Erfahrungsbericht von nici023
Hennen, Bernhard mit "Die Nacht der Schlange"
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Infos:
Serie: Das Schwarze Auge
Autor: Hennen, Bernhard
Verlag: Heyne, München
Erschienen: 01.01.2000
ISBN: 3453162315
Typ: Taschenbuch
Lange schon angekündigt! Zweiter DSA-Roman in gebundener Ausgabe! Ein Kriminalroman von einem begnadeten Autor! Wieder einmal was über Al´Anfa! Gespannt wartete ich auf dieses so hoch gepriesene Buch und hatte gehofft, ein Werk im Stile von \"Das zerbrochene Rad\" zu bekommen. Doch ich sollte enttäuscht werden: es wurde verspätet ausgeliefert; gebunden war es, weil es als Taschenbuch zu wenig Seiten gehabt hätte, die Schrift hatte trotzdem noch die Grösse wie in Kinderbüchern; einen Kriminalroman kann man es kaum nennen, eher eine Gute-Nacht-Geschichte mit von Anfang an absehbarem Ende. Alles in allem eine Enttäuschung.
Hennen kennt man als Autor von erstklassigen DSA-Romanen wie die Trilogie um den Khom-Krieg und \"Das Gesicht am Fenster\". Auch seine DSA-Abenteuer (z.B. \"Das Jahr des Greifen 1&2\") und seine Beiträge zu Regelwerken waren immer sehr gut. Unverständlich ist es daher, dass dieser zweitklassige Roman aus seiner Feder stammen soll und seltsam mutet es an, dass der Heyne-Verlag dieses schwache Werk in einer gebundenen Ausgabe verlegt.
Der Plot: Salpicio, ein junger Offizier der Stadtgarde Al´Anfas, Assistent und Vertrauter der todkranken Commandanta der Stadtgarde, wird auf bestialische Weise umgebracht. Die Commandanta macht sich zusammen mit einem neuen Assistenten, der ein guter Bekannter Salpicios war, an die Auflösung des Falles. Schnell erfahren die zwei, dass Salpicio in seltsame Machenschaften von sehr hochgestellten Persönlichkeiten der Stadt verwickelt war. Das ist ihm zum Verhängnis geworden.
Die beiden setzen nun alles daran, den Mörder zu fassen und die Commandanta trifft bei dieser Jagd auf einen alten Bekannten, ihren Todfeind Markud, mit dem sie vor vielen Jahren eine Art Wette abgeschlossen hat: Kann das Böse vor dem Guten bestehen? Dieser Mann scheint der Mittelpunkt der ganzen mysteriösen Ereignisse zu sein. Doch auch der neue Assistent scheint mehr zu wissen, als er sollte.
Inzwischen breitet sich in Al´Anfa eine unbekannte, todbringende Seuche aus, die man anfangs zu vertuschen versucht, in dem man die Erkrankten auf die abgelegene Sklaveninsel bringen lässt. Doch die Epidemie fordert immer mehr Tote und lässt sich irgendwann nicht mehr verheimlichen - und der Leser erfährt, dass Borbarad sich dieses Mittels bedient, um die Perle des Südens in seine Hand zu bringen.
Der Mord, die Seuche, die Machenschaften der Hohen - alles scheint zusammenzuhängen. Die Ideen sind ja nicht schlecht, doch der Autor schafft es nicht, sie zu einer guten und spannenden Kriminalgeschichte zu verbinden. Zu durchsichtig ist die Geschichte um den Mord und die Suche nach dem Täter.
Die Beschreibungen, wie sich die Stadt im Würgegriff des Todes windet, sind nicht fesselnd genug. Auch könnte die Geschichte in irgendeiner Stadt spielen - dass es Al´Anfa (Pestbeule des Südens, Stadt des Todes, Borons Hochburg) ist, spielt eigentlich keine grosse Rolle. Der Autor schafft es nicht, Spannung aufzubauen oder die Stimmung dieser in Aventurien einmaligen Metropole zu vermitteln.
