Erfahrungsbericht von dreamweb
Der Clan der Großen Sonne von Linda L. Schuler - Einblick in die indianische Welt vor den Wei&
Pro:
sehr spannend und abenteuerlich aber auch humorvoll, über eine tatsächliche Person
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Indianerbücher gibt es sehr viele und auch sehr Unterschiedliche. Das Buch Der Clan der Großen Sonne entführt den Leser in die Welt der Indianer, lange bevor die Weißen Amerika entdeckt haben. Das Buch habe ich mir bei www.jokers.de gekauft, aber es ist auch bei Amazon und anderen Buchläden erhältlich.
INHALT
Antilope, die Tochter einer berühmten Seherin uns spirituellen Führerin eines indianischen Volkes, kommt zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer kleinen Tochter in die Stadt der Großen Sonne. Große Sonne nennt sich der mächtige Herrscher der Stadt. Und ihm zu ehren hat man auch die Stadt so genannt.
Aus ominösen Gründen scheinen sowohl der Anführer (die Große Sonne) als auch sein oberster Priester gegen Antilope zu sein. Und auch einige andere Bewohner der Stadt verhalten sich sehr feindselig der jungen und hübschen Frau gegenüber. In der Stadt entfremden sich Antilope und ihr Ehemann, der mehr und mehr Interesse an anderen Dingen gewinnt. Und schließlich wird dieser von einer Königin aus dem Norden entführt, der er vorher den Hof machte.
Antilope und ihr kleines Mädchen sind jetzt ungeschützt. Da entschließt sich Große Sonne, sie zu seiner Frau zu machen. Die kleine Tochter mit den unheimlich blauen Augen will er allerdings seinen Göttern opfern. Antilope kann ihm entfliehen, als er sich sie mit Gewalt nehmen will und flüchtet in einen Tempel. Und dort begegnet sie einem jungen Krieger und Heiler, der ihr und ihrem Mädchen schon einmal das Leben rettete und sehr geheimnisvoll ist.
Jetzt muss sie dagegen ankämpfen, als Hexe angesehen und bestraft zu werden und kommt gleichzeitig einem dunklen Geheimnis von Dunkle Sonne auf die Spur. Aber Antilope selbst will auch ihre Bestimmung nicht aufgeben. Denn sie hat nicht nur den Beinamen \"Die sich erinnert\". Sie ist diejenige, die den Mädchen die alten Sitten beibringen kann, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.
MEINUNG
Der Clan der großen Sonne ist ein sehr gelungener Roman über das Leben der Puobloindianer. Ein Leben, das ohne Beeinflussung von Weißen war, aber in dem es auch so genug Intrigen, Lügen, Spaß und Spannung gab. Die Geschichte ist sehr mitreißend geschrieben und trotzdem merkt man auch, wie gut die Autorin hier recherchiert hat. Darauf wird auch noch einmal explizit im Epilog und im Nachwort hingewiesen.
Die Autorin hat sich eine interessante und außergewöhnliche Grundgeschichte ausgedacht. Und obwohl der Leser schon nach einiger Zeit ahnt, was das Geheimnis der Großen Sonne ist, liest sich das Buch dann auch noch interessant. Denn es geht ja hier auch um das Schicksal einer mutigen Indianerin, die mitten in einer fremden Stadt und umgeben von sichtlichen Feinden von ihrem Ehemann verlassen wird.
Neben der Spannung erfährt man aber hier auch vieles über das Leben zu dieser Zeit, die die Blütezeit der Puebloindianer war. Wie die Menschen reagieren, ist dem Leser auch nicht fremd und das macht hier alles sehr nachvollziehbar. Insgesamt ist Der Clan der Sonne ein nie langweiliger Roman mit historischen Hintergründen, der dem Leser diese fast vergessene Welt nicht nur nah bringt, nein er versetzte mich so richtig hinein.
Alles wird hier sehr lebendig geschildert. Und selbst wenn uns einige der Handlungen fremdartig anmuten, weil vieles damals sehr mythisch im Leben der Indianer war, so ist alles doch gut nachvollziehbar und wirkt realistisch.
AUTORIN
Linda L. Schuler war Film-, Funk- und Fernsehproduzentin. Sie hat verschiedene wissenschaftliche Arbeiten über die Indianer Nordamerikas geschrieben. Ihr erfolgreichster Roman ist bis jetzt \"Tochter der Sonne\", der 1993 erschienen ist. Jean Auel bezeichnet sie als diejenige, die am besten über Amerikas Vorzeit schreiben kann.
DATEN
Titel: Der Clan der Großen Sonne
Autorin: Linda L. Schuler
Art: Historischer Roman, Indianerroman, gebundenes Buch
Seiten: 382
ISBN-Nr. 3-502-10679-7
Erhältlich: bei www.amazon.de als Taschenbuch für DM 16,90
FAZIT
Der Clan der Großen Sonne ist ein spannender und intrigenreicher historischer Roman, der den Leser in die Welt der Puebloindianer entführt. Faszinierend und beeindruckend ist hier das Zusammenspiel zwischen spannendem Roman und den historischen Fakten.
Liebe Grüße an alle Leser - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-08 14:01:39 mit dem Titel Johannes Mario Simmel - Gott schützt die Liebenden: Ironisch, spannend und traurig zugleich
Heute stelle ich mal wieder einen Klassiker der Literatur vor. Johannes Mario Simmel ist einer der Autoren, dessen Bücher ich sehr gerne lese und so habe ich mir vor kurzem auf dem Flohmarkt auch sein Buch Gott schützt die Liebenden gekauft. Und natürlich habe ich es auch schon gelesen. Hier eine Inhaltsbeschreibung und meine Meinung zu diesem Buch
INHALT
Die 50er Jahre. Paul Holland glaubt, seine große Liebe gefunden zu haben .Sibylle ist nicht nur schön und scheint ihn ebenfalls zu lieben, sondern auch ziemlich intelligent. Sie hat einen großen Bekanntenkreis und ist überall beliebt. Sobald Paus in Berlin ist, steht die gemeinsame Liebe im Vordergrund. Nur einen Haken gibt es, Sibylle wohnt in Berlin und Paul im Westen in Frankfurt. am liebsten würde er sie in den Westen holen, aber das ist nicht so einfach. Und so muss Paul seine geliebte Sibylle von Zeit zu Zeit wieder verlassen. Denn er ist ein Korrespondent für eine westliche Zeitung und somit auch oft im In- und Ausland unterwegs.
Bevor er Sibylle verlässt, macht er ihr diesmal einen Heiratsantrag, den diese auch annimmt. Vollkommen glücklich reist er mit dem Flugzeug ab. Paul ist ein Mensch, der nicht an Gott glaub, sondern eher zu den Zynikern der Welt gehört. Sibylle dagegen redet oft von Gott und glaubt auch an diesen. Und sie so entsteht auch die Aussage, dass Gott die Liebenden schützt. Paul denkt oft daran, aber irgendwie zweifelt er daran, dass Gott wirklich die Liebenden beschützen würde. Und leider entpuppt sich das auch so.
Denn als Paul wieder zurückkommt, ist Sibylle verschwunden. Alles deutet darauf hin, dass sie entführt wurde und das schon vor längerer Zeit. Denn die Rosen, die Paul ihr jeden zweiten Tag zuschicken lässt, liegen verwelkt vor der Tür. In der Wohnung ist blut zu finden und alles weist auf einen Kampf hin.
Für Paul steht die Welt Kopf. Denn wer sollte schon eine ganz normale Frau wie Sibylle entführen, zumal diese sehr beliebt war? Er bekommt natürlich auch Ärger mit der Polizei, die ihn für den Verdächtigen hält, da er mit der verschwundenen vielleicht toten Frau zusammen war. Paul selbst hat aber jetzt nur noch ein Ziel. Herauszubekommen, was mit Sibylle passiert ist und ob sie noch lebt. Dabei erfährt er mehr, als für ihn selbst gut ist. Leute, mit denen er Kontakt aufnimmt, verhalten sich merkwürdig oder werden umgebracht. Alles ist plötzlich in Frage gestellt, was das normale Vorleben von Sibylle betrifft. Paul begibt sich in große Gefahr, um das Geheimnis seiner Liebe herauszubekommen...
MEINUNG
Alt aber fein, das ist schon mal mein erster Eindruck von diesem gelungenen und sehr spannende Roman, in dem es um eine große Liebe - also die Liebe des Lebens - und um das mysteriöse Leben einer scheinbar ganz normalen Frau geht. Und immer wieder wird man zusammen mit der Hauptfigur des Romans, Paul Holland, hin und her gerissen in der Frage, ob Gott nun die Liebenden schützt oder nicht. Immer wenn alles aus scheint, dann gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer. Und immer dann, wenn man gerade aufatmet, dann kommt der große Schlag.
Gott schützt die Liebenden ist ein Roman, der auch die Leser von heute noch faszinieren wird, zumindestens ich habe diesen äußerst spannenden und prickelnden Roman verschlungen und genossen. Die Geschehnisse werden hier in Ichform aus der Sicht von Paul Holland geschildert. Und somit fühlte ich mich auch ein wenig in ihn hineinversetzt und habe mich eben auch immer gefragt, was jetzt gerade passiert bzw. warum das so ist.
Wie in gut ausgeklügelter Detektivroman, so ist die Art in der das Buch geschrieben ist. Aber immer wieder wird auch die besondere Liebe mit hineinverwebt, was dem Buch etwas so schönes und gleichzeitig auch schreckliches gibt. Denn was könnte es wohl schlimmeres für einen Liebenden geben, wenn die große Liebe auf mysteriöseste Weise verschwindet.
Neben der spannenden Geschichte bietet der Roman dem Leser aber auch viele Informationen über das Leben zur damaligen Zeit und über die Problematik der Ost- Westspionage, zu denen manche Beteiligten gezwungen wurden, andere es aber liebend gerne machten.
Gott schützt die Liebenden hat wie viele andere Romane von Simmel ein Ende, mit dem man nicht rechnet und das ich persönlich mir doch lieber anders wünschen würde. Aber auch dadurch bekommt der Titel des Buches, auf den Simmel immer wieder in der Person von Paul eingeht, einen noch viel tieferen Sinn. Ich denke, ich habe aber trotz allem nicht zu viel von dem sehr spannenden Buch verraten.
Das alte Buch gefällt mir übrigens äußerlich auch sehr gut, die Stimmung passt hervorragend zum Inhalt, die das Bild auf der Vorderseite hervorruft. Alles ist in schlichtem Beige gehalten, bis auf eine schwarz-weiße Zeichnung. Und auf dieser sieht man eine Rose. In der Mitte der Rosenblüte allerdings befindet sich ein schönes, aber ein wenig mysteriös wirkendes Frauengesicht.
JOHANNES MARIO SIMMEL
Der Autor sagt von sich selbst, das die Figuren seiner Romane Eigenschaften seiner eigenen Hoffnunge, Ängste, Freude und Sorgen verkörpern. Und das kann ich mir zumindestens bei diesem Roman sehr gut vorstellen. Die Personen wirken realistisch. Simmels Hauptthema sind die Menschen, die so vorstellbar sind, dass sie bei ihm auch durchaus versagen können. Aber es geht dem Autor hier auch um die Liebe als das zugleich Größte und Furchtbarste der Welt. Denn sie kann zum einen die Erfüllung als auch ein grausames Schicksal sein..
Johannes Mario Simmel wurde am 07. April 1924 in Wien geboren. Er arbeitete seit 1950 für die Illustrierte Quick als Reporter und war seit 1963 als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Der Autor engagierte sich für verfolgte Schriftsteller und gegen Rechtsradikalismus. Er erhielt zahlreise Preise und Auszeichnungen für seine Werke. Seine Bücher erschienen in 35 Ländern und haben eine Auflage von 72 Millionen erreicht. Dadurch gehört er zu den international erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Viele seiner Bücher wurden auch verfilmt. Der von mir hier beschriebene Roman Gott schützt die Liebenden wurde 1957 veröffentlicht.
DATEN
Name: Gott schützt die Liebenden
Autor: Johannes Mario Simmel
Seiten: 252
erhältlich: in Buchläden und Antiquariaten, bei Amazon erhält man für 11,90 Euro das neue Buch
Art: kriminalistischer Liebesroman, gebundenes Buch
ISBN: 3426193566
Zielgruppe: Erwachsene
FAZIT
Was alt ist, kann auch heute noch faszinieren und von Spannung sein. Gott schützt die Liebenden von Johannes Mario Simmel beweist dieses eindeutig. Es ist ein unwahrscheinlich fesselndes und spannendes Buch, das aber auch eine große Spur Ironie innehat.
Königswinter, den 08.06.2002
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-29 22:37:43 mit dem Titel Sehr schöner und selbstironischer Nachfolger
Viele von uns kennen Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry. Ich habe jetzt im Urlaub das Buch Der kleiner Prinz kehrt zurück von Jean-Pierre Davids gelesen und möchte euch meine Meinung zu dem Buch hier darstellen.
INHALT
\"Wenn dann ein Kind auf euch zukommt, wenn es lacht, wenn es goldenes Haar hat, wenn es nicht antwortet, so man es fragt, dann werdet ihr wohl erraten wer es ist. Dann seid so gut und laßt mich nicht weiter so traurig sein und schreibt mir schnell, wenn er wieder da ist...\" So endete \"Der kleine Prinz\" von Antoine de Saint-Exupéry. Und so beginnt auch dieses Buch.
Denn dieses 84 Seitige Buch beginnt mit dem Brief des Autoren an Antoine de Saint-Exupéry, um ihn zu informieren, dass er den kleinen Prinzen getroffen hat und was ihm dieser alles geschildert hat.
Ein vielbelesener Mensch, der normalerweise in Gedanken reist, hat sich entschlossen, eine kleine und unauffällige Insel zu besuchen. Dabei strandet er auf einer einsamen Insel. Und plötzlich taucht auf der kleinen und abgelegenen Insel ein kleiner Junge - der kleine Prinz - auf. Und befragt den Gestrandeten, ob er ein Tigerjäger sei.
Und wie auch im Kleinen Prinzen erfährt man dann nach und nach die Geschichte des kleinen Prinzen. So tauchte auf seinem winzigen Planet ein Tiger auf, der aus einem Wanderzirkus ausgebrochen war. Und dieser wurde zur Bedrohung für den Prinzen, sein Schaf und sogar für seine Rose.
Daraufhin machte sich der kleine Prinz schweren Herzens mit seinem Schaf auf den Weg, um einen Tigerjäger zu finden. Dabei geriet er an einen extremen Ökologen, der einsam auf einem Planeten lebte und sich nocht nicht einmal traute, eine schädliche Fliege zu töten. Danach zu einem Planeten mit einem Mann der Werbebranche, der ihm auch nicht weiterhelfen konnte. Nach einem chaotischen Besuch bei einem Statistiker landet er bei einem Verwalter und lernt die Bürokratie kennen. Aber auch dort findet der kleine Prinz keinen Löwenjäger. Auch ein Kämpfer kann ihm nicht weiterhelfen, er denkt nur an seinen Hass an die andersartigen Planetenmitbewohner. Der kleine Prinz reist somit noch weiter und landet auf einem wundervollen Planeten mit einem netten kleinen Mädchen. Aber auch dort hält es ihn nicht lange, denn die Sorge um seine Rose treibt ihn weiter.
