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Erfahrungsbericht von schneeweisschen

Bitte einmal Hongkong und zurück... Linienflüge - Tipps & Tricks

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Zuerst einmal:

Was sind Linienflüge?

Im Flugverkehr wird grundsätzlich zwischen zwei Arten von Flügen unterschieden.

1. Die klassischen Urlaubsflüge (Charter)

bei denen Reiseveranstalter eine bestimmte Anzahl von Plätzen bei den Fluggesellschaften einkaufen und das Risiko für den Verkauf somit auf die eigene Kappe nehmen. Zu den sogenannten Charter-Fluggesellschaften gehören u.a. Thomas Cook (ehemals Condor), Hapag Lloyd, die jetzt unter TUI-Flagge fliegt, Aero Lloyd und die Air Berlin.
Es gibt Reiseziele, die werden fast ausschließlich von Charter-Airlines angeboten, bzw. sind als Linienflug oft mit Zwischenstopps und höheren Preisen verbunden. Das beste Beispiel dafür ist Mallorca.
Per Charterflug werden von Deutschland hauptsächlich europäische Ziele bedient, von wenigen Ausnahmen wie z.B. typischen Fernreise-Badezielen mal abgesehen.

2. Die Linienflüge

Wer jedoch z.B. eine Städtereise innerhalb Europas oder einen Flug in die USA unternehmen möchte, kommt um einen Linienflug eigentlich nicht herum. Bei den Linienflügen werden die Plätze über die verschiedenen Reservierungssysteme gebucht. Egal, ob Reisebüro oder Veranstalter: alle greifen auf die selben Plätze zu. Der große Vorteil: in der Regel habt Ihr eine viel größere Auswahl an Fluggesellschaften, Flugzeiten und Preisen. Um nicht den Überblick zu verlieren, solltet Ihr Euch einem Reisebüro anvertrauen.

Bei Linienflügen habt ihr meistens die Wahl zwischen drei Serviceklassen:
· First Class
· Business Class
· Economy Class

Innerhalb dieser Serviceklassen gibt es ein buntes Getümmel von verschiedenen Buchungsklassen. So kann z.B. die Economy Class aus 10 verschiedenen Buchungsklassen bestehen, die sich in Preis, Umbuchungsbedingungen und weiteren Kriterien unterscheiden. Was jedoch generell gleich ist, ist der Service im Flieger. So kann es Euch also passieren, dass Ihr beim Gespräch mit Eurem netten Sitznachbarn erfahrt, dass dieser 200 Euro weniger bezahlt hat als Ihr. Dafür hat er aber wahrscheinlich schon Monate vor Euch gebucht und nimmt strengere Stornobedingungen in Kauf als Ihr. Oder er hat einfach ein Reisebüro gefunden, in dem kompetente Leute arbeiten. Am besten ist, Ihr vermeidet dieses Thema, um Euch nicht den Tag zu versauen. Natürlich kann es auch genau andersherum gehen, aber Euer Sitznachbar wird über Euren Freudentanz auf dem Gang entlang sicher nicht begeistert sein. Gerade bei Langstreckenflügen solltet Ihr um des lieben Friedens Willen also besser Euren Mund halten.

Wo kann man Linienflugtickets kaufen?

Am einfachsten und sichersten ist der Kauf in einem Reisebüro. Und das sage ich nicht nur, weil ich selbst Reiseverkehrskauffrau bin. Die Mitarbeiter in einem Reisebüro kennen einfach die Tricks & Kniffe (Stichwort: Spiegeltickets), die man zu diesem Thema beachten sollte.
Die Angebote sind in den meisten Reisebüros gleich. In sogenannten IATA-Agenturen kann man das Ticket meist nach der Bezahlung sofort mitnehmen, bei anderen Reisebüros muss das Ticket bestellt werden.

Natürlich könnt Ihr Euer Ticket auch im Internet oder telefonisch direkt bei der Airline kaufen, aber das bringt in der Regel keine Zeitersparnis. Im Gegenteil. Diverse Tests haben bewiesen, dass eine Buchung (von der Flugsuche bis zur Ticketbestellung) um ein Vielfaches länger dauert als die Buchung im Reisebüro.
Das Reisebüro kann für Euch meist Sitzplätze reservieren, Übergepäck voranmelden, Wartelisten buchen, vegetarische Menüs bestellen und und und....

In den allermeisten Fällen kosten die Tickets im Reisebüro nicht mehr als im Internet. In den Endpreisen ist die Provision für das Reisebüro meistens enthalten, so daß kein extra Aufschlag berechnet werden muss. Oft sind sie sogar billiger, weil die Super-Spar-Tarife manchmal gar nicht im Internet veröffentlicht werden. Es gibt aber auch Reisebüros, die generell Gebühren für den Ticketverkauf verlangen. Am besten gleich zu Beginn fragen.

