Erfahrungsbericht von Gering
D A S ist ein historischer Roman!!!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ich habe ein Faible für historische Romane, doch selten hat mich einer davon so gefesselt wie das neue Buch von Gillian Bradshaw "Säulen im Sand". Und: Auf dem ersten Blick scheint sogar dr Inahlt zunächst bei weitem nicht so interessant zu sein, wie sich er sich dann beim Lesen herausstellt.
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INHALT
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Zunächst der Titel: Säulen im Sand bezieht sich auf die Eigenart des jungen Mathematikers Archi-medes, der immer und über alle, wenn ihm ein Einfall kommt, Zeichnungen und Berechnungen in den Sand kritzelt. Archimedes stammt aus Syrakus, eine zur Zeit des ersten Punischen Krieges wichtigen und unabhängigen Stadt auf Sizilien.
Archimedes hält sich, als der Krieg zwischen Syrakus und den Römern ausbricht, in Alexandria auf, dem Oxford der damaligen Welt – wenn man denn Oxford einen si bedeutenden Ruhm heute zuer-kennen kann. In Alexandria treffen sich die geistreichsten Wissenschaftler der antiken Welt, so bei-spielsweise auch Euklid, Lehrer des Pharaos Ptolemaios.
Der Vater, selbst Mathematiker, hatte Archimedes gemeinsam mit dem Haussklaven Marcus nach Alexandria geschickt, damit dieser dort im bereich der Mathematik weitergebildet werden kann .Und schnell zeigt Archimedes, dass es auch in Alexandria niemanden gab, der es mit seinem Geist aufnehmen kann.
Um sich über Wasser zu halten, der Alexandria schien damals ein recht teures Pflaster gewesen zu sein, denkt sich Archimedes „Maschinen“ aus, die er dann verkauft. So auch seine auch heute noch verbreitete archimedische Schraube, die, so die Zeitgenossen damals, Wasser bergauf fließen lassen kann.
Der Krieg mit Rom freilich und eine schwere Krankheit des vaters zwingen ihn widerstrebend ins heimische Syrakus zurück und dort angekommen muss er feststellen, dass sein Vater viel schwerer erkrankt ist, als er zunächst angenommen hatte.
Als jetziger Ernährer der Familie bewirbt sich Archimedes als Ingenieur bei den Regenten von Sy-rakus. Und als ihm auf Anhieb gelingt, ein phänomenal großes Katapult zu bauen, erkennt auch der Tyrann von Syrakus, welches Genie dort vor ihm steht.
Archimedes baut immer mehr und immer größere Katapulte, mit dem sich Syrakus gegen die Rö-mer zu wehren hofft.
Auch fällt sein Auge auf die Halbschwester des Königs, doch scheint hier jegliche Müh` umsonst, denn zu hoch steht die holde Dame über dem Wissenschaftler.
Als dann die Römer vor der Stadt stehen, wird deutlich, dass einzig Archimedes mit seinen geistrei-chen Maschinen die Stadt retten kann.
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MEINUNG
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Auch wenn ich selbst kaum einen blassen Schimmer von höherer Mathematik habe, ist das Buch doch fesselnd geschrieben, spannend. Was auch daran liegt, dass Gillian Bradshaw auf mathemati-sche Exkurse verzichtet bzw. verzichten muss, geht es ihr doch nach eigenem Bekunden ähnlich wie mir.
Aus der Fantasie der Autorin, denn fast kaum etwas ist aus dem bereich des Lebens des Archimedes und auch vom Leben der Menschen in Syrakus in dieser zeit tatsächlich überliefert, entsteht die Figur des häufig abwesenden, weil grübelnden, zerstreuten und zu den normalen Alltagsbeschäfti-gungen kaum fähigen Archimedes, der aber ein herzensguter Kerl ist und auch zu seinem Sklaven Marcus eine sehr tiefe Beziehung hat.
Sicherlich: Der an das typische Professorenbild angelehnte Archimedes ist der Sympathieträger des Buches.
Dennoch: neben der eigentlichen Geschichte der Stadt im Punischen Krieg liefert Bradshaw wie-derum ein profundes Buch, dass mir als Leser ein bekanntermaßen ordentlich recherchiertes All-tagsbild vergangener Zeiten vermittelt. und wichtig: Diesmal aus Sicht der schwächeren Völker, während in der Regel Bücher vor allem aus Sicht der Gewinner, der Römer geschrieben wurden.
Der Mathematikfreak wird vielleicht von diesem buch dann doch eher enttäuscht sein, denn weder Fromel n noch andere Dinge, die einen vom Denken Kopfschmerzen bereiten, tauchen in diesem Buch auf. Sicher aber die bekannteste Erfindungen und Theorien des jungen Archimedes. Und auch, wenn das Buch nur die eigentlich weniger wichtige Frühphase des genialen Mathematikers umschreibt, als historischer Roman ist „Säulen im Sand“ ein Musterbeispiel.
Von mir bekommt das Buch, das ich in zwei Tagen mit Verzicht auf den Nachtschlaf gelesen habe, sechs Sterne. Einen müsst ihr euch also dazu denken!! *g*
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-09 12:27:02 mit dem Titel Doppelter Boden und doppeltes Spiel
Die Wahrheit / Baldacci, David
David Baldacci ist nun schon seit geraumer Zeit mit seinen Büchern den Lesern von Thrillern kein Unbekannter mehr. Und auch mit seinem Buch DIE WAHRHEIT hat er wieder einen Thriller vorgelegt, der Spannung und Dramatik meisterhaft verknüpft und den Leser bis zum Ende des 575 Seiten starken Buches darüber im Unklaren lässt wer den nun wirklich zu den Bösen zählt.
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INHALT
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Rufus Harms, ein Schwarzer aus der Unterschicht, der allerdings in geordneten Verhältnissen aufgewachsen ist, begeht vor 25 Jahren einen Mord. Er tötet als US- Soldat in den 70er Jahren ein kleines Weißes Mädchen, dass zusammen mit ihrer Familie zu Verwandtenbesuch im Stützpunkt Harms war.
Wie die erste Demokratie der Welt es vorlebt, hat Harms allein schon wegen seiner Hautfarbe ein nicht ganz koscher zu nennendes Gerichtsverfahren, dass allerdings wegen eines Kuhhandels zwischen seinem Verteidiger Samuel Rider mit dem Militärankläger „nur“ in einem Lebenslang endet.