Und somit gelangt der kleine Prinz auch hier wieder auf den Planeten Erde. Interessanterweise begegnet er eine dicken Boa, die aussieht, als habe sie einen Elefanten gefressen. Diese verweist ihn an einen Löwen. Denn wo ein Löwe ist, gibt es wohl auch Löwenjäger. Aber auch der in einem Reservat lebende Löwenjäger kann dem kleinen Prinzen nicht helfen und so läuft er weiter und trifft auf einen Trupp Legionäre, die zwar große Worte schwingen, aber auch keine Tigerjäger sind. Und als letzt Hoffnung auf der Erde blieb ihm dann der einsam Gestrandete, dem er sein Leid klagt, bevor er einen Entschluß faßt und wieder verschwindet...
MEINUNG
Ich habe durchaus gelesen, dass das Buch von vielen nicht als so gut beurteilt wird. Allerdings halte ich nicht viel davon, andere Meinungen zu übenehmen. Und daher bekommen die Leser hier eine abweichende Meinung präsentiert. Ich halte das Buch für sehr gelungen. Zudem ist es auch im Stil und in Kleinigkeiten so liebevoll geschrieben und gezeichnet, dass es von Antoine de Saint-Exupéry stammen könnte.
Der Stil ist wie bei der kleine Prinz selbstironisch und bringt den Leser zum Schmunzeln und zum Nachdenken. Die Planetenbewohner sind hier auch stark überzeichnet, wobei aber die Charaktäre stärkeer herauskommen. Denn was nutzt beispielsweise ein ökologischer Umgang mit der Natur, wenn man sich noch nicht einmal mehr traut, eine zigfach vorkommende Flechte zu zertreten oder eine Fliege zu tötten, die einem selbst alles wegfrißt. Auch der Krieg mit seiner Unsinnigkeit bekommt hier mit dem Grünrock, der keineswegs ein Jäger ist, sein Fett weg. Denn auf diesem Planeten hassen die Grünen und Roten und umgekehrt. Und wer sich bei dem Grünrock nicht als grün identifiziert ist schon schlecht und ein Feind.
Auch über die Beiträge mit dem Statistiker und dem Verwalter habe ich micht köstlich amüsiert. Aber jedes der Abenteuer des Kleinen Prinzen hier hat mir gut gefallen. Und es wirft einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. Im Gegensatz zum Kleinen Prinzen allerdings wesentlich gezielter auf Vorgänge unserer modernen Zeit.
Sehr schön sind hier die Zeichnungen von Marie-Claude Favreau, der kleine Prinz mit seinem kleinen Schäfchen, die dicke unförmige Boa, alles erinnert auch an das Original der Kleine Prinz.
Der kleine Prinz kehrt zurück ist somit eine gelungene Fortsetzung von der kleine Prinz. Wer über sich selbst oder über unsere Gesellschaft kritisch nachdenken und gleichzeitig will, ist hiermit gut beraten. Denn auch hier ist der Kleine durch seine Unwissenheit über alles der eigentliche Weise, der dem Leser zeigt, wie unsinnig manches heutzutage ist.
Aber auch der Autor, wie er sich als Überlebenden schildert, ist hier eine sehr interessante Persönlichkeit. So ein Mensch, der einem vormacht, wie schön das Träumen sein kann.
DATEN
Titel: Der kleine Prinz kehrt zurück
Autor: Antoine de Saint-Exupéry
Seiten: 83
Art: Broschürbuch
Verlag: Rotbuch Verlag
ISBN: 9 783434 545019
Preis: DM 15,00
FAZIT
Éin sehr schönes, nachdenklich stimmendes und gleichzeitig sehr humorvolles Buch mit vielen guten Zeichnungen. Meiner Ansicht nach eine sehr gute Fortsetzung von der kleine Prinz. Von mir ein sehr empfehlenswert.
Liebe Grüße an alle, insbesondere mal an meine treuen Leser - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-19 09:39:15 mit dem Titel Glück - was ist das? (Wokini oder die Suche nach dem Glück - Nicholas Sparks und Billy Mil
Als ich beim letzten Mal im Club-Katalog gestöbert habe, (Der Club) ist mir ein Buch besonders aufgefallen. Es heißt Wokini - oder Die Suche nach dem verlorenen Glück. Daraufhin habe ich mir beim letzten Club-Besuch vor ein paar Monaten das Buch auch gekauft und direkt gelesen. Hier meine Meinung dazu:
INHALT
Die Geschichte spielt in der heutigen Zeit, obwohl hier die eigentliche Zeit der Handlung egal ist. David ist ein Lakota-Junge, der zusammen mit seinem Vater lebt. Seine etwas ältere Schwester, die sich sehr viel um ihn gekümmert hatte und ihm auch eine Freundin war, ist erst vor kurzem gestorben. Der Junge ist zutiefst unglücklich über den Tod seiner Schwester und findet nichts positives mehr am Leben. Er wird immer lustloser und auch hoffnungsloser. Aber es fällt ihm doch auf und er wünscht sich nur noch eines, wieder glücklich zu sein. Aber wie gelingt das in seiner Situation?
Nach einigen Geschehnissen macht sich David auf eine Reise - in der Hoffnung, einen Weisen zu finden, der ihm erklären kann, wie er das verlorene Glück wiederfinden kann. Und tatsächlich trifft er auch einen Weisen, der anscheinend weiß, was Glück bedeutet und wie man glücklich sein kann. Aber kann dieser Weise auch David helfen?
MEINUNG
Wokini ist ein äußerlich und inhaltlich ungewöhnliches und sehr schönes Buch. Es ist sehr klein und eignet sich daher auch gut als Geschenkbuch für Menschen, die nicht so viel lesen. In Leinen gebunden wirkt es sehr kostbar und schon das Bild auf der Vorderseite erfreute mich. Es zeigt einen kleinen Jungen vor einer rötlich wirkenden Wiese oder Hecke mit einem Himmel, der zwar blau ist, aber doch viel Wind durch die Wolken verkündet.
Auf 199 Seiten findet man dann aber die eigentliche Kostbarkeit des Buches. Und das ist der Inhalt bzw. was hier ausgesagt wird. Wokini - oder die Suche nach dem Glück ist ein Buch darüber, wie man das Glück finden kann. Wie man es erkennt und in allen Lebenssituationen ob reich oder arm eine positive Lebenseinstellung findet - eben wie man glücklich sein kann, egal wie das eigene Schicksal ist.
Interessant finde ich auch schon, dass hier zwei Autoren am Werk sind und gegenseitig sehr gut zusammengearbeitet habe. Nichts von dem Geschriebenen läßt auf Ungereimtheiten stossen, alles wirkt sehr einheitlich und so, als habe nur ein Autor das Buch geschrieben.
Wokini verbindet die traditionellen Vorstellungen der Indianer, die auf Meditation, Reflexion, Träumen und der Liebe zur Schönheit der Natur gründen, mit den Grundsätzen des positiven Denkens. Und das durch die Geschichte des Jungen David. Trotzdem fühlt man sich hier doch immer selbst mit angesprochen.
Für mich war das Buch wie eine Mischung aus Gedanken, die mir schon selbst gekommen sind und aus neuen Weisheiten und Möglichkeiten, wie ich mein Leben selbst besser gestalten kann bzw. wie ich es mir ermöglichen kann, glücklicher zu leben bzw. positives leichter zu erkennen. Da ich mich aber schon mit einigen Büchern über positives Denken und das Glück befasst habe, gab es auch einige Dinge, die ich schon kannte, das macht das Buch aber nicht uninteressanter.
Mit der Person des jungen Indianers David erfährt man hier auf eine fast spielerische Weise, wie man selbst glücklich werden kann. Denn alles was David hier erfährt oder lernt, kann man auch im praktischen Leben selbst anwenden. Und selbst wenn man nicht alles macht, wie beispielsweise das Meditieren, so bringt das Lesen des Buches auch für solche Leser schon viele gute Aspekte.
Wokini ist ein Buch, aus dem man lernen kann, mit seinem Leben umzugehen. Es ist aber auch eine Geschichte über einen verzweifelten Indianerjungen, der auf eine Reise geht, die teilweise sehr mystisch oder märchenhaft wirkt. Es ist ein Buch, das ich nicht mehr loslassen wollte, nach dem ich es angefangen habe zu lesen. Beim Lesen musst ich sehr oft lächeln, denn vieles in dem Buch ist einfach nur schön und gut. Wer möchte, kann sich einige der Hauptpunkte auch herausschreiben, um sie selbst.
Vom Stil her ist das Buch sehr interessant, denn man lauert schon immer darauf, wie dem kleinen David geholfen werden kann. Es ist aber auch sehr lehrreich, zumindestens wenn man selbst das Buch gekauft hat, um etwas mehr darüber zu erfahren, wie man glücklich werden kann.
Wokini ist eine Lektion über das Glück, aber die Autoren weisen auch an einer Stelle darauf hín, dasss es ein Buch für Menschen ist, die glücklicher sein möchten und dass es auch denen helfen kann. Es wird aber auch explizit darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Buch nicht dafür da ist, depressiven Menschen zu helfen, sondern diese in Therapie gehen sollten. Dennoch denke ich, dass jemand, der leicht depressiv ist, dieses Buch durchaus lesen sollte. Eine Therapie bei einer Depression halte ich auch für notwendig, denn ich weiß selbst aus der Vergangenheit, wie sehr mir vor Jahren eine Therapie geholfen hat und wie sehr man sich sonst nur etwas einredet und alles noch verschlimmert. Trotzdem hätte mir wohl damals auch dieses Büchlein gefallen. Auf alle Fälle reicht es nicht, so ein Buch zu lesen, um aus einer Depressivität herauszukommen. Daher finde ich auch hier die Klarstellung der Autoren so gut.
ZU DEN AUTOREN
Billy Mills ist hauptverantwortlich für Davids Charakter und die indianische Seit des Buches. Er ist selbst Indian und wuchs in einem Reservat auf. Im Rahmen seikner Tätigkeit als nationaler Sprecher von \"Running Strong for American Indian Youth\" versucht er, die Bedürfnisse anderer Indianer zu befriedigen, er organisiert Hilfprogramme, die den Indianern die Möglichkeit bietet, unabhängiger zu werden und eine höhere Selbstachtung zu bekommen. Am Ende des Buches steht einiges über ihn und auch über die Arbeit der Indianerorganisation \"Running Strong for American Indian Youth\". Es gibt sogar eine Anschrift für interessierte Leser, die mehr darüber wissen möchten.
Nicholas Sparks ist wohl vielen Lesern als Romanautor bekannt. Er schrieb beispielsweise die Bestseller \"Wie ein einziger Tag\", \"Weit wie das Meer\" und \"Zeit im Wind\".
Titel: Wokini - oder die Suche nach dem verborgenen Glück
Autoren: Nicholas Sparks und Billy Mills
Seiten: 199
Buch: Gebundene Ausgabe - 200 Seiten - Heyne, Mchn.
Erscheinungsdatum: 2001
ISBN: 345318680X
Preis: Euro 14 bei Amazon
Im Club habe ich drei Euro weniger gezahlt.
FAZIT
Wokini oder die Suche nach dem verborgenen Glück ist ein Buch, in dem es darum geht, wie man in den verschiedensten Lebenssituationen doch glücklich sein kann. Es ist ein interessanter Roman um einen indianischen Jungen und seine Bemühungen glücklich zu werden und gleichzeitig ein Buch, dessen Lektionen man selbst auch anwenden kann, um sein eigenes Leben besser hinzunehmen bzw. glücklicher zu werden. Für mich ist Wokini eines der schönsten Schätze, das ich als Buch im Besitz habe.
ich würde mich freuen, dem Leser dieses wundervolle kleine Buch etwas näher geführt zu haben. Es ist ein Buch, das meiner Ansicht nach sehr gut zum Selbstlesen aber auch zum Verschenken geeignet ist.
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-24 10:43:42 mit dem Titel Sehr spannende und gut recherchierte Indianersaga
Zu meiner großen Freude habe ich mal wieder einen Roman über Indianer, diesmal über die Seminolen, ergattern können. Im Club Center hat mich dieses Taschenbuch ganze DM 5,00 gekostet. Den Roman habe ich regelrecht verschlungen, so interessant und spannend war das Buch \"In der Ferne ein Feuer\" von der Autorin Lucia St.Clair Robson.
INHALT
Der Roman spielt in Florida und beginnt 1819 mit der Schlacht am Econfina River. Dort unterliegen die Seminolen (genau die Red Sticks) der US Armee und ihren verbündeten Creek. Die Krieger werden getötet, Frauen und Kinder gefangen genommen. Der elfjährige Cricket überlebt, obwohl er die Creek angreift, weil diese ihn dank seiner Großmutter noch nicht für Ernst nehmen und als Kind betrachten. Crickets Großmutte, Fighting in a Line, schafft es schließlich mit einer List, dass alle gefangenen Seminolen ihres Weges gehen können.
Jahre später ist aus dem leichtsinnigen Cricket ein umsichtiger und anerkannter Krieger genommen. Auch nachdem er den Kriegernamen Osceola bekommt, erinnert er sich immer an die grausame und gnadenlose Schlacht von damals. Ja, er wird regelrecht von Alpträumen verfolgt. Zusammen mit seinen Männern sinnt er auf Rache und weiß, irgendwann wird es zu einem erneuten Kampf kommen.
Nachdem die US Regierung mehrmals Verträge bricht und die Seminolen schon zweimal in neue Reservate immer weiter in die Sümpfe abgedrengt wurden, beschließen Cricket und einige andere Seminolen, sich das nicht weiter gefallen zu lassen. Es kommt zu einem Guerilla-Kampf, der über 7 Jahre andauern wird. Hier geht es für die Indianer um ihr Überleben und ihren Wunsch auf eine feste Heimat. Und es geht um die Machtgier der Weißen in Florida, die sich sowohl für das Land als auch für die darauf mit den Indianern auf indianische Weise lebenden entlaufenen bzw. befreiten Sklaven interessieren.
ALLGEMEIN/HINTERGRUND
Dieses Buch hat mich fasziniert und auch mitgenommen. Denn die Autorin Lucia St.Clair Robson stellt auch hier wieder Geschehnisse dar, die tatsächlich stattgefunden haben. Das macht das Buch nicht langweiliger, aber es macht einen Leser wie mich traurig. Denn solche Dinge zu erfinden ist schon schlimm. Sie aber zu beschreiben, weil sie tatsächlich stattgefunden haben, das ist für mich das schreckliche daran.
Sehr gut werden in dem Buch die geschichtlichen Geschehnisse geschildert, die 1818 mit dem Einfall des späteren US-Präsident General Andrew Jackson in Florida beginnt. Dieser machte hier schon zahlreiche Dörfer dem Erdboden gleich. Aufgrund eines Verrates verkaufte dann ein Häuptling, der für alle sprechen durfte, dieses Gebiet für einen Spottpreis an die Amerikanische Regierung und die Indianervölker, die jetzt unter dem Begriff Seminolen zusammengefaßt wurden, mußten sich in die Sumpfgebiete des Urwaldes zurückziehen. Diese fast menschenunwürdigen Gebiete bekamen sie als Reservat für zwanzig Jahre lang zugeteilt. Allerdings überlegten sich die Weißen dann aus Habsucht und wegen noch mehr Siedlern es anders und wollten die Seminolen nach drei Jahren (also bei gültigem Friedensvertrag) zwingen, nach Oklahoma umzusiedeln.
Hier kommt eigentlich die historische Figur Osceolas erst ins Spiel. Denn er war der Hauptverantwortliche dafür, dass die Indianer sich weigerten, schon wieder umzusiedeln. Die Seminolen hatten es dank ihrer Lebensweise geschafft, sich dem Sumpfleben anzupassen und lebten dort einige Zeit sogar sehr glücklich. Unvorstellbar, wenn man mitbekommt, unter welchen Bedingungen. Osceorola erklärte dabei dem US General Thompson den Krieg und rief alle Krieger seines Volks zum Kampf gegen die Weißen auf. Sehr interessant ist hier schon die Überraschung der US Amerikaner. Denn man hielt Osceorola für sehr feminin und einen angepaßten, sprich gezähmten Indianer.
