Mehr zu AutorInnen mit S Testbericht

No-product-image
ab 42,89
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von nici023

Sell Anne mit "Einfache Fahrt"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Sell, Anne - Einfache Fahrt € 15,50

Infos:

-Roman
-Querverlag Berlin
-Erste Auflage September 2001
-ISBN 3-89656-067-0

Story:

Eine wunderbare Geschichte von Freundschaft und Liebe zu erzählen, bei der die Hauptfiguren, Nico und Eleni, über 6000 Kilometer voneinander entfernt leben, ist keine leichte Aufgabe. Umso virtuoser ist das Ergebnis, das Anne Sell mit ihrem Ende 2001 im Querverlag erschienenen Debütroman \"Einfache Fahrt\" vorgelegt hat.

Keine überflüssigen Worte, keine der üblichen \"Klischee-Sätze\" trüben den fundierten Lesegenuss. Anne Sell entwickelt in ihrem gut recherchierten Buch ein nahezu untrügliches Gespür dafür, die Leserin mit leisen, gut gewählten Worten mitzunehmen auf eine nicht immer einfache, aber einfach immer faszinierende Fahrt.

Die Probleme, mit denen wir alle im zwischenmenschlichen Alltag zu kämpfen haben, werden ebenso deutlich wie dezent und ohne lästiges Drumherumgerede beim Namen genannt wie die besonderen Probleme einer derartigen Fernbeziehung. Das macht einen guten Teil der Ambivalenz aus, die aufgrund der gewählten Konstellation einfach zwangsläufig entstehen muss.

Griechenland als eines unserer ersehnten Haupturlaubsländer vor malerischer, mediterraner Kulisse einerseits, eine realistisch betrachtet kaum lebbare Fernbeziehung andererseits; aus diesen auf den ersten Blick nahezu unvereinbaren Gegensätzen und aus der Suche nach der Überwindung ebendieser bezieht das Buch die stets vorhandene Spannung.

Wir sehnen uns nach dem, was wir nicht haben können. Wir lieben das, wonach wir uns sehnen. Dass aber nicht alles im Leben auf diese einfache, hobbypsychologische Erkenntnis zu begrenzen ist, führt uns Anne Sell unterhaltsam und ohne moralischen Zeigefinger vor Augen. Ihr sehr persönlicher, unverwechselbarer Stil erinnert mich an Jane Rule\'s Bücher, die nicht umsonst zu den Klassikern der Lesbenliteratur gehören. Ich habe in den letzten Jahren Unmengen an Lesbenliteratur konsumiert, jedoch keinen besseren Roman als diesen gelesen.

Dem Querverlag ist mit diesem Buch ein Volltreffer gelungen. Da bleibt mir nur zu hoffen, dass das einzige Manko dieses Buches - der rückseitige, recht nichtssagende bis abturnende Covertext - bei der nächsten Auflage redigiert wird.


Covertext und Inhaltsbeschreibung des Verlages:

\"Zwischen Deutschland und Griechenland liegen Welten: So denken Eleni aus Athen und Nico aus Bonn. Auf den Kykladen lernen sich die beiden Ende der achtziger Jahre kennen - jede in Begleitung ihrer Freundin. Über Jahre halten sie den Kontakt aufrecht - gemeinsame Urlaube, lange Briefe und spontane Telefonate -, bis die Entfernung, der Übergang vom Studium in den Beruf und nicht zuletzt ein Mißverständnis die Verbindung einschlafen lassen.
Während des griechischen Osterfests mit seiner \"Eisenklammer der Traditionen\" wird Eleni klar, daß der Spagat zwischen familiären Bindungen und angestrebter Karriere sie zu zerreißen droht. Eleni sehnt sich nach dem in ihren Augen \"liberalen\" Teil Europas. Nach fünf Jahren Pause nimmt sie wieder Kontakt zu Nico auf.
Einfach Fahrt ist eine Liebesgeschichte vor der faszinierenden Kulisse Griechenlands. Zwei Frauen, die vor der wichtigsten Entscheidung ihres Lebens stehen. Eleni und Nico - Hoffnung auf ein gemeinsames Glück?\"

Wer sich trotz dieses schwer formulierten \"Kaufanreizes\" nicht davon abhalten lässt, das Buch zu lesen, wird mehr als einige faszinierende Lesestunden davon haben.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-17 21:03:00 mit dem Titel Schröder, Tanja "Hirudo - Dunkles Erbe"

Aus der Reihe \"Hirudo\"

