Microsoft Windows XP Professional Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2008
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Summe aller Bewertungen
- Installation:
- Übersichtlichkeit:
- Funktionsvielfalt:
- Benutzerfreundlichkeit:
- Geschwindigkeit:
- Hardware-Unterstützung:
- Updatemöglichkeit:
Erfahrungsbericht von Levay
Die bisher besten Fenster
Pro:
schön, stabil, relativ leicht zu bedienen
Kontra:
Aktivierungspflicht; es fehlen Funktionen
Empfehlung:
Ja
I. Einleitung
Einen IBM-kompatiblen PC hatte ich schon, als das Standard-Betriebssystem noch MS-DOS hieß. Windows kenne ich seit der Version 3.0 – damals handelte es sich bei den Fenstern lediglich um eine Benutzeroberfläche, die das Arbeiten mit dem PC aber so sehr vereinfachte, dass das Kommando „win :“ in meiner autoexec.bat stand (der Doppelpunkte unterdrückte seinerzeit das unnötige Windows-Logo während des langwierigen Programmstarts).
Windows 95 war in meinen Augen eine große Innovation, Windows 98 eine eher kleine; beide Versionen habe ich langfristig verwendet. Windows ME war eher eine Beleidigung des intelligenten PC-Users. Der Schritt zu Windows XP aber war nun (beinahe, nicht wirklich ganz) so groß wie der zwischen MS-DOS und Windows 95, und den Umstieg habe ich bisher keine Sekunde bereut.
Obiges soll verdeutlichen, dass ich durchaus Vergleichsmöglichkeiten habe. Erwähnenswert ist noch, dass ich nicht zu jenen gehöre, die aus Betriebssystemen einen Angelegenheit des Glaubens machen – ich hasse Linux-Nutzer nicht und werde auch ungern von solchen gehasst, nur weil ich ein Microsoft-Produkt benutze und für die Update-Version seinerzeit sogar weit über 100 Euro bezahlt habe, von denen große Teile in die Kassen eines nicht ungefährlich großen und mächtigen Unternehmens geflossen sind.
II. Ausgaben
Windows XP steht in zwei Versionen zur Verfügung, nämlich in der Home und der Professional Edition. Der Unterschied liegt vor allem in der erweiterten Netzwerkfunktionalität der Professional Edition. Ansonsten sind die Ausgaben praktisch identisch, womit die Zweigleisigkeit von Windows endlich aufgegeben wird.
Früher nämlich nutzen Privatleute Windows 95, 98 und ME, die Profis hingegen erst Windows NT und dann 2000. Windows XP versteht sich als Nachfolger beider Linien und als erstes Betriebssystem einer einzigen neuen Schiene.
Der Vorteil ist auf den ersten Blick vielleicht nicht ersichtlich: die Einheitlichkeit bedeutet auch Einheitlichkeit in den Anwendungen. Durchaus gab es früher Programmen, die unter der 9x/ME-Schiene oder der NT/2000-Schiene nicht funktionieren, weil sich die beiden relativ stark voneinander unterschieden. Nun endlich gibt es aber einen einheitlichen Standard. Erwähnenswert ist dabei übrigens, dass Windows XP intern eher Windows 2000 denn Windows ME ist, weil sich die NT/2000-Technologie als sehr viel stabiler erwiesen hat. Wer alte Software installieren möchte, bei der es auf den Unterschied zwischen 9x/ME und NT/2000 ankommt, wähle also am besten die NT- bzw. 2000-Version!
III. Installation
Die Einrichtung des Betriebssystems kann sich wahrlich sehen lassen: ein völlig unkomplizierter Vorgang, der nahezu keine PC-Kenntnisse voraussetzt. Die Frage, ob die Formatierung der Festplatte nun im FAT- oder NTFS-System erfolgen soll, lässt sich mit der gedruckten Kurzanleitung leicht beantworten. Im Übrigen kann sich der User weitgehend auf die selbsterklärenden Fragen und Antworten, die es während des Vorgangs gibt und nicht einmal sehr zahlreich sind, verlassen. Selbstredend ist die CD auch bootfähig; eine Diskette ist nicht mehr nötig. Angenehm fällt insbesondere auch auf, dass jede halbwegs aktuelle Hardware von der Installations-Routine erkannt wird.
Weniger angenehm ist die Größe, die Windows XP benötigt; bei den heutigen Festplattenkapazitäten mag man darüber aber leicht hinwegsehen. Immerhin werden offenbar alle Dateien auf die Festplatte kopiert, was aber den Vorteil hat, dass das Einlegen der Windows-CD auch bei der nachträglichen Installationen nicht mehr nötig ist.