Der anschließende siebenjährige Guerilla-Krieg in den Sümpfen Floridas brachte den US Amerikanern eine Niederlage gegen die andere. Und das, obwohl die US Regierung über 20.000 gut bewaffnete und ausgebildete Soldaten im Kampf gegen ca. 1.500 leicht bewaffnete Indianer einsetzte. 1.466 Soldaten starben hier in den Sümpfen Floridas, davon allerdings nur 328 im Kampf. Der Rest starb an den schlechten Bedingungen und den Krankheiten, die sich durch die falsche Lebensweise der Weißen hier entwickelten.
Schließlich - nach sieben Jahren Jagd auf die Indianer in einem Gebiet von 47.000 Quadratkilometer - gab die US Regierung auf. Sie erklärte, der Krieg sei beendet. Die Seminolen unterzeichneten nie eine Kapitulationsurkunde. Dabei nahm die US Regierung Oscerola und einige seiner Gefolgsleute gefangen. (Wohlgemerkt nach Zusicherung, dass er einen neuen Vertrag unterzeichnen durfte). Andere Seminolen flüchten sich wieder in Sumpfgebiete und 1855 gab es erneut einen Kampf, nachdem ein Pioniertrupp in das Gebiet der Seminolen eindrang und ein Hauptlager der Seminolen zerstörte. Dieser Krieg dauerte drei Jahre lang. Die gefangenen Indianer wurden wiederum nach Westen deportiert. Aber auch jetzt schafften es immerhin noch 100 Seminolen, sich zu verstecken und so dem Exil zu entgehen. Ihre Nachfahren, Angehörige der Völker Seminolen und Miccosukee, leben immer noch in Florida. Insgesamt dauerte der Krieg zwischen der US-Regierung und dem Seminolen weit über 40 Jahre.
Damals schon war dieser Krieg sehr unpopulär und viele Menschen (auch Weiße) verurteilten die Vorgehensweise der US Amerikanischen Regierung. Sämtliche Oppositionellen mißbilligten nicht nur den Kampf sondern auch die Gefangennahme von Oscerola, nachdem Frieden sein sollte. Osceola, der nach kurzer Zeit in der Gefangenschaft verstarb, gilt heute bei vielen als Symbol für Mut, Loyalität und Patriotismus. Sein kopfloser Leichnahm wurde in Fort Moultrie unter einem Marmorgrabstein beigesetzt. Die Inschrift lautet: Oceola, Patriot und Krieger, Gestorben in Fort Moultrie am 30. Januar 1838. Oszerolas Kopf wurde von einem Arzt, der ihn im Fort betreut hatte, nach seinem Tod abgenommen. Dieser nahm in nach sich zu Hause mit und hängte es seinen Söhnen an den Bettpfosten, wenn sie unerzogen waren.
Seminole heißt in der Sprache der Muskhogee/Creek \"Vertrieben\" oder \"Weggelaufen\". Im Buch selbst ist von Red Sticks, Mikasukee und später auch den Creek die Rede. Denn die Creek, die die Weißen im Kampf gegen die \"Seminolen\" unterstützten, schlossen sich denen später an, nachdem sie mitbekamen, dass die US-Regierung ihre eigenen Familien und Dörfer auch zerstörten und diese auch umsiedelten, während sie für die gleiche Regierung weit fern von ihrer Heimat kämpften. Die Seminolen sind das einzige Indainervolk, das keinen Friedensvertrag mit US Amerika unterschrieben hat.
Im Internet habe ich gerade noch die Untergruppen der Seminolen gefunden:
Alachua, Apalachee, Apachicola, Ays, Chiaha, Mayucas, Mikasuki (Miccosukee), Ocone (Oconee), Sawokli, Tegesta, Timuqan, Tocabago
EINDRUCK
Das Buch ist sehr gut recherchiert und enthält sämtliche Fakten des brutalen und gemeinen Vernichtungskrieges gegen die Indianervölker, die von den Weißen einfach als Seminolen zusammengefaßt wurden, obwohl es sich teilweise um sehr verfeindete Stämme handelte.
Man erlebt den grausamen Krieg hier nicht nur aus der Sicht der Indianer mit, sondern kann auch vieles aus der Sicht der weißen Soldaten miterleben. Hauptsächlich - und das ist hier das Gute an dem Buch - werden aber die Geschehnisse aus der Sicht der Indianer und hier genau Osceola geschildert.
Der Leser erlebt mit, wie Osceola, der sehr schlau war, bei den Weißen im Fort ein- und ausgeht und sogar Freundschaften mit Soldaten schloß. Gleichzeitig ist er aber immer auf der Hut und spätestens mit seinen Alpträumen wird ihm immer wieder klar, dass diese seine Feinde sind und er auf der Hut sein muss.
Man erlebt aber auch vieles von seinem Leben bzw. dem der Seminolen (ich bezeichne sie jetzt einfachheitshalber auch so). Sehr schön ist hier gerade die eher friedliche Lebensweise der Seminolen, die Mais und anderes anbauten und sich nebenbei noch von Fisch und Wild ernährten. Interessant war es für mich auch, wie Osceola hier erst seine erste Frau und dann seine zweite Frau kennenlernte. Und spätestens hier merkt man, dass es bei den Seminolen üblich war, mehrere Frauen zu haben. Seine erste Frau war eine Indianerin, seine zweite Frau eine von ihm befreite Sklavin.
Das bringt mich dann zu dem zweiten Thema. Die Seminolen hatten selbst Sklaven. Diese lebten allerdings nicht wie Sklaven, sondern frei als eigenes Kriegervolk bei den Seminolen. Sie kämpften mindestens so verzweifelt und wild gegen die Weißen wie die Indianer. Denn bei ihnen ging es darum, dass sie ihre Freiheit behalten wollten. Die USA durfen zu dieser Zeit keine Sklaven mehr aus Afrika einführen. Daher konzentrierte man sich auf die vielen Schwarzen, die bei den Seminolen lebten, die Preise für Sklaven stiegen an und vermutlich waren die bei den Seminolen lebenden Schwarzen auch ein Grund, diese noch mehr zu jagen. Denn man nahm den Seminolen nicht nur ihren Lebensraum weg, sondern auch die Schwarzen, die auf dem Sklavenmarkt jetzt viel Geld brachten.
Es werden hier in dem Buch mehrere Überfälle auf die Schwarzen-Seminolendörfer geschildert. Auch hier ist die Grausamkeit der Weißen meiner Ansicht nach schlimmer als die derjenigen, die sich nur wehrten. In dem Buch wird beispielsweise der Überfall auf das Dorf geschildert, in dem die Mutter von Osceolas zweiter Frau lebte. Und es wird der verzweifelte Versuch der Indianer geschildert, diese Sklaven irgendwo zu finden und zu befreien. Und obwohl die Seminolen offiziell das Recht hatten, hier Unterstützung von der US Armee zu fordern (oder zumindestens eine Bescheinigung, dass sie ihre Sklaven zurückholen konnten) verweigerte hier die Armee die Unterstützung.
Die Schwarzen werden hier als sehr mutige Krieger geschildert und es ist schön, sie mal nicht nur in amerikanischen Büchern als Menschen zu lesen, die sich alles gefallen ließen. Nein, hier kämpfen sie aktiv um ihre Freiheit und es wird auch in vielen Bereichen darauf eingegangen, aus welchen afrikanischen Kriegervölkern sie teilweise stammten. Auf der anderen Seite wird aber auch das Verhalten von Sklaven beschrieben, die erst kürzlich von den Seminolen befreit wurden. Diese gingen teilweise freiwillig wieder als Sklaven zu den Weißen zurück, da sie das harte Leben in Floridas Sümpfen nicht ertrugen.
Auch die Kindererziehung kommt hier nicht zu kurz. Faszinierend sind die Erziehungsmaßnahmen der Indianer, die den Kindern relativ viel Freiheiten ließen, solange sie niemanden (auch sich selbst) gefährdeten oder gegen die Traditionen verstießen. Anhand der beiden Kinder Oseolas wird hier sehr viel dargestellt und nichts davon ist langweilig.
Osceola wird insgesamt als eine sehr starke Persönlichkeit geschildert. Er lebte in Harmonie mit der Natur und sah in allen Dingen auch etwas Positives und Gutes. Und er wird als der geschildert, der er auch war, ein indianischer Patriot, der für das Überleben seines Volkes kämpfte und eigenlich nur eines wollte. In dem zugesicherten Gebiet in Frieden leben.
Sehr gut hat mir auch der Charakter seiner beiden Frauen und seiner Töchter gefallen. Ich konnte miterleben, wie sich seine ältere Tochter, Little Warrior, entwickelte und sich sehr schnell an der neuen Umgebung in den Sümpfen anpaßte. Auch an ihr erlebt man die Liebe für die Natur mit, sei es ihr Verständnis und ihr Schutz der dort lebenden Eulen als auch ihre Art des Umgangs mit der Natur allgemein. Hier erfährt man auch, dass einige der indianischen Frauen durchaus auch gegen die Weißen aktiv kämpften. Im Roman selbst ist es Mink, die schwarze Ehefrau Osceolas, die mitkämpft, Little Warrior ist dafür noch zu jung.
Nicht vergessen darf man hier allerdings die Grausamkeit, in der einige Überfälle geschildert werden. Dieses sind Überfälle der Weißen und ihrer Anfangs verbündeten Creek auf die Seminolen als auch Überfälle der Seminolen auf Sklavenhändler/jäger und die Überfälle während des Guerilla-Krieges. Die Autorin schildert auch anhand Weißer Persönlichkeiten, wie diese in dem Krieg auf grausamste Weise getötet werden oder schleppend und fast unmenschlich an ihren Infektionen und Seuchen starben. Aber trotz aller Grausamkeiten durch die Indianer und Schwarzen ist das Buch so geschrieben, dass man diese versteht und sie gedanklich in ihrem Überlebenskampf unterstützen will. Obwohl man ja weiß, wie das alles ausgegangen ist.
Hier erlebt der Leser eine dunkle Zeit mit, die Zeit, in der die Weißen mit Vorliebe ihre Verträge brachen und Häuptlinge gefangen nahmen, obwohl ihnen freies Geleit und Frieden zugesichert wurde. Man bekommt mit, wie einzelne Indianer mit Whiskey oder Geld gefügig gemacht wurden und so ihr eigenes Volk verrieten. Und man bekommt auf der anderen Seite solche mutigen Menschen wie Osceola mit, die ihren Weg gingen, auch wenn sie wußten, dass das ihr eigener Untergang ist.
Ich selbst fand auch die Freundschaft von Osceola mit dem weißen Soldaten John Good sehr interessant. Vermutlich ist diese aber Phantasie der Autorin, denn ich habe meinen Recherchen nichts davon gefunden. Hier wird sehr gut gezeigt, wie sich der Soldat den Indianern anpaßt, ja er findet sogar eine Geliebte unter ihnen, die er heiraten will. Aber wegen der rassistischen Situatin und dem drohenden Krieg paßt sowohl den Seminolen als auch den Weißen so eine Verbindung nicht. Und während John im Krieg an einem anderen Ort kämpft, töten weibliche Clanmitglieder die Geliebte des Soldatens, damit diese ihn nicht verraten kann. Ich fand das sehr schlimm und schade. Aber kurz vorher wurde ein Häuptling durch eben so eine Situation getötet, in der der Weiße sich dann gegen die Indianer wandte und so alle verriet.
Mit Lesen dieses Buches bekommt man sehr viel über die Ansichten der Indianer mit und auch teilweise, warum sie eben so und nicht anders reagierten. Osceola selbst und sein Handeln ist der rote Faden, der das Buch durchzieht. Aber alles wird hier sehr interessant dadurch, dass viele andere Persönlichkeiten hier agieren. Und vieles wirkt beim Lesen so plastisch, als ob man dabei wäre.
Am Ende des Buches war ich allerdings doch sehr traurig. Denn das Buch endet hier mit der Gefangennahme des an Malaria leidenden Osceolas, seinem Leiden in der Gefangenschaft und schließlich mit seinem Tod. Auch wenn er in dem Tod zur Geisterwelt hinübergeht und dort seinen Onkel wiedertrifft, was eigentlich positiv zu sehen ist, war ich traurig und enttäuscht von der US Regierung, die so unfair und hinterhältig war. Und davon, dass hier diejenige, die für Gutes kämpften verloren haben. Aber leider ist das ja nun einmal so gewesen und somit wahr.
Bemerkenswert sind auch solche Feinheiten wie die Begegnung des todkranken Osceola in seiner Gefangenschaft mit dem berühmten Indianerzeichner George Catlin, der ihn dort zeichnete und sich sogar noch beilen mußte, um sein Werk fertig stellen zu können. Denn kurz nach dieser Zeichnung verstarb Osceola.
Auf der anderen Seite hat mir dieses Buch viel über Osceola gebracht. Ich selbst hatte bisher nur ein Bild von ihm gesehen und noch nicht viel über sein Leben und seinen Kampf erfahren. Auf den Bildern wirkte er immer nur so friedlich und feminin, so dass ich ihn auch nie für sehr bedeutend gehalten hätte. Und erst hier kommt heraus, was er für ein mutiger und charakterstarker Mann war.
ZUR AUTORIN
In der Ferne ein Feuer ist schon das zweite Buch, das ich von der Autorin Lucia. Clair Robson gelesen habe. Bekannt wurde sie mit dem Roman \"Die mit dem Wind reitet\", ebenfalls ein historischer Roman. Dort geht es um Cynthia Ann Parker, die 1835 von den Komantschen entführt wurde und dann als weiße Indianerin bei ihnen lebte. Mir gefiel schon damals ihr Stil, in dem sie anhand von existierenden Charaktären das Schicksal der Indianer schilderte. Die Autorin selbst wurde in Baltimore geboren und arbeitete nach ihrem Examen im Problemviertel Brooklay, bis sie sich entschloß, für ein Jahr in Japan zu leben. Nach der Rückkehr arbeitete sie im Bibliothekswesen. \"Die mit dem Wind reitet\" war ihr erster Roman.
DATEN
Titel: In der Ferne ein Feuer
Autorin: Lucia St. Clair Robson
Seiten: 525 - mit Anmerkungen
Art: Historischer Roman, Taschenbuch
Preis: Im Club Center DM 5,00, bei Amazon erhältlich für DM 14,00
ISBN-Nr. 3-404-12698-X
FAZIT
Ein sehr gut gelungener indianischer Historikroman über die Seminolen, den Kriege Osceola und den Kampf um die Sumpfgebiete Floridas. Sehr spannend und auch lehrreich, aber teilweise auch sehr grausam. So wie das Leben tatsächlich damals war. Vergleichbar ist das Buch mit \"Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses\" und auch in der Art mit dem Vorgängerroman \"Die mit dem Wind reitet\".
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-06 13:43:28 mit dem Titel Spannender und außergewöhnlicher Zukunftskrimi (R.E.M. von Michael Marshall Smith)
Vor einiger Zeit habe ich mir das Buch R.E.M. von Michael Marshall Smith im Kaufhof für 5 Euro gekauft. Mich lockte hier das futuristische Aussehen des Buches und auch die Kurzbeschreibung. Hier meine Meinung und ein paar Angaben zum Buch.
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AUSSEHEN
Bei R.E.M. handelt es sich um ein dickes, fest eingebundenes Buch mit Schutzumschlag. Ich liebe gebundene Bücher, auch wenn sie leider mehr Platz einnehmen als Taschenbücher. Dafür sind sie meiner Meinung nach auch haltbarer und sehen im Bücherregal gut aus. Auf dem Schutzumschlag sieht man ein Männergesicht, bei dem die Augen hervorgehoben sind. Irgend etwas technisches wurde aber über das Männergesicht gelegt, so dass alles auffällig und merkwürdig wirkt.