Einzig die Figuren der Commandanta und ihres Widersachers Markud sind wirklich gut gelungen. Der Hintergrund ihres jahrelangen Kampfes gegeneinander, ist ein kriminalistischer Leckerbissen und wohl einer der interessantesten Punkte zum Thema \"Gut und Böse\". Doch leider wird auch auf dieses Motiv zu wenig eingegangen. Mehr wird darüber hier nicht verraten - im Hinblick auf jene, die das Buch noch lesen wollen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-18 21:23:14 mit dem Titel Harding, Paul "Der Kapuzenmörder"
Ort: England
Serie: Sir Hugh Corbett
Autor: Harding, Paul
Verlag: Knaur, München
Erschienen:01.10.1997
ISBN: 3-426-63045-1
Typ: Taschenbuch
London im Jahre 1302. In den Straßen von London lauert ein Serienmörder Freudenmädchen und Mätressen auf, um ihnen die Kehlen durchzuschneiden. Das ist in diesen Tagen eigentlich nichts beunruhigendes. Man wird erst aufmerksam, als Lady Catherine Somerville, die Witwe eines hochrangigen Lords und noch dazu Ordensschwester, auf die gleiche Weise ermordet in Smithfield aufgefunden wird. Als dann auch noch Pater Benedikt unter misteriösen Umständen ums Leben kommt, befiehlt König Edward I. seinem Meisterspion und Geheimsigelbewahrer Hugh Corbett, den brutalen Täter ausfindig zu machen.
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Paul Harding hat auch in diesem Band wieder historische Gegebenheiten mit der Story verknüpft. Historisch belegt ist z.B., dass zur Zeit Edwards I. der Kronschatz beraubt wurde, indem man einen Tunnel von einem Friedhof auf dem Gelände von Westminster, zur Krypta der Westminster Abbey grub. Unterstützt wurde der Dieb Richard Puddlicott von den Mönchen, die eigentlich für die Sicherheit des Schatzes verantwortlich waren. Als die Sache herauskam, tobte Edward vor Wut. Die Mönche wurden ins Gefängnis geworfen, und Richard Puddlicott und seine Komplizen zum Tode verurteilt. Noch heute kann man die Krypta von Westminster besichtigen. Die Berichte über diesen Raub existieren noch heute, u.a. das Manuskript Chetham Nr. 6712.
Ich finde auch diesen Roman wieder sehr spannend. Man kommt nicht auf Anhieb auf die Identität des Mörders. Zumindest ich hätte nicht damit gerechnet, dass die Person, die sich dann als Mörder herausgestellte, auch wirklich der Mörder ist. Auch kommt man mal wieder nicht um die \"Anflüge von Galle\", von Edward I. herum. Er versäumt es mal wieder nicht, seinen Meisterspion mit allen erdenklichen Beschimpfungen und Drohungen zu traktieren, wenn die Dinge mal wieder nicht so verlaufen, wie er es gerne hätte.
Auf jeden Fall machen die Spannung und die sehr gut recherchierte Story auch diesen Harding-Roman lesenswert. Ich hatte das Buch mal wieder sehr schnell durch, weil ich es mal wieder nicht erwarten konnte, zu erfahren, wer denn nun hinter all den Misteriösen Dingen steckt.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-17 19:59:52 mit dem Titel Hammesfahr, Petra "DIE SÜNDERIN"
Infos:
Ort: Deutschland
Zeit: 1990er
Autor: Hammesfahr, Petra
Verlag: Rowohlt, Reinbek
Erschienen: 01.01.2002
Kritiker: Christina
ISBN: 349922755X
Typ: Taschenbuch&gebundene Version
Story:
Cora Bender ist augenscheinlich ein ganz normal junge Frau. Sie ist verheiratet. Ihr Mann Gereon ist selbständig. Auch sie arbeitet in der Firma mit. Sie wohnen in einem eigenen Haus auf dem Grundstück ihrer Schwiegereltern. Doch eines Tages wird plötzlich alles anders. Sie bekommt panische Angstzustände sobald sich ihr Mann ihr nähern will. Diese Angst treibt sie soweit, bis sie eines Tages beschließt Selbstmord zu begehen. Der passende Tag ist an einem sehr heißem Tag im Sommer. Sie überredet ihren Mann mit ihr und dem gemeinsamen Sohn an den See zu fahren. Alles ist in ihrem Kopf geplant. Sie verbringt noch einige Zeit mit ihrem Kind und will dann nochmals alleine in das Wasser gehen und sich ertränken.