Was genau in dieser zeit geschah und was Harms zu dem Mord bewegt haben könnte, wurde nicht untersucht.
Genau 25 Jahre nach der Tat meldet sich Harms wieder bei Samuel Rider und bittet ihn, seinen Prozess neu vor dem Obersten Gericht der Vereinigten Staaten verhandeln zu lassen.
Rider ist verblüfft, nach so langer Zeit wieder von Harms zu hören, doch treibt ihn das schlechte Gewissen, und so sucht er Harms in seinem Militärgefängnis auf.
Harms übererreicht ihm versteckt in einem Umschlag ein Schreiben der US – Army, das ein ganz anderes Licht auf seinen tat wirft.
Rider schickt die Unterlagen anonym an das Oberste Gericht.
Dor arbeitet Michael Fiske, ein junger und strebsamer Assessor, der die Aufgabe hat, den neun höchste Richtern der USA die Fälle vorzubereiten bzw. nach Wichtigkeit zu sortieren.
Michael entdeckt den Antrag Riders und wirft wie gewohnt einen Blick in denselben – und ist geschockt. Denn in dem Antrag werden Namen genannt, die die eigentlichen Umstände des Mordes beeinflusst haben, die höchsten Kreise der amerikanischen Gesellschaft führen.
Da sich Michael der Brisanz des Falles klar ist, will er zunächst selbst prüfen, ob es sich um Hirngespinste oder aber um DIE WAHRHEIT handelt.
Er fährt zu Harms ins Gefängnis und spricht dort mit ihm.
Damit hat er sein Todesurteil unterzeichnet, denn auf dem Rückweg wird er entführt und später erschossen in den Armenviertel von Washington aufgefunden.
Sein Bruder John, ebenfalls Rechtsanwalt und früher Polizist, macht sich zusammen mit der jungen Kollegin Michaels , Sara Evans, die Umstände der Ermordung seines Bruders aufzuklären.
Doch schon schnell werden die nächsten Zeugen von den Mördern aus dem Weg geräumt, die keine Skrupel kennen.
Schnell wird klar: Der Fall führt auch direkt in das Oberste Gericht hinein....
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MEINE MEINUNG
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Baldacci ist nicht umsonst einer der zurzeit erfolgreichsten Thrillerautoren. Sein Buch die Wahrheit hat zwar einige Längen, hier und da sind Reaktionen der Protagonisten auch vielleicht nicht ganz so glaubwürdig, doch überzeugt der Fabel des Buches und der durchgehende Spannungsbogen.
Vor allem die brutal zähe Auflösung des Falles – wobei der Leser vorher schon voreingenommen ist, am Ende sicherlich aber über das tatsächliche Ergebnis sehr erstaunt sein wird – foltert den Leser quasi, man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Auch macht das Buch kritisch aufmerksam auf die tatsächlich praktizierte Art der Gerichtsverfahren in den USA und auch den nicht immer mit der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika zu vereinbarenden Behandlung der Militärangehörigen durch die Army.
Baldacci übt hier auch ein gutes Stück Gesellschaftskritik an dem American Way of Life, der mitunter recht verlogen sein kann.
Für mich ein Spitzenbuch, absolut lesens – und empfehlenswert.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 16:11:34 mit dem Titel TOTALE THRILL - POWER
Das Labyrinth (Total Control) / Baldacci, David
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Ein Flugzeugabsturz, bei dem nicht nur 180 Menschen ihr Leben verlieren und der - zunächst - unerklärlich scheint +++ Jason Archer, unterbezahlter und doch mit wichtigen Firmeninterner ausgestatteter Sachbearbeiter bei Triton Global, einem multinationalen Konzern, der sich in dem Flugzeug befinden sollte, später aber auf einem Videoband erscheint, wie er Unbekannten einen Aluminiumkoffer überreicht, aufgenommen NACH dem Flugzeugabsturz +++- der Präsident der amerikanischen Zentralbank, der bei dem Flugzeugabsturz ums Leben kam und dessen Privatleben und dessen Arbeit als Präsident im Laufe der Entwicklungen immer mehr Fragezeichen als Klarheiten zutage führen +++ Sidney Archer, Frau von Jason, die von den Ereignissen vollkommen überrumpelt wird und der nach dem Leben getrachtet wir - usw- usf.
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Der Hintergrund der Handlung ist die Wirtschaftswelt: Der multinationale Konzern Triton Global möchte die kleine, doch über einen Top - Technologie verfügende Firma CYBERCOM übernehmen. Die Technologie dieser Firma wird das Internet revolutionieren und damit Triton weltweit die Marktführung im Bereich des Internets zukommen lassen.
Aber auch die Konkurrenz RTG ist an diesem leckeren Happen interessiert.
Und die Archers? Jason arbeite für Triton und ist für die EDV- mäßige Aufarbeitung der streng vertraulichen Unternehmensdaten verantwortlich. Sidney ist eine TOP - Anwältin in einer Kanzlei, die pikanterweise beide konkurrierenden Konzern RTG und Triton Global vertritt.
Warum also soll Jason in einem Flieger gesessen haben, der in Richtung Firmensitz RTG unterwegs war? Wie kommt es , dass er überlebt hat? Wem und Was hat er auf dem Videoband übergeben? Warum taucht Jason danach nicht wieder auf?
Oder: War der Präsident der Zentralbank, der mit seinen Entscheidungen nicht nur die Wirtschaft der USA sonder der gesamten Welt beeinflussen konnte, Opfer eines Anschlages?
War es reiner Zufall, dass beide Personen, die mit hochbrisanten Informationen ausgestattet waren, an Bord einer Maschine waren bzw. sein sollten, die dann auf mysteriöse Art und Wiese vom Himmel fiel?
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Mit DAS LABYRINTH hat David Baldacci einen Thriller vorgelegt, der seine Gattung - wenn nicht neu definiert - dann doch die Großen des GENRE in den Schatten stellt.
Das Buch bietet eine Fülle loser Enden, die der FBI - Agent LEE SAWYER verbinden soll bzw. muss- will er die Unschuld der Archers beweisen - wovon er überzeugt ist.
Andererseits tauchen immer mehr Punkte auf, die vermeidliche immer mehr die Verstrickung der Archers in einen Wirtschaftskomplott zu untermauern scheinen.