Das Buchungssystem für Linienflüge ist recht schwierig, und nicht jedes Reisebüro hat unbedingt die fähigsten Mitarbeiter auf diesem Gebiet. Ein Vergleich in einem zweiten Büro lohnt sich mitunter. Aber klappert bitte nicht hundert verschiedene Büros ab, in der Hoffnung doch noch irgendwo 10 Euro zu sparen. Die meisten Flugpreise sind für alle Reisebüros verbindlich, so dass größere Unterschiede eigentlich nur 2 Gründe haben können: 1. Der Reisebüro-Mitarbeiter hat nicht alle Möglichkeiten der Suche (und davon gibt es einige) ausgeschöpft, oder 2. der Flug ist inzwischen zum Wunschpreis schon ausgebucht.

Was man beachten sollte

Wenn Euch der Preis sehr wichtig ist, solltet Ihr folgende Dinge beachten:

1. MÖGLICHST FRÜH BUCHEN
Flugtickets können bereits 364 Tage im voraus verkauft werden. Auf vielen Strecken ist eine frühzeitige Buchung unbedingt empfehlenswert, denn gerade zu Hochsaison-Zeiten (z.B. Weihnachten) sind Tickets zu bestimmten Zielen schon Monate vorher ausverkauft. Außerdem muss man die meisten günstigen Tarife spätestens 14 Tage vorher gebucht und bezahlt haben.

2. WOCHENENDE MIT EINBEZIEHEN
Eines der Hauptärgernisse und Faktor für enorme Preisunterschiede ist die sogenannte Sunday-Rule. Diese besagt, dass der Rückflug frühestens am Sonntag nach dem Hinflug erfolgen darf. Ihr dürft also z.B. nicht Montag bis Donnerstag fliegen, weil bei dieser Version kein Sonntag enthalten ist. Der Grund ist einfach: in der Woche fliegen meistens die Geschäftsleute. Diese müssen meistens die hohen Tarife in Kauf nehmen, weil sie einfach nicht jeden Geschäftstermin auf das Wochenende legen können.
In letzter Zeit ist jedoch eine Lockerung dieser Regel festzustellen. Einige Fluggesellschaften haben die Sunday Rule at acta gelegt und gestatten nun auch Flüge ohne Wochenendregel zu günstigen Preisen. Aber dies ist leider noch lange nicht die Regel.

3. SPIEGELTICKETS
Solltet Ihr dennoch nicht bis Sonntag bleiben können, gibt es noch eine andere (nicht ganz legale) Möglichkeit, Geld zu sparen. Man kauft einfach zwei Tickets, die die Sunday Rule beeinhalten und bezahlt weniger als für ein „normales“ Ticket.
Beispiel: Ihr müsst Dienstag von Frankfurt nach Hamburg fliegen und am nächsten Tag wieder zurück.
Ein „offizielles Ticket“ für diese Variante kostet inkl. Steuern bei Lufthansa um die 470 €.
Kauft Ihr dagegen zwei Tickets: 1x dienstags Frankfurt-Hamburg, Sonntag Hamburg-Frankfurt und 1x mittwochs Hamburg-Frankfurt und sonntags Frankfurt- Hamburg bezahlt Ihr insgesamt nur ca. 250 €.
Wichtig ist dabei, dass immer der erste Coupon des Tickets abgeflogen werden muss. Die Airlines streichen nämlich automatisch den Rückflug, wenn der „fiktive“ Hinflug nicht angetreten wurde.

4. STEUERN UND GEBÜHREN
Ein gutes Reisebüro weist (schon um sich selbst abzusichern) immer auf eventuelle Umbuchungs- und Stornogebühren hin. Diese können sehr unterschiedlich sein und sollten für Euch auch ausschlaggebend sein bei der Wahl Eures Tarifes. Wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ihr Euren Flug umbuchen möchtet, weil Euch z.B. Barcelona so unglaublich gut gefällt, lohnt es sich mitunter, einen teureren Flugpreis zu bezahlen, bei dem die Umbuchung kostenlos oder gegen Bezahlung einer geringen Gebühr möglich ist. Bei den billigsten Tarifen könnt Ihr nämlich fast immer davon ausgehen, dass das Ticket weder stornierbar noch umbuchbar ist. Im Zweifelsfalle würdet Ihr also nicht einen Cent wieder bekommen.
Apropos umbuchen. Es kommt ziemlich oft vor, dass Kunden einfach eine Ersatzperson mit Ihrem Ticket fliegen lassen möchten. Das Ticket muss in der Regel zu den offiziellen Konditionen storniert werden. Da sind die Airlines meistens sehr streng und lassen nur in Ausnahmefällen mit sich reden.

Erkundigt Euch auch immer, ob der genannte Flugpreis inklusive der Flughafensteuern und Sicherheitsgebühren ist. Diese können nämlich manchmal höher sein als der Ticketpreis selbst.

5. FLEXIBEL SEIN

Oft kommt es vor, dass ein Flug nur 2 Stunden früher oder später um einiges preiswerter ist. Einfach, weil noch Plätze in einer Klasse frei sind, die beim eigentlichen Wunsch-Flug schon ausgebucht sind. Wenn es also irgend geht, legt Euch so wenig wie möglich auf einen bestimmten Tag oder eine Uhrzeit fest. Flexibilität ist bei Flügen ein hervorragendes Mittel zum Geld sparen.