Das Buch ist in normaler kleiner Schrift geschrieben, so dass man hier mit den 431 Seiten auch gut zu tun hat. Sehr gut finde ich das blaue Lesebändchen, das mir erleichtert die Stelle wiederzufinden, an der ich Schluss gemacht habe. Dieses schont zudem den Schutzumschlag, den ich ohne so ein Bändchen als Lesezeichen verwende.
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INHALT
Die Erde im Jahr 2016. Hap Thompson, ein ehemaliger Kleinkrimineller hat durch Zufall einen lukrativen Job bekommen, den er jetzt schon eine Weile ausübt. Es ist zwar nicht erlaubt, was er macht, wird aber sehr gut bezahlt. Angefangen hat alles durch seine Traumtätigkeit. Denn in der Zeit, in der Hap lebt, ist es möglich, dass Menschen gegen Bezahlung unliebsame Träume auf andere Personen übertragen und sich dann nicht mehr an diese erinnert. Oft sind es Alpträume oder eben nur unliebsame Träume, die einen an bestimmte Dinge erinnern, die man einfach nicht mehr wissen möchte. Und Hap gehört zu den außergewöhnlichen Menschen, die in einer Nacht ohne Probleme 5 bis 8 dieser Fremdträume übernehmen können. Am anderen Tag muss sein Bewusstsein zwar mit diesen Träumen klarkommen, aber auch das gelingt Hap ganz gut.
Und dieser Job führt dazu, dass Hap seit einiger Zeit auch eine andere Aufgabe übernommen hat. Hierbei handelt es sich um Erinnerungsübertragung. Sie geschieht so ähnlich wie die Traumübertragung, ist aber gesetzlich verboten. Derjenige, der die Erinnerung übernimmt, wird hart bestraft, wenn er erwischt wird. Vor Jahren gab es mal einen Fall, in dem ein Mord so übertragen wurde. Und sowohl der Täter als auch der Übernehmer der Erinnerung wurden gleich hart bestraft. Somit ist das Annehmen so einer Erinnerung genauso schlimm wie die eigentliche Tat. Aber da man hier für noch mehr Geld erhält und Haps Boss seinem besten Mann keine andere Möglichkeit lässt, nahm Hap auch diese Tätigkeit an. Denn bei der Wahl entweder Entlassung oder auch diese Tätigkeit übernehmen, blieb ihm nichts anderes übrig, da er sich auch an den neuen besseren Lebensstil gewöhnt hatte.
Hap ist mittlerweile Millionär und transferiert sein Geld immer wieder auf verschiedene Konten, damit ihm niemand auf die Spur kommt. Alles geht gut, bis er sich zu einem privaten Geschäft einlässt. Auch hier geht es um Erinnerungstransfer. Aber nach der Übertragung erinnert sich Hap sehr genau an einen Mord. Wie sich herausstellt, wurde ein höherer Polizeibeamter ermordet. Während die Polizei anfangs im dunklen tappt, weiss Hap wer der Täter war. Es handelt sich um Laura Reynolds, eine junge Frau, die in Lebensgefahr schwebt. Denn geheimnisvolle Männer in grauen Anzügen sind ihr auf der Spur, und diese sind eindeutig keine Polizisten.
Aber es kommt noch schlimmer, denn diese grauen Männer sind plötzlich auch hinter Hap her, als ob sie wissen, was vorgegangen ist. Und auch die Polizei ist sehr schnell hinter Hap her. Gerade die geheimnisvollen grauen Männer sind nicht zimperlich in ihren Methoden, um Hap an der Aufklärung eines weitreichenden Mord- und Erpressungskomplotts zu hindern...,
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MEINUNG ZUM INHALT
R.E.M. ist ein sehr spannender Roman mit einer äußerst ungewöhnlichen Mischung aus Krimi, der phantastischen Literatur und sogar Aspekte des Religiösen bzw. Philosophischen. Generell würde ich den Roman als einen phantastischen Krimi bezeichnen, der in der Zukunft spielt.
Ob es wohl machbar ist, was hier geschildert wird, kann ich nicht beurteilen. Aber einiges in diesem Buch, was vorkommt, ist durchaus denkbar. Denn wenn Träume oder Erinnerungen übergeben werden könnten, dann wäre es wohl wie hier in diesem Buch, dass sich das nur die mächtigen bzw. Menschen mit Geld leisten könnten. Und wahrscheinlich ist, dass dann einige wenige davon wirklich profitieren, wie hier in diesem Roman noch nicht einmal Hap sondern sein Chef, dem das Unternehmen gehört.
Hap selbst ist eine sehr sympathische Figur. Denn obwohl er hier als Krimineller geschildert wird, bleibt er menschlich und ist nicht gefährlich. Im Gegenteil, er ist derjenige, der hier hereingelegt wird und dann um sein Leben bangen muss. Und er ist einer der wenigen Menschen, die überhaupt interessiert, was wirklich der Hintergrund des Mordes an dem Polizisten ist. Denn schnell stellt sich dieser als korrupt und sehr unsympathisch heraus, während die junge Frau, die den Mord begangen hat, hier auch eher ein Opfer als nur eine Täterin ist. Mir hat auch ihre Darstellung im Roman sehr gut gefallen, obwohl sie im Gegensatz zu Hap nur eine Randfigur ist. Wenn auch eine Bedeutende für seine Situation und den Verlauf des Romans.
Aber auch andere Personen wirkten hier glaubhaft, sei es der Detective, der Hap verfolgt oder ein guter Freund, der ihn unterstützt. Sehr gut hat mir auch die Entwicklung der Technik gefallen. Sie brachte mich aber auch mehrmals zum Lachen. Beispielsweise wenn eine Horde Kaffeemaschinen eine Strasse überquert um an einen fernen Ort zu wandern. Zuerst dachte ich, ich habe mich verlesen, aber nein dem war nicht so. Denn in der Zukunft, die hier geschildert wird, sind die Hauschaltsmaschinen wie kleine Computer, ziemlich intelligent und können sich zudem bewegen. Und wenn jemand seine Kaffeemaschine aussetzt, weil sie nicht mehr so viel taugt, dann wandert diese eben davon, um weiter ihr Dasein irgendwie zu fristen.
Eine der schönsten Hauptrollen ist hier daher auch kein Mensch, sondern Haps ultramoderner Wecker. Er kann nicht nur wecken und bietet einen Kalender und eine Datenbank, sondern unterhält sich auch mit seinem Besitzer und hilft ihm in einigen Situationen. Den auf dem Boden hinter einem Mann hertrippelnden Wecker kann ich mir vorstellen und schon dabei muss ich lachen. Denn R.E.M. ist kein trockenes Buch, trotz der Krimithematik und der Gottes-Aspekte, auf die ich gleich zu sprechen komme.
Meine Probleme hatte ich eher mit dem seltsamen gut gekleideten Herrn, der Hap hier mehrmals hilft und auf alle Fälle kein normaler Mensch ist. Und die gleichen Probleme hatte ich auch mit den Herren in grau. Es ist aber auf alle Fälle eine interessante Idee über Gott und Engel, die hier in diesem Roman mit verarbeitet wird. Aber das Problem ist, dass man in dieser Art von Roman nicht damit mit Gott und Engeln konfrontiert zu werden.
Insgesamt liest sich R.E.M. sehr gut und ist auf alle Fälle etwas anderes, als ein normaler SF oder ein Krimi. Es macht Spass, das Buch zu lesen. Normalerweise bin ich nicht so für die Bücher in \"Ich-Form\" aber R.E.M. liest sich auch so gut und da alles hier doch Hap betrifft, passt die Ich-Form hier auch. Wenn man sich nicht daran stört, dass hier eine ungewöhnliche Idee zu Gott und Engeln mit eingearbeitet wurde, wird man wie ich sehr viel Unterhaltung und Freude an diesem Buch haben.
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AUTOR
Michael Marshall Smith wurde 1965 in Cheshire geboren. Er wuchs in den USA, in Südafrika und Australien auf. In Cambridge studierte er Philosophie. Smith schrieb Komödien für den BBC und arbeitet als Zeichner, ehe er den ersten Science Fiction Roman veröffentlichte. Dieser brachte ihm direkt den British Fantasy Award. R.E.M. ist der dritte Roman des in London lebenden Schriftstellers.
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DATEN
Titel: R.E.M.
Autor: Michael Marshall Smith
Art: Science Fiction Krimi-Thriller
Seiten: 429
Verlag: Rowolt-Verlag
Erscheinung: 1. Auflage Juli 1999
Original: Originalausgabe 1988
ISBN: 3-498-04400-1
Preis: 5 Euro im Kaufhof
Erhältlich: Broschürt bei Amazon für 10,50 Euro
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FAZIT
R.E.M. ist ein sehr spannender und teilweise auch humorvoller Krimi, der in der Zukunft spielt und sehr viele Bereiche miteinander kombiniert. Es ist ein Buch, bei dem man nie genau weiss, wie es weiter geht und der den Leser dadurch in den Bann zieht. Ich kann den Roman sehr empfehlen.
Viele Grüße und danke fürs Lesen - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-18 09:20:10 mit dem Titel Spannend und gut (Westwärts ohne Furcht von Lucia St. Claire Robson)
Das Buch Westwärts ohne Furcht von der Autorin Lucia St. Clair Robson habe ich mir schon vor mehreren Monaten gekauft und ausgelesen. Da ich es aber meiner Mutter zum Lesen ausgeliehen habe, komme ich auch jetzt erst zu dem Beitrag über diesen Roman.
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VORWORT
Der Roman \"Westwärts ohne Furcht\" ist jetzt schon nach \"Die mit dem Wind reitet\" der zweite Roman, den ich von der Autorin Lucia St. Clair Robson gelesen habe. In beiden Romanen beschreibt die Autorin die Lebensgeschichte einer Person, die tatsächlich gelebt hat. In beiden Büchern geht es um bekannte Frauen, die in Amerika gelebt haben.
In Westwärts ohne Furcht hat die Autorin einen Roman über Sarah Borginnis Bowman geschrieben, die auch unter dem Namen \"Great Western\" bekannt war und eine aufsehenerregende Erscheinung war. Es ist ein Roman über eine Frau des frühen 19. Jahrhunderts, die es schaffte, ein einer Welt, die von Männern dominiert wurde, ihren eigenen Weg zu gehen und sich Respekt in der Männerwelt zu verschaffen.
INHALT
Sarah Borginnis Bowman folgt im frühen 19. Jahrhundert iheme Mann, einem Soldaten, in den Westen und blieb auch nach seinem Tod bei den Truppen. Sie ist eine äußerlich auffällige Frau, nicht nur wegen ihrere langen lechtendroten Haare sondern auch wegen ihrer enormen Größe, denn Sarah überragt die meisten Männer an Körpergröße. Das und auch ihr unerschrockenes Verhalten sorgt dafür, dass sie den Namen \"Great Western\" erhält.
Die selbstbewusste Frau arbeitet sich von einer Wäscherin und Köchin im Militär nach oben. Sie versorgt die Verwundeten und kämpft schließlich aktiv im Mexikanischen krieg mit, auch wenn das offiziell nicht sein durfte. Bei der Belagerung von Fort Brown war sie genauso couragiert wie in der Schlacht von Bueno Vista, so dass sie sogar zum weiblichen Colonel des amerikanischen Heeres ernannt wurde.
Wie man hier sieht, wird im Buchinhalt die Lebensgeschichte von \"Great Western\" nacherzählt. Alles beginnt aber erst mit ihrer Tätigkeit in der amerikanischen Armee und endet mit Sarahs Tod.
MEINUNG
Westwärts ohne Furcht ist ein außergewöhnliches Buch über den Wilden Westen. Nur selten erlebt man ein Frauenschicksal mit, das so spannend und abenteuerlich ist. Das schönste daran ist aber, dass viele Dinge, die hier geschildert werden, auch wahr sind. Und man so miterleben kann, dassm es durchaus auch bedeutende Frauen gab, die Mitte des 19. Jahrhunderts von sich reden machten.
Das Buch liest sich wie ein guter Roman und nichts langweilt hier, wie es sehr oft bei wahren Romanen mit geschichtlichem Hintergrund der Fall ist. Sarah Borginnis Bowman konnte ich mir sehr gut hier vorstellen. Sie muss damals eine sehr auffallende Frau gewesen sein in einer Zeit, in der Frauen doch her noch eine untergeordnete Rolle gespielt haben oder sich eben unauffällig verhalten haben.
Der Roman ist aber nicht nur spannend und sehr abenteuerlich sondern auch sehr humorvoll geschrieben. Denn obwohl hier viele Dinge geschehen, die normalerweise nicht zum Lachen sind, gibt es doch einige Stellen, die mich zum Schmunzeln oder sogar zum Lachen gebracht haben. Denn auch wenn ein Leben wie hier zu Kriegszeiten geschildert wird, so gibt auch im wahren Leben immer wieder humorvolle Zeiten. Und da hier auch über Kleinigkeiten des Lebens geschrieben wird, kommen solche Stellen eben auch im Roman \"Westwärts ohne Furcht\" vor.
Ich selbst empfand es als sehr interessant zu lesen, wie unterschiedliche di amerikanischen Oberkommandierenden auf \"Great Western\" reagierten. Denn vielen war es gar nicht Recht, wenn Frauen den Soldaten in die Kriege folgten. Teilweise geschah das aber auch nur wegen Vorurteile den Frauen gegenüber. Auch solche Dinge erfährt man in diesem interessanten Roman.
Ebenso erfährt man als Leser auch sehr viel über die Situation damals in Mexiko und wie wenig Rechte damals gerade die mexikanischen Frauen hatten. Denn \"Great Western\" konnte zwar kämpfe und wirkte nicht gerade wie jemand, der besonders viele Skrupel hatte, aber sie kümmerte sich auch um andere Frauen. Ein Engel war sie übrigens auch nicht, denn sie sorgte so nebenbei dafür, dass einige der Frauen auch die Soldaten regelmässig besuchten oder umgekehrt.
Sehr interessant fand ich auch, wie die selbstbewussten Indianer auf diese ungewöhnliche und sehr selbstbewusste Frau reagierten. Hierzu gibt es auch ein paar sehr schöne Stellen in dem Buch.
Insgesamt war \"Westwärts ohne Furcht\" ein Roman, den ich nur ungerne aus den Händen gelegt habe und den ich auch sehr schnell ausgelesen habe. Dieses Buch hat mir bewiesen, dass 500 Seiten über eine Person, die tatsächlich gelebt hat, sehr interessant und spannend sein können.
AUTORIN
Lucia St. Clair Robson wurde in Baltimore geboren. Sie lebte nach dem Lehrerexamen unter anderem in Venezuele, Japan und Arizona. Durch ihre Arbeit als Bibliothekarin wurde sie auf Cynthia Ann Parker aufmerksam, worauf sie ihr erstes Buch \"Die mit dem Wind reitet\" schrieb. Sämtliche ihrer Bücher beruhen auf ihre gründlichen hhistorischen Recherche.
DATEN
Titel: Westwärts ohne Furcht
Original: Fairless. A Novel of Sarah Bowman
Autorin: Lucia St. Clair Robson
Seiten: 500
Art: Historischer Roman, Abenteuerroman
Buchart: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Preis: 8,50 Euro im Club als Angebot
Preis Amazon: 19,90 Euro
ISBN-Nr.: 3822505293
Ausgabe: Kabel Verlag, 2000
FAZIT
Westwärts ohne Furcht ist ein sehr spannender und abenteuerlicher Roman mit einigen humorvollen Stellen über Sarah Bowman, eine imposante Frau, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Amerika gelebt hat. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Ich hoffe, dieses Buch meinem Leser nähergebracht zu haben.