Auf vielfältige Art und Weise, mit immer neuen verwirrenden Details und Informationen, mit dramatischen Entwicklungen, merkwürdigen Ableben von Personen etc. fesselt Baldacci den Leser förmlich an das Buch und verstrickt ihn geradezu in die Widersprüche und vereinnahmt des Leser dadurch , macht ihn zum Augenzeugen seiner Handlung, der Leiden, Gefühle, die gesamte innere Entwicklung der Personen.
Diese ist enorm spannend und hervorragend geschrieben / übersetzt und lässt einen nicht los.
Die über 600 Seiten sind da viel zu schnell durchgelesen.
Insgesamt muss ich, der eigentlich kein Kenner und auch kein Liebhaber von Thrillern ist, gestehen, dass das Buch fesselnd gewesen ist wie kaum ein Buch des Genres.
Von mir aus bekommt das Buch die TOPWERTUNG
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-29 17:06:10 mit dem Titel Der Mythos der Tempelritter!
Mit dem Begriff „Tempelritter“ verbindet sicherlich jeder irgendeine Imagination: In der Regel wird sich da der Leser einen in blendendem weiß gekleideten, mutigen und mit einem roten kreuz auf der Brust ausstaffierten Ritter in schillernder Rüstung bzw. mit schillerndem Kettenhemd vorstellen, das Idealbild eben dessen. Was man mit „Ritterlichkeit“ und/ oder „Ritter(n)“ an sich verbindet.
Dass das Klischee in unseren Köpfen von der ach so herrlichen Ritterzeit von den Fachleuten da dann eher belächelt wird, geht beispielsweise an Filmproduzenten spurlos vorüber. Und ähnlich verklärt wie der „Ritterberuf“ an sich, erscheint auch der Begriff Tempelritter bzw. die damit assoziierte Vorstellung recht wenig mit dem eigentlichen Grüppchen abendländischer Ritter gemein zu haben, die da angetrieben vom heiligen Bernhard die „Ungläubigen“ (in ihren Augen!) nicht mit dem Wort sondern mit dem Stahl aus dem heiligen Land zu vertreiben.
Buchauswahl
Durch den Romanzyklus von Ian ..., der eine absolute Leseempfehlung von mir ist, wurde ich auf das Thema der Ritteroden im Mittelalter aufmerksam, von denen man via Medien scheinbar schon recht viel und sicheres zu wissen glaubt. Dennoch haben mich diese Bücher angeregt, mich einmal mit Fachbüchern einzudecken (Bereich: Tempelritter und Johanniter/Malteser).
Grundlage der Auswahl waren bei AMAZON.DE die Leserbewertungen der Bücher, wobei das vorliegende Buch von Martin Bauer: Die Tempelritter. Mythos und Wahrheit eines der am besten bewerteten Bücher war.
Zum Inhalt
Martin Bauer, der Autor des Buches, gliedert seine Darstellung chronologisch von der Gründung des Ordens zu Beginn des 12. Jahrhunderts bis zum Untergang des Ordens durch die Machenschaften des französischen Königs zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Dazu führt er in die Struktur, die Ordensregeln, das Rekrutierungssystem etc. des Ordens umfassend ein, wobei er durch seinen Stil und die Akzentuierung ein recht dröges Thema spannend für den Leser macht.
Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass es sich bei dem Templerorden zwar um den bekanntesten, sicher aber kaum den wichtigsten Ritterorden des Mittelalters gehandelt hat, denn die Zahl der jeweiligen Ritter, die der Orden für seine Aufgabe, die Befreiung des geheiligten Landes von den „Ungläubigen“, zur Verfügung stellen konnte, war immer sehr gering.
Dennoch: Auch wenn der Templerorden zunächst logistisch kaum in der Lage war, zahlenmäßig wichtig zu sein, so stellten doch seine Ritter eine der machtvollsten Militärinstrumente im heiligen Land neben dem Johanniterorden dar, mit dem man dann aucu in der Regel verfeindet war.
Denn anders als der weltliche Adel und das weltliche Rittertum in Europa und dem geheiligten Land, standen die Templer, wie auch alle anderen Ordensritter, quasi als stehendes Heer, den Zielen der Kirche zur Verfügung.
Auch die Ausbildung der Templerritter, die Materialausstattung usw. war deutlich besser, als die der oft im Kampf gegen die Moslems hoffnungslos unterlegenen weltlichen Ritter, die ihre Möglichkeiten dafür allzu oft maßlos überschätzten.
Der Orden der Templer richtete sein Leben nach den Ordensregeln der Zisterzienser aus: Keuschheit, die Wahrheit, Armut – all das musst der Mönch im Ritterkleid schwören, um ein Templer werden zu können. Und zudem konnten nur Adelige darauf hoffen, überhaupt in den Orden als Tempelritter aufgenommen zu werden.
Diese elitäre Rekrutierung führte auch zu der geringen Zahl an Tempelrittern. Und anders als bei den Johannitern war auch der Ruf der Templer in der Regel bei weitem nicht so positiv, wie er sich quasi post mortem nach der Zerschlagung und teilweise auch Tötung der Tempelritter durch die französische Krone bis hin zu Gegenwart recht verklärt darstellt.
Negatives
Recht großen Raum nimmt auch die Diskussion recht hanebüchener Theorien zur Geschichte der Templer bzw. deren Ende und bzw. deren Geschichte nach deren Ende ein. Zwar hebt Bauer immer deutlich hervor, dass fachwissenschaftlich gesehen da recht breiter Humbug betrieben und beschrieben wird, doch nimmt er sich und dem Leser den Raum und die zeit, diese dann doch ausführlich zu schildern und dann anschließend beiseite zu schieben.
Klar, die Templer und der Gral, dass ist eine (ebenso hanebüchene wie interessante weil unterhaltsame) Theorie, die man besprechen muss, den sie ist Tradition, in die Literatur eingegangen usw.
Bei allen anderen Theoriechen hätte aber weniger mehr bedeutet.
Auch erfüllt das Fachbuch nicht den fachwissenschaftlichen Standart (Anmerkungen und Literaturverzeichnis) usw. , was aber eher auf die zu erzielende Leserschaft zurückzuführen ist, die für Anmerkungen vielleicht wenig übrig hat.
Fazit
Wen das Thema der Tempelritter interessiert, der wird mit diesem Buch einen schnellen und gründlichen, in Teilen (s.o.) meiner Meinung nach zu langen Schilderungsteil amateurhafter Theorien zur Geschichte der Templer Überblick erhalten.
