Mehr zu AutorInnen mit H Testbericht

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Erfahrungsbericht von campino

Brave? new World

Pro:

Liest sich (für einen Klassiker) angenehm flüssig

Kontra:

?

Empfehlung:

Nein

Aldous Huxleys schöne neue Welt beschreibt ein Szenario, das auf den ersten Blick wunderbar wirkt. Aber eben nur auf den ersten Blick und auch nur, wenn man der „richtigen“ Klasse angehört.

Das Jahr 684 nach Ford: Eine Kastengesellschaft, bestehend aus 5 Kasten (Alphas, Betas, Gammas, Deltas, Epsilons), die ersten 3, auf die ich in dieser Meinung eingehen möchete: den Alphas, die die Führungselite bilden, die Betas, eine Art Mittelschicht und den Gammas, die für einfache und monotone Arbeiten eingesetzt werden.
Glücklich und zufrieden sind alle, auch die Gammas, sie kennen es nicht anders.

Durch eine Glücksdroge Soma, die von allen regelmäßig eingenommen wird (werden muss), sind negative, die Gesellschaft betreffende Gedanken, nicht vorhanden. Sogar der Tod wird als positives Ereignis hingenommen, weil die Normung es so will.

" In Soma steckt die Kraft des Seins
Des Glückes und der Einigkeit
Oh Ford, oh Herr, oh mach uns eins
Zeig uns den Weg, wir sind bereit"
(Textauszug aus dem gleichnamigen Musical)

Nichts bleibt dem Zufall überlassen. In der Brutzentrale werden Menschen künstlich erzeugt und genormt. Die Normung bestimmt die Kastenzugehörigkeit.

Eltern, Partnerschaft und Liebe gehören der Vergangenheit an. Sexualität ist Freizeitsport. Die Menschen erkennen Ford (als den Erfinder des Fließbandes) als ihren Gott an. Er ist der Wegbereiter des Fortschritts, ihm verdanken sie die Schöne neue Welt.

Wäre da nicht noch eine Ecke, die Reservation, in der die Wilden leben. Menschen, natürlich gezeugt, von Eltern aufgezogen und mit all dem behaftet, was einen Menschen ausmacht. Hier gibt es sie noch, die Liebe, aber auch Leid und Tränen und das Wichtigste: Das Denken!!!

Eines Tages gelangt einer der Wilden in die hochgelobte schöne neue Welt......

Ein zum Nachdenken anregendes Buch, besonders in Zeiten, in denen über Gentechnik, klonen, etc. diskutiert wird.


Auch "Schöne neue Welt" gibt es als Musical.
CD: BOB SHE BOB-Musiktheater:"Schöne neue Welt"
Rockmusical nach Aldous Huxley.
Musik: Stefan Wurz,
Libretto und Songtexte: Roland Meier.
CD: few 19942 LC6386

Gruß, Andrea

update: Keine Ahnung, warum dieser Bericht auf einmal unter "Mehr zu AutorInnen mit H" steht. Er wurde ursprünglich unter "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley geschrieben. Da ist wohl bei Yopi beim verschieben irgendwas schief gelaufen.





----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-28 07:32:05 mit dem Titel Der virtuelle Tod wird Wirklichkeit

„Dies ist eine Einladung.
Komm herein, sagte die Spinne zur Fliege.
Wer ist die Spinne?
Wer die Fliege?“


Jay Fletcher ist Special Agent beim FBI. Ihr Spezialgebiet: Computer.

Ihre Tätigkeit besteht in der Arbeit bei CART. Das ist die Abkürzung für „Computer Analysis and Response Team“.
Dort werden mit Hilfe diverser Programme Indizien und Beweise analysiert.

Los Angeles: Mehrere Stewardessen wurden auf bestialische Weise ermordet. Jay wurde gebeten, der SK Los Angeles bei der Aufklärung zu helfen.

Diesen Job bekam sie aufgrund des von ihr entwickelten Programms C-Bix (Criminal Behavior Index). Dieses Programm ist vergleichbar mit einer Schablone, die Merkmale von Gewaltverbrechen vergleicht und Gemeinsamkeiten herausfiltert.

Tatsächlich gelingt es ihr, einen Verdächtigen mit ihren, oft nicht ganz legalen Mitteln zu überführen. Allerdings basieren die Beweise nur auf Indizien. Doch für Jay steht fest: Sie hat den Mörder.

Ihre Vorgesetzten sehen die Sache jedoch anders. Sie, die nicht alle Vorschriften so 100prozentig genau nimmt, wenn sie sich einmal in einen Fall verbissen hat, wird nach Santa Fe, nach Jay’s Verständnis in die tiefste Provinz abgeschoben.

Was bleibt Jay außer tödlicher Langeweile?
Das Internet.

Durch ihre Kenntnisse weiß sie genau wo sie sich wann einloggen muss um an Informationen zu gelangen.
Das tut sie auch und gelangt dadurch mitten hinein in die Fahndung nach einem Serienkiller, der derartig raffiniert und kaltblütig vorgeht, das sogar sie, als Polizistin sich an nichts erinnern kann, was sie je so mitgenommen hat.

Jay schaltet sich erst nur virtuell und dann persönlich in die Jagd nach dem Killer ein. Denn eins ist ihr ziemlich schnell klar geworden: Die Lösung liegt im Internet.....