Liebe Grüße, danke fürs Lesen und Kommentieren - Miaraa
INHALT
Antilope, die Tochter einer berühmten Seherin uns spirituellen Führerin eines indianischen Volkes, kommt zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer kleinen Tochter in die Stadt der Großen Sonne. Große Sonne nennt sich der mächtige Herrscher der Stadt. Und ihm zu ehren hat man auch die Stadt so genannt.
Aus ominösen Gründen scheinen sowohl der Anführer (die Große Sonne) als auch sein oberster Priester gegen Antilope zu sein. Und auch einige andere Bewohner der Stadt verhalten sich sehr feindselig der jungen und hübschen Frau gegenüber. In der Stadt entfremden sich Antilope und ihr Ehemann, der mehr und mehr Interesse an anderen Dingen gewinnt. Und schließlich wird dieser von einer Königin aus dem Norden entführt, der er vorher den Hof machte.
Antilope und ihr kleines Mädchen sind jetzt ungeschützt. Da entschließt sich Große Sonne, sie zu seiner Frau zu machen. Die kleine Tochter mit den unheimlich blauen Augen will er allerdings seinen Göttern opfern. Antilope kann ihm entfliehen, als er sich sie mit Gewalt nehmen will und flüchtet in einen Tempel. Und dort begegnet sie einem jungen Krieger und Heiler, der ihr und ihrem Mädchen schon einmal das Leben rettete und sehr geheimnisvoll ist.
Jetzt muss sie dagegen ankämpfen, als Hexe angesehen und bestraft zu werden und kommt gleichzeitig einem dunklen Geheimnis von Dunkle Sonne auf die Spur. Aber Antilope selbst will auch ihre Bestimmung nicht aufgeben. Denn sie hat nicht nur den Beinamen \"Die sich erinnert\". Sie ist diejenige, die den Mädchen die alten Sitten beibringen kann, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.
MEINUNG
Der Clan der großen Sonne ist ein sehr gelungener Roman über das Leben der Puobloindianer. Ein Leben, das ohne Beeinflussung von Weißen war, aber in dem es auch so genug Intrigen, Lügen, Spaß und Spannung gab. Die Geschichte ist sehr mitreißend geschrieben und trotzdem merkt man auch, wie gut die Autorin hier recherchiert hat. Darauf wird auch noch einmal explizit im Epilog und im Nachwort hingewiesen.
Die Autorin hat sich eine interessante und außergewöhnliche Grundgeschichte ausgedacht. Und obwohl der Leser schon nach einiger Zeit ahnt, was das Geheimnis der Großen Sonne ist, liest sich das Buch dann auch noch interessant. Denn es geht ja hier auch um das Schicksal einer mutigen Indianerin, die mitten in einer fremden Stadt und umgeben von sichtlichen Feinden von ihrem Ehemann verlassen wird.
Neben der Spannung erfährt man aber hier auch vieles über das Leben zu dieser Zeit, die die Blütezeit der Puebloindianer war. Wie die Menschen reagieren, ist dem Leser auch nicht fremd und das macht hier alles sehr nachvollziehbar. Insgesamt ist Der Clan der Sonne ein nie langweiliger Roman mit historischen Hintergründen, der dem Leser diese fast vergessene Welt nicht nur nah bringt, nein er versetzte mich so richtig hinein.
Alles wird hier sehr lebendig geschildert. Und selbst wenn uns einige der Handlungen fremdartig anmuten, weil vieles damals sehr mythisch im Leben der Indianer war, so ist alles doch gut nachvollziehbar und wirkt realistisch.
AUTORIN
Linda L. Schuler war Film-, Funk- und Fernsehproduzentin. Sie hat verschiedene wissenschaftliche Arbeiten über die Indianer Nordamerikas geschrieben. Ihr erfolgreichster Roman ist bis jetzt \"Tochter der Sonne\", der 1993 erschienen ist. Jean Auel bezeichnet sie als diejenige, die am besten über Amerikas Vorzeit schreiben kann.
DATEN
Titel: Der Clan der Großen Sonne
Autorin: Linda L. Schuler
Art: Historischer Roman, Indianerroman, gebundenes Buch
Seiten: 382
ISBN-Nr. 3-502-10679-7
Erhältlich: bei www.amazon.de als Taschenbuch für DM 16,90
FAZIT
Der Clan der Großen Sonne ist ein spannender und intrigenreicher historischer Roman, der den Leser in die Welt der Puebloindianer entführt. Faszinierend und beeindruckend ist hier das Zusammenspiel zwischen spannendem Roman und den historischen Fakten.
Liebe Grüße an alle Leser - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-08 14:01:39 mit dem Titel Johannes Mario Simmel - Gott schützt die Liebenden: Ironisch, spannend und traurig zugleich
Heute stelle ich mal wieder einen Klassiker der Literatur vor. Johannes Mario Simmel ist einer der Autoren, dessen Bücher ich sehr gerne lese und so habe ich mir vor kurzem auf dem Flohmarkt auch sein Buch Gott schützt die Liebenden gekauft. Und natürlich habe ich es auch schon gelesen. Hier eine Inhaltsbeschreibung und meine Meinung zu diesem Buch
INHALT
Die 50er Jahre. Paul Holland glaubt, seine große Liebe gefunden zu haben .Sibylle ist nicht nur schön und scheint ihn ebenfalls zu lieben, sondern auch ziemlich intelligent. Sie hat einen großen Bekanntenkreis und ist überall beliebt. Sobald Paus in Berlin ist, steht die gemeinsame Liebe im Vordergrund. Nur einen Haken gibt es, Sibylle wohnt in Berlin und Paul im Westen in Frankfurt. am liebsten würde er sie in den Westen holen, aber das ist nicht so einfach. Und so muss Paul seine geliebte Sibylle von Zeit zu Zeit wieder verlassen. Denn er ist ein Korrespondent für eine westliche Zeitung und somit auch oft im In- und Ausland unterwegs.
Bevor er Sibylle verlässt, macht er ihr diesmal einen Heiratsantrag, den diese auch annimmt. Vollkommen glücklich reist er mit dem Flugzeug ab. Paul ist ein Mensch, der nicht an Gott glaub, sondern eher zu den Zynikern der Welt gehört. Sibylle dagegen redet oft von Gott und glaubt auch an diesen. Und sie so entsteht auch die Aussage, dass Gott die Liebenden schützt. Paul denkt oft daran, aber irgendwie zweifelt er daran, dass Gott wirklich die Liebenden beschützen würde. Und leider entpuppt sich das auch so.
Denn als Paul wieder zurückkommt, ist Sibylle verschwunden. Alles deutet darauf hin, dass sie entführt wurde und das schon vor längerer Zeit. Denn die Rosen, die Paul ihr jeden zweiten Tag zuschicken lässt, liegen verwelkt vor der Tür. In der Wohnung ist blut zu finden und alles weist auf einen Kampf hin.
Für Paul steht die Welt Kopf. Denn wer sollte schon eine ganz normale Frau wie Sibylle entführen, zumal diese sehr beliebt war? Er bekommt natürlich auch Ärger mit der Polizei, die ihn für den Verdächtigen hält, da er mit der verschwundenen vielleicht toten Frau zusammen war. Paul selbst hat aber jetzt nur noch ein Ziel. Herauszubekommen, was mit Sibylle passiert ist und ob sie noch lebt. Dabei erfährt er mehr, als für ihn selbst gut ist. Leute, mit denen er Kontakt aufnimmt, verhalten sich merkwürdig oder werden umgebracht. Alles ist plötzlich in Frage gestellt, was das normale Vorleben von Sibylle betrifft. Paul begibt sich in große Gefahr, um das Geheimnis seiner Liebe herauszubekommen...
MEINUNG
Alt aber fein, das ist schon mal mein erster Eindruck von diesem gelungenen und sehr spannende Roman, in dem es um eine große Liebe - also die Liebe des Lebens - und um das mysteriöse Leben einer scheinbar ganz normalen Frau geht. Und immer wieder wird man zusammen mit der Hauptfigur des Romans, Paul Holland, hin und her gerissen in der Frage, ob Gott nun die Liebenden schützt oder nicht. Immer wenn alles aus scheint, dann gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer. Und immer dann, wenn man gerade aufatmet, dann kommt der große Schlag.
Gott schützt die Liebenden ist ein Roman, der auch die Leser von heute noch faszinieren wird, zumindestens ich habe diesen äußerst spannenden und prickelnden Roman verschlungen und genossen. Die Geschehnisse werden hier in Ichform aus der Sicht von Paul Holland geschildert. Und somit fühlte ich mich auch ein wenig in ihn hineinversetzt und habe mich eben auch immer gefragt, was jetzt gerade passiert bzw. warum das so ist.
Wie in gut ausgeklügelter Detektivroman, so ist die Art in der das Buch geschrieben ist. Aber immer wieder wird auch die besondere Liebe mit hineinverwebt, was dem Buch etwas so schönes und gleichzeitig auch schreckliches gibt. Denn was könnte es wohl schlimmeres für einen Liebenden geben, wenn die große Liebe auf mysteriöseste Weise verschwindet.
Neben der spannenden Geschichte bietet der Roman dem Leser aber auch viele Informationen über das Leben zur damaligen Zeit und über die Problematik der Ost- Westspionage, zu denen manche Beteiligten gezwungen wurden, andere es aber liebend gerne machten.
Gott schützt die Liebenden hat wie viele andere Romane von Simmel ein Ende, mit dem man nicht rechnet und das ich persönlich mir doch lieber anders wünschen würde. Aber auch dadurch bekommt der Titel des Buches, auf den Simmel immer wieder in der Person von Paul eingeht, einen noch viel tieferen Sinn. Ich denke, ich habe aber trotz allem nicht zu viel von dem sehr spannenden Buch verraten.
Das alte Buch gefällt mir übrigens äußerlich auch sehr gut, die Stimmung passt hervorragend zum Inhalt, die das Bild auf der Vorderseite hervorruft. Alles ist in schlichtem Beige gehalten, bis auf eine schwarz-weiße Zeichnung. Und auf dieser sieht man eine Rose. In der Mitte der Rosenblüte allerdings befindet sich ein schönes, aber ein wenig mysteriös wirkendes Frauengesicht.
JOHANNES MARIO SIMMEL
Der Autor sagt von sich selbst, das die Figuren seiner Romane Eigenschaften seiner eigenen Hoffnunge, Ängste, Freude und Sorgen verkörpern. Und das kann ich mir zumindestens bei diesem Roman sehr gut vorstellen. Die Personen wirken realistisch. Simmels Hauptthema sind die Menschen, die so vorstellbar sind, dass sie bei ihm auch durchaus versagen können. Aber es geht dem Autor hier auch um die Liebe als das zugleich Größte und Furchtbarste der Welt. Denn sie kann zum einen die Erfüllung als auch ein grausames Schicksal sein..
Johannes Mario Simmel wurde am 07. April 1924 in Wien geboren. Er arbeitete seit 1950 für die Illustrierte Quick als Reporter und war seit 1963 als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Der Autor engagierte sich für verfolgte Schriftsteller und gegen Rechtsradikalismus. Er erhielt zahlreise Preise und Auszeichnungen für seine Werke. Seine Bücher erschienen in 35 Ländern und haben eine Auflage von 72 Millionen erreicht. Dadurch gehört er zu den international erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Viele seiner Bücher wurden auch verfilmt. Der von mir hier beschriebene Roman Gott schützt die Liebenden wurde 1957 veröffentlicht.
DATEN
Name: Gott schützt die Liebenden
Autor: Johannes Mario Simmel
Seiten: 252
erhältlich: in Buchläden und Antiquariaten, bei Amazon erhält man für 11,90 Euro das neue Buch
Art: kriminalistischer Liebesroman, gebundenes Buch
ISBN: 3426193566
Zielgruppe: Erwachsene
FAZIT
Was alt ist, kann auch heute noch faszinieren und von Spannung sein. Gott schützt die Liebenden von Johannes Mario Simmel beweist dieses eindeutig. Es ist ein unwahrscheinlich fesselndes und spannendes Buch, das aber auch eine große Spur Ironie innehat.
Königswinter, den 08.06.2002
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-29 22:37:43 mit dem Titel Sehr schöner und selbstironischer Nachfolger
Viele von uns kennen Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry. Ich habe jetzt im Urlaub das Buch Der kleiner Prinz kehrt zurück von Jean-Pierre Davids gelesen und möchte euch meine Meinung zu dem Buch hier darstellen.
INHALT
\"Wenn dann ein Kind auf euch zukommt, wenn es lacht, wenn es goldenes Haar hat, wenn es nicht antwortet, so man es fragt, dann werdet ihr wohl erraten wer es ist. Dann seid so gut und laßt mich nicht weiter so traurig sein und schreibt mir schnell, wenn er wieder da ist...\" So endete \"Der kleine Prinz\" von Antoine de Saint-Exupéry. Und so beginnt auch dieses Buch.
Denn dieses 84 Seitige Buch beginnt mit dem Brief des Autoren an Antoine de Saint-Exupéry, um ihn zu informieren, dass er den kleinen Prinzen getroffen hat und was ihm dieser alles geschildert hat.
Ein vielbelesener Mensch, der normalerweise in Gedanken reist, hat sich entschlossen, eine kleine und unauffällige Insel zu besuchen. Dabei strandet er auf einer einsamen Insel. Und plötzlich taucht auf der kleinen und abgelegenen Insel ein kleiner Junge - der kleine Prinz - auf. Und befragt den Gestrandeten, ob er ein Tigerjäger sei.
Und wie auch im Kleinen Prinzen erfährt man dann nach und nach die Geschichte des kleinen Prinzen. So tauchte auf seinem winzigen Planet ein Tiger auf, der aus einem Wanderzirkus ausgebrochen war. Und dieser wurde zur Bedrohung für den Prinzen, sein Schaf und sogar für seine Rose.
Daraufhin machte sich der kleine Prinz schweren Herzens mit seinem Schaf auf den Weg, um einen Tigerjäger zu finden. Dabei geriet er an einen extremen Ökologen, der einsam auf einem Planeten lebte und sich nocht nicht einmal traute, eine schädliche Fliege zu töten. Danach zu einem Planeten mit einem Mann der Werbebranche, der ihm auch nicht weiterhelfen konnte. Nach einem chaotischen Besuch bei einem Statistiker landet er bei einem Verwalter und lernt die Bürokratie kennen. Aber auch dort findet der kleine Prinz keinen Löwenjäger. Auch ein Kämpfer kann ihm nicht weiterhelfen, er denkt nur an seinen Hass an die andersartigen Planetenmitbewohner. Der kleine Prinz reist somit noch weiter und landet auf einem wundervollen Planeten mit einem netten kleinen Mädchen. Aber auch dort hält es ihn nicht lange, denn die Sorge um seine Rose treibt ihn weiter.
Und somit gelangt der kleine Prinz auch hier wieder auf den Planeten Erde. Interessanterweise begegnet er eine dicken Boa, die aussieht, als habe sie einen Elefanten gefressen. Diese verweist ihn an einen Löwen. Denn wo ein Löwe ist, gibt es wohl auch Löwenjäger. Aber auch der in einem Reservat lebende Löwenjäger kann dem kleinen Prinzen nicht helfen und so läuft er weiter und trifft auf einen Trupp Legionäre, die zwar große Worte schwingen, aber auch keine Tigerjäger sind. Und als letzt Hoffnung auf der Erde blieb ihm dann der einsam Gestrandete, dem er sein Leid klagt, bevor er einen Entschluß faßt und wieder verschwindet...