Die Geschichte der Templer wird lebhaft geschildert, ist sprachlich leichte Kost zw. allgemein verständlich.
Martin Bauer: Die Tempelritter. Mythos und Wahrheit. Heyne Bücher, 8,95€. ISBN3-453-13203-3
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-10 17:05:36 mit dem Titel Die Elite des ritterlichen Abendlandes
In seinem Buch „KORSAREN CHRISTI. Johanniter& Malteser. Die Herren des Mittelmeeres“ schildert Jörg Dieter Brandes auf knapp 292 Seiten die Geschichte des Ritterordens der Johanniter von den Anfängen an bis zu ihrem Untergang im Jahre 1798.
Sachbücher in einer für den normalsterblichen verdaulichen Machart sind eher eine Tradition des englischsprachigen Sprachraums und eine wirkliche Seltenheit für den deutschen Sprachraum. Insofern ist das Buch, das im Folgenden besprochen werden soll, schon eine positive Ausnahme, auch wenn das Bild in Teilen ein wenig getrübt wird.
Wenn der Begriff „Ritterorden“ fällt, werden die meisten von euch an die berühmten und berüchtigten Tempelritter denken, dem einen oder anderen wird vielleicht auch der Deutsche Orden noch einfallen. Die wenigsten aber verbinden die Johanniter, heute durch ihren Krankenwagen eher bekannt als durch ihre kriegerische Geschichte, am wenigsten mit einer ritterlichen Elite des Mittelalters.
Dabei waren die Johanniter deutlich wichtiger als die glänzenden Tempelritter, die selbst nur knapp 200 Jahre existierten und umso lauter dann auch untergingen.
DIE JOHANNITER
Der Beginn des 12. Jahrhunderts war der Beginn der Geschichte der größten und wichtigsten Ritterorden, und so auch der Beginn der Geschichte der Johanniter.
Begründet zum Kampf gegen die „Ungläubigen“, die das heilige Land besetzt hielten, war der Johanniterorden gleichsam mit den Tempelrittern die militärische Stütze im heutigen Israel, auch wenn beide Orden zusammen kaum jemals mehr als 1000 Ritter hatten aufbieten können.
Aber wie in allen Ritterorden üblich, war die Ausbildung der streithaften Mönchsritter bei den beiden großen konkurrierenden Orden das Beste, was ein Ritter in der damaligen Zeit hat lernen können.
Als stehendes Herr nahmen die Johanniter an fast jeder wichtigen Schlacht in der Zeit der Kreuzzüge im heutigen Israel teil, auch an der vernichtenden Schlacht von Hattin, in der fast die gesamte christliche Rittermacht des Landes getötet wurde.
Bei den Moslems warn die Johanniter wie auch die Templer gleichermaßen gefürchtet und verhasst, denn beide Ritterorden bzw. deren Mitglieder ergaben sich niemals und waren auch nichts wert, denn Gefangene wurden nicht ausgelöst.
Wenn diese Phase der Geschichte vielleicht noch die bekanntere ist, so wendet sich Brandes, wie der Titel schon deutlich macht, eher der Nach – Kreuzzugsgeschichte zu. Die Frage, die jeder Orden zu beantworten hatte, war, welches Ziel man nach dem Scheitern der Kreuzzüge nun aufstellen solle und wo man eine Heimat suchen können.
Über Zypern, dann Rhodos, das zu einer der mächtigsten Festungen seiner Zeit ausgebaut wurde, landeten die Johanniter schließlich auf Malte, wo sie bis 1798 herrschten und, nun eher Seefahrer denn wirkliche Rittermacht, die Moslems, die Osmanen ( als Teil der Muslims) etc. mit ihren Galeeren attackierten.
Dabei waren die Johanniter wiederum zahlenmäßig kaum erwähnenswert, doch von der Effizienz her immer die Speerspitze bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Moslems und Christen auf dem Mittelmeer.
SOZIALGESCHICHTE
Auch wenn Brandes dieses kaum in den Vordergrund stellt, erfährt der Leser eine Menge über die sozialen Realitäten der damaligen Zeit.
Vor allem das Stichwort Galeeren wird bei vielen Lesern die Erinnerungen an Sandalenfilme wach werden lassen, die samt und sonders kaum historisch sind. Denn die dort „aufgenommenen“ Galeerensklaven gab es in der Tat in der Antike nicht sondern waren eine rein „europäisch-muslimische „ Erfindung. Alle Galeeren des Ordens wurden hauptsächlich von solchen Sklaven, in der Regel Moslems, bewegt, ebenso wie auf der anderen Seite Christen in die Ruder greifen mussten. Die Sklaven waren angekettet – was bei einem Untergang des Schiffes den unweigerlichen Tot zur Folge hatte. Wichtiger aber auch noch ist die Tatsache, dass der Johanniterorden bis an sein Ende 1798 Sklaven gehalten hat – eine Tatsache, die so wohl kaum bekannt sein dürfte.
LEKTORAT / AUSSTATTUNG DES BUCHES
Ungewöhnlich viele Wortfehler, falsche zahlen und auch doppelte Zahlen in Sätzen sind in diesem Buch zu finden. Und was grundsätzlich ärgerlich ist, sollte bei halbwegs vernünftig lektorierten Büchern so auf keinen Fall vorkommen. Ein schlampiges Lektorat bei einem Buch, dass nicht ganz billig ist – sehr schade.
Was dem Buch ebenso fehlt sind Fotos der realen orte. Die Bilder, die im Buch zu finden sind, sind allesamt Gemäldeausschnitte aus Sicht des Johanniterordens, die teilweise nur sehr rudimentäre Ausschnitte aus dem Gesamtgemälde darstellen. Schlicht: Der Aussagewert der Bebilderung ist faktisch gleich null. Hier müssten Aufnahmen der Orte her, von denen berichtet wird, Zeichnungen und Skizzen, kaum aber nur ein Bildgenre, dass dann auch oft genug von den Johannitern selbst zur Propaganda, nicht aber zur wirklichen Darstellung der tatsächlichen Geschichte benutzt wurde.
FAZIT
Ein ungemein spannend erzählendes Fachbuch, dass auch und trotz der militärischen Geschichte, die behandelt wird, fesselt und die Begeisterung des Autors für das Thema deutlich macht. Ärgerlich nur sind die oben genannten Punkte.
