Mercedes-Benz SLK Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von Seneca_X1
Blaskapelle!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das Nörgeln hat ein Ende - die Kompressormotoren des SLK 200 und 230 mit ihrer armseligen Klangkulisse sind plötzlich keine Alternative mehr. Warum? Na gut, der Reihe nach:
auf der Suche nach einem reinen Spassauto habe ich schon einige Fahrzeuge gefahren, die den Anspruch erheben, aus dem Offenfahren einen Genuss zu machen. Der Honda S2000 zum Beispiel ist eine Drehorgel, die zu fahren beinahe anstrengend ist - hohe Drehzahlen waren mir bislang eher suspekt. Der BMW Z3 ist schlichtweg daneben und scheidet für mich von vornherein aus. Den Peugeot 206CC habe ich an anderer Stelle beschrieben und in den MGF passe ich nicht rein.
Bleibt also der SLK. Formal gelungen stellt er mit dem Variodach eine aus mehreren Gründen \"vernünftige\" Wahl dar, denn neben verhältnismässig günstiger Versicherungseinstufung (KH13, VK25 - ca. 5% unter meinem E240!) ist er mit Stahldach und Glasheckscheibe absolut wintertauglich. Bei geschlossenem Dach stehen immerhin 348 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung, bei geöffnetem Dach passen gerade noch zwei Sporttaschen und zwei Jacken hinein.
Das Raumangebot ist recht knapp, so daß ich mit meinen 1,92m zwei Möglichkeiten habe: entweder lenke ich mit den Knien oder stosse mit dem Kopf ans Dach. Es fehlen ca. 5cm Verstellbereich des Fahrersitzes, um perfekt sitzen zu können. Der Beifahrerfussraum ist erheblich knapper als der des Fahrers, was zu einer nicht sehr eleganten Hockhaltung führt. Bei geöffnetem Dach sitze ich gerade noch tief genug, um unter dem Scheibenrahmen hindurchschauen zu können. Zum Glück hatte der 320 ein Automatikgetriebe, denn zum Kuppeln hätte ich schlichtweg keinen Platz gehabt.
Die Sitze bieten immerhin einen ordentlichen Seitenhalt, verlieren aber deutlich gegen die Sportsitze im neuen A4 Cabrio.
Die Innenausstattung lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sich beim SLK inzwischen um ein altes Auto handelt, denn alle Bedienelemente einschliesslich der manuellen Klimaanlage entstammen dem W210 (inzwischen \"alte\" E-Klasse). Comand ist nicht lieferbar, eine Klimaautomatik auch nicht. Die Optik des Armaturenbrettes (diese Bezeichnung passt hier!) ist wenig elegant und wirkt klobig. Insbesondere der plumpe Handschuhfachdeckel und die metallisch blinkende Beplankung der Mittelkonsole gefallen mir persönlich nicht. Die \"Fleischeroptik\" würde ich gegen (aufpreispflichtiges und schwarzes) Vogelaugenahorn tauschen. Ein weiteres Negativmerkmal ist die fehlende Mittelarmlehne - stattdessen haue ich mir jedes Mal den Ellenbogen an der harten Kante des (abschliessbaren) Fachs und dem vorderen Teil des Mitteltunnels an. Das ist unbequem und nervt.
So, genug gemeckert, kommen wir nun zu den positiven Seiten des 320: der Motor ist ein Gedicht! Die Vehemenz mit der er Gaspedalbewegungen in Vortrieb umsetzt ist enorm. Die 6,9 Sekunden, in denen er auf Tempo 100 stürmt, werden von einem dermassen genialen Sound untermalt, dass sich regelmässig eine Gänsehaut einstellt und ich mir wünsche, dass die nächste Ampel wieder rot zeigt. Mercedes ist es gelungen, einen Auspuffsound hinzubekommen, der seinesgleichen sucht. Der ebenfalls sechszylindrige E240 klingt dagegen wie ein Kirchenchor im Trainingslager. Kraft ist bei allen Drehzahlen reichlich vorhanden, und die Automatik schaltet genauso, wie ich es von Hand täte. Die Höchstgeschwindigkeit von 245km/h wird nach einigem Anlauf auch erreicht. Ab 210km/h lässt die Beschleunigung allerdings merklich nach. Am harmonischsten fährt sich der SLK320 meiner Meinung nach im Schaltprogramm \"Winter\", da er im zweiten Gang anfährt und die Gänge nicht bis zum Begrenzer ausdreht. Dem Spritverbrauch ist eine solche Fahrweise sicher zuträglich, denn die versprochenen 10,6 Liter Durchschnittsverbrauch lassen sich nur mit gezügeltem Gasfuss erzielen.
Für weitere Freude sorgt das Fahrwerk, das weder richtig hart noch zu weich ist. Es fällt beim Fahren einfach nicht negativ auf und ermöglicht hohe Kurvengeschwindigkeiten ohne Unsicherheitsgefühl. Die tiefe Sitzposition trägt ihren Teil zum sportlichen Fahrgefühl bei. Ein Kritikpunkt ist der grosse Wendekreis - knapp 11 Meter sind für ein nur 4 Meter langes Auto schon eine Menge. Zum Glück ist das Lenkrad klein genug, um dabei noch handlich zu wirken - kein Vergleich mehr zu den Steuerrädern der Vergangenheit. Auch hier zeigt sich allerdings, dass der SLK nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist, denn Lenkradtasten gibt es nicht. Die Tatsache, dass Mercedes sich die Verstellbarkeit des Lenkrads auch noch teuer bezahlen lässt, ist eine Frechheit!
Der SLK320 wäre sicherlich häufiger auf unseren Strassen zu sehen, wenn der Aufpreis zum (nicht viel schwächeren) SLK230 etwas moderater und vor allem nachvollziehbarer ausfallen würde. Über €5.000,-- Differenz nur für den besseren Motor sind kein Pappenstiel und rational nicht begründbar. Die Fertigung des Sechszylinders dürfte kaum teurer sein als die des Vierzylinders mit Kompressor - hier wird Image teuer bezahlt!
Empfehlenswerte Extras sind die Klimaanlage (ja, auch die kostet extra!), Lederaustattung, Sitzheizung, Getriebeautomatik und Xenonscheinwerfer. Die Palette an Radios, die MB anbietet, ist nicht überragend - hier dürfte im Zubehörmarkt mehr Leistung für´s Geld erzielt werden.
Momentan wird ein Sondermodell \"Special Edition\" für alle Motoren angeboten, das gegen einen moderaten Aufpreis eine Metallic-Lackierung, Nappa-Leder, Sitzheizung, 17\"-Felgen und eine spezielle Beplankung der Mittelkonsole bietet. Die Ersparnis gegenüber der Serienversion (sofern vergleichbar) beträgt €1.400,--.
Aufgrund der auf die Dauer nervenden Enge im Innenraum kommt der SLK für mich nicht in Frage - leider, denn das Fahren macht Spass ohne Ende! Was bleibt, ist das Warten auf das CLK Cabrio...
auf der Suche nach einem reinen Spassauto habe ich schon einige Fahrzeuge gefahren, die den Anspruch erheben, aus dem Offenfahren einen Genuss zu machen. Der Honda S2000 zum Beispiel ist eine Drehorgel, die zu fahren beinahe anstrengend ist - hohe Drehzahlen waren mir bislang eher suspekt. Der BMW Z3 ist schlichtweg daneben und scheidet für mich von vornherein aus. Den Peugeot 206CC habe ich an anderer Stelle beschrieben und in den MGF passe ich nicht rein.
Bleibt also der SLK. Formal gelungen stellt er mit dem Variodach eine aus mehreren Gründen \"vernünftige\" Wahl dar, denn neben verhältnismässig günstiger Versicherungseinstufung (KH13, VK25 - ca. 5% unter meinem E240!) ist er mit Stahldach und Glasheckscheibe absolut wintertauglich. Bei geschlossenem Dach stehen immerhin 348 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung, bei geöffnetem Dach passen gerade noch zwei Sporttaschen und zwei Jacken hinein.
Das Raumangebot ist recht knapp, so daß ich mit meinen 1,92m zwei Möglichkeiten habe: entweder lenke ich mit den Knien oder stosse mit dem Kopf ans Dach. Es fehlen ca. 5cm Verstellbereich des Fahrersitzes, um perfekt sitzen zu können. Der Beifahrerfussraum ist erheblich knapper als der des Fahrers, was zu einer nicht sehr eleganten Hockhaltung führt. Bei geöffnetem Dach sitze ich gerade noch tief genug, um unter dem Scheibenrahmen hindurchschauen zu können. Zum Glück hatte der 320 ein Automatikgetriebe, denn zum Kuppeln hätte ich schlichtweg keinen Platz gehabt.
Die Sitze bieten immerhin einen ordentlichen Seitenhalt, verlieren aber deutlich gegen die Sportsitze im neuen A4 Cabrio.
Die Innenausstattung lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sich beim SLK inzwischen um ein altes Auto handelt, denn alle Bedienelemente einschliesslich der manuellen Klimaanlage entstammen dem W210 (inzwischen \"alte\" E-Klasse). Comand ist nicht lieferbar, eine Klimaautomatik auch nicht. Die Optik des Armaturenbrettes (diese Bezeichnung passt hier!) ist wenig elegant und wirkt klobig. Insbesondere der plumpe Handschuhfachdeckel und die metallisch blinkende Beplankung der Mittelkonsole gefallen mir persönlich nicht. Die \"Fleischeroptik\" würde ich gegen (aufpreispflichtiges und schwarzes) Vogelaugenahorn tauschen. Ein weiteres Negativmerkmal ist die fehlende Mittelarmlehne - stattdessen haue ich mir jedes Mal den Ellenbogen an der harten Kante des (abschliessbaren) Fachs und dem vorderen Teil des Mitteltunnels an. Das ist unbequem und nervt.
So, genug gemeckert, kommen wir nun zu den positiven Seiten des 320: der Motor ist ein Gedicht! Die Vehemenz mit der er Gaspedalbewegungen in Vortrieb umsetzt ist enorm. Die 6,9 Sekunden, in denen er auf Tempo 100 stürmt, werden von einem dermassen genialen Sound untermalt, dass sich regelmässig eine Gänsehaut einstellt und ich mir wünsche, dass die nächste Ampel wieder rot zeigt. Mercedes ist es gelungen, einen Auspuffsound hinzubekommen, der seinesgleichen sucht. Der ebenfalls sechszylindrige E240 klingt dagegen wie ein Kirchenchor im Trainingslager. Kraft ist bei allen Drehzahlen reichlich vorhanden, und die Automatik schaltet genauso, wie ich es von Hand täte. Die Höchstgeschwindigkeit von 245km/h wird nach einigem Anlauf auch erreicht. Ab 210km/h lässt die Beschleunigung allerdings merklich nach. Am harmonischsten fährt sich der SLK320 meiner Meinung nach im Schaltprogramm \"Winter\", da er im zweiten Gang anfährt und die Gänge nicht bis zum Begrenzer ausdreht. Dem Spritverbrauch ist eine solche Fahrweise sicher zuträglich, denn die versprochenen 10,6 Liter Durchschnittsverbrauch lassen sich nur mit gezügeltem Gasfuss erzielen.
Für weitere Freude sorgt das Fahrwerk, das weder richtig hart noch zu weich ist. Es fällt beim Fahren einfach nicht negativ auf und ermöglicht hohe Kurvengeschwindigkeiten ohne Unsicherheitsgefühl. Die tiefe Sitzposition trägt ihren Teil zum sportlichen Fahrgefühl bei. Ein Kritikpunkt ist der grosse Wendekreis - knapp 11 Meter sind für ein nur 4 Meter langes Auto schon eine Menge. Zum Glück ist das Lenkrad klein genug, um dabei noch handlich zu wirken - kein Vergleich mehr zu den Steuerrädern der Vergangenheit. Auch hier zeigt sich allerdings, dass der SLK nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist, denn Lenkradtasten gibt es nicht. Die Tatsache, dass Mercedes sich die Verstellbarkeit des Lenkrads auch noch teuer bezahlen lässt, ist eine Frechheit!
Der SLK320 wäre sicherlich häufiger auf unseren Strassen zu sehen, wenn der Aufpreis zum (nicht viel schwächeren) SLK230 etwas moderater und vor allem nachvollziehbarer ausfallen würde. Über €5.000,-- Differenz nur für den besseren Motor sind kein Pappenstiel und rational nicht begründbar. Die Fertigung des Sechszylinders dürfte kaum teurer sein als die des Vierzylinders mit Kompressor - hier wird Image teuer bezahlt!
Empfehlenswerte Extras sind die Klimaanlage (ja, auch die kostet extra!), Lederaustattung, Sitzheizung, Getriebeautomatik und Xenonscheinwerfer. Die Palette an Radios, die MB anbietet, ist nicht überragend - hier dürfte im Zubehörmarkt mehr Leistung für´s Geld erzielt werden.
Momentan wird ein Sondermodell \"Special Edition\" für alle Motoren angeboten, das gegen einen moderaten Aufpreis eine Metallic-Lackierung, Nappa-Leder, Sitzheizung, 17\"-Felgen und eine spezielle Beplankung der Mittelkonsole bietet. Die Ersparnis gegenüber der Serienversion (sofern vergleichbar) beträgt €1.400,--.
Aufgrund der auf die Dauer nervenden Enge im Innenraum kommt der SLK für mich nicht in Frage - leider, denn das Fahren macht Spass ohne Ende! Was bleibt, ist das Warten auf das CLK Cabrio...
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