MEINUNG
Ich habe durchaus gelesen, dass das Buch von vielen nicht als so gut beurteilt wird. Allerdings halte ich nicht viel davon, andere Meinungen zu übenehmen. Und daher bekommen die Leser hier eine abweichende Meinung präsentiert. Ich halte das Buch für sehr gelungen. Zudem ist es auch im Stil und in Kleinigkeiten so liebevoll geschrieben und gezeichnet, dass es von Antoine de Saint-Exupéry stammen könnte.
Der Stil ist wie bei der kleine Prinz selbstironisch und bringt den Leser zum Schmunzeln und zum Nachdenken. Die Planetenbewohner sind hier auch stark überzeichnet, wobei aber die Charaktäre stärkeer herauskommen. Denn was nutzt beispielsweise ein ökologischer Umgang mit der Natur, wenn man sich noch nicht einmal mehr traut, eine zigfach vorkommende Flechte zu zertreten oder eine Fliege zu tötten, die einem selbst alles wegfrißt. Auch der Krieg mit seiner Unsinnigkeit bekommt hier mit dem Grünrock, der keineswegs ein Jäger ist, sein Fett weg. Denn auf diesem Planeten hassen die Grünen und Roten und umgekehrt. Und wer sich bei dem Grünrock nicht als grün identifiziert ist schon schlecht und ein Feind.
Auch über die Beiträge mit dem Statistiker und dem Verwalter habe ich micht köstlich amüsiert. Aber jedes der Abenteuer des Kleinen Prinzen hier hat mir gut gefallen. Und es wirft einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. Im Gegensatz zum Kleinen Prinzen allerdings wesentlich gezielter auf Vorgänge unserer modernen Zeit.
Sehr schön sind hier die Zeichnungen von Marie-Claude Favreau, der kleine Prinz mit seinem kleinen Schäfchen, die dicke unförmige Boa, alles erinnert auch an das Original der Kleine Prinz.
Der kleine Prinz kehrt zurück ist somit eine gelungene Fortsetzung von der kleine Prinz. Wer über sich selbst oder über unsere Gesellschaft kritisch nachdenken und gleichzeitig will, ist hiermit gut beraten. Denn auch hier ist der Kleine durch seine Unwissenheit über alles der eigentliche Weise, der dem Leser zeigt, wie unsinnig manches heutzutage ist.
Aber auch der Autor, wie er sich als Überlebenden schildert, ist hier eine sehr interessante Persönlichkeit. So ein Mensch, der einem vormacht, wie schön das Träumen sein kann.
DATEN
Titel: Der kleine Prinz kehrt zurück
Autor: Antoine de Saint-Exupéry
Seiten: 83
Art: Broschürbuch
Verlag: Rotbuch Verlag
ISBN: 9 783434 545019
Preis: DM 15,00
FAZIT
Éin sehr schönes, nachdenklich stimmendes und gleichzeitig sehr humorvolles Buch mit vielen guten Zeichnungen. Meiner Ansicht nach eine sehr gute Fortsetzung von der kleine Prinz. Von mir ein sehr empfehlenswert.
Liebe Grüße an alle, insbesondere mal an meine treuen Leser - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-19 09:39:15 mit dem Titel Glück - was ist das? (Wokini oder die Suche nach dem Glück - Nicholas Sparks und Billy Mil
Als ich beim letzten Mal im Club-Katalog gestöbert habe, (Der Club) ist mir ein Buch besonders aufgefallen. Es heißt Wokini - oder Die Suche nach dem verlorenen Glück. Daraufhin habe ich mir beim letzten Club-Besuch vor ein paar Monaten das Buch auch gekauft und direkt gelesen. Hier meine Meinung dazu:
INHALT
Die Geschichte spielt in der heutigen Zeit, obwohl hier die eigentliche Zeit der Handlung egal ist. David ist ein Lakota-Junge, der zusammen mit seinem Vater lebt. Seine etwas ältere Schwester, die sich sehr viel um ihn gekümmert hatte und ihm auch eine Freundin war, ist erst vor kurzem gestorben. Der Junge ist zutiefst unglücklich über den Tod seiner Schwester und findet nichts positives mehr am Leben. Er wird immer lustloser und auch hoffnungsloser. Aber es fällt ihm doch auf und er wünscht sich nur noch eines, wieder glücklich zu sein. Aber wie gelingt das in seiner Situation?
Nach einigen Geschehnissen macht sich David auf eine Reise - in der Hoffnung, einen Weisen zu finden, der ihm erklären kann, wie er das verlorene Glück wiederfinden kann. Und tatsächlich trifft er auch einen Weisen, der anscheinend weiß, was Glück bedeutet und wie man glücklich sein kann. Aber kann dieser Weise auch David helfen?
MEINUNG
Wokini ist ein äußerlich und inhaltlich ungewöhnliches und sehr schönes Buch. Es ist sehr klein und eignet sich daher auch gut als Geschenkbuch für Menschen, die nicht so viel lesen. In Leinen gebunden wirkt es sehr kostbar und schon das Bild auf der Vorderseite erfreute mich. Es zeigt einen kleinen Jungen vor einer rötlich wirkenden Wiese oder Hecke mit einem Himmel, der zwar blau ist, aber doch viel Wind durch die Wolken verkündet.
Auf 199 Seiten findet man dann aber die eigentliche Kostbarkeit des Buches. Und das ist der Inhalt bzw. was hier ausgesagt wird. Wokini - oder die Suche nach dem Glück ist ein Buch darüber, wie man das Glück finden kann. Wie man es erkennt und in allen Lebenssituationen ob reich oder arm eine positive Lebenseinstellung findet - eben wie man glücklich sein kann, egal wie das eigene Schicksal ist.
Interessant finde ich auch schon, dass hier zwei Autoren am Werk sind und gegenseitig sehr gut zusammengearbeitet habe. Nichts von dem Geschriebenen läßt auf Ungereimtheiten stossen, alles wirkt sehr einheitlich und so, als habe nur ein Autor das Buch geschrieben.
Wokini verbindet die traditionellen Vorstellungen der Indianer, die auf Meditation, Reflexion, Träumen und der Liebe zur Schönheit der Natur gründen, mit den Grundsätzen des positiven Denkens. Und das durch die Geschichte des Jungen David. Trotzdem fühlt man sich hier doch immer selbst mit angesprochen.
Für mich war das Buch wie eine Mischung aus Gedanken, die mir schon selbst gekommen sind und aus neuen Weisheiten und Möglichkeiten, wie ich mein Leben selbst besser gestalten kann bzw. wie ich es mir ermöglichen kann, glücklicher zu leben bzw. positives leichter zu erkennen. Da ich mich aber schon mit einigen Büchern über positives Denken und das Glück befasst habe, gab es auch einige Dinge, die ich schon kannte, das macht das Buch aber nicht uninteressanter.
Mit der Person des jungen Indianers David erfährt man hier auf eine fast spielerische Weise, wie man selbst glücklich werden kann. Denn alles was David hier erfährt oder lernt, kann man auch im praktischen Leben selbst anwenden. Und selbst wenn man nicht alles macht, wie beispielsweise das Meditieren, so bringt das Lesen des Buches auch für solche Leser schon viele gute Aspekte.
Wokini ist ein Buch, aus dem man lernen kann, mit seinem Leben umzugehen. Es ist aber auch eine Geschichte über einen verzweifelten Indianerjungen, der auf eine Reise geht, die teilweise sehr mystisch oder märchenhaft wirkt. Es ist ein Buch, das ich nicht mehr loslassen wollte, nach dem ich es angefangen habe zu lesen. Beim Lesen musst ich sehr oft lächeln, denn vieles in dem Buch ist einfach nur schön und gut. Wer möchte, kann sich einige der Hauptpunkte auch herausschreiben, um sie selbst.
Vom Stil her ist das Buch sehr interessant, denn man lauert schon immer darauf, wie dem kleinen David geholfen werden kann. Es ist aber auch sehr lehrreich, zumindestens wenn man selbst das Buch gekauft hat, um etwas mehr darüber zu erfahren, wie man glücklich werden kann.
Wokini ist eine Lektion über das Glück, aber die Autoren weisen auch an einer Stelle darauf hín, dasss es ein Buch für Menschen ist, die glücklicher sein möchten und dass es auch denen helfen kann. Es wird aber auch explizit darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Buch nicht dafür da ist, depressiven Menschen zu helfen, sondern diese in Therapie gehen sollten. Dennoch denke ich, dass jemand, der leicht depressiv ist, dieses Buch durchaus lesen sollte. Eine Therapie bei einer Depression halte ich auch für notwendig, denn ich weiß selbst aus der Vergangenheit, wie sehr mir vor Jahren eine Therapie geholfen hat und wie sehr man sich sonst nur etwas einredet und alles noch verschlimmert. Trotzdem hätte mir wohl damals auch dieses Büchlein gefallen. Auf alle Fälle reicht es nicht, so ein Buch zu lesen, um aus einer Depressivität herauszukommen. Daher finde ich auch hier die Klarstellung der Autoren so gut.
ZU DEN AUTOREN
Billy Mills ist hauptverantwortlich für Davids Charakter und die indianische Seit des Buches. Er ist selbst Indian und wuchs in einem Reservat auf. Im Rahmen seikner Tätigkeit als nationaler Sprecher von \"Running Strong for American Indian Youth\" versucht er, die Bedürfnisse anderer Indianer zu befriedigen, er organisiert Hilfprogramme, die den Indianern die Möglichkeit bietet, unabhängiger zu werden und eine höhere Selbstachtung zu bekommen. Am Ende des Buches steht einiges über ihn und auch über die Arbeit der Indianerorganisation \"Running Strong for American Indian Youth\". Es gibt sogar eine Anschrift für interessierte Leser, die mehr darüber wissen möchten.
Nicholas Sparks ist wohl vielen Lesern als Romanautor bekannt. Er schrieb beispielsweise die Bestseller \"Wie ein einziger Tag\", \"Weit wie das Meer\" und \"Zeit im Wind\".
Titel: Wokini - oder die Suche nach dem verborgenen Glück
Autoren: Nicholas Sparks und Billy Mills
Seiten: 199
Buch: Gebundene Ausgabe - 200 Seiten - Heyne, Mchn.
Erscheinungsdatum: 2001
ISBN: 345318680X
Preis: Euro 14 bei Amazon
Im Club habe ich drei Euro weniger gezahlt.
FAZIT
Wokini oder die Suche nach dem verborgenen Glück ist ein Buch, in dem es darum geht, wie man in den verschiedensten Lebenssituationen doch glücklich sein kann. Es ist ein interessanter Roman um einen indianischen Jungen und seine Bemühungen glücklich zu werden und gleichzeitig ein Buch, dessen Lektionen man selbst auch anwenden kann, um sein eigenes Leben besser hinzunehmen bzw. glücklicher zu werden. Für mich ist Wokini eines der schönsten Schätze, das ich als Buch im Besitz habe.
ich würde mich freuen, dem Leser dieses wundervolle kleine Buch etwas näher geführt zu haben. Es ist ein Buch, das meiner Ansicht nach sehr gut zum Selbstlesen aber auch zum Verschenken geeignet ist.
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-24 10:43:42 mit dem Titel Sehr spannende und gut recherchierte Indianersaga
Zu meiner großen Freude habe ich mal wieder einen Roman über Indianer, diesmal über die Seminolen, ergattern können. Im Club Center hat mich dieses Taschenbuch ganze DM 5,00 gekostet. Den Roman habe ich regelrecht verschlungen, so interessant und spannend war das Buch \"In der Ferne ein Feuer\" von der Autorin Lucia St.Clair Robson.
INHALT
Der Roman spielt in Florida und beginnt 1819 mit der Schlacht am Econfina River. Dort unterliegen die Seminolen (genau die Red Sticks) der US Armee und ihren verbündeten Creek. Die Krieger werden getötet, Frauen und Kinder gefangen genommen. Der elfjährige Cricket überlebt, obwohl er die Creek angreift, weil diese ihn dank seiner Großmutter noch nicht für Ernst nehmen und als Kind betrachten. Crickets Großmutte, Fighting in a Line, schafft es schließlich mit einer List, dass alle gefangenen Seminolen ihres Weges gehen können.
Jahre später ist aus dem leichtsinnigen Cricket ein umsichtiger und anerkannter Krieger genommen. Auch nachdem er den Kriegernamen Osceola bekommt, erinnert er sich immer an die grausame und gnadenlose Schlacht von damals. Ja, er wird regelrecht von Alpträumen verfolgt. Zusammen mit seinen Männern sinnt er auf Rache und weiß, irgendwann wird es zu einem erneuten Kampf kommen.
Nachdem die US Regierung mehrmals Verträge bricht und die Seminolen schon zweimal in neue Reservate immer weiter in die Sümpfe abgedrengt wurden, beschließen Cricket und einige andere Seminolen, sich das nicht weiter gefallen zu lassen. Es kommt zu einem Guerilla-Kampf, der über 7 Jahre andauern wird. Hier geht es für die Indianer um ihr Überleben und ihren Wunsch auf eine feste Heimat. Und es geht um die Machtgier der Weißen in Florida, die sich sowohl für das Land als auch für die darauf mit den Indianern auf indianische Weise lebenden entlaufenen bzw. befreiten Sklaven interessieren.
ALLGEMEIN/HINTERGRUND
Dieses Buch hat mich fasziniert und auch mitgenommen. Denn die Autorin Lucia St.Clair Robson stellt auch hier wieder Geschehnisse dar, die tatsächlich stattgefunden haben. Das macht das Buch nicht langweiliger, aber es macht einen Leser wie mich traurig. Denn solche Dinge zu erfinden ist schon schlimm. Sie aber zu beschreiben, weil sie tatsächlich stattgefunden haben, das ist für mich das schreckliche daran.
Sehr gut werden in dem Buch die geschichtlichen Geschehnisse geschildert, die 1818 mit dem Einfall des späteren US-Präsident General Andrew Jackson in Florida beginnt. Dieser machte hier schon zahlreiche Dörfer dem Erdboden gleich. Aufgrund eines Verrates verkaufte dann ein Häuptling, der für alle sprechen durfte, dieses Gebiet für einen Spottpreis an die Amerikanische Regierung und die Indianervölker, die jetzt unter dem Begriff Seminolen zusammengefaßt wurden, mußten sich in die Sumpfgebiete des Urwaldes zurückziehen. Diese fast menschenunwürdigen Gebiete bekamen sie als Reservat für zwanzig Jahre lang zugeteilt. Allerdings überlegten sich die Weißen dann aus Habsucht und wegen noch mehr Siedlern es anders und wollten die Seminolen nach drei Jahren (also bei gültigem Friedensvertrag) zwingen, nach Oklahoma umzusiedeln.
Hier kommt eigentlich die historische Figur Osceolas erst ins Spiel. Denn er war der Hauptverantwortliche dafür, dass die Indianer sich weigerten, schon wieder umzusiedeln. Die Seminolen hatten es dank ihrer Lebensweise geschafft, sich dem Sumpfleben anzupassen und lebten dort einige Zeit sogar sehr glücklich. Unvorstellbar, wenn man mitbekommt, unter welchen Bedingungen. Osceorola erklärte dabei dem US General Thompson den Krieg und rief alle Krieger seines Volks zum Kampf gegen die Weißen auf. Sehr interessant ist hier schon die Überraschung der US Amerikaner. Denn man hielt Osceorola für sehr feminin und einen angepaßten, sprich gezähmten Indianer.