Infos
Ort: England
Zeit: 20. Jahrhundert (Ende)
Serie: Hirudo
Autor: Schröder, Tanja
Verlag: Asaro Verlag, Ottersberg
Erschienen: 01.01.2000
ISBN: 393462507X
Typ: Taschenbuch



Kurz nach ihrer Geburt werden die beiden Geschwister Karen und Jarout getrennt. Während Karen bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater bleibt, wird Jarout von seinem leiblichen Vater, einem Vampir namens Lucas, aus der Kindeswiege entführt und in der Welt der Vampire großgezogen.
Zwanzig Jahre später macht sich Karen auf die Suche nach Lucas, getrieben von den Erzählungen ihrer nun verstorbenen Mutter und dem Wunsch nach Antworten auf die Frage, wieso er damals sie und ihre Mutter im Stich gelassen hat.
Auf dieser Suche begegnet sie Jarout, der verspricht, sie zu Lucas zu bringen. Doch er verfolgt dadurch seine eigenen, dunklen Ziele.

Mit \"Hirudo – Dunkles Erbe\" entführt Tanja Schröder den Leser in eine wundersame Vampirwelt, die sich nur bedingt an das Klischee des fledermausartigen Blutsaugers hält. Ihre Vampire verwandeln sich nicht in Fledermäuse oder verschwinden in Rauchwolken. Sie hassen Knoblauch nicht und sterben auch nicht durch Holzpflöcke. Die einzigen wirklichen Gemeinsamkeiten zu den Standard-Vampiren bestehen darin, dass sie die Sonne scheuen (doch auch hier gibt es Ausnahmen) und sich von Blut ernähren. Ansonsten erfahren wir Vampire, die durch Spiegel und Fensterscheiben gehen und so sekundenschnell weite Entfernungen überwinden können. Sie sprechen durch Gedanken miteinander, sehen durch den Geist anderer Bilder aus der Vergangenheit und erkennen durch die reine Berührung eines Gegenstandes, was zuletzt mit diesem geschah. So verschieden, wie die Vampire sind, so verschieden sind die Fähigkeiten verteilt, was zu Neid und Arroganz untereinander führt. Diese Vampire lernt Karen kennen, in all ihrer Verschiedenheit.
Tanja Schröder gab jedem Vampir einen eigenen, stark definierten Charakter, der durch zahlreiche Details liebevoll ausgeschmückt ist. Sie haben alle ihre Eigenheiten, sowohl Stärken, als auch Schwächen. Doch nicht nur die Charaktere werden detailreich dargestellt, auch die Orte und Landschaften bekommen durch den starken Detailreichtum einen eigenen Charme, sodass die Handlung wie ein Film vor dem inneren Auge abläuft. Man kann sich gut in die einzelnen Personen hineinversetzen, und auch die Spannung lässt nur manchmal kurz nach.

Alles in allem halte ich \"Hirudo – Dunkles Erbe\" für ein empfehlenswertes Buch, der zwar stilistisch ein paar Schwächen vorweist, aber im Gesamten gesehen für die Zeit des Lesen (die leider bei nur ~200 Seiten etwas kurz ausfällt) eine angenehme Unterhaltung bietet.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-17 20:47:10 mit dem Titel Scott, Martin Der Drachentöter

Aus der Reihe \"Die Geheimnisse von Turai\"

Infos
Ort: Der Stadtstaat Turai
Serie: Die Geheimnisse von Turai
Autor: Scott, Martin
Verlag: Blanvalet, München
Erschienen: 01.07.2002
ISBN: 3442241820
Typ: Taschenbuch


Gleich von dem etwas kitschig geratenen Cover aus springt es dem Leser ins Auge: \"World Fantasy Award für den besten Roman des Jahres!\". Um nur so viel schon einmal vorwegzunehmen; es scheint eher ein schlechtes Jahr für die phantastische Literatur gewesen zu sein. Und warum Fantasy Cover grundsätzlich so geschmacklos ausfallen müssen, werden wir wohl nie erfahren. Doch der Reihe nach.