Michael
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INHALT
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Zunächst der Titel: Säulen im Sand bezieht sich auf die Eigenart des jungen Mathematikers Archi-medes, der immer und über alle, wenn ihm ein Einfall kommt, Zeichnungen und Berechnungen in den Sand kritzelt. Archimedes stammt aus Syrakus, eine zur Zeit des ersten Punischen Krieges wichtigen und unabhängigen Stadt auf Sizilien.
Archimedes hält sich, als der Krieg zwischen Syrakus und den Römern ausbricht, in Alexandria auf, dem Oxford der damaligen Welt – wenn man denn Oxford einen si bedeutenden Ruhm heute zuer-kennen kann. In Alexandria treffen sich die geistreichsten Wissenschaftler der antiken Welt, so bei-spielsweise auch Euklid, Lehrer des Pharaos Ptolemaios.
Der Vater, selbst Mathematiker, hatte Archimedes gemeinsam mit dem Haussklaven Marcus nach Alexandria geschickt, damit dieser dort im bereich der Mathematik weitergebildet werden kann .Und schnell zeigt Archimedes, dass es auch in Alexandria niemanden gab, der es mit seinem Geist aufnehmen kann.
Um sich über Wasser zu halten, der Alexandria schien damals ein recht teures Pflaster gewesen zu sein, denkt sich Archimedes „Maschinen“ aus, die er dann verkauft. So auch seine auch heute noch verbreitete archimedische Schraube, die, so die Zeitgenossen damals, Wasser bergauf fließen lassen kann.
Der Krieg mit Rom freilich und eine schwere Krankheit des vaters zwingen ihn widerstrebend ins heimische Syrakus zurück und dort angekommen muss er feststellen, dass sein Vater viel schwerer erkrankt ist, als er zunächst angenommen hatte.
Als jetziger Ernährer der Familie bewirbt sich Archimedes als Ingenieur bei den Regenten von Sy-rakus. Und als ihm auf Anhieb gelingt, ein phänomenal großes Katapult zu bauen, erkennt auch der Tyrann von Syrakus, welches Genie dort vor ihm steht.
Archimedes baut immer mehr und immer größere Katapulte, mit dem sich Syrakus gegen die Rö-mer zu wehren hofft.
Auch fällt sein Auge auf die Halbschwester des Königs, doch scheint hier jegliche Müh` umsonst, denn zu hoch steht die holde Dame über dem Wissenschaftler.
Als dann die Römer vor der Stadt stehen, wird deutlich, dass einzig Archimedes mit seinen geistrei-chen Maschinen die Stadt retten kann.
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MEINUNG
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Auch wenn ich selbst kaum einen blassen Schimmer von höherer Mathematik habe, ist das Buch doch fesselnd geschrieben, spannend. Was auch daran liegt, dass Gillian Bradshaw auf mathemati-sche Exkurse verzichtet bzw. verzichten muss, geht es ihr doch nach eigenem Bekunden ähnlich wie mir.
Aus der Fantasie der Autorin, denn fast kaum etwas ist aus dem bereich des Lebens des Archimedes und auch vom Leben der Menschen in Syrakus in dieser zeit tatsächlich überliefert, entsteht die Figur des häufig abwesenden, weil grübelnden, zerstreuten und zu den normalen Alltagsbeschäfti-gungen kaum fähigen Archimedes, der aber ein herzensguter Kerl ist und auch zu seinem Sklaven Marcus eine sehr tiefe Beziehung hat.
Sicherlich: Der an das typische Professorenbild angelehnte Archimedes ist der Sympathieträger des Buches.
Dennoch: neben der eigentlichen Geschichte der Stadt im Punischen Krieg liefert Bradshaw wie-derum ein profundes Buch, dass mir als Leser ein bekanntermaßen ordentlich recherchiertes All-tagsbild vergangener Zeiten vermittelt. und wichtig: Diesmal aus Sicht der schwächeren Völker, während in der Regel Bücher vor allem aus Sicht der Gewinner, der Römer geschrieben wurden.
Der Mathematikfreak wird vielleicht von diesem buch dann doch eher enttäuscht sein, denn weder Fromel n noch andere Dinge, die einen vom Denken Kopfschmerzen bereiten, tauchen in diesem Buch auf. Sicher aber die bekannteste Erfindungen und Theorien des jungen Archimedes. Und auch, wenn das Buch nur die eigentlich weniger wichtige Frühphase des genialen Mathematikers umschreibt, als historischer Roman ist „Säulen im Sand“ ein Musterbeispiel.
Von mir bekommt das Buch, das ich in zwei Tagen mit Verzicht auf den Nachtschlaf gelesen habe, sechs Sterne. Einen müsst ihr euch also dazu denken!! *g*
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-09 12:27:02 mit dem Titel Doppelter Boden und doppeltes Spiel
Die Wahrheit / Baldacci, David
David Baldacci ist nun schon seit geraumer Zeit mit seinen Büchern den Lesern von Thrillern kein Unbekannter mehr. Und auch mit seinem Buch DIE WAHRHEIT hat er wieder einen Thriller vorgelegt, der Spannung und Dramatik meisterhaft verknüpft und den Leser bis zum Ende des 575 Seiten starken Buches darüber im Unklaren lässt wer den nun wirklich zu den Bösen zählt.
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Rufus Harms, ein Schwarzer aus der Unterschicht, der allerdings in geordneten Verhältnissen aufgewachsen ist, begeht vor 25 Jahren einen Mord. Er tötet als US- Soldat in den 70er Jahren ein kleines Weißes Mädchen, dass zusammen mit ihrer Familie zu Verwandtenbesuch im Stützpunkt Harms war.
Wie die erste Demokratie der Welt es vorlebt, hat Harms allein schon wegen seiner Hautfarbe ein nicht ganz koscher zu nennendes Gerichtsverfahren, dass allerdings wegen eines Kuhhandels zwischen seinem Verteidiger Samuel Rider mit dem Militärankläger „nur“ in einem Lebenslang endet.
Was genau in dieser zeit geschah und was Harms zu dem Mord bewegt haben könnte, wurde nicht untersucht.
Genau 25 Jahre nach der Tat meldet sich Harms wieder bei Samuel Rider und bittet ihn, seinen Prozess neu vor dem Obersten Gericht der Vereinigten Staaten verhandeln zu lassen.
Rider ist verblüfft, nach so langer Zeit wieder von Harms zu hören, doch treibt ihn das schlechte Gewissen, und so sucht er Harms in seinem Militärgefängnis auf.