Der anschließende siebenjährige Guerilla-Krieg in den Sümpfen Floridas brachte den US Amerikanern eine Niederlage gegen die andere. Und das, obwohl die US Regierung über 20.000 gut bewaffnete und ausgebildete Soldaten im Kampf gegen ca. 1.500 leicht bewaffnete Indianer einsetzte. 1.466 Soldaten starben hier in den Sümpfen Floridas, davon allerdings nur 328 im Kampf. Der Rest starb an den schlechten Bedingungen und den Krankheiten, die sich durch die falsche Lebensweise der Weißen hier entwickelten.
Schließlich - nach sieben Jahren Jagd auf die Indianer in einem Gebiet von 47.000 Quadratkilometer - gab die US Regierung auf. Sie erklärte, der Krieg sei beendet. Die Seminolen unterzeichneten nie eine Kapitulationsurkunde. Dabei nahm die US Regierung Oscerola und einige seiner Gefolgsleute gefangen. (Wohlgemerkt nach Zusicherung, dass er einen neuen Vertrag unterzeichnen durfte). Andere Seminolen flüchten sich wieder in Sumpfgebiete und 1855 gab es erneut einen Kampf, nachdem ein Pioniertrupp in das Gebiet der Seminolen eindrang und ein Hauptlager der Seminolen zerstörte. Dieser Krieg dauerte drei Jahre lang. Die gefangenen Indianer wurden wiederum nach Westen deportiert. Aber auch jetzt schafften es immerhin noch 100 Seminolen, sich zu verstecken und so dem Exil zu entgehen. Ihre Nachfahren, Angehörige der Völker Seminolen und Miccosukee, leben immer noch in Florida. Insgesamt dauerte der Krieg zwischen der US-Regierung und dem Seminolen weit über 40 Jahre.
Damals schon war dieser Krieg sehr unpopulär und viele Menschen (auch Weiße) verurteilten die Vorgehensweise der US Amerikanischen Regierung. Sämtliche Oppositionellen mißbilligten nicht nur den Kampf sondern auch die Gefangennahme von Oscerola, nachdem Frieden sein sollte. Osceola, der nach kurzer Zeit in der Gefangenschaft verstarb, gilt heute bei vielen als Symbol für Mut, Loyalität und Patriotismus. Sein kopfloser Leichnahm wurde in Fort Moultrie unter einem Marmorgrabstein beigesetzt. Die Inschrift lautet: Oceola, Patriot und Krieger, Gestorben in Fort Moultrie am 30. Januar 1838. Oszerolas Kopf wurde von einem Arzt, der ihn im Fort betreut hatte, nach seinem Tod abgenommen. Dieser nahm in nach sich zu Hause mit und hängte es seinen Söhnen an den Bettpfosten, wenn sie unerzogen waren.
Seminole heißt in der Sprache der Muskhogee/Creek \"Vertrieben\" oder \"Weggelaufen\". Im Buch selbst ist von Red Sticks, Mikasukee und später auch den Creek die Rede. Denn die Creek, die die Weißen im Kampf gegen die \"Seminolen\" unterstützten, schlossen sich denen später an, nachdem sie mitbekamen, dass die US-Regierung ihre eigenen Familien und Dörfer auch zerstörten und diese auch umsiedelten, während sie für die gleiche Regierung weit fern von ihrer Heimat kämpften. Die Seminolen sind das einzige Indainervolk, das keinen Friedensvertrag mit US Amerika unterschrieben hat.
Im Internet habe ich gerade noch die Untergruppen der Seminolen gefunden:
Alachua, Apalachee, Apachicola, Ays, Chiaha, Mayucas, Mikasuki (Miccosukee), Ocone (Oconee), Sawokli, Tegesta, Timuqan, Tocabago
EINDRUCK
Das Buch ist sehr gut recherchiert und enthält sämtliche Fakten des brutalen und gemeinen Vernichtungskrieges gegen die Indianervölker, die von den Weißen einfach als Seminolen zusammengefaßt wurden, obwohl es sich teilweise um sehr verfeindete Stämme handelte.
Man erlebt den grausamen Krieg hier nicht nur aus der Sicht der Indianer mit, sondern kann auch vieles aus der Sicht der weißen Soldaten miterleben. Hauptsächlich - und das ist hier das Gute an dem Buch - werden aber die Geschehnisse aus der Sicht der Indianer und hier genau Osceola geschildert.
Der Leser erlebt mit, wie Osceola, der sehr schlau war, bei den Weißen im Fort ein- und ausgeht und sogar Freundschaften mit Soldaten schloß. Gleichzeitig ist er aber immer auf der Hut und spätestens mit seinen Alpträumen wird ihm immer wieder klar, dass diese seine Feinde sind und er auf der Hut sein muss.
Man erlebt aber auch vieles von seinem Leben bzw. dem der Seminolen (ich bezeichne sie jetzt einfachheitshalber auch so). Sehr schön ist hier gerade die eher friedliche Lebensweise der Seminolen, die Mais und anderes anbauten und sich nebenbei noch von Fisch und Wild ernährten. Interessant war es für mich auch, wie Osceola hier erst seine erste Frau und dann seine zweite Frau kennenlernte. Und spätestens hier merkt man, dass es bei den Seminolen üblich war, mehrere Frauen zu haben. Seine erste Frau war eine Indianerin, seine zweite Frau eine von ihm befreite Sklavin.
Das bringt mich dann zu dem zweiten Thema. Die Seminolen hatten selbst Sklaven. Diese lebten allerdings nicht wie Sklaven, sondern frei als eigenes Kriegervolk bei den Seminolen. Sie kämpften mindestens so verzweifelt und wild gegen die Weißen wie die Indianer. Denn bei ihnen ging es darum, dass sie ihre Freiheit behalten wollten. Die USA durfen zu dieser Zeit keine Sklaven mehr aus Afrika einführen. Daher konzentrierte man sich auf die vielen Schwarzen, die bei den Seminolen lebten, die Preise für Sklaven stiegen an und vermutlich waren die bei den Seminolen lebenden Schwarzen auch ein Grund, diese noch mehr zu jagen. Denn man nahm den Seminolen nicht nur ihren Lebensraum weg, sondern auch die Schwarzen, die auf dem Sklavenmarkt jetzt viel Geld brachten.
Es werden hier in dem Buch mehrere Überfälle auf die Schwarzen-Seminolendörfer geschildert. Auch hier ist die Grausamkeit der Weißen meiner Ansicht nach schlimmer als die derjenigen, die sich nur wehrten. In dem Buch wird beispielsweise der Überfall auf das Dorf geschildert, in dem die Mutter von Osceolas zweiter Frau lebte. Und es wird der verzweifelte Versuch der Indianer geschildert, diese Sklaven irgendwo zu finden und zu befreien. Und obwohl die Seminolen offiziell das Recht hatten, hier Unterstützung von der US Armee zu fordern (oder zumindestens eine Bescheinigung, dass sie ihre Sklaven zurückholen konnten) verweigerte hier die Armee die Unterstützung.
Die Schwarzen werden hier als sehr mutige Krieger geschildert und es ist schön, sie mal nicht nur in amerikanischen Büchern als Menschen zu lesen, die sich alles gefallen ließen. Nein, hier kämpfen sie aktiv um ihre Freiheit und es wird auch in vielen Bereichen darauf eingegangen, aus welchen afrikanischen Kriegervölkern sie teilweise stammten. Auf der anderen Seite wird aber auch das Verhalten von Sklaven beschrieben, die erst kürzlich von den Seminolen befreit wurden. Diese gingen teilweise freiwillig wieder als Sklaven zu den Weißen zurück, da sie das harte Leben in Floridas Sümpfen nicht ertrugen.
Auch die Kindererziehung kommt hier nicht zu kurz. Faszinierend sind die Erziehungsmaßnahmen der Indianer, die den Kindern relativ viel Freiheiten ließen, solange sie niemanden (auch sich selbst) gefährdeten oder gegen die Traditionen verstießen. Anhand der beiden Kinder Oseolas wird hier sehr viel dargestellt und nichts davon ist langweilig.
Osceola wird insgesamt als eine sehr starke Persönlichkeit geschildert. Er lebte in Harmonie mit der Natur und sah in allen Dingen auch etwas Positives und Gutes. Und er wird als der geschildert, der er auch war, ein indianischer Patriot, der für das Überleben seines Volkes kämpfte und eigenlich nur eines wollte. In dem zugesicherten Gebiet in Frieden leben.
Sehr gut hat mir auch der Charakter seiner beiden Frauen und seiner Töchter gefallen. Ich konnte miterleben, wie sich seine ältere Tochter, Little Warrior, entwickelte und sich sehr schnell an der neuen Umgebung in den Sümpfen anpaßte. Auch an ihr erlebt man die Liebe für die Natur mit, sei es ihr Verständnis und ihr Schutz der dort lebenden Eulen als auch ihre Art des Umgangs mit der Natur allgemein. Hier erfährt man auch, dass einige der indianischen Frauen durchaus auch gegen die Weißen aktiv kämpften. Im Roman selbst ist es Mink, die schwarze Ehefrau Osceolas, die mitkämpft, Little Warrior ist dafür noch zu jung.
Nicht vergessen darf man hier allerdings die Grausamkeit, in der einige Überfälle geschildert werden. Dieses sind Überfälle der Weißen und ihrer Anfangs verbündeten Creek auf die Seminolen als auch Überfälle der Seminolen auf Sklavenhändler/jäger und die Überfälle während des Guerilla-Krieges. Die Autorin schildert auch anhand Weißer Persönlichkeiten, wie diese in dem Krieg auf grausamste Weise getötet werden oder schleppend und fast unmenschlich an ihren Infektionen und Seuchen starben. Aber trotz aller Grausamkeiten durch die Indianer und Schwarzen ist das Buch so geschrieben, dass man diese versteht und sie gedanklich in ihrem Überlebenskampf unterstützen will. Obwohl man ja weiß, wie das alles ausgegangen ist.
Hier erlebt der Leser eine dunkle Zeit mit, die Zeit, in der die Weißen mit Vorliebe ihre Verträge brachen und Häuptlinge gefangen nahmen, obwohl ihnen freies Geleit und Frieden zugesichert wurde. Man bekommt mit, wie einzelne Indianer mit Whiskey oder Geld gefügig gemacht wurden und so ihr eigenes Volk verrieten. Und man bekommt auf der anderen Seite solche mutigen Menschen wie Osceola mit, die ihren Weg gingen, auch wenn sie wußten, dass das ihr eigener Untergang ist.
Ich selbst fand auch die Freundschaft von Osceola mit dem weißen Soldaten John Good sehr interessant. Vermutlich ist diese aber Phantasie der Autorin, denn ich habe meinen Recherchen nichts davon gefunden. Hier wird sehr gut gezeigt, wie sich der Soldat den Indianern anpaßt, ja er findet sogar eine Geliebte unter ihnen, die er heiraten will. Aber wegen der rassistischen Situatin und dem drohenden Krieg paßt sowohl den Seminolen als auch den Weißen so eine Verbindung nicht. Und während John im Krieg an einem anderen Ort kämpft, töten weibliche Clanmitglieder die Geliebte des Soldatens, damit diese ihn nicht verraten kann. Ich fand das sehr schlimm und schade. Aber kurz vorher wurde ein Häuptling durch eben so eine Situation getötet, in der der Weiße sich dann gegen die Indianer wandte und so alle verriet.
Mit Lesen dieses Buches bekommt man sehr viel über die Ansichten der Indianer mit und auch teilweise, warum sie eben so und nicht anders reagierten. Osceola selbst und sein Handeln ist der rote Faden, der das Buch durchzieht. Aber alles wird hier sehr interessant dadurch, dass viele andere Persönlichkeiten hier agieren. Und vieles wirkt beim Lesen so plastisch, als ob man dabei wäre.
Am Ende des Buches war ich allerdings doch sehr traurig. Denn das Buch endet hier mit der Gefangennahme des an Malaria leidenden Osceolas, seinem Leiden in der Gefangenschaft und schließlich mit seinem Tod. Auch wenn er in dem Tod zur Geisterwelt hinübergeht und dort seinen Onkel wiedertrifft, was eigentlich positiv zu sehen ist, war ich traurig und enttäuscht von der US Regierung, die so unfair und hinterhältig war. Und davon, dass hier diejenige, die für Gutes kämpften verloren haben. Aber leider ist das ja nun einmal so gewesen und somit wahr.
Bemerkenswert sind auch solche Feinheiten wie die Begegnung des todkranken Osceola in seiner Gefangenschaft mit dem berühmten Indianerzeichner George Catlin, der ihn dort zeichnete und sich sogar noch beilen mußte, um sein Werk fertig stellen zu können. Denn kurz nach dieser Zeichnung verstarb Osceola.
Auf der anderen Seite hat mir dieses Buch viel über Osceola gebracht. Ich selbst hatte bisher nur ein Bild von ihm gesehen und noch nicht viel über sein Leben und seinen Kampf erfahren. Auf den Bildern wirkte er immer nur so friedlich und feminin, so dass ich ihn auch nie für sehr bedeutend gehalten hätte. Und erst hier kommt heraus, was er für ein mutiger und charakterstarker Mann war.
ZUR AUTORIN
In der Ferne ein Feuer ist schon das zweite Buch, das ich von der Autorin Lucia. Clair Robson gelesen habe. Bekannt wurde sie mit dem Roman \"Die mit dem Wind reitet\", ebenfalls ein historischer Roman. Dort geht es um Cynthia Ann Parker, die 1835 von den Komantschen entführt wurde und dann als weiße Indianerin bei ihnen lebte. Mir gefiel schon damals ihr Stil, in dem sie anhand von existierenden Charaktären das Schicksal der Indianer schilderte. Die Autorin selbst wurde in Baltimore geboren und arbeitete nach ihrem Examen im Problemviertel Brooklay, bis sie sich entschloß, für ein Jahr in Japan zu leben. Nach der Rückkehr arbeitete sie im Bibliothekswesen. \"Die mit dem Wind reitet\" war ihr erster Roman.
DATEN
Titel: In der Ferne ein Feuer
Autorin: Lucia St. Clair Robson
Seiten: 525 - mit Anmerkungen
Art: Historischer Roman, Taschenbuch
Preis: Im Club Center DM 5,00, bei Amazon erhältlich für DM 14,00
ISBN-Nr. 3-404-12698-X
FAZIT
Ein sehr gut gelungener indianischer Historikroman über die Seminolen, den Kriege Osceola und den Kampf um die Sumpfgebiete Floridas. Sehr spannend und auch lehrreich, aber teilweise auch sehr grausam. So wie das Leben tatsächlich damals war. Vergleichbar ist das Buch mit \"Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses\" und auch in der Art mit dem Vorgängerroman \"Die mit dem Wind reitet\".
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-06 13:43:28 mit dem Titel Spannender und außergewöhnlicher Zukunftskrimi (R.E.M. von Michael Marshall Smith)
Vor einiger Zeit habe ich mir das Buch R.E.M. von Michael Marshall Smith im Kaufhof für 5 Euro gekauft. Mich lockte hier das futuristische Aussehen des Buches und auch die Kurzbeschreibung. Hier meine Meinung und ein paar Angaben zum Buch.
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AUSSEHEN
Bei R.E.M. handelt es sich um ein dickes, fest eingebundenes Buch mit Schutzumschlag. Ich liebe gebundene Bücher, auch wenn sie leider mehr Platz einnehmen als Taschenbücher. Dafür sind sie meiner Meinung nach auch haltbarer und sehen im Bücherregal gut aus. Auf dem Schutzumschlag sieht man ein Männergesicht, bei dem die Augen hervorgehoben sind. Irgend etwas technisches wurde aber über das Männergesicht gelegt, so dass alles auffällig und merkwürdig wirkt.