Der Stadtstaat Turai ist kein ungefährlicher Ort und ein Schmezltiegel der typischen Rassen, neben den Menschen also auch den hochnäsigen Elfen und den grimmigen Orgks. Machthungrige Magier, habgierige Verbrechersyndikate und intrigante Adlige schmieden allesamt finstere Pläne und wehe dem, der zwischen ihre Mühlen gerät. Überflüssig zu erwähnen, daß unserem sympathischen Helden Thraxas natürlich genau das passiert. Der übergewichtige und stets abgebrannte Zauberer und Ex-Soldat versucht sich seinen Unterhalt als Dedektiv zu verdienen und da mal wieder eine Menge Monat am Ende des Geldes übrig ist und er zudem nicht unerhebliche Schulden bei einem der wirklich üblichen Verbrecherbosse hat, denkt er nicht lange darüber nach, als die königliche Tochter ihn um einen Gefallen bittet. Einige delikate Liebesbriefe aus den Händen eines ausländischen Diplomaten zu beschaffen ist für den Profi natürlich kein Problem, aber es bleibt leider nicht dabei. Plötzlich steht Thraxas unter Mordverdacht, die Gilde der Meuchelmörder will ihn umbringen, weil er angelbich eine Warenladung voll Artefakte gestohlen hat, er wird in Drogengeschäfte verwickelt und am Ende stirbt auch noch ein kostbarer Drache! Glücklicherweise hat Thraxas noch eine handvoll guter Freunde auf die er sich verlassen kann und so lange er noch ein kühles Bier zur Hand hat, ist ja alles kein Weltuntergang. Soweit zum Inhalt.

Obwohl die Geschichte (auf dem Fantasy Markt zumindest) erfrischend neu ist, erinnert sie natürlich stark an Mr. Bogart und auch die Stadtwachen Romane eines gewissen T.P. hat man automatisch vor seinem geisitgen Auge - beides völlig zurecht. Zwar sind Thraxas Abenteuer nicht so cool wie die des ersten und nicht so lustig, wie die des zweiten, aber wes Geistes Kind man hier vor sich hat, ist einfach nicht zu übersehen.
Unseren dicken Möchtegernzauberer hat man trotzdem (oder deshalb?)schnell ins Herz geschlossen und die Geschichte bietet wahrlich genug Verwicklungen, um bis zur letzten Seite zu fesseln. Scott, dessen richtiger Name übrigens Müller lautet, hat sich sichtlich alle Mühe gegeben, dem Leser eine geschlossene Welt anzubieten, die trotzdem offen genug ist, um die Geschichte in den Bänden, die derzeit in Planung sind, weiterzuführen. Alles in allem also eine empfehlenswerte Lektüre? Ja, aber ...
Meiner Meinung nach kann man vom besten Fantasy Buch des Jahres etwas mehr erwarten. Zum einem drängt sich beim Lesen ständig der Eindruck auf - und ich verwette meine Seele, daß ich richtig liege - daß man es mit einem vertextetem Rollenspiel zu tun hat. Die Namen sind allesamt aus der DSA Runde eines Zwölfjährigen (Georgius Drachenfresser ist der böse Zauberer, der böse Verbrecherkönig heißt gar Corleonaxas [!] um nur einige, nicht aber die schlimmsten Auswüchse zu nennen), die Kampfszenen scheinen ebenfalls irgendeiner Tabelle entnommen zu sein, sie sind kurz gesagt völlig unrealistisch und was mich am meisten gestört hat, sind die aufdringlichen Anspielungen auf unsere Welt (das tägliche Papyrus, eine Kanalisation, in der es natürlich auch Alligatoren gibt, etc.).
Ein zweiter Punkt ist die holprige Übersetzung, denn obgleich der Autor im bürgerlichen Leben Martin Müller heißt, ist er doch Tommy. Ich laße einfach einmal einen Satz für sich selbst sprechen: \"Ihr solltet euren Laden ein bißchen aufhübschen, schlage ich vor.(...) Sie verursachen mir eine Gänsehaut.\" Schade, daß die schlechte Übersetzung die ohnehin noch etwas ungelenke Sprache des Autors weiter verschlimmert.

\"Die Geheimnisse von Turai\" sind definitiv kein Highlight, aber lesenswert sind sie allemal. Band eins gibt einem ein Gefühl für das nicht unerhebliche Potenzial, das der Autor hat und in den nächsten Bänden hoffentlich voll entfaltet. Dann bin ich gerne wieder Gast in Turai, trinke ein kühles Bier mit Thraxas und denke an die Abenteuer, die ich mit ihm schon durchgestanden habe, denn der alte Knabe wiederholt seine Lieblingsgeschichten aus den Orgkkriegen gerne immer und immer wieder - vor allem, wenn man ihm ein Bier ausgibt.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-17 20:38:31 mit dem Titel Sandfuchs, Ralf "Das E.R.S.T.E. Rollenspiel"

Das Einsteiger Rollen-Spiel Total Einfach

Infos
Serie: Universell
Autor: Sandfuchs, Ralf
Verlag: Krimsu, München
Erschienen:01.11.1997
ISBN: 3932932013
Typ: Abenteuerband
Preis: 6,50Euro


Erschienen als Harlekin Produkt vom Autor Ralf Sandfuchs. Lestauch unbedingt das Interviewmit Ralf Sandfuchs dazu.