Sehr positiv ist auch die sofort verfügbare Internetverbindung; da ich selbst seit langem über DSL verfüge, kann ich mich allerdings nur hierzu äußern: Die Einrichtung der Verbindung erfolgt auf Wunsch schon während der Installation (ist aber auch nachträglich ein Kinderspiel). Komplizierte Einstellungen, wie es sie unter Windows 9x teilweise noch gab, entfallen. Selbst die DSL-Treiber werden standardmäßig installiert, sodass Datenträger der Provider (etwa T-Online, Arcor oder NetCologne) entbehrlich sind.
Kurzum: CD einlegen, ein paar Klicks machen, fertig. Die Installation ist gerade im Vergleich zu Linux ein jedermann zugängliches Kinderspiel. Allerdings ist mit ihrem Abschluss das Betriebssystem noch nicht dauerhaft, sondern lediglich einen Monat lang einsatzbereit. Microsoft verlangt vom User noch eine sog. Aktivierung, die über das Internet oder das Telefon erfolgen kann. Nicht zu verwechseln ist dies mit einer Zwangsregistrierung, denn die Angabe personenbezogener Daten ist für die Aktivierung nicht erforderlich.
Bedenklich ist nun weniger, dass irgendwer an der Aktivierung scheitern könnte. Dafür ist sie zu einfach. Nervtötend ist die Prozedur dennoch, zumal sie beim Auswechseln einer gewissen Anzahl von Hardware-Komponenten stets wiederholt werden muss. Auch übermittelt der datenschutzbewusste Nutzer von heute nur ungern Daten welcher Art auch immer an ein Unternehmen und dann auch noch an den Quasimonopolisten Microsoft. Wer das System über Kundenbetreuer aktivieren muss, wird sich übrigens früher oder später daran gewöhnen müssen, dass diese Kundenbetreuer von Anruf zu Anruf misstrauischer werden und so tun, als sei man als Nutzer verdächtig (häufige Aktivierungen könnten den Verdacht von Raubkopien nahe legen). Dieser Verdacht betrifft natürlich nur die ehrlichen Nutzer, denn die Inhaber von Raubkopien nutzen die manipulierten Versionen, die schon verfügbar waren, bevor Microsoft sein Betriebssystem überhaupt auf dem deutschen Markt publiziert hatte, und die nicht aktiviert werden müssen.
Ebenfalls zum Thema Installation gehört schließlich noch das komfortable Windows-Update. Hier lassen sich ebenfalls sehr einfach und auf Wunsch sogar automatisch von Microsoft zur Verfügung gestellte Service Packs, Patches und Updates installieren. Sie sollen Sicherheitslücken schließen, das System aktualisieren oder Programme wie z.B. den zum Lieferumfang des Betriebsystems gehörenden Movie Maker durch eine völlig neue Version ersetzen. Einerseits freut man sich über diese Möglichkeit, das System durch das Internet up to date zu halten; andererseits ist die Notwendigkeit, kritische Lücken zu schließen, auch gerade dem Internet zu verdanken. Daran mag Microsoft unschuldig sein, wohlgemerkt nutzen Hacker aber gern bekannte offene Türen großer Betriebssysteme, weil sie so besonders viele Nutzer angreifen können. Dies ist der immer größer werdende Nachteil populärer Betriebssysteme, dem aber der derzeit noch weitaus wichtigere Vorteil der Standardisierung gegenübersteht
III. Design
Gerade die selbsternannten Computer-Experten haben das völlig neue Design von Windows XP anfangs als „zu verspielt“ abgetan. Einige empfanden es sogar regelrecht als Belästigung, dass nun alles viel farbenfroher dargestellt wird als in früheren Windows-Versionen. Diese Pseudoexperten schienen auf ein unansehnliches Design zu bestehen, weil das System dadurch professioneller wirkt und ihr eigenes Wissen mithin höher und wertvoller. Das jedenfalls ist mein Eindruck.
In Wahrheit haben sie mit dieser manchmal etwas peinlichen Kritik ihre Unwissenheit bewiesen: Denn nicht nur, dass das Erscheinungsbild von Windows XP ansprechender und übersichtlicher ist als je zuvor, nein, es ist auch flexibler. Ganz auf der Höhe der Zeit kann man das Design nämlich per Knopfdruck auswechseln. Wenige Vorlagen werden mitgeliefert, darunter auch das altmodische „Grau in Grau“ in all seiner pseudoprofessionellen Erscheinung. Weitere Designs können nachgekauft oder teilweise aus dem Internet heruntergeladen werden.
Die erwähnte Übersichtlichkeit des Systems steht mit dem Design natürlich in keinem Zusammenhang und wird gleich beim Thema Bedienung näher beleuchtet.
