Mensch Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2007
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von Joebln
Ein ganzes Album voller Gefühle - zu viel für mich
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
He\'s back – bigger than ever!
Na ja, um genau zu sein, war Herbert Grönemeyer ja nie wirklich weg vom Fenster. Nach dem wirklich tragischen Verlust seines Bruders und seiner Frau, die ja kurz nach einander starben, musste er erst einmal wieder zu sich finden und nahm eine lange Auszeit.
Ich habe die Sondersendung von \"Boulevard Bio\" gesehen und Grönemeyer da sehr offen erlebt. Man kann sich selbst schon in etwa vorstellen wie man sich in solcher Situation fühlt, aber mich hat es ehrlich gesagt sehr verwundert, dass er aus dieser (wie mir scheint – extremen -) Trauer, dieser Verzweiflung, die ihn erwischt hat, doch wieder herausgefunden hat.
So begann er ja mit einigen kleinen Schritten, bei denen er \"nur\" Auftritte absolvierte. Doch dann kam die Zeit, zu der er sich wohl wieder bereit dazu fand, ein neues Album zu produzieren - seinem Lebenszweck (wie er selbst sagte) wieder nach zu gehen.
Man kann somit davon ausgehen, das persönlichste Album von Herbert Grönemeyer vor sich zu haben.
Trotzdem möchte ich anmerken, meine Ausführungen hier sind mit Vorsicht zu genießen. Ich mag ihn und seine Songs. Aber ich mag immer nur vereinzelte Singles – habe mich nie mit einem ganzen Album anfreunden können.
So geht es mir mit \"Mensch\" auch. Ich habe schon versucht unvoreingenommen zu sein und das Album mehrmals mit dem Text vor Augen durchgehört. Aber ich werde nicht warm damit.
Die Single \"Mensch\" tanzt in ihrer Art sehr aus dem Rahmen. Diese Tanzbarkeit, der weiche Optimismus und die verhaltenen Fröhlichkeit kommt nur in diesem Lied richtig zur Geltung. Die meisten anderen Songs sind sehr hart, laut und aggressiv. Die Balladen dagegen wirken rau und holperig, teilweise bitter.
Ich verstehe das soweit, denn wenn man solche harten Schicksalsschläge verarbeiten muss, hat man oft nur die Chance, durch eigene Härte da durch zu kommen.
In den Texten merkt man auch immer wieder die Verarbeitung von Trauer und Schmerz. Viele Fragen stauen sich an, die keiner beantworten kann. Bitterkeit über (vermeintliche) Ungerechtigkeit tritt hervor. In anderen Songs dagegen hat man das Gefühl, Grönemeyer will sich selbst in den Arsch treten, damit es wieder vorwärts geht – endlich raus aus Trauer. Und dann gleich wieder die Angst, die geliebten Menschen könnten durch den täglichen Trott in Vergessenheit geraten.
Das heißt, es ist ein intensives und sehr persönliches Album, bei dem Herbert Grönemeyer viel, viel mit dem Hörer teilt.
Die Tracks im Einzelnen:
1. \"Mensch\" ist so ein Hammercomeback, wie man es nicht besser hätte machen können. Der Songs ist relativ ruhig und passend zum Video assoziierte ich gleich einen endenden Sommer. Die perfekte Mischung zwischen Optimismus (der Musik) und Traurigkeit (des Textes) macht\'s. Man kann alles super verstehen und mitfühlen.
2. \"Neuland\" knallt einem wie ein Heavy Metal Song mit reißerischen Gitarrenriffs, harten Beats und einer unglaublichen Geschwindigkeit um die Ohren. Mir gefällt er absolut nicht.
3. \"Der Weg\" ist eine klavierbegleitete Ballade, in die sich später noch Streicher einmischen. Die Musik hält sich allerdings super im Hintergrund. Grönemeyer kommt fast mit Sprechgesang daher – sehr deutlich und ausdrucksstark.
4. \"viertel vor\" kommt wieder flotter daher. Ein fester Griff in die Klaviertasten wird begleitet von einer harten Gitarre. Im Korpus ist der Song sehr ruhig, mit tiefer eindringlicher Sprechstimme.
5. \"Lache, wenn es nicht zum weinen reicht\" kommt mit einem Beat daher, der schnell in die Beine geht. Es zuckt und ruckt. Ein tanzbarer Song, der einem wie einem Tritt in den Arsch vorkommt – zieh Dich selbst aus der Scheiße, denn ein anderer macht\'s nicht!
6. \"Unbewohnt\" ist wieder ruhiger. Der Gesang tritt dominierend und klar in den Vordergrund. Die Musik ist abwechslungsreich und variabel, wie die Gefühle es sind, von denen Grönemeyer singt, bleibt aber weicher und melodischer.
7. \"Dort und hier\" ist ein ganz ruhiger Song, bei dem nur eine E Gitarre die Melodie vorgibt. Die Stimme von Grönemeyer hört sich an wie von einer Schellack Platte oder aus einem uralten Kofferradio. Ein kurzes aber intensives Lied.
8. \"Blick zurück\" kommt wieder melodischer und freundlicher daher. Flottere Beats, die die Füße wippen lassen und trotzdem ist der Gesang sehr getragen und hat im Refrain sogar einen Anflug militärischer Härte. Irritierend, aber gut und sehr lang!
9. \"Kein Pokal\" herb, hart und direkt. Musik, Gesang und Text bilden eine Einheit, teilweise sogar eine Wand gegen die man als Hörer unweigerlich rennt.
10. \"Zum Meer\" ist wieder sehr hart und aggressiv im Korpus – Gitarrenriffe, harte Beats. Der Refrain dagegen wirkt durch die Streicher und den sehr gleichmäßigen Gesang eher getragen und melodisch.
11. \"(Demo) Letzter Tag\" Der Bonustrack kommt wieder superruhig daher. Nur die Klavier- und Streicherbegleitung unterstützt das diesmal sehr wandelbare und eindrucksvolle Singen von Grönemeyer.
Fazit: Musik ist immer Geschmackssache. Einmal mehr beweist Herbert Grönemeyer, was noch alles in ihm steckt und weiß damit sicher nicht nur alte Fans zu begeistern. An mir geht es leider vor allem musikalisch vorbei.
PS: Das Cover muss man sich etwas länger anschauen, um die kleinen Figuren in einem Kartenhaus zu entdecken. Genauso muss man mehrmals die Texte mit lesen, um deren Feinheiten genau mitzubekommen.
PPS: Die CD ist kopiergeschützt. Ein Überspielen per optischen Kabels auf MD ist nicht möglich (EMI hat mich da bisher auch nur mit einem Standardbrief abgefertigt). Aber am PC kann man die Musik per mitgeliefertem Player hören.
Na ja, um genau zu sein, war Herbert Grönemeyer ja nie wirklich weg vom Fenster. Nach dem wirklich tragischen Verlust seines Bruders und seiner Frau, die ja kurz nach einander starben, musste er erst einmal wieder zu sich finden und nahm eine lange Auszeit.
Ich habe die Sondersendung von \"Boulevard Bio\" gesehen und Grönemeyer da sehr offen erlebt. Man kann sich selbst schon in etwa vorstellen wie man sich in solcher Situation fühlt, aber mich hat es ehrlich gesagt sehr verwundert, dass er aus dieser (wie mir scheint – extremen -) Trauer, dieser Verzweiflung, die ihn erwischt hat, doch wieder herausgefunden hat.
So begann er ja mit einigen kleinen Schritten, bei denen er \"nur\" Auftritte absolvierte. Doch dann kam die Zeit, zu der er sich wohl wieder bereit dazu fand, ein neues Album zu produzieren - seinem Lebenszweck (wie er selbst sagte) wieder nach zu gehen.
Man kann somit davon ausgehen, das persönlichste Album von Herbert Grönemeyer vor sich zu haben.
Trotzdem möchte ich anmerken, meine Ausführungen hier sind mit Vorsicht zu genießen. Ich mag ihn und seine Songs. Aber ich mag immer nur vereinzelte Singles – habe mich nie mit einem ganzen Album anfreunden können.
So geht es mir mit \"Mensch\" auch. Ich habe schon versucht unvoreingenommen zu sein und das Album mehrmals mit dem Text vor Augen durchgehört. Aber ich werde nicht warm damit.
Die Single \"Mensch\" tanzt in ihrer Art sehr aus dem Rahmen. Diese Tanzbarkeit, der weiche Optimismus und die verhaltenen Fröhlichkeit kommt nur in diesem Lied richtig zur Geltung. Die meisten anderen Songs sind sehr hart, laut und aggressiv. Die Balladen dagegen wirken rau und holperig, teilweise bitter.
Ich verstehe das soweit, denn wenn man solche harten Schicksalsschläge verarbeiten muss, hat man oft nur die Chance, durch eigene Härte da durch zu kommen.
In den Texten merkt man auch immer wieder die Verarbeitung von Trauer und Schmerz. Viele Fragen stauen sich an, die keiner beantworten kann. Bitterkeit über (vermeintliche) Ungerechtigkeit tritt hervor. In anderen Songs dagegen hat man das Gefühl, Grönemeyer will sich selbst in den Arsch treten, damit es wieder vorwärts geht – endlich raus aus Trauer. Und dann gleich wieder die Angst, die geliebten Menschen könnten durch den täglichen Trott in Vergessenheit geraten.
Das heißt, es ist ein intensives und sehr persönliches Album, bei dem Herbert Grönemeyer viel, viel mit dem Hörer teilt.
Die Tracks im Einzelnen:
1. \"Mensch\" ist so ein Hammercomeback, wie man es nicht besser hätte machen können. Der Songs ist relativ ruhig und passend zum Video assoziierte ich gleich einen endenden Sommer. Die perfekte Mischung zwischen Optimismus (der Musik) und Traurigkeit (des Textes) macht\'s. Man kann alles super verstehen und mitfühlen.
2. \"Neuland\" knallt einem wie ein Heavy Metal Song mit reißerischen Gitarrenriffs, harten Beats und einer unglaublichen Geschwindigkeit um die Ohren. Mir gefällt er absolut nicht.
3. \"Der Weg\" ist eine klavierbegleitete Ballade, in die sich später noch Streicher einmischen. Die Musik hält sich allerdings super im Hintergrund. Grönemeyer kommt fast mit Sprechgesang daher – sehr deutlich und ausdrucksstark.
4. \"viertel vor\" kommt wieder flotter daher. Ein fester Griff in die Klaviertasten wird begleitet von einer harten Gitarre. Im Korpus ist der Song sehr ruhig, mit tiefer eindringlicher Sprechstimme.
5. \"Lache, wenn es nicht zum weinen reicht\" kommt mit einem Beat daher, der schnell in die Beine geht. Es zuckt und ruckt. Ein tanzbarer Song, der einem wie einem Tritt in den Arsch vorkommt – zieh Dich selbst aus der Scheiße, denn ein anderer macht\'s nicht!
6. \"Unbewohnt\" ist wieder ruhiger. Der Gesang tritt dominierend und klar in den Vordergrund. Die Musik ist abwechslungsreich und variabel, wie die Gefühle es sind, von denen Grönemeyer singt, bleibt aber weicher und melodischer.
7. \"Dort und hier\" ist ein ganz ruhiger Song, bei dem nur eine E Gitarre die Melodie vorgibt. Die Stimme von Grönemeyer hört sich an wie von einer Schellack Platte oder aus einem uralten Kofferradio. Ein kurzes aber intensives Lied.
8. \"Blick zurück\" kommt wieder melodischer und freundlicher daher. Flottere Beats, die die Füße wippen lassen und trotzdem ist der Gesang sehr getragen und hat im Refrain sogar einen Anflug militärischer Härte. Irritierend, aber gut und sehr lang!
9. \"Kein Pokal\" herb, hart und direkt. Musik, Gesang und Text bilden eine Einheit, teilweise sogar eine Wand gegen die man als Hörer unweigerlich rennt.
10. \"Zum Meer\" ist wieder sehr hart und aggressiv im Korpus – Gitarrenriffe, harte Beats. Der Refrain dagegen wirkt durch die Streicher und den sehr gleichmäßigen Gesang eher getragen und melodisch.
11. \"(Demo) Letzter Tag\" Der Bonustrack kommt wieder superruhig daher. Nur die Klavier- und Streicherbegleitung unterstützt das diesmal sehr wandelbare und eindrucksvolle Singen von Grönemeyer.
Fazit: Musik ist immer Geschmackssache. Einmal mehr beweist Herbert Grönemeyer, was noch alles in ihm steckt und weiß damit sicher nicht nur alte Fans zu begeistern. An mir geht es leider vor allem musikalisch vorbei.
PS: Das Cover muss man sich etwas länger anschauen, um die kleinen Figuren in einem Kartenhaus zu entdecken. Genauso muss man mehrmals die Texte mit lesen, um deren Feinheiten genau mitzubekommen.
PPS: Die CD ist kopiergeschützt. Ein Überspielen per optischen Kabels auf MD ist nicht möglich (EMI hat mich da bisher auch nur mit einem Standardbrief abgefertigt). Aber am PC kann man die Musik per mitgeliefertem Player hören.
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