Erfahrungsbericht von Tinitus
++TATTOO++ The Movie
Pro:
Besser gut geklaut als schlecht erfunden!
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
++T A T T O O++
FILM:
Im Keller einer Bauruine tragen gleißende Spots und elektrisierende Pillen ihre jungen Gäste in eine andere Welt:
Tanzende Körper schlucken Lichtreflexe und wummernde Beats.
Auch Marc (August Diehl), frisch gebackener Absolvent der Polizeischule, genießt Musik und Drogen - bis Hauptkommissar Minks (Christian Redl) und seine Leute die Veranstaltung beenden.
Marc kann entwischen, doch seine Jacke wird gefunden.
Die darin versteckten Pillen bieten Minks die Gelegenheit, seinen jungen Kollegen vor eine folgenschwere Wahl zu stellen:
Entweder Marc arbeitet für ihn in der Mordkommission, oder seine Polizeilaufbahn ist wegen Drogenbesitzes beendet.
Bald wird klar, was Minks von Marc will. Er soll den Kontakt zu einer Szene herstellen, die sich dem Alten nicht mehr öffnen wird und in die seine Tochter Marie vor zwei Jahren vermutlich abgetaucht ist.
Die Ermittlungen führen den jungen Mann jedoch bald auf die Spur eines grausamen Serienmörders...
Darsteller: August Diehl, Nadeshda Brennicke, Christian Redl und Monica Bleibtreu
Regie: Robert Schwentke
Kinostart: 04.04.2002
Laufzeig: ca. 105 Min.
FSK: ab 16
Thriller
Deutschland 2002
HANDLUNG:
Töten Menschen für nackte, tätowierte Haut? Kann ein deutscher Thriller spannend sein? Ja, lautet die definitive Antwort dieses Regiedebüts.
Körperstudien:
Kommissar Minks (Christian Redl) jagt den Tattoo-Mörder
Nachts auf den Straßen einer Stadt. Niemand nimmt Notiz, als eine junge Frau über den Asphalt taumelt - nackt und blutüberströmt. Ein kurzes Innehalten, hilflos und verzweifelt, dann rauscht ein Bus aus dem Nichts vorbei und fegt den Körper aus dem Bild. Eindrucksvoll beginnt dieser Thriller, mit dem \"Tatort\"-Autor Robert Schwentke kraftvolles Genrekino auch in Deutschland realisiert.
Was nach diesem Schock-Entree in den nächsten knapp zwei Stunden folgt, bestätigt die Ambitionen des Anfangs: visuell und auch dramatisch. hart, schonungslos und spannend zeigt \"Tattoo\" den Albtraum einer Welt, in der ähnlich wie in \"Anatomie\" die Faszination für den menschlichen Körper alle Grenzen überschreitet.
Grausam verstümmelte Leichen werden entdeckt, denen der Mörder Teile ihrer Haut entfernt hat.
Vermisst, aber von Schrader aufgespürt:
... die Tochter des Kommissars (Jasmin Schwiers)
Partner wider willen:
Hauptkommissar Minks (Christian Redl) leitet die Ermittlungen mit der ihm eigenen Besessenheit und Methodik. Er erwischt Marc Schrader (August Diehl), einen jungen Polizeischulabsolventen, nach einer Discorazzia mit Drogen. Um seine berufliche Zukunft nicht zu ruinieren, muss Schrader nun für Minks arbeiten: In der Aufklärung der Mordserie, aber auch als Zugang zu einer Welt, in die Minks\" Tochter Marie vor zwei Jahren spurlos abgetaucht ist.
Die Angst wird dem jungen Cop zum ständigen Begleiter:
Aus der erzwungenen Partnerschaft reift bald gegenseitiger Respekt. Der mürrische Veteran zeigt Verletzlichkeit, der Neuling Leidenschaft und Verantwortungsgefühl. Gemeinsam dringt das ungewöhnliche Team in eine Szene vor, die sich mit guten Gründen vor der Außenwelt verbirgt. Hier wird für menschliche Haut teuer bezahlt. Mit Geld und der Ermordung derer, die die seltenen Tattoos eines berühmten japanischen Künstlers auf ihren Körpern tragen.