IV. Stabilität
Als wir alle noch an unserem Schneider oder C64 oder Amiga saßen, spielten Fragen nach Stabilität im Grunde keine Rolle. Heute unterscheiden sich die zahlreichen Computer in ihrer Hardware-Konfiguration voneinander, und das Betriebssystem muss mit jeder Kombination von CPU, RAM, Festplatte und so weiter zurechtkommen. Dies funktionierte unter Windows bisher eher recht als schlecht. Der Garant für einen funktionierenden Computer war vor allem ein schlankes System.
Hier hat man mit Windows XP große Fortschritte gemacht. Es orientiert sich wie gesagt an Windows 2000 und ist nahezu absturzsicher. Wohlgemerkt nur nahezu und nicht völlig: Fehlerhafte Hardware (vor allem Grafikkarten) oder BIOS-Einstellungen haben mein System bereits zum Absturz gebracht. Es ist aber die Frage, ob das dem Betriebssystem dann überhaupt noch zuzurechnen ist, ob es sich also überhaupt mit letzter Sicherheit verhindern lässt, das ein Betriebssystem, das gestartet werden kann, dann auch nicht mehr abstürzt.
So oder so ist die Stabilität ein großer Pluspunkt für Windows XP und einer von vielen Gründen, warum dies für die allermeisten von uns, auch und gerade, aber nicht ausschließlich für Anfänger die richtige Wahl ist. Denn ist ein Fehler erst einmal da, der den Rechner abstürzen lässt, so tritt dieser meist auch immer wieder auf und lässt sich manchmal nur mit gewissen Kenntnissen und/oder viel Mühe isolieren und beheben.
V. Bedienung
Die Bedienung von Windows XP ist für den, der umsteigt, gewöhnungsbedürftig. Anwenden lässt sich das Betriebssystem aber sofort, das Gröbste beherrscht man nach wenigen Stunden, souverän ist man spätestens nach ein paar Tagen.
Für Anfänger gilt dies nicht: Für sie ist Windows XP von Anfang an die bessere Wahl. Man könnte dies mit der Rechtschreibreform vergleichen: An sich sind die neuen Regeln einfacher und eingängiger, zum Neulernen sind sie sicher besser, nur ist natürlich jede Umgewöhnung mit Schwierigkeiten verbunden, weswegen viele die neuen Regeln ablehnen.
Die Bedienung, die neben der einfachen Installation ein weiterer großer Vorteil gegenüber System wie Linux ist, ist schon deswegen einfacher, weil viele Vorgänge automatisiert oder halbautomatisiert sind. Ich erinnere an die erwähnte leichte Einrichtung einer Internetverbindung. Auch Plug & Play macht seinem Namen heute mehr Ehre als in den Anfängen dieser Technik.
Gelungen ist insbesondere die Ordner- und Dateiverwaltung. Dateien lassen sich beispielsweise in Listen oder mit Details anzeigen, auch aber als Miniatur, so es sich um eine Grafik-, Video- oder HTML-Datei handelt. Es erscheint also statt eines Symbols des verknüpften Programms gleich eine kleine Vorschau auf den Inhalt der Datei. Auch ist es möglich, eine größere Vorschau der Dateien zu erhalten, wofür unter Windows 98 noch eigene Software benötigt worden ist, wie auch für die nun integrierte Diashow-Funktion. Komfortabel auch die kontextbezogenen Menüs links in der Ordneransicht. Gruppiert werden hier stets die Funktionen angezeigt, die momentan verwendbar sind. Wird eine Datei ausgewählt, erscheinen etwa die Befehle „Datei umbennen“ und „Datei löschen“. Eine Grafik z.B. lässt sich jederzeit als Hintergrundbild für den Desktop einstellen. Auch ein Sprung zum Arbeitsplatz oder in die Netzwerkumgebung ist jederzeit möglich.
Wie bei Windows XP allgemein festzustellen, ist auch die Systemsteuerung benutzerorientierter als früher. Zwar lässt sich die alte Ansicht einstellen, doch ist der neue Standard eine Gruppierung der verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten aus Sicht des Nutzers, z.B. „Darstellung und Designs“ oder „Leistung und Wartung“. Die Untermenüs und endgültigen Funktionen sind leichter zu finden.
Allerdings ist die Bedienung noch weit davon entfernt, rundum wirklich gut zu sein. Die für Microsoft typischen teils sehr fragwürdigen Pfade gibt es nach wie vor. So klickt man mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste, wählt „Eigenschaften“, „Starmenü“, „Anpassen...“, „Erweitert“, nur um festzulegen, dass sich Untermenüs im Startmenü automatisch öffnen, wenn man mit dem Mauszeiger auf den entsprechenden Menüpunkt fährt. Diese unnötig tiefe Verschachtelung, die nicht immer wirklich logisch ist, kennen wir aus zahlreichen Microsoft-Produkten.