Die New York Times schrieb über diesen Roman: “ Ein rasanter Thriller, der andere Thriller wie Kindermärchen aussehen lässt”.

Und ich kann Euch sagen: Die New York Times und Campino sind einer Meinung. Selten habe ich mich so von einem Krimi fesseln lassen. Das ist kein Buch welches man an mehreren Abenden liest. Man beginnt und kann nicht mehr aufhören.....

Also lest es und anschließend (so der Untertitel):

„Überlegen Sie dreimal, bevor Sie ins Netz gehen!“

Internet Kill, Autor: A.J.Holt, Paperback erschienen bei Bastei Lübbe, ISBN: 3-404-13835-X, € 5,--

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-08-31 21:51:08 mit dem Titel Romantiker und Realist....


...das war Heinrich Heine.

Da ich eine sehr große Büchersammlung habe (sind wir hier in der Stadtbücherei oder was???), möchte ich hier gerne in loser Folge einige Schriftsteller, deren Namen und Werke die meisten von Euch zwar kennen, aber der Lebensweg ist doch oft nicht so bekannt, vorstellen.

H wie HEINE

Am 13. Dezember 1797 wurde Heinrich Heine als Harry Heine in Düsseldorf (das damals zum französischen besetzten Rheinland gehörte), geboren.
Seine Mutter: Elisabeth Heine, der Vater ist der Kaufmann Samson Heine.

Harry besuchte ab dem 10. Lebensjahr das Lyzeum in Düsseldorf. Er verließ das Gymnasium ohne Abschluss.
Er begann eine Lehre bei seinem Onkel Salomon Heine in dessen Bank in Hamburg.

Nebenher schrieb Heine seine ersten Gedichte, allerdings nicht als Harry Heine, sondern unter dem Pseudonym "Freudhold Riesenharf".
Um sich finanziell über Wasser zu halten (die Gedichte brachten so gut wie nichts ein), eröffnete er ein eigenes Kommissionsgeschäft und ging pleite. Nun finanzierte ihm der Onkel ein Jura-Studium zuerst Bonn, dann in Göttingen. Wegen eines Duells wurde er von der Universität verwiesen und studierte in Berlin weiter. Auch dort hatte er wieder eine Duellaffaire.

Dieses "Aufbrausende" wird ihn sein ganzes Leben begleiten und er wird noch einige Duelle haben.
1825 lässt sich Heine protestantisch auf den Namen Christian Johann Heinrich taufen. Im selben Jahr macht er sein juristisches Staatsexamen in Göttingen.

Es folgen Jahre der Reisen (oft nicht ganz freiwillig) und des Schreibens. Mit seinem Werk steht er zwischen Romantik und Realismus. Das dabei sprachliche Kunstwerke entstanden sind, macht seinen Rang aus. Obwohl er als deutscher Klassiker gilt, hat er fast die Hälfte seines Lebens im Exil in Frankreich verbracht.
Heine hat unter anderem 4 umfangreiche Gedichtsammlungen veröffentlicht:

  • Das Buch der Lieder,
  • die Neuen Gedichte,
  • den Romanzero
  • und die Gedichte 1853 und 1854.
    Zu diesen Gedichtbänden kommen zwei große Versdichtungen:
  • Atta Troll, ein Sommernachtstraum und
  • Deutschland, ein Wintermärchen,

in dem sich eine Reise aus dem Pariser Exil (1843) über Aachen, Köln, Hannover nach Hamburg widerspiegelt. Die Zustände sind zum Teil mit grimmiger Satire geschildert. Deshalb blieb der Vorwurf, Heine sei ein "Nestbeschmutzer" nicht aus.

Das Wintermärchen wurde immer wieder nachgedichtet. Zuletzt hat Wolf Biermann seine persönliche Situation und eine Reise (aus der damaligen DDR) nach Hamburg in Anlehnung an sein großes Vorbild, den "Cousin Heine", besungen.

Heinrich Heine starb 1856 nach langer Krankheit in Paris. Er ist auf dem Friedhof Montmarte beigesetzt.

Im traurigen Monat November war's,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riss von den Bäumen das Laub,
Da reist' ich nach Deutschland hinüber.

Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begannen zu tropfen......

87 Bewertungen, 6 Kommentare

  • hjid55

    27.01.2007, 16:53 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & lg Sarah

  • anonym

    15.08.2006, 12:02 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • Rena50

    25.05.2002, 20:09 Uhr von Rena50
    Bewertung: sehr hilfreich

    Heinrich Heine muss man einfach kennen und dazu trägt dein Bericht bei. Gruß Rena

  • mima007

    23.05.2002, 18:42 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut! Hätte ruhig mehr sein dürfen:-)

  • LeaofRafiki

    22.05.2002, 00:59 Uhr von LeaofRafiki
    Bewertung: sehr hilfreich

    "Denk ich an Deutschland in der Nacht..." tja, das Wintermärchen hab ich früher soooo gerne gelesen, muß es mal wieder hervorkramen. LiebeNgruß, Lea

  • dani___

    22.05.2002, 00:47 Uhr von dani___
    Bewertung: sehr hilfreich

    Von dem habe ich auch schon gelesen aber mehr gehört... guter Bericht... ciao die dani *;)