Albtraum im Labor:
Ist diese pervertierte Obsession von Sammlern nur ein Albtraum oder vielleicht schon Wirklichkeit? Die Befürchtung, dass \"fantastisch\" längst \"realistisch\" sein könnte, macht \"Tattoo\" noch beklemmender.
Undurchsichtig: Maya (Nadeshda Brennicke)
Hochspannung garantiert:
Mit drastischer Offenheit streift der Blick von Regisseur Schwentke über Tatorte und durch Pathologiesäle, baut eine gespenstische Atmosphäre auf, die Entspannung bis zum Finale nicht zulässt. Ausweglosigkeit und Verlorenheit dominieren diesen Thriller, der seine Geheimnisse gut dosiert enthüllt.
\"Tattoo\" demonstriert Spannung und Atmosphäre und in einer Liebesszene mit der undurchschaubaren Eisblondine Maya (Nadeshda Brennicke), dass auch lebende Körper sehr ästhetisch wirken können.
Fazit:
Mit „Tattoo“ hat das deutsche Kino endlich mal wieder einen gelungenen Beitrag zum Thriller-Genre zu bieten, der zwar storytechnisch kaum eigene Ideen hat und sich stattdessen bei erfolgreichen US-Vorbildern wie „Sieben“ oder „8MM“ bedient, dafür aber Altbekanntes effektvoll neu umsetzt und es zudem tatsächlich schafft, nur die positiven Aspekte, nicht aber die negativen zu kopieren (bzw. aus dem Geklauten das Allerbeste macht).
Er langweilt nicht mit klischeebeladenen Stereotypen und tausendmal gesehenen Handlungsverläufen und enttäuscht nicht mit unrealistischem Heile-Welts-Ende, sondern mausert sich trotz aller Diebstähle zu einem originellen, fiesen, hochspannenden und vor allem mutigen Thriller, der seine größten Stärken wohl in der Besetzung und der genialen Inszenierung hat, die einem jede Menge Schauer über den Rücken jagt. Das alles reicht für 70%!
lieben gruß
++Tine++
FILM:
Im Keller einer Bauruine tragen gleißende Spots und elektrisierende Pillen ihre jungen Gäste in eine andere Welt:
Tanzende Körper schlucken Lichtreflexe und wummernde Beats.
Auch Marc (August Diehl), frisch gebackener Absolvent der Polizeischule, genießt Musik und Drogen - bis Hauptkommissar Minks (Christian Redl) und seine Leute die Veranstaltung beenden.
Marc kann entwischen, doch seine Jacke wird gefunden.
Die darin versteckten Pillen bieten Minks die Gelegenheit, seinen jungen Kollegen vor eine folgenschwere Wahl zu stellen:
Entweder Marc arbeitet für ihn in der Mordkommission, oder seine Polizeilaufbahn ist wegen Drogenbesitzes beendet.
Bald wird klar, was Minks von Marc will. Er soll den Kontakt zu einer Szene herstellen, die sich dem Alten nicht mehr öffnen wird und in die seine Tochter Marie vor zwei Jahren vermutlich abgetaucht ist.
Die Ermittlungen führen den jungen Mann jedoch bald auf die Spur eines grausamen Serienmörders...
Darsteller: August Diehl, Nadeshda Brennicke, Christian Redl und Monica Bleibtreu
Regie: Robert Schwentke
Kinostart: 04.04.2002
Laufzeig: ca. 105 Min.
FSK: ab 16
Thriller
Deutschland 2002
HANDLUNG:
Töten Menschen für nackte, tätowierte Haut? Kann ein deutscher Thriller spannend sein? Ja, lautet die definitive Antwort dieses Regiedebüts.
Körperstudien:
Kommissar Minks (Christian Redl) jagt den Tattoo-Mörder
Nachts auf den Straßen einer Stadt. Niemand nimmt Notiz, als eine junge Frau über den Asphalt taumelt - nackt und blutüberströmt. Ein kurzes Innehalten, hilflos und verzweifelt, dann rauscht ein Bus aus dem Nichts vorbei und fegt den Körper aus dem Bild. Eindrucksvoll beginnt dieser Thriller, mit dem \"Tatort\"-Autor Robert Schwentke kraftvolles Genrekino auch in Deutschland realisiert.