Harms übererreicht ihm versteckt in einem Umschlag ein Schreiben der US – Army, das ein ganz anderes Licht auf seinen tat wirft.
Rider schickt die Unterlagen anonym an das Oberste Gericht.
Dor arbeitet Michael Fiske, ein junger und strebsamer Assessor, der die Aufgabe hat, den neun höchste Richtern der USA die Fälle vorzubereiten bzw. nach Wichtigkeit zu sortieren.
Michael entdeckt den Antrag Riders und wirft wie gewohnt einen Blick in denselben – und ist geschockt. Denn in dem Antrag werden Namen genannt, die die eigentlichen Umstände des Mordes beeinflusst haben, die höchsten Kreise der amerikanischen Gesellschaft führen.
Da sich Michael der Brisanz des Falles klar ist, will er zunächst selbst prüfen, ob es sich um Hirngespinste oder aber um DIE WAHRHEIT handelt.
Er fährt zu Harms ins Gefängnis und spricht dort mit ihm.
Damit hat er sein Todesurteil unterzeichnet, denn auf dem Rückweg wird er entführt und später erschossen in den Armenviertel von Washington aufgefunden.
Sein Bruder John, ebenfalls Rechtsanwalt und früher Polizist, macht sich zusammen mit der jungen Kollegin Michaels , Sara Evans, die Umstände der Ermordung seines Bruders aufzuklären.
Doch schon schnell werden die nächsten Zeugen von den Mördern aus dem Weg geräumt, die keine Skrupel kennen.
Schnell wird klar: Der Fall führt auch direkt in das Oberste Gericht hinein....
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MEINE MEINUNG
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Baldacci ist nicht umsonst einer der zurzeit erfolgreichsten Thrillerautoren. Sein Buch die Wahrheit hat zwar einige Längen, hier und da sind Reaktionen der Protagonisten auch vielleicht nicht ganz so glaubwürdig, doch überzeugt der Fabel des Buches und der durchgehende Spannungsbogen.
Vor allem die brutal zähe Auflösung des Falles – wobei der Leser vorher schon voreingenommen ist, am Ende sicherlich aber über das tatsächliche Ergebnis sehr erstaunt sein wird – foltert den Leser quasi, man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Auch macht das Buch kritisch aufmerksam auf die tatsächlich praktizierte Art der Gerichtsverfahren in den USA und auch den nicht immer mit der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika zu vereinbarenden Behandlung der Militärangehörigen durch die Army.
Baldacci übt hier auch ein gutes Stück Gesellschaftskritik an dem American Way of Life, der mitunter recht verlogen sein kann.
Für mich ein Spitzenbuch, absolut lesens – und empfehlenswert.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 16:11:34 mit dem Titel TOTALE THRILL - POWER
Das Labyrinth (Total Control) / Baldacci, David
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Ein Flugzeugabsturz, bei dem nicht nur 180 Menschen ihr Leben verlieren und der - zunächst - unerklärlich scheint +++ Jason Archer, unterbezahlter und doch mit wichtigen Firmeninterner ausgestatteter Sachbearbeiter bei Triton Global, einem multinationalen Konzern, der sich in dem Flugzeug befinden sollte, später aber auf einem Videoband erscheint, wie er Unbekannten einen Aluminiumkoffer überreicht, aufgenommen NACH dem Flugzeugabsturz +++- der Präsident der amerikanischen Zentralbank, der bei dem Flugzeugabsturz ums Leben kam und dessen Privatleben und dessen Arbeit als Präsident im Laufe der Entwicklungen immer mehr Fragezeichen als Klarheiten zutage führen +++ Sidney Archer, Frau von Jason, die von den Ereignissen vollkommen überrumpelt wird und der nach dem Leben getrachtet wir - usw- usf.
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Der Hintergrund der Handlung ist die Wirtschaftswelt: Der multinationale Konzern Triton Global möchte die kleine, doch über einen Top - Technologie verfügende Firma CYBERCOM übernehmen. Die Technologie dieser Firma wird das Internet revolutionieren und damit Triton weltweit die Marktführung im Bereich des Internets zukommen lassen.
Aber auch die Konkurrenz RTG ist an diesem leckeren Happen interessiert.
Und die Archers? Jason arbeite für Triton und ist für die EDV- mäßige Aufarbeitung der streng vertraulichen Unternehmensdaten verantwortlich. Sidney ist eine TOP - Anwältin in einer Kanzlei, die pikanterweise beide konkurrierenden Konzern RTG und Triton Global vertritt.
Warum also soll Jason in einem Flieger gesessen haben, der in Richtung Firmensitz RTG unterwegs war? Wie kommt es , dass er überlebt hat? Wem und Was hat er auf dem Videoband übergeben? Warum taucht Jason danach nicht wieder auf?
Oder: War der Präsident der Zentralbank, der mit seinen Entscheidungen nicht nur die Wirtschaft der USA sonder der gesamten Welt beeinflussen konnte, Opfer eines Anschlages?
War es reiner Zufall, dass beide Personen, die mit hochbrisanten Informationen ausgestattet waren, an Bord einer Maschine waren bzw. sein sollten, die dann auf mysteriöse Art und Wiese vom Himmel fiel?
*°*°*°*°*°*°*°*°**°*°*°*°°*°*°*°*°*°**°*°*°*°*°*°*°*°**°*°*°*°*°*°*°*
Mit DAS LABYRINTH hat David Baldacci einen Thriller vorgelegt, der seine Gattung - wenn nicht neu definiert - dann doch die Großen des GENRE in den Schatten stellt.
Das Buch bietet eine Fülle loser Enden, die der FBI - Agent LEE SAWYER verbinden soll bzw. muss- will er die Unschuld der Archers beweisen - wovon er überzeugt ist.
Andererseits tauchen immer mehr Punkte auf, die vermeidliche immer mehr die Verstrickung der Archers in einen Wirtschaftskomplott zu untermauern scheinen.
Auf vielfältige Art und Weise, mit immer neuen verwirrenden Details und Informationen, mit dramatischen Entwicklungen, merkwürdigen Ableben von Personen etc. fesselt Baldacci den Leser förmlich an das Buch und verstrickt ihn geradezu in die Widersprüche und vereinnahmt des Leser dadurch , macht ihn zum Augenzeugen seiner Handlung, der Leiden, Gefühle, die gesamte innere Entwicklung der Personen.