Außerdem solltet Ihr noch folgende Dinge beachten:

a. MINIMUM CONNECTING TIME
Wenn ihr mehrere Flüge unterschiedlicher Fluggesellschaften bucht, achtet darauf, dass genügend Umsteigezeit vorhanden ist. Das Reisebüro kann im Computer nachschauen, wie hoch die sogenannte Minimum Connecting Time am jeweiligen Flughafen ist. Nur so kann gewährleistet werden, dass Ihr rechtzeitig Euren Anschlussflieger erreicht und auch Eure Koffer nicht nach Abu Dhabi, sondern mit Euch zusammen nach Singapur fliegen.

b. PASST GUT AUF EUER TICKET AUF
Noch etwas Wichtiges: wenn Ihr Eurer Linienflugticket verbummelt oder verliert, bekommt Ihr zwar ein Ersatzticket, müsst dieses aber noch einmal komplett bezahlen. Die Fluggesellschaft zahlt erst Monate nach dem Flugtermin den Ticketpreis zurück, nämlich erst dann, wenn definitiv klar ist, dass niemand anders mit Eurem verloren gegangenen Ticket geflogen ist.
Bei Pauschalreisen mit vom Veranstalter gecharterten Flugplätzen ist die ganze Angelegenheit weniger kompliziert. Da stellt der Veranstalter selbst einfach ein neues Ticket aus.
Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt sich ein elektronisches Ticket (Etix). Dabei bekommt Ihr nur eine Buchungsbestätigung in die Hand und zieht Euch das Ticket erst am Flughafen mittels Kreditkarte oder Vielfliegerkarte aus dem Automaten. Oder ihr nehmt es gegen Vorlage Eures Ausweises und Eurer Bestätigung am Schalter der Fluggesellschaft in Empfang. Leider wird dieses E-Ticket bisher nur von ausgewählten Airlines, und auch nicht für alle Ziele angeboten.

c: VIELFLIEGER
Wer häufig fliegt, insbesondere wenn es meist die selbe Strecke und Fluggesellschaft ist, sollte sich über die Anschaffung einer Vielflieger-Karte Gedanken machen. Das bekannteste Beispiel ist die Miles&More-Karte von Lufthansa.
Die Vorteile:
· Mit jedem Flug sammelt ihr fiktive Meilen, die ihr später gegen eine Sachprämie oder einen Freiflug eintauschen könnt.
· Bei Wartelisten werdet Ihr meist bevorzugt behandelt.
· Bei Umbuchung oder Stornierungen sind die Fluggesellschaften oft kulanter.
· Wenn die Maschine überbucht ist, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ein Vielflieger in die nächsthöhere Klasse upgegradet wird.

d: RÜCKBESTÄTIGUNG
Ab 48 Stunden vor Eurem Rück– oder Weiterflug solltet Ihr bei der Fluggesellschaft (meistens am jeweiligen Flughafen) anrufen, ob sich eine Zeitenänderung ergeben hat. Denn anders als bei Pauschalreisen weiß die Airline ja nicht, wo sie Euch im Fälle einer Änderung erreichen kann.

Thema Billig-Airlines

In letzter Zeit kommt fast jeden Monat eine neue Low-Budget-Airline auf den Markt. Diese werben mit Dumping-Preisen. Dafür müsst ihr aber einiges in Kauf nehmen. So sind die Abflüge z.B. meistens von einem abgelegenen Flughafen (Bsp: Hahn bei Ryan Air) und auch die Zielflughäfen sind nicht selten fast 100 km vom eigentlichen Ziel entfernt. Service gibt es nicht, kein Essen und keine Getränke, es sei denn Ihr bezahlt extra. Die Flugzeiten sind meist miserabel. Entweder Abflug im Morgengrauen oder erst spät am Abend.
Die Billig-Airlines sind meist nicht übers Reisebüro buchbar, oft nur übers Internet. Selten bekommt man wirklich den Preis, der einem mit Lockangeboten suggeriert wird. Oft gelten diese nur auf ganz bestimmten (schwach gebuchten) Maschinen. Auch zusätzliche Gebühren werden in der Werbung gerne „vergessen“ Ryanair z.B. verlangt 5 Euro Gebühr bei Kreditkartenzahlung extra. Da sowieso nur die Zahlung per Kreditkarte akzeptiert wird, muss man wohl oder übel in den sauren Apfel beißen. Sehr ärgerlich, da die beworbenen Flugpreise somit grundsätzlich nicht stimmen. Naja, Hauptsache Werbung machen.

FAZIT

Wenn man sich in Profihände begibt und die oben genannten Tipps beherzigt, kann eigentlich kaum noch etwas schief gehen. Wenn Ihr dennoch Fragen habt, wendet Euch einfach an mich... ;-)

Euer Schneeweisschen

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