Doch nun geschieht plötzlich etwas ganz Unerwartetes. Neben ihnen auf der Wiese liegen zwei Paare. Sie hören sehr laute Musik und das eine Paar zeigt seine Verliebtheit ganz offen. In Cora wird regelrecht ein Schalter umgedreht. Sie stürzt sich auf den Mann und beginnt auf ihn mit einem Messer einzustechen. Der Mann stirbt. Cora Bender wird verhaftet. Sie fühlt sich aber keineswegs schuldig, sondern einfach nur befreit. Befreit von Angst, Panik, Gedanken an vergangene Erlebnissse.
Und genau da liegt die Spannung in diesem Buch. Es wird nicht gefragt „Wer ist der Mörder“, denn das ist von Anfang an klar, sondern „Warum“? Irgendwo in der Vergangenheit liegt der Schlüssel zur Wahrheit. War der Mann am See doch kein Unbekannter? Warum geschah dies alles. Der einzige, der nicht locker läßt, sondern dem wahren Motiv auf die Spur gehen will, ist Hauptkommissar Rudolf Grovian. Er treibt Cora Bender in seinen Verhören immer bis an den Rand des Erträglichen.
Es gibt verschiedenen Erzählstränge. Zum einen wird die eigentliche Geschichte (in der dritten Person) erzählt, aber aus Sicht der Cora Bender, zum anderen erzählt Coras aus ihrer Kindheit (in der ersten Person). Alle Erzählweisen zeigen eine menschliche Psyche, die aufwühlt aber auch beklemmt. Man wandelt zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Fantasie und Wirklichkeit, so wie eben auch die zentrale Figur Cora Bender. Dies macht die Geschichte richtig spannend.
Ein Buch das man zu lesen beginnt und nicht mehr aufhören kann. Man kommt stückchenweise des Rätsels Lösung immer näher.
Der Leser wird regelrecht angelockt – jetzt muß die Lösung kommen und doch wieder ist man nicht zum Kern vorgedrungen und muß so lange lesen bis alle Fragen beantwortet werden.
FAZIT:
Wers nicht liest ist selber schuld, selten geniales BUCH!
Serie: Das Schwarze Auge
Autor: Hennen, Bernhard
Verlag: Heyne, München
Erschienen: 01.01.2000
ISBN: 3453162315
Typ: Taschenbuch
Lange schon angekündigt! Zweiter DSA-Roman in gebundener Ausgabe! Ein Kriminalroman von einem begnadeten Autor! Wieder einmal was über Al´Anfa! Gespannt wartete ich auf dieses so hoch gepriesene Buch und hatte gehofft, ein Werk im Stile von \"Das zerbrochene Rad\" zu bekommen. Doch ich sollte enttäuscht werden: es wurde verspätet ausgeliefert; gebunden war es, weil es als Taschenbuch zu wenig Seiten gehabt hätte, die Schrift hatte trotzdem noch die Grösse wie in Kinderbüchern; einen Kriminalroman kann man es kaum nennen, eher eine Gute-Nacht-Geschichte mit von Anfang an absehbarem Ende. Alles in allem eine Enttäuschung.
Hennen kennt man als Autor von erstklassigen DSA-Romanen wie die Trilogie um den Khom-Krieg und \"Das Gesicht am Fenster\". Auch seine DSA-Abenteuer (z.B. \"Das Jahr des Greifen 1&2\") und seine Beiträge zu Regelwerken waren immer sehr gut. Unverständlich ist es daher, dass dieser zweitklassige Roman aus seiner Feder stammen soll und seltsam mutet es an, dass der Heyne-Verlag dieses schwache Werk in einer gebundenen Ausgabe verlegt.
Der Plot: Salpicio, ein junger Offizier der Stadtgarde Al´Anfas, Assistent und Vertrauter der todkranken Commandanta der Stadtgarde, wird auf bestialische Weise umgebracht. Die Commandanta macht sich zusammen mit einem neuen Assistenten, der ein guter Bekannter Salpicios war, an die Auflösung des Falles. Schnell erfahren die zwei, dass Salpicio in seltsame Machenschaften von sehr hochgestellten Persönlichkeiten der Stadt verwickelt war. Das ist ihm zum Verhängnis geworden.