Diese ist enorm spannend und hervorragend geschrieben / übersetzt und lässt einen nicht los.
Die über 600 Seiten sind da viel zu schnell durchgelesen.
Insgesamt muss ich, der eigentlich kein Kenner und auch kein Liebhaber von Thrillern ist, gestehen, dass das Buch fesselnd gewesen ist wie kaum ein Buch des Genres.
Von mir aus bekommt das Buch die TOPWERTUNG
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-29 17:06:10 mit dem Titel Der Mythos der Tempelritter!
Mit dem Begriff „Tempelritter“ verbindet sicherlich jeder irgendeine Imagination: In der Regel wird sich da der Leser einen in blendendem weiß gekleideten, mutigen und mit einem roten kreuz auf der Brust ausstaffierten Ritter in schillernder Rüstung bzw. mit schillerndem Kettenhemd vorstellen, das Idealbild eben dessen. Was man mit „Ritterlichkeit“ und/ oder „Ritter(n)“ an sich verbindet.
Dass das Klischee in unseren Köpfen von der ach so herrlichen Ritterzeit von den Fachleuten da dann eher belächelt wird, geht beispielsweise an Filmproduzenten spurlos vorüber. Und ähnlich verklärt wie der „Ritterberuf“ an sich, erscheint auch der Begriff Tempelritter bzw. die damit assoziierte Vorstellung recht wenig mit dem eigentlichen Grüppchen abendländischer Ritter gemein zu haben, die da angetrieben vom heiligen Bernhard die „Ungläubigen“ (in ihren Augen!) nicht mit dem Wort sondern mit dem Stahl aus dem heiligen Land zu vertreiben.
Buchauswahl
Durch den Romanzyklus von Ian ..., der eine absolute Leseempfehlung von mir ist, wurde ich auf das Thema der Ritteroden im Mittelalter aufmerksam, von denen man via Medien scheinbar schon recht viel und sicheres zu wissen glaubt. Dennoch haben mich diese Bücher angeregt, mich einmal mit Fachbüchern einzudecken (Bereich: Tempelritter und Johanniter/Malteser).
Grundlage der Auswahl waren bei AMAZON.DE die Leserbewertungen der Bücher, wobei das vorliegende Buch von Martin Bauer: Die Tempelritter. Mythos und Wahrheit eines der am besten bewerteten Bücher war.
Zum Inhalt
Martin Bauer, der Autor des Buches, gliedert seine Darstellung chronologisch von der Gründung des Ordens zu Beginn des 12. Jahrhunderts bis zum Untergang des Ordens durch die Machenschaften des französischen Königs zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Dazu führt er in die Struktur, die Ordensregeln, das Rekrutierungssystem etc. des Ordens umfassend ein, wobei er durch seinen Stil und die Akzentuierung ein recht dröges Thema spannend für den Leser macht.
Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass es sich bei dem Templerorden zwar um den bekanntesten, sicher aber kaum den wichtigsten Ritterorden des Mittelalters gehandelt hat, denn die Zahl der jeweiligen Ritter, die der Orden für seine Aufgabe, die Befreiung des geheiligten Landes von den „Ungläubigen“, zur Verfügung stellen konnte, war immer sehr gering.
Dennoch: Auch wenn der Templerorden zunächst logistisch kaum in der Lage war, zahlenmäßig wichtig zu sein, so stellten doch seine Ritter eine der machtvollsten Militärinstrumente im heiligen Land neben dem Johanniterorden dar, mit dem man dann aucu in der Regel verfeindet war.
Denn anders als der weltliche Adel und das weltliche Rittertum in Europa und dem geheiligten Land, standen die Templer, wie auch alle anderen Ordensritter, quasi als stehendes Heer, den Zielen der Kirche zur Verfügung.
Auch die Ausbildung der Templerritter, die Materialausstattung usw. war deutlich besser, als die der oft im Kampf gegen die Moslems hoffnungslos unterlegenen weltlichen Ritter, die ihre Möglichkeiten dafür allzu oft maßlos überschätzten.
Der Orden der Templer richtete sein Leben nach den Ordensregeln der Zisterzienser aus: Keuschheit, die Wahrheit, Armut – all das musst der Mönch im Ritterkleid schwören, um ein Templer werden zu können. Und zudem konnten nur Adelige darauf hoffen, überhaupt in den Orden als Tempelritter aufgenommen zu werden.
Diese elitäre Rekrutierung führte auch zu der geringen Zahl an Tempelrittern. Und anders als bei den Johannitern war auch der Ruf der Templer in der Regel bei weitem nicht so positiv, wie er sich quasi post mortem nach der Zerschlagung und teilweise auch Tötung der Tempelritter durch die französische Krone bis hin zu Gegenwart recht verklärt darstellt.
Negatives
Recht großen Raum nimmt auch die Diskussion recht hanebüchener Theorien zur Geschichte der Templer bzw. deren Ende und bzw. deren Geschichte nach deren Ende ein. Zwar hebt Bauer immer deutlich hervor, dass fachwissenschaftlich gesehen da recht breiter Humbug betrieben und beschrieben wird, doch nimmt er sich und dem Leser den Raum und die zeit, diese dann doch ausführlich zu schildern und dann anschließend beiseite zu schieben.
Klar, die Templer und der Gral, dass ist eine (ebenso hanebüchene wie interessante weil unterhaltsame) Theorie, die man besprechen muss, den sie ist Tradition, in die Literatur eingegangen usw.
Bei allen anderen Theoriechen hätte aber weniger mehr bedeutet.
Auch erfüllt das Fachbuch nicht den fachwissenschaftlichen Standart (Anmerkungen und Literaturverzeichnis) usw. , was aber eher auf die zu erzielende Leserschaft zurückzuführen ist, die für Anmerkungen vielleicht wenig übrig hat.
Fazit
Wen das Thema der Tempelritter interessiert, der wird mit diesem Buch einen schnellen und gründlichen, in Teilen (s.o.) meiner Meinung nach zu langen Schilderungsteil amateurhafter Theorien zur Geschichte der Templer Überblick erhalten.
Die Geschichte der Templer wird lebhaft geschildert, ist sprachlich leichte Kost zw. allgemein verständlich.