Das Buch ist in normaler kleiner Schrift geschrieben, so dass man hier mit den 431 Seiten auch gut zu tun hat. Sehr gut finde ich das blaue Lesebändchen, das mir erleichtert die Stelle wiederzufinden, an der ich Schluss gemacht habe. Dieses schont zudem den Schutzumschlag, den ich ohne so ein Bändchen als Lesezeichen verwende.
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INHALT
Die Erde im Jahr 2016. Hap Thompson, ein ehemaliger Kleinkrimineller hat durch Zufall einen lukrativen Job bekommen, den er jetzt schon eine Weile ausübt. Es ist zwar nicht erlaubt, was er macht, wird aber sehr gut bezahlt. Angefangen hat alles durch seine Traumtätigkeit. Denn in der Zeit, in der Hap lebt, ist es möglich, dass Menschen gegen Bezahlung unliebsame Träume auf andere Personen übertragen und sich dann nicht mehr an diese erinnert. Oft sind es Alpträume oder eben nur unliebsame Träume, die einen an bestimmte Dinge erinnern, die man einfach nicht mehr wissen möchte. Und Hap gehört zu den außergewöhnlichen Menschen, die in einer Nacht ohne Probleme 5 bis 8 dieser Fremdträume übernehmen können. Am anderen Tag muss sein Bewusstsein zwar mit diesen Träumen klarkommen, aber auch das gelingt Hap ganz gut.
Und dieser Job führt dazu, dass Hap seit einiger Zeit auch eine andere Aufgabe übernommen hat. Hierbei handelt es sich um Erinnerungsübertragung. Sie geschieht so ähnlich wie die Traumübertragung, ist aber gesetzlich verboten. Derjenige, der die Erinnerung übernimmt, wird hart bestraft, wenn er erwischt wird. Vor Jahren gab es mal einen Fall, in dem ein Mord so übertragen wurde. Und sowohl der Täter als auch der Übernehmer der Erinnerung wurden gleich hart bestraft. Somit ist das Annehmen so einer Erinnerung genauso schlimm wie die eigentliche Tat. Aber da man hier für noch mehr Geld erhält und Haps Boss seinem besten Mann keine andere Möglichkeit lässt, nahm Hap auch diese Tätigkeit an. Denn bei der Wahl entweder Entlassung oder auch diese Tätigkeit übernehmen, blieb ihm nichts anderes übrig, da er sich auch an den neuen besseren Lebensstil gewöhnt hatte.
Hap ist mittlerweile Millionär und transferiert sein Geld immer wieder auf verschiedene Konten, damit ihm niemand auf die Spur kommt. Alles geht gut, bis er sich zu einem privaten Geschäft einlässt. Auch hier geht es um Erinnerungstransfer. Aber nach der Übertragung erinnert sich Hap sehr genau an einen Mord. Wie sich herausstellt, wurde ein höherer Polizeibeamter ermordet. Während die Polizei anfangs im dunklen tappt, weiss Hap wer der Täter war. Es handelt sich um Laura Reynolds, eine junge Frau, die in Lebensgefahr schwebt. Denn geheimnisvolle Männer in grauen Anzügen sind ihr auf der Spur, und diese sind eindeutig keine Polizisten.
Aber es kommt noch schlimmer, denn diese grauen Männer sind plötzlich auch hinter Hap her, als ob sie wissen, was vorgegangen ist. Und auch die Polizei ist sehr schnell hinter Hap her. Gerade die geheimnisvollen grauen Männer sind nicht zimperlich in ihren Methoden, um Hap an der Aufklärung eines weitreichenden Mord- und Erpressungskomplotts zu hindern...,
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MEINUNG ZUM INHALT
R.E.M. ist ein sehr spannender Roman mit einer äußerst ungewöhnlichen Mischung aus Krimi, der phantastischen Literatur und sogar Aspekte des Religiösen bzw. Philosophischen. Generell würde ich den Roman als einen phantastischen Krimi bezeichnen, der in der Zukunft spielt.
Ob es wohl machbar ist, was hier geschildert wird, kann ich nicht beurteilen. Aber einiges in diesem Buch, was vorkommt, ist durchaus denkbar. Denn wenn Träume oder Erinnerungen übergeben werden könnten, dann wäre es wohl wie hier in diesem Buch, dass sich das nur die mächtigen bzw. Menschen mit Geld leisten könnten. Und wahrscheinlich ist, dass dann einige wenige davon wirklich profitieren, wie hier in diesem Roman noch nicht einmal Hap sondern sein Chef, dem das Unternehmen gehört.
Hap selbst ist eine sehr sympathische Figur. Denn obwohl er hier als Krimineller geschildert wird, bleibt er menschlich und ist nicht gefährlich. Im Gegenteil, er ist derjenige, der hier hereingelegt wird und dann um sein Leben bangen muss. Und er ist einer der wenigen Menschen, die überhaupt interessiert, was wirklich der Hintergrund des Mordes an dem Polizisten ist. Denn schnell stellt sich dieser als korrupt und sehr unsympathisch heraus, während die junge Frau, die den Mord begangen hat, hier auch eher ein Opfer als nur eine Täterin ist. Mir hat auch ihre Darstellung im Roman sehr gut gefallen, obwohl sie im Gegensatz zu Hap nur eine Randfigur ist. Wenn auch eine Bedeutende für seine Situation und den Verlauf des Romans.
Aber auch andere Personen wirkten hier glaubhaft, sei es der Detective, der Hap verfolgt oder ein guter Freund, der ihn unterstützt. Sehr gut hat mir auch die Entwicklung der Technik gefallen. Sie brachte mich aber auch mehrmals zum Lachen. Beispielsweise wenn eine Horde Kaffeemaschinen eine Strasse überquert um an einen fernen Ort zu wandern. Zuerst dachte ich, ich habe mich verlesen, aber nein dem war nicht so. Denn in der Zukunft, die hier geschildert wird, sind die Hauschaltsmaschinen wie kleine Computer, ziemlich intelligent und können sich zudem bewegen. Und wenn jemand seine Kaffeemaschine aussetzt, weil sie nicht mehr so viel taugt, dann wandert diese eben davon, um weiter ihr Dasein irgendwie zu fristen.
Eine der schönsten Hauptrollen ist hier daher auch kein Mensch, sondern Haps ultramoderner Wecker. Er kann nicht nur wecken und bietet einen Kalender und eine Datenbank, sondern unterhält sich auch mit seinem Besitzer und hilft ihm in einigen Situationen. Den auf dem Boden hinter einem Mann hertrippelnden Wecker kann ich mir vorstellen und schon dabei muss ich lachen. Denn R.E.M. ist kein trockenes Buch, trotz der Krimithematik und der Gottes-Aspekte, auf die ich gleich zu sprechen komme.
Meine Probleme hatte ich eher mit dem seltsamen gut gekleideten Herrn, der Hap hier mehrmals hilft und auf alle Fälle kein normaler Mensch ist. Und die gleichen Probleme hatte ich auch mit den Herren in grau. Es ist aber auf alle Fälle eine interessante Idee über Gott und Engel, die hier in diesem Roman mit verarbeitet wird. Aber das Problem ist, dass man in dieser Art von Roman nicht damit mit Gott und Engeln konfrontiert zu werden.
Insgesamt liest sich R.E.M. sehr gut und ist auf alle Fälle etwas anderes, als ein normaler SF oder ein Krimi. Es macht Spass, das Buch zu lesen. Normalerweise bin ich nicht so für die Bücher in \"Ich-Form\" aber R.E.M. liest sich auch so gut und da alles hier doch Hap betrifft, passt die Ich-Form hier auch. Wenn man sich nicht daran stört, dass hier eine ungewöhnliche Idee zu Gott und Engeln mit eingearbeitet wurde, wird man wie ich sehr viel Unterhaltung und Freude an diesem Buch haben.
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AUTOR
Michael Marshall Smith wurde 1965 in Cheshire geboren. Er wuchs in den USA, in Südafrika und Australien auf. In Cambridge studierte er Philosophie. Smith schrieb Komödien für den BBC und arbeitet als Zeichner, ehe er den ersten Science Fiction Roman veröffentlichte. Dieser brachte ihm direkt den British Fantasy Award. R.E.M. ist der dritte Roman des in London lebenden Schriftstellers.
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DATEN
Titel: R.E.M.
Autor: Michael Marshall Smith
Art: Science Fiction Krimi-Thriller
Seiten: 429
Verlag: Rowolt-Verlag
Erscheinung: 1. Auflage Juli 1999
Original: Originalausgabe 1988
ISBN: 3-498-04400-1
Preis: 5 Euro im Kaufhof
Erhältlich: Broschürt bei Amazon für 10,50 Euro
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FAZIT
R.E.M. ist ein sehr spannender und teilweise auch humorvoller Krimi, der in der Zukunft spielt und sehr viele Bereiche miteinander kombiniert. Es ist ein Buch, bei dem man nie genau weiss, wie es weiter geht und der den Leser dadurch in den Bann zieht. Ich kann den Roman sehr empfehlen.
Viele Grüße und danke fürs Lesen - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-18 09:20:10 mit dem Titel Spannend und gut (Westwärts ohne Furcht von Lucia St. Claire Robson)
Das Buch Westwärts ohne Furcht von der Autorin Lucia St. Clair Robson habe ich mir schon vor mehreren Monaten gekauft und ausgelesen. Da ich es aber meiner Mutter zum Lesen ausgeliehen habe, komme ich auch jetzt erst zu dem Beitrag über diesen Roman.
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VORWORT
Der Roman \"Westwärts ohne Furcht\" ist jetzt schon nach \"Die mit dem Wind reitet\" der zweite Roman, den ich von der Autorin Lucia St. Clair Robson gelesen habe. In beiden Romanen beschreibt die Autorin die Lebensgeschichte einer Person, die tatsächlich gelebt hat. In beiden Büchern geht es um bekannte Frauen, die in Amerika gelebt haben.
In Westwärts ohne Furcht hat die Autorin einen Roman über Sarah Borginnis Bowman geschrieben, die auch unter dem Namen \"Great Western\" bekannt war und eine aufsehenerregende Erscheinung war. Es ist ein Roman über eine Frau des frühen 19. Jahrhunderts, die es schaffte, ein einer Welt, die von Männern dominiert wurde, ihren eigenen Weg zu gehen und sich Respekt in der Männerwelt zu verschaffen.
INHALT
Sarah Borginnis Bowman folgt im frühen 19. Jahrhundert iheme Mann, einem Soldaten, in den Westen und blieb auch nach seinem Tod bei den Truppen. Sie ist eine äußerlich auffällige Frau, nicht nur wegen ihrere langen lechtendroten Haare sondern auch wegen ihrer enormen Größe, denn Sarah überragt die meisten Männer an Körpergröße. Das und auch ihr unerschrockenes Verhalten sorgt dafür, dass sie den Namen \"Great Western\" erhält.
Die selbstbewusste Frau arbeitet sich von einer Wäscherin und Köchin im Militär nach oben. Sie versorgt die Verwundeten und kämpft schließlich aktiv im Mexikanischen krieg mit, auch wenn das offiziell nicht sein durfte. Bei der Belagerung von Fort Brown war sie genauso couragiert wie in der Schlacht von Bueno Vista, so dass sie sogar zum weiblichen Colonel des amerikanischen Heeres ernannt wurde.
Wie man hier sieht, wird im Buchinhalt die Lebensgeschichte von \"Great Western\" nacherzählt. Alles beginnt aber erst mit ihrer Tätigkeit in der amerikanischen Armee und endet mit Sarahs Tod.
MEINUNG
Westwärts ohne Furcht ist ein außergewöhnliches Buch über den Wilden Westen. Nur selten erlebt man ein Frauenschicksal mit, das so spannend und abenteuerlich ist. Das schönste daran ist aber, dass viele Dinge, die hier geschildert werden, auch wahr sind. Und man so miterleben kann, dassm es durchaus auch bedeutende Frauen gab, die Mitte des 19. Jahrhunderts von sich reden machten.
Das Buch liest sich wie ein guter Roman und nichts langweilt hier, wie es sehr oft bei wahren Romanen mit geschichtlichem Hintergrund der Fall ist. Sarah Borginnis Bowman konnte ich mir sehr gut hier vorstellen. Sie muss damals eine sehr auffallende Frau gewesen sein in einer Zeit, in der Frauen doch her noch eine untergeordnete Rolle gespielt haben oder sich eben unauffällig verhalten haben.
Der Roman ist aber nicht nur spannend und sehr abenteuerlich sondern auch sehr humorvoll geschrieben. Denn obwohl hier viele Dinge geschehen, die normalerweise nicht zum Lachen sind, gibt es doch einige Stellen, die mich zum Schmunzeln oder sogar zum Lachen gebracht haben. Denn auch wenn ein Leben wie hier zu Kriegszeiten geschildert wird, so gibt auch im wahren Leben immer wieder humorvolle Zeiten. Und da hier auch über Kleinigkeiten des Lebens geschrieben wird, kommen solche Stellen eben auch im Roman \"Westwärts ohne Furcht\" vor.
Ich selbst empfand es als sehr interessant zu lesen, wie unterschiedliche di amerikanischen Oberkommandierenden auf \"Great Western\" reagierten. Denn vielen war es gar nicht Recht, wenn Frauen den Soldaten in die Kriege folgten. Teilweise geschah das aber auch nur wegen Vorurteile den Frauen gegenüber. Auch solche Dinge erfährt man in diesem interessanten Roman.
Ebenso erfährt man als Leser auch sehr viel über die Situation damals in Mexiko und wie wenig Rechte damals gerade die mexikanischen Frauen hatten. Denn \"Great Western\" konnte zwar kämpfe und wirkte nicht gerade wie jemand, der besonders viele Skrupel hatte, aber sie kümmerte sich auch um andere Frauen. Ein Engel war sie übrigens auch nicht, denn sie sorgte so nebenbei dafür, dass einige der Frauen auch die Soldaten regelmässig besuchten oder umgekehrt.
Sehr interessant fand ich auch, wie die selbstbewussten Indianer auf diese ungewöhnliche und sehr selbstbewusste Frau reagierten. Hierzu gibt es auch ein paar sehr schöne Stellen in dem Buch.
Insgesamt war \"Westwärts ohne Furcht\" ein Roman, den ich nur ungerne aus den Händen gelegt habe und den ich auch sehr schnell ausgelesen habe. Dieses Buch hat mir bewiesen, dass 500 Seiten über eine Person, die tatsächlich gelebt hat, sehr interessant und spannend sein können.
AUTORIN
Lucia St. Clair Robson wurde in Baltimore geboren. Sie lebte nach dem Lehrerexamen unter anderem in Venezuele, Japan und Arizona. Durch ihre Arbeit als Bibliothekarin wurde sie auf Cynthia Ann Parker aufmerksam, worauf sie ihr erstes Buch \"Die mit dem Wind reitet\" schrieb. Sämtliche ihrer Bücher beruhen auf ihre gründlichen hhistorischen Recherche.
DATEN
Titel: Westwärts ohne Furcht
Original: Fairless. A Novel of Sarah Bowman
Autorin: Lucia St. Clair Robson
Seiten: 500
Art: Historischer Roman, Abenteuerroman
Buchart: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Preis: 8,50 Euro im Club als Angebot
Preis Amazon: 19,90 Euro
ISBN-Nr.: 3822505293
Ausgabe: Kabel Verlag, 2000
FAZIT
Westwärts ohne Furcht ist ein sehr spannender und abenteuerlicher Roman mit einigen humorvollen Stellen über Sarah Bowman, eine imposante Frau, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Amerika gelebt hat. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Ich hoffe, dieses Buch meinem Leser nähergebracht zu haben.
Liebe Grüße, danke fürs Lesen und Kommentieren - Miaraa
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