VI. Zubehör
Windows XP ist ein Betriebssystem. Die Aufgabe eines Betriebssystems ist es, den Rechner überhaupt lauffähig zu machen und ihn zu verwalten. Und hier zeigt auch die neuste Version der Fenster leider Defizite.
So sind die Möglichkeiten, die Datenträger zu partitionieren, nicht nur sehr versteckt zu finden, sondern nach wie vor auch sehr beschränkt. Ein innovativer Internet-Browser fehlt, woran sich schon deswegen sobald nichts ändern wird, weil der Internet Explorer derzeit nahezu konkurrenzlos ist und deswegen keiner wesentlichen Erneugerungen bedarf, jedenfalls nicht aus Sicht von Microsoft, wohl aber eben aus der von uns Usern. CDs lassen sich mit Windows XP nunmehr brennen, dies aber eher unkomfortabel und mit wenig Optionen. Es bedarf ergo der Anschaffung separater Brennsoftware wie z.B. Nero.
Verzichtet kann hingegen auf ein externes ZIP-Programm werden, denn die nun endlich integrierte ZIP-Funktion ist recht brauchbar. Die Dateien werden dabei wie gewöhnliche, also nicht-komprimierte Dateien angezeigt und behandelt, was die Bedienung ganz besonders einfach macht. Auch der Media Player kann sich sehen lassen, und sogar ein Videoschnittprogramm gehört zum Lieferumfang von Windows XP.
Die eingebauten Funktionen wie Diashow oder eine komfortable Vorschau von Dateien mit geringfügigen Bearbeitungsmöglichkeiten für Grafiken sind auch an dieser Stelle noch einmal zu erwähnen, da sie nun endlich zu Windows gehören und entsprechende Zusatzsoftware somit entbehrlich geworden ist.
Der MSN-Messenger ist unter dem Namen Windows-Messenger nun auch standardmäßig installiert und lässt sich auch gar nicht so ohne weiteres entfernen. Ich selbst benutze aber weiterhin nur ICQ und finde es eigentlich schon eine Frechheit, dass ein Programm so penetrant bei jedem Windows-Start geladen wird wie der Messenger (zur Lösung des Problems weiter unten). Für Anfänger wäre es angenehm, dass der Messenger gleich dabei und leicht zu bedienen ist, wenn, ja wenn er denn weiter verbreitet wäre. Die meisten User nutzen, wie ich es sehe, aber weiterhin ICQ.
Im Bereich des Internets verfügt Windows XP neben dem vielleicht nicht innovativen, aber brauchbaren Internet Explorer noch über den nicht minder brauchbaren Mail-Client Outlook Express und nun auch über eine eigene Firewall. Die arbeitet still und heimlich im Hintergrund, lässt sich leicht ausstellen, genügt aber den Bedürfnissen vieler Benutzer. Sie scheitert etwa beim Dateitransfer unter ICQ, so denn keine Konfiguration vorgenimmen wird. Ein Download-Manager fehlt bedauerlicherweise gänzlich. Leider wird auch Java derzeit nicht automatisch installiert, sondern muss separat geladen werden. Für jemanden, der von Java, das ja im Grunde stets im Hintergrund läuft, noch nie etwas gehört hat, wird es schwer zu begreifen, warum und vor allem wo und wie er nun die Software einrichten kann.
VII. Fazit
Windows XP ist das schönste, stabilste, intuitivste und schlichtweg beste Windows, das bisher veröffentlicht wurde.
VIII. Tipps
Da aber leider noch immer einige Programme und Funktionen fehlen und da einige der Einstellungen leider gar nicht einfach zu ändern, sondern schon sehr schwer zu finden sind, möchte ich hier noch einige Tipps zur Installation geben. Würde ich mein System neu aufsetzen, würde ich am frisch installierten Windows XP sogleich zahlreiche Änderungen und Ergänzungen vornehmen. Nur die allerwichtigsten möchte ich im Folgenden kurz erläutern; es kommen aber noch weitere hinzu, wozu z.B. die Deaktivierung des völlig sinnlosen Bildschirmschoners und die Anpassung des Startmenüs sowie der Audioeigenschaften gehören.