Martin Bauer: Die Tempelritter. Mythos und Wahrheit. Heyne Bücher, 8,95€. ISBN3-453-13203-3
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-10 17:05:36 mit dem Titel Die Elite des ritterlichen Abendlandes
In seinem Buch „KORSAREN CHRISTI. Johanniter& Malteser. Die Herren des Mittelmeeres“ schildert Jörg Dieter Brandes auf knapp 292 Seiten die Geschichte des Ritterordens der Johanniter von den Anfängen an bis zu ihrem Untergang im Jahre 1798.
Sachbücher in einer für den normalsterblichen verdaulichen Machart sind eher eine Tradition des englischsprachigen Sprachraums und eine wirkliche Seltenheit für den deutschen Sprachraum. Insofern ist das Buch, das im Folgenden besprochen werden soll, schon eine positive Ausnahme, auch wenn das Bild in Teilen ein wenig getrübt wird.
Wenn der Begriff „Ritterorden“ fällt, werden die meisten von euch an die berühmten und berüchtigten Tempelritter denken, dem einen oder anderen wird vielleicht auch der Deutsche Orden noch einfallen. Die wenigsten aber verbinden die Johanniter, heute durch ihren Krankenwagen eher bekannt als durch ihre kriegerische Geschichte, am wenigsten mit einer ritterlichen Elite des Mittelalters.
Dabei waren die Johanniter deutlich wichtiger als die glänzenden Tempelritter, die selbst nur knapp 200 Jahre existierten und umso lauter dann auch untergingen.
DIE JOHANNITER
Der Beginn des 12. Jahrhunderts war der Beginn der Geschichte der größten und wichtigsten Ritterorden, und so auch der Beginn der Geschichte der Johanniter.
Begründet zum Kampf gegen die „Ungläubigen“, die das heilige Land besetzt hielten, war der Johanniterorden gleichsam mit den Tempelrittern die militärische Stütze im heutigen Israel, auch wenn beide Orden zusammen kaum jemals mehr als 1000 Ritter hatten aufbieten können.
Aber wie in allen Ritterorden üblich, war die Ausbildung der streithaften Mönchsritter bei den beiden großen konkurrierenden Orden das Beste, was ein Ritter in der damaligen Zeit hat lernen können.
Als stehendes Herr nahmen die Johanniter an fast jeder wichtigen Schlacht in der Zeit der Kreuzzüge im heutigen Israel teil, auch an der vernichtenden Schlacht von Hattin, in der fast die gesamte christliche Rittermacht des Landes getötet wurde.
Bei den Moslems warn die Johanniter wie auch die Templer gleichermaßen gefürchtet und verhasst, denn beide Ritterorden bzw. deren Mitglieder ergaben sich niemals und waren auch nichts wert, denn Gefangene wurden nicht ausgelöst.
Wenn diese Phase der Geschichte vielleicht noch die bekanntere ist, so wendet sich Brandes, wie der Titel schon deutlich macht, eher der Nach – Kreuzzugsgeschichte zu. Die Frage, die jeder Orden zu beantworten hatte, war, welches Ziel man nach dem Scheitern der Kreuzzüge nun aufstellen solle und wo man eine Heimat suchen können.
Über Zypern, dann Rhodos, das zu einer der mächtigsten Festungen seiner Zeit ausgebaut wurde, landeten die Johanniter schließlich auf Malte, wo sie bis 1798 herrschten und, nun eher Seefahrer denn wirkliche Rittermacht, die Moslems, die Osmanen ( als Teil der Muslims) etc. mit ihren Galeeren attackierten.
Dabei waren die Johanniter wiederum zahlenmäßig kaum erwähnenswert, doch von der Effizienz her immer die Speerspitze bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Moslems und Christen auf dem Mittelmeer.
SOZIALGESCHICHTE
Auch wenn Brandes dieses kaum in den Vordergrund stellt, erfährt der Leser eine Menge über die sozialen Realitäten der damaligen Zeit.
Vor allem das Stichwort Galeeren wird bei vielen Lesern die Erinnerungen an Sandalenfilme wach werden lassen, die samt und sonders kaum historisch sind. Denn die dort „aufgenommenen“ Galeerensklaven gab es in der Tat in der Antike nicht sondern waren eine rein „europäisch-muslimische „ Erfindung. Alle Galeeren des Ordens wurden hauptsächlich von solchen Sklaven, in der Regel Moslems, bewegt, ebenso wie auf der anderen Seite Christen in die Ruder greifen mussten. Die Sklaven waren angekettet – was bei einem Untergang des Schiffes den unweigerlichen Tot zur Folge hatte. Wichtiger aber auch noch ist die Tatsache, dass der Johanniterorden bis an sein Ende 1798 Sklaven gehalten hat – eine Tatsache, die so wohl kaum bekannt sein dürfte.
LEKTORAT / AUSSTATTUNG DES BUCHES
Ungewöhnlich viele Wortfehler, falsche zahlen und auch doppelte Zahlen in Sätzen sind in diesem Buch zu finden. Und was grundsätzlich ärgerlich ist, sollte bei halbwegs vernünftig lektorierten Büchern so auf keinen Fall vorkommen. Ein schlampiges Lektorat bei einem Buch, dass nicht ganz billig ist – sehr schade.
Was dem Buch ebenso fehlt sind Fotos der realen orte. Die Bilder, die im Buch zu finden sind, sind allesamt Gemäldeausschnitte aus Sicht des Johanniterordens, die teilweise nur sehr rudimentäre Ausschnitte aus dem Gesamtgemälde darstellen. Schlicht: Der Aussagewert der Bebilderung ist faktisch gleich null. Hier müssten Aufnahmen der Orte her, von denen berichtet wird, Zeichnungen und Skizzen, kaum aber nur ein Bildgenre, dass dann auch oft genug von den Johannitern selbst zur Propaganda, nicht aber zur wirklichen Darstellung der tatsächlichen Geschichte benutzt wurde.
FAZIT
Ein ungemein spannend erzählendes Fachbuch, dass auch und trotz der militärischen Geschichte, die behandelt wird, fesselt und die Begeisterung des Autors für das Thema deutlich macht. Ärgerlich nur sind die oben genannten Punkte.
Michael
27 Bewertungen, 2 Kommentare
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27.09.2002, 21:37 Uhr von diewicca
Bewertung: sehr hilfreichAha...klingt äußerst interessant
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12.06.2002, 23:49 Uhr von silke-silke
Bewertung: sehr hilfreichMal wieder eine interessante Buchbesprechung. Was liest du als nächstes? Gruß von Silke
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