Hier kommt ein schön gemachtes (aber kleines und dünnes) Heft mit festem Umschlag daher und behauptet ein Einsteiger Rollenspiel zu sein. Darin enthalten sollen ein paar Seiten Einführung, ein komplettes Regelwerk und auch noch ein fertiges Abenteuer.
Wie soll das denn gehen, keine 100 Seiten und das alles innen drin. Da werde ich doch misstrauisch und schlage gleich neugierig die erste Seite auf.

Es fällt mir auf, das das Heft ideal für kleine Auflagen produziert wurde, so daß der Endpreis von 9,80 DM auch gehalten werden kann, wenn es nicht über den Direktvertrieb, sondern über den Händler an die \"Einsteiger\" gebracht wird. Dass es sich trotzdem um gute Qualität handelt, zeigt nicht nur der farbige Umschlag aus festen Papier, sondern auch die qualitativ gut kopierten Seiten (Digitaldruck oder Digitalkopierer). So wurde auf die teuren Satzkosten bei dem Inhalt verzichtet und das Preis/Leistungsverhältnis ist stimmig.

Der Inhalt teilt sich in drei Abschnitte auf, eine kleine Einführung in das Rollenspiel, ein Mini-Regelwerk und zuletzt ein Abenteuer.

Um es gleich zu sagen, meiner Meinung nach handelt es sich bei dem Werk nicht um ein\"Einsteiger\"-Rollenspiel, sondern um ein \"Überzeuger\"-Rollenspiel. Das Heft ist nicht besonders gut dazugeignet, von Laien aus dem Regal genommen zu werden und dann mit Rollenspiel loszulegen. Aber es ist extrem gut dazugeignet, von Rollenspielern dazu benutzt zu werden, Freunde, Verwandte oder andere neugierige in die Welt der Rollenspiele einzuführen.

Die Einführung beschäftigt sich sehr mit dem Für und Wider des Rollenspiels und ist meines Erachtens der einzige echte Schwachpunkt in dem Heft. Hier finden wir auf mehreren Seiten eine Rechtfertigungs- und Argumentationsbasis, die meines Erachtens gar nicht notwendig ist. Rollenspiel wird zwar immer noch als merkwürdiges Tun betrachtet, aber schon lange nicht mehr in der Breite verteufelt. Einem großen Teil haben wir das den mittelalterlichen Spektakeln zu verdanken,Fernsehserien wie Herkules und Xena, die einhergehend mit den erfolgreichen Bands wie\"Subway To Sally\" oder \"In Extremo\", eine Begeisterung für die Musik und das Abenteuer geweckt haben.

Nach der Einführung beginnt gleich der Regelteil. Dieser ist gut geschrieben, leicht verständlich und schnell umsetzbar - für Rollenspieler. Für komplette Laien bleiben leider ein paar Fragen offen, von denen viele in aller Ruhe ignoriert werden können, manche aber doch sehr hinderlich sind, wie zum Beispiel \"Welche Fertigkeiten gibt es\". Jeder Rollenspieler kann sich in wenigen Sekunden mindestens 10-20 aus den Fingern saugen, ein Laie jedoch nicht.

Schön sind die fertigen Charaktere mit denen mann/frau sofort loslegen kann und das Abenteuer spielen kann, das nach dem Regelteil folgt und einiges an Spaß verspricht. Mit diesem leichten Abenteuer kann auch der als Spielleiter ungeübte Rollenspieler sofort zum \"Master\" (Meister) werden. So gibt es immer wieder Hinweise, um die verschiedenen Mechanismen, das Improvisieren, beschreiben und den Neulingen näher bringen.

Als Fazit läßt sich sagen, daß dieses Heft unbedingt in jeden Rollenspielerschrank gehört, bei dem Preis ist es auch für jeden Rollenspieler absolut erschwinglich. Dort soll es dann lauern bis jemand fragt \"Rollenspiel, was ist das denn?\" worauf der (die)Rollenspieler(in) sofort nach hinten greift, das E.R.S.T.E. und einen sechseitigen Würfel zur Hand nimmt und sagt \"Setz dich, nimm einen Kaffee oder Tee und den Würfel, dein Abenteuer beginnt jetzt!\".


Das E.R.S.T.E ist seit Januar 2001 in einer völlig überarbeiten Neuauflage im Handel und jetzt auch in Buchläden und bei Amazon bestellbar.

3 Bewertungen