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Erfahrungsbericht von myth-x

Boyle, T.C. -- América (The tortilla curtain) gääääähn ist das langw

Pro:

Einfach zu lesen, schnell gelesen

Kontra:

Langweilige Handlung, unnötig in die Länge gezogen

Empfehlung:

Nein

Als ich im Jahre 2000/2001 mein Fachabitur nachholte, nötigte man mich dazu, den Roman „América“, bzw. „the Tortilla Curtain“ (Originaltitel) von Tommes Coraghessan Boyle zu lesen. Meine Meinung über mein Erstlingswerk von Boyle, möchte ich Euch nach einer kurzen Inhaltsbeschreibung mit Euch teilen.

Autor

T.C. Boyle wuchs Mitte der 50´iger Jahre in der unteren Amerikanischen Mittelschicht auf. Seine Eltern verlor er in folge ihrer Alkoholsucht. Boyle selbst, schaffte mit gerade so den Abschluss an der Uni. Er arbeitet an einer Schule, die von der sozialen Unterschicht besucht wurde. Hier verfiel Boyle dem Drogenkonsum, von dem er sich später durch seine Schriftstellerische Tätigkeit lossagen konnte. Heute lebt Boyle mit seiner Frau und zwei Kindern in einem noblen Vorort von Los Angeles. Er selbst Unterrichtet an der Uni von South California.

Inhalt

América beschreibt das Leben zweier Unterschiedlicher Paare, deren Wege sich auf unglückliche Art und weise immer wieder kreuzen.
Auf der einen Seite steht Delany Moosbacher mit seiner Frau Kyla und ihrem Sohn. Die Familie stellt die typischen, wohlhabenden Amerikanischen Vorstädter dar, die sich selbst als liberale Humanisten beschreiben. Auf der anderen Seite des Lebens steht der illegal eingewanderte Mexikaner Candido, der mit seiner schwangeren Freundin América über die Grenze kam, um den amerikanischen Traum zu träumen.
Das ganze beginnt als Delany mit seiner gepflegten Limousine auf einer kurvigen Landstrasse den Mexikaner Candido anfährt. Von nun an kreuzen sich die Wege der beiden ein ums andere Mal. Jedesmal endet dieses zusammentreffen in einer Katastrophe. Delany mag gar nicht mehr an einen Zufall glauben.

Meine Meinung

Sicherlich ist Euch schon aufgefallen, dass der Roman bei mir nicht gerade eingeschlagen hat. Zu Beginn meine Beurteilung möchte ich daher nochmals darauf verweisen, dass dies mein erstes Boyle Werk war. Insofern habe ich keine vergleiche seines Schreibstils. Sollte dieses Buch also mit der künstlerischen Seele eines Schriftstellers entstanden sein, so werde ich dieses auch als Kunst anerkennen (nicht mein Geschmack, aber Kunst). Jedenfalls möchte ich weder Boyle, noch seinen Fans zu nahe treten. Jedoch entstand bei mir der Eindruck, dass da ein Schriftsteller eine kreative Pause hatte, aber durch vertragliche Verpflichtungen zur Veröffentlichung eines neuen Buches gezwungen war. Betrachtet man Boyles Lebenssituation, besonders des wie und wo er heute lebt, so erweckt sich in mir der Verdacht, dass es sich bei diesem Roman lediglich um einen „was passiert vor meiner Haustür“ Bericht handelt. Das ganze im erzähl Epos niedergeschrieben und fertig. „América“ spielt ja schliesslich direkt vor Boyles Haustür. Stellen des Buches werden so, mit überdetaillierten Landschaftsbeschreibungen gefüllt. Die Detailverliebtheit endet allerdings nicht bei den Landschaftsbeschreibungen. Auch andere eher unwichtige Passagen werden bis ins kleinste beschrieben. Durch dieses „vorkauen“ der Details, war es mir nicht möglich die eigene Phantasie ins Spiel zu bringen. Ich finde hier lässt der Autor keinerlei Spielraum zu. Dadurch ergibt sich aber der Vorteil, dass sich das Buch unheimlich flüssig, schnell und einfach lesen lässt.
Ein wenig schändlich finde ich, wie dumm und naiv Boyle den Charakter des Candido erscheinen lässt. Es handelt sich schliesslich hierbei um einen 31 jährigen Mexikaner, der die Abgründe des Lebens kennen gelernt hat. Ein Mann, der sein halbes Leben lang im Freien gelebt hat, macht in einem bewaldeten und Furz trockenen Canyon ein Freudenfeuer. Klar dass hierbei der Canyon abfackelt. Aber hätte er die Gefahr nicht abschätzen können? Weiterhin war Candido schon des öfteren auf illegalem Wege in den Staaten gewesen, um dort Geld zu verdienen. Er weiss wie schwer es für einen illegalen ist, sich dort durch zu schlagen. Dennoch glaubt er, er könnte mit seiner 17 jährigen, schwangeren Flamme binnen weniger Monate ein intaktes und wohlhabendes Leben im gelobten Land aufbauen. Ebenso sah sich Candido sein Leben lang irgendwelchen zwielichten Gestalten konfrontiert. Aber der Autor lässt unseren Candido mitten in der Bronx von L.A. blind einem dahergelaufenen und versüfften Latino vertrauen. Klar, die nächste Katastrophe. Mir persönlich erscheint eine solche Naivität, bei einer Person, die sich derartig durchs Leben schlagen musste, viel zu übertrieben.
Nun aber doch noch ein wenig Lob. Was mir sehr gut an Boyles Ausführungen gefällt, ist die Darstellung der gut situierten, weissen Vorstadtamerikanern. In ihrer Selbstdarstellung sind sie liberale und weltoffene Menschen. Mit einem gehörigen Schuss Patriotismus, der sich darin begründet, dass man schliesslich das Gute in der Welt repräsentiert. Boyle versteht es aber, die dadurch entstandene Selbstverherrlichung mit starker Tendenz zum Rassismus, schonungslos zu offenbaren. So lassen sich z.B. die Amerikaner von den illegalen Arbeitern eine Mauer um ihre Siedlung bauen, die gerade eben diese Illegalen von der Wohnsiedlung fernhalten soll. Hier ist ein sehr guter Abgleich zwischen Eigen- und Fremdeinschätzung gelungen.

Fazit

Einfach zu lesen mit einer gehörigen Portion Realismus.
Wenig Spannung und zu starke Detailverliebtheit des Autors. Keine packende Handlung.
Aus meiner Sicht kann ich daher das Buch nicht empfehlen.

13 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Wurzelchen2

    18.05.2003, 14:41 Uhr von Wurzelchen2
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klingt nicht, als wäre es meine Richtung.

  • Supermanu

    19.03.2002, 12:19 Uhr von Supermanu
    Bewertung: sehr hilfreich

    gut gemacht! manu