1. Netzwerkeinstellungen ändern
Ich habe bis heute nicht verstanden, warum – aber nach meinem Windows-Start kam es anfangs regelmäßig vor, dass das System für ein, zwei Minuten erst einmal gar nicht reagierte. Das soll wohl irgendwas mit der DSL-Technik zu tun haben, könnte aber jedenfalls viele User betreffen. Gut, dass ich mich bei Microsoft nach der Lösung erkundigt habe. Und hier ist sie:
Im Arbeitsplatz zur Netzwerkumgebung wechseln und die Netzwerkverbindungen anzeigen lassen. Dann mit der rechten Maustaste auf „LAN-Verbindung“ klicken und „Eigenschaften“ wählen. „Internetprotokoll (TCP/IP)“ anwählen und auf „Eigenschaften“ klicken.
Optionsfeld „Folgende IP-Adresse verwenden“ anwählen und unter IP-Adresse „10.0.0.1“ eintragen. Dann noch „255.0.0.0“ ins Feld „Subnetzmaske“ schreiben und alles bestätigen. Das Problem ist damit bereits gelöst.
2. AntiSpy
Weil Windows XP kurz nach seiner Editierung den Ruf bekam, über das Internet unnötig viele Informationen an Microsoft zu übermitteln, den User also gleichsam auszuspionieren, wurde das Programm AntiSpy entwickelt. Es stellt dem User einige Einstellungen vor, die schwer zu finden sind. Der Anwender kann sodann wählen, ob er die einzelnen Einstellungen ändern möchte oder nicht, und das Programm erledigt den Rest. AntiSpy ist kostenlos und muss im Grunde nur einmal ausgeführt werden, da die vorgenommen Änderungen erhalten bleiben.
Dabei leistet AntiSpy mehr, als der Name verspricht. Es ermöglich z.B. das Ausstellen der nervtötenden Balloon-Tipps und die Deinstallation des Windows-Messengers. Eine standardmäßige Beschränkung der Breitbandverbindung lässt sich ebenso ausschalten wie die Fehlerberichterstattung an Microsoft.
3. Eigene Dateien
Es macht durchaus Sinn, alle eigenen Dateien in einem einzigen Ordner zu sammeln, um sie einfacher finden und um sie einfacher sichern zu können. Dazu bietet sich der von Windows angelegte Ordner „Eigene Dateien“ an, weil auf ihn von verschiedensten Orten unter Windows Zugriff gewährt wird.
Nun befindet sich dieser Ordner aber leider auf Laufwerk c:; für die vielen User, die ihre Festplatte partitionieren und alle eigenen Dateien, die also gesichert werden müssen, weil sie nicht von den Installations-CDs der Anwendungen kommen, auf Laufwerk d: ablegen wollen, macht die Verwendung des Ordners „Eigene Dateien“ damit scheinbar keinen Sinn.
Stimmt aber nicht, denn „Eigene Dateien“ ist eine einfach zu ändernde Verknüpfung, die auf jeden Ordner auf jedem Datenträger verweisen kann. Sogar auf den Stammordner von Laufwerk d:, wenn man d: ausschließlich für eigene Daten verwenden möchte. Und so wird die Verknüpfung geändert:
Mit der rechten Maustaste auf das Startmenü klicken und „Explorer – Alle Benutzer“ auswählen. In der Verzeichnisstruktur links auf „Eigene Dateien“ klicken und dann die rechte Maustaste bedienen. „Eigenschaften“ anklicken und den Zielordner der Verknüpfung unter „Ziel“ wählen – fertig.
Einen Stammordner als Verknüpfung zu wählen, hat einen klitzekleinen, eher lustigen Nachteil. Beispiel Internet Explorer: Möchte man seine Lesezeichen exportieren und wählt den Ordner, unter dem die HTML-Datei gesichert werden soll, so fügt der Internet Explorer automatisch einen Backslash gefolgt vom Dateinamen (z.B. „\\bookmark.htm“) an das gewählte Verzeichnis. Bei der Auswahl des Stammordners eines Laufwerkes schließt der Verzeichnisname aber bereits immer mit einem Backslash, sodass dann fälschlicherweise die Datei unter „d:\\\\bookmark.htm“ abgespeichert werden soll. Der aufmerksame User sieht und korrigierte diese Eingabe einfach. Bezeichnend ist diese Fehler irgendwie schon – ein Betriebssystem ist ein Programm, und kein Programm arbeitet wirklich ohne jeden Fehler…
4. Zusätzliche Software
Das Internet ist voller kostenloser Programme. Es kann natürlich nicht Sinn eines Berichtes über Windows XP sein, möglichst viel gute Software vorzustellen. Wohl aber möchte ich systemnahe Programme nennen, deren Installation ich empfehlen oder bedingt empfehlen möchte, weil solche Programme meines Erachtens bei Windows XP fehlen oder weil sie vorhandene Programme sinnvoll ersetzen können. Genaue Beschreibungen und Bewertungen der Programme würdenden Rahmen dieses Berichtes aber sprengen.
a) ZoneAlarm
An sich reicht die Firewall von Windows XP aus; wer aber eine andere wünscht, die dann möglichst leicht zu konfigurieren ist, der sollte auf Zonealarm ausweichen.
