämt ob sie nicht „bumsen“ wolle. Sie sah das als Aufforderung, zückte die Pistole und machte „bums“. Daraufhin machte sie sich einen schönen Nachmittag in der Stadt, vergnügte sich und stellte sich schließlich am Abend der Polizei.
Ich persönlich habe wirklich großen gefallen daran gefunden, es zu lesen. Ich bin sonst nicht immer der begeistertste leser, aber dieses nicht allzu lange Buch hat sogar mich in seinen Bann gezogen!
Höchst empfehlenswert!
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