Was nach diesem Schock-Entree in den nächsten knapp zwei Stunden folgt, bestätigt die Ambitionen des Anfangs: visuell und auch dramatisch. hart, schonungslos und spannend zeigt \"Tattoo\" den Albtraum einer Welt, in der ähnlich wie in \"Anatomie\" die Faszination für den menschlichen Körper alle Grenzen überschreitet.
Grausam verstümmelte Leichen werden entdeckt, denen der Mörder Teile ihrer Haut entfernt hat.
Vermisst, aber von Schrader aufgespürt:
... die Tochter des Kommissars (Jasmin Schwiers)
Partner wider willen:
Hauptkommissar Minks (Christian Redl) leitet die Ermittlungen mit der ihm eigenen Besessenheit und Methodik. Er erwischt Marc Schrader (August Diehl), einen jungen Polizeischulabsolventen, nach einer Discorazzia mit Drogen. Um seine berufliche Zukunft nicht zu ruinieren, muss Schrader nun für Minks arbeiten: In der Aufklärung der Mordserie, aber auch als Zugang zu einer Welt, in die Minks\" Tochter Marie vor zwei Jahren spurlos abgetaucht ist.
Die Angst wird dem jungen Cop zum ständigen Begleiter:
Aus der erzwungenen Partnerschaft reift bald gegenseitiger Respekt. Der mürrische Veteran zeigt Verletzlichkeit, der Neuling Leidenschaft und Verantwortungsgefühl. Gemeinsam dringt das ungewöhnliche Team in eine Szene vor, die sich mit guten Gründen vor der Außenwelt verbirgt. Hier wird für menschliche Haut teuer bezahlt. Mit Geld und der Ermordung derer, die die seltenen Tattoos eines berühmten japanischen Künstlers auf ihren Körpern tragen.
Albtraum im Labor:
Ist diese pervertierte Obsession von Sammlern nur ein Albtraum oder vielleicht schon Wirklichkeit? Die Befürchtung, dass \"fantastisch\" längst \"realistisch\" sein könnte, macht \"Tattoo\" noch beklemmender.
Undurchsichtig: Maya (Nadeshda Brennicke)
Hochspannung garantiert:
Mit drastischer Offenheit streift der Blick von Regisseur Schwentke über Tatorte und durch Pathologiesäle, baut eine gespenstische Atmosphäre auf, die Entspannung bis zum Finale nicht zulässt. Ausweglosigkeit und Verlorenheit dominieren diesen Thriller, der seine Geheimnisse gut dosiert enthüllt.
\"Tattoo\" demonstriert Spannung und Atmosphäre und in einer Liebesszene mit der undurchschaubaren Eisblondine Maya (Nadeshda Brennicke), dass auch lebende Körper sehr ästhetisch wirken können.
Fazit:
Mit „Tattoo“ hat das deutsche Kino endlich mal wieder einen gelungenen Beitrag zum Thriller-Genre zu bieten, der zwar storytechnisch kaum eigene Ideen hat und sich stattdessen bei erfolgreichen US-Vorbildern wie „Sieben“ oder „8MM“ bedient, dafür aber Altbekanntes effektvoll neu umsetzt und es zudem tatsächlich schafft, nur die positiven Aspekte, nicht aber die negativen zu kopieren (bzw. aus dem Geklauten das Allerbeste macht).
Er langweilt nicht mit klischeebeladenen Stereotypen und tausendmal gesehenen Handlungsverläufen und enttäuscht nicht mit unrealistischem Heile-Welts-Ende, sondern mausert sich trotz aller Diebstähle zu einem originellen, fiesen, hochspannenden und vor allem mutigen Thriller, der seine größten Stärken wohl in der Besetzung und der genialen Inszenierung hat, die einem jede Menge Schauer über den Rücken jagt. Das alles reicht für 70%!
lieben gruß
++Tine++
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