Die beiden setzen nun alles daran, den Mörder zu fassen und die Commandanta trifft bei dieser Jagd auf einen alten Bekannten, ihren Todfeind Markud, mit dem sie vor vielen Jahren eine Art Wette abgeschlossen hat: Kann das Böse vor dem Guten bestehen? Dieser Mann scheint der Mittelpunkt der ganzen mysteriösen Ereignisse zu sein. Doch auch der neue Assistent scheint mehr zu wissen, als er sollte.
Inzwischen breitet sich in Al´Anfa eine unbekannte, todbringende Seuche aus, die man anfangs zu vertuschen versucht, in dem man die Erkrankten auf die abgelegene Sklaveninsel bringen lässt. Doch die Epidemie fordert immer mehr Tote und lässt sich irgendwann nicht mehr verheimlichen - und der Leser erfährt, dass Borbarad sich dieses Mittels bedient, um die Perle des Südens in seine Hand zu bringen.
Der Mord, die Seuche, die Machenschaften der Hohen - alles scheint zusammenzuhängen. Die Ideen sind ja nicht schlecht, doch der Autor schafft es nicht, sie zu einer guten und spannenden Kriminalgeschichte zu verbinden. Zu durchsichtig ist die Geschichte um den Mord und die Suche nach dem Täter.
Die Beschreibungen, wie sich die Stadt im Würgegriff des Todes windet, sind nicht fesselnd genug. Auch könnte die Geschichte in irgendeiner Stadt spielen - dass es Al´Anfa (Pestbeule des Südens, Stadt des Todes, Borons Hochburg) ist, spielt eigentlich keine grosse Rolle. Der Autor schafft es nicht, Spannung aufzubauen oder die Stimmung dieser in Aventurien einmaligen Metropole zu vermitteln.
Einzig die Figuren der Commandanta und ihres Widersachers Markud sind wirklich gut gelungen. Der Hintergrund ihres jahrelangen Kampfes gegeneinander, ist ein kriminalistischer Leckerbissen und wohl einer der interessantesten Punkte zum Thema \"Gut und Böse\". Doch leider wird auch auf dieses Motiv zu wenig eingegangen. Mehr wird darüber hier nicht verraten - im Hinblick auf jene, die das Buch noch lesen wollen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-18 21:23:14 mit dem Titel Harding, Paul "Der Kapuzenmörder"
Ort: England
Serie: Sir Hugh Corbett
Autor: Harding, Paul
Verlag: Knaur, München
Erschienen:01.10.1997
ISBN: 3-426-63045-1
Typ: Taschenbuch
London im Jahre 1302. In den Straßen von London lauert ein Serienmörder Freudenmädchen und Mätressen auf, um ihnen die Kehlen durchzuschneiden. Das ist in diesen Tagen eigentlich nichts beunruhigendes. Man wird erst aufmerksam, als Lady Catherine Somerville, die Witwe eines hochrangigen Lords und noch dazu Ordensschwester, auf die gleiche Weise ermordet in Smithfield aufgefunden wird. Als dann auch noch Pater Benedikt unter misteriösen Umständen ums Leben kommt, befiehlt König Edward I. seinem Meisterspion und Geheimsigelbewahrer Hugh Corbett, den brutalen Täter ausfindig zu machen.
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Paul Harding hat auch in diesem Band wieder historische Gegebenheiten mit der Story verknüpft. Historisch belegt ist z.B., dass zur Zeit Edwards I. der Kronschatz beraubt wurde, indem man einen Tunnel von einem Friedhof auf dem Gelände von Westminster, zur Krypta der Westminster Abbey grub. Unterstützt wurde der Dieb Richard Puddlicott von den Mönchen, die eigentlich für die Sicherheit des Schatzes verantwortlich waren. Als die Sache herauskam, tobte Edward vor Wut. Die Mönche wurden ins Gefängnis geworfen, und Richard Puddlicott und seine Komplizen zum Tode verurteilt. Noch heute kann man die Krypta von Westminster besichtigen. Die Berichte über diesen Raub existieren noch heute, u.a. das Manuskript Chetham Nr. 6712.
Ich finde auch diesen Roman wieder sehr spannend. Man kommt nicht auf Anhieb auf die Identität des Mörders. Zumindest ich hätte nicht damit gerechnet, dass die Person, die sich dann als Mörder herausgestellte, auch wirklich der Mörder ist. Auch kommt man mal wieder nicht um die \"Anflüge von Galle\", von Edward I. herum. Er versäumt es mal wieder nicht, seinen Meisterspion mit allen erdenklichen Beschimpfungen und Drohungen zu traktieren, wenn die Dinge mal wieder nicht so verlaufen, wie er es gerne hätte.
Auf jeden Fall machen die Spannung und die sehr gut recherchierte Story auch diesen Harding-Roman lesenswert. Ich hatte das Buch mal wieder sehr schnell durch, weil ich es mal wieder nicht erwarten konnte, zu erfahren, wer denn nun hinter all den Misteriösen Dingen steckt.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-17 19:59:52 mit dem Titel Hammesfahr, Petra "DIE SÜNDERIN"
Infos:
Ort: Deutschland
Zeit: 1990er
Autor: Hammesfahr, Petra
Verlag: Rowohlt, Reinbek
Erschienen: 01.01.2002
Kritiker: Christina
ISBN: 349922755X
Typ: Taschenbuch&gebundene Version
Story:
Cora Bender ist augenscheinlich ein ganz normal junge Frau. Sie ist verheiratet. Ihr Mann Gereon ist selbständig. Auch sie arbeitet in der Firma mit. Sie wohnen in einem eigenen Haus auf dem Grundstück ihrer Schwiegereltern. Doch eines Tages wird plötzlich alles anders. Sie bekommt panische Angstzustände sobald sich ihr Mann ihr nähern will. Diese Angst treibt sie soweit, bis sie eines Tages beschließt Selbstmord zu begehen. Der passende Tag ist an einem sehr heißem Tag im Sommer. Sie überredet ihren Mann mit ihr und dem gemeinsamen Sohn an den See zu fahren. Alles ist in ihrem Kopf geplant. Sie verbringt noch einige Zeit mit ihrem Kind und will dann nochmals alleine in das Wasser gehen und sich ertränken.
Doch nun geschieht plötzlich etwas ganz Unerwartetes. Neben ihnen auf der Wiese liegen zwei Paare. Sie hören sehr laute Musik und das eine Paar zeigt seine Verliebtheit ganz offen. In Cora wird regelrecht ein Schalter umgedreht. Sie stürzt sich auf den Mann und beginnt auf ihn mit einem Messer einzustechen. Der Mann stirbt. Cora Bender wird verhaftet. Sie fühlt sich aber keineswegs schuldig, sondern einfach nur befreit. Befreit von Angst, Panik, Gedanken an vergangene Erlebnissse.
Und genau da liegt die Spannung in diesem Buch. Es wird nicht gefragt „Wer ist der Mörder“, denn das ist von Anfang an klar, sondern „Warum“? Irgendwo in der Vergangenheit liegt der Schlüssel zur Wahrheit. War der Mann am See doch kein Unbekannter? Warum geschah dies alles. Der einzige, der nicht locker läßt, sondern dem wahren Motiv auf die Spur gehen will, ist Hauptkommissar Rudolf Grovian. Er treibt Cora Bender in seinen Verhören immer bis an den Rand des Erträglichen.
Es gibt verschiedenen Erzählstränge. Zum einen wird die eigentliche Geschichte (in der dritten Person) erzählt, aber aus Sicht der Cora Bender, zum anderen erzählt Coras aus ihrer Kindheit (in der ersten Person). Alle Erzählweisen zeigen eine menschliche Psyche, die aufwühlt aber auch beklemmt. Man wandelt zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Fantasie und Wirklichkeit, so wie eben auch die zentrale Figur Cora Bender. Dies macht die Geschichte richtig spannend.
Ein Buch das man zu lesen beginnt und nicht mehr aufhören kann. Man kommt stückchenweise des Rätsels Lösung immer näher.
Der Leser wird regelrecht angelockt – jetzt muß die Lösung kommen und doch wieder ist man nicht zum Kern vorgedrungen und muß so lange lesen bis alle Fragen beantwortet werden.
FAZIT:
Wers nicht liest ist selber schuld, selten geniales BUCH!

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