Download: http://www.zonelabs.com
b) AntiVir
Die kostenlose Anti-Viren-Software von H+BEDV kann zwar nicht automatisch, aber recht einfach auf dem neusten Stand gehalten werden.
Download: http://www.antivir.de
c) CK PopUp Killer
Es gibt verschiedene Methoden und daher verschiedene Programme, den nervigen PopUps im Internet Herr zu werden. Der PopUp Killer erscheint mir das beste Programm zu sein: einfach und sehr effektiv, wenn auch mit kleinen Nachteilen.
Download: http://www.ck-software.de
d) PSZip
Die in Windows XP vorhandene ZIP-Funktion ist hinreichend, unterstützt aber einige Merkmale nicht und kann durch kostenlose Programme wie z.B. PSZip ersetzt oder ergänzt werden. Auf das bekannte WinZip würde ich verzichten, da es unnötigerweise Geld und zwar viel Geld kostet.
Download: http://www.freeware.de/
e) Java
Einige Internet-Seiten lassen sich ohne Java nicht korrekt aufrufen. Leider wird diese Software derzeit nicht (mehr) mit Windows und auch nicht mit dem Service Pack installiert. Also: selbst ist der Mann (oder natürlich die Frau)!
Download: http://de.sun.com/
f) Net Transport
Dass dem Internet Explorer ein Download-Manager fehlt, ist ganz und gar unverständlich. Es gibt derartige Programme zum Glück zuhauf im Netz. Einfach zu bedienen, komplett auf Deutsch und mit der wunderbaren Fähigkeit, sogar Streaming-Videos zu speichern, ist der Net Transporter.
Download: http://lycos26486.l78.lycos.com.cn
Einen IBM-kompatiblen PC hatte ich schon, als das Standard-Betriebssystem noch MS-DOS hieß. Windows kenne ich seit der Version 3.0 – damals handelte es sich bei den Fenstern lediglich um eine Benutzeroberfläche, die das Arbeiten mit dem PC aber so sehr vereinfachte, dass das Kommando „win :“ in meiner autoexec.bat stand (der Doppelpunkte unterdrückte seinerzeit das unnötige Windows-Logo während des langwierigen Programmstarts).
Windows 95 war in meinen Augen eine große Innovation, Windows 98 eine eher kleine; beide Versionen habe ich langfristig verwendet. Windows ME war eher eine Beleidigung des intelligenten PC-Users. Der Schritt zu Windows XP aber war nun (beinahe, nicht wirklich ganz) so groß wie der zwischen MS-DOS und Windows 95, und den Umstieg habe ich bisher keine Sekunde bereut.
Obiges soll verdeutlichen, dass ich durchaus Vergleichsmöglichkeiten habe. Erwähnenswert ist noch, dass ich nicht zu jenen gehöre, die aus Betriebssystemen einen Angelegenheit des Glaubens machen – ich hasse Linux-Nutzer nicht und werde auch ungern von solchen gehasst, nur weil ich ein Microsoft-Produkt benutze und für die Update-Version seinerzeit sogar weit über 100 Euro bezahlt habe, von denen große Teile in die Kassen eines nicht ungefährlich großen und mächtigen Unternehmens geflossen sind.
II. Ausgaben
Windows XP steht in zwei Versionen zur Verfügung, nämlich in der Home und der Professional Edition. Der Unterschied liegt vor allem in der erweiterten Netzwerkfunktionalität der Professional Edition. Ansonsten sind die Ausgaben praktisch identisch, womit die Zweigleisigkeit von Windows endlich aufgegeben wird.
Früher nämlich nutzen Privatleute Windows 95, 98 und ME, die Profis hingegen erst Windows NT und dann 2000. Windows XP versteht sich als Nachfolger beider Linien und als erstes Betriebssystem einer einzigen neuen Schiene.
Der Vorteil ist auf den ersten Blick vielleicht nicht ersichtlich: die Einheitlichkeit bedeutet auch Einheitlichkeit in den Anwendungen. Durchaus gab es früher Programmen, die unter der 9x/ME-Schiene oder der NT/2000-Schiene nicht funktionieren, weil sich die beiden relativ stark voneinander unterschieden. Nun endlich gibt es aber einen einheitlichen Standard. Erwähnenswert ist dabei übrigens, dass Windows XP intern eher Windows 2000 denn Windows ME ist, weil sich die NT/2000-Technologie als sehr viel stabiler erwiesen hat. Wer alte Software installieren möchte, bei der es auf den Unterschied zwischen 9x/ME und NT/2000 ankommt, wähle also am besten die NT- bzw. 2000-Version!
III. Installation
Die Einrichtung des Betriebssystems kann sich wahrlich sehen lassen: ein völlig unkomplizierter Vorgang, der nahezu keine PC-Kenntnisse voraussetzt. Die Frage, ob die Formatierung der Festplatte nun im FAT- oder NTFS-System erfolgen soll, lässt sich mit der gedruckten Kurzanleitung leicht beantworten. Im Übrigen kann sich der User weitgehend auf die selbsterklärenden Fragen und Antworten, die es während des Vorgangs gibt und nicht einmal sehr zahlreich sind, verlassen. Selbstredend ist die CD auch bootfähig; eine Diskette ist nicht mehr nötig. Angenehm fällt insbesondere auch auf, dass jede halbwegs aktuelle Hardware von der Installations-Routine erkannt wird.
Weniger angenehm ist die Größe, die Windows XP benötigt; bei den heutigen Festplattenkapazitäten mag man darüber aber leicht hinwegsehen. Immerhin werden offenbar alle Dateien auf die Festplatte kopiert, was aber den Vorteil hat, dass das Einlegen der Windows-CD auch bei der nachträglichen Installationen nicht mehr nötig ist.
Sehr positiv ist auch die sofort verfügbare Internetverbindung; da ich selbst seit langem über DSL verfüge, kann ich mich allerdings nur hierzu äußern: Die Einrichtung der Verbindung erfolgt auf Wunsch schon während der Installation (ist aber auch nachträglich ein Kinderspiel). Komplizierte Einstellungen, wie es sie unter Windows 9x teilweise noch gab, entfallen. Selbst die DSL-Treiber werden standardmäßig installiert, sodass Datenträger der Provider (etwa T-Online, Arcor oder NetCologne) entbehrlich sind.
Kurzum: CD einlegen, ein paar Klicks machen, fertig. Die Installation ist gerade im Vergleich zu Linux ein jedermann zugängliches Kinderspiel. Allerdings ist mit ihrem Abschluss das Betriebssystem noch nicht dauerhaft, sondern lediglich einen Monat lang einsatzbereit. Microsoft verlangt vom User noch eine sog. Aktivierung, die über das Internet oder das Telefon erfolgen kann. Nicht zu verwechseln ist dies mit einer Zwangsregistrierung, denn die Angabe personenbezogener Daten ist für die Aktivierung nicht erforderlich.
Bedenklich ist nun weniger, dass irgendwer an der Aktivierung scheitern könnte. Dafür ist sie zu einfach. Nervtötend ist die Prozedur dennoch, zumal sie beim Auswechseln einer gewissen Anzahl von Hardware-Komponenten stets wiederholt werden muss. Auch übermittelt der datenschutzbewusste Nutzer von heute nur ungern Daten welcher Art auch immer an ein Unternehmen und dann auch noch an den Quasimonopolisten Microsoft. Wer das System über Kundenbetreuer aktivieren muss, wird sich übrigens früher oder später daran gewöhnen müssen, dass diese Kundenbetreuer von Anruf zu Anruf misstrauischer werden und so tun, als sei man als Nutzer verdächtig (häufige Aktivierungen könnten den Verdacht von Raubkopien nahe legen). Dieser Verdacht betrifft natürlich nur die ehrlichen Nutzer, denn die Inhaber von Raubkopien nutzen die manipulierten Versionen, die schon verfügbar waren, bevor Microsoft sein Betriebssystem überhaupt auf dem deutschen Markt publiziert hatte, und die nicht aktiviert werden müssen.
Ebenfalls zum Thema Installation gehört schließlich noch das komfortable Windows-Update. Hier lassen sich ebenfalls sehr einfach und auf Wunsch sogar automatisch von Microsoft zur Verfügung gestellte Service Packs, Patches und Updates installieren. Sie sollen Sicherheitslücken schließen, das System aktualisieren oder Programme wie z.B. den zum Lieferumfang des Betriebsystems gehörenden Movie Maker durch eine völlig neue Version ersetzen. Einerseits freut man sich über diese Möglichkeit, das System durch das Internet up to date zu halten; andererseits ist die Notwendigkeit, kritische Lücken zu schließen, auch gerade dem Internet zu verdanken. Daran mag Microsoft unschuldig sein, wohlgemerkt nutzen Hacker aber gern bekannte offene Türen großer Betriebssysteme, weil sie so besonders viele Nutzer angreifen können. Dies ist der immer größer werdende Nachteil populärer Betriebssysteme, dem aber der derzeit noch weitaus wichtigere Vorteil der Standardisierung gegenübersteht
III. Design
Gerade die selbsternannten Computer-Experten haben das völlig neue Design von Windows XP anfangs als „zu verspielt“ abgetan. Einige empfanden es sogar regelrecht als Belästigung, dass nun alles viel farbenfroher dargestellt wird als in früheren Windows-Versionen. Diese Pseudoexperten schienen auf ein unansehnliches Design zu bestehen, weil das System dadurch professioneller wirkt und ihr eigenes Wissen mithin höher und wertvoller. Das jedenfalls ist mein Eindruck.
In Wahrheit haben sie mit dieser manchmal etwas peinlichen Kritik ihre Unwissenheit bewiesen: Denn nicht nur, dass das Erscheinungsbild von Windows XP ansprechender und übersichtlicher ist als je zuvor, nein, es ist auch flexibler. Ganz auf der Höhe der Zeit kann man das Design nämlich per Knopfdruck auswechseln. Wenige Vorlagen werden mitgeliefert, darunter auch das altmodische „Grau in Grau“ in all seiner pseudoprofessionellen Erscheinung. Weitere Designs können nachgekauft oder teilweise aus dem Internet heruntergeladen werden.
Die erwähnte Übersichtlichkeit des Systems steht mit dem Design natürlich in keinem Zusammenhang und wird gleich beim Thema Bedienung näher beleuchtet.
IV. Stabilität
Als wir alle noch an unserem Schneider oder C64 oder Amiga saßen, spielten Fragen nach Stabilität im Grunde keine Rolle. Heute unterscheiden sich die zahlreichen Computer in ihrer Hardware-Konfiguration voneinander, und das Betriebssystem muss mit jeder Kombination von CPU, RAM, Festplatte und so weiter zurechtkommen. Dies funktionierte unter Windows bisher eher recht als schlecht. Der Garant für einen funktionierenden Computer war vor allem ein schlankes System.
Hier hat man mit Windows XP große Fortschritte gemacht. Es orientiert sich wie gesagt an Windows 2000 und ist nahezu absturzsicher. Wohlgemerkt nur nahezu und nicht völlig: Fehlerhafte Hardware (vor allem Grafikkarten) oder BIOS-Einstellungen haben mein System bereits zum Absturz gebracht. Es ist aber die Frage, ob das dem Betriebssystem dann überhaupt noch zuzurechnen ist, ob es sich also überhaupt mit letzter Sicherheit verhindern lässt, das ein Betriebssystem, das gestartet werden kann, dann auch nicht mehr abstürzt.
So oder so ist die Stabilität ein großer Pluspunkt für Windows XP und einer von vielen Gründen, warum dies für die allermeisten von uns, auch und gerade, aber nicht ausschließlich für Anfänger die richtige Wahl ist. Denn ist ein Fehler erst einmal da, der den Rechner abstürzen lässt, so tritt dieser meist auch immer wieder auf und lässt sich manchmal nur mit gewissen Kenntnissen und/oder viel Mühe isolieren und beheben.
V. Bedienung
Die Bedienung von Windows XP ist für den, der umsteigt, gewöhnungsbedürftig. Anwenden lässt sich das Betriebssystem aber sofort, das Gröbste beherrscht man nach wenigen Stunden, souverän ist man spätestens nach ein paar Tagen.
Für Anfänger gilt dies nicht: Für sie ist Windows XP von Anfang an die bessere Wahl. Man könnte dies mit der Rechtschreibreform vergleichen: An sich sind die neuen Regeln einfacher und eingängiger, zum Neulernen sind sie sicher besser, nur ist natürlich jede Umgewöhnung mit Schwierigkeiten verbunden, weswegen viele die neuen Regeln ablehnen.
Die Bedienung, die neben der einfachen Installation ein weiterer großer Vorteil gegenüber System wie Linux ist, ist schon deswegen einfacher, weil viele Vorgänge automatisiert oder halbautomatisiert sind. Ich erinnere an die erwähnte leichte Einrichtung einer Internetverbindung. Auch Plug & Play macht seinem Namen heute mehr Ehre als in den Anfängen dieser Technik.
Gelungen ist insbesondere die Ordner- und Dateiverwaltung. Dateien lassen sich beispielsweise in Listen oder mit Details anzeigen, auch aber als Miniatur, so es sich um eine Grafik-, Video- oder HTML-Datei handelt. Es erscheint also statt eines Symbols des verknüpften Programms gleich eine kleine Vorschau auf den Inhalt der Datei. Auch ist es möglich, eine größere Vorschau der Dateien zu erhalten, wofür unter Windows 98 noch eigene Software benötigt worden ist, wie auch für die nun integrierte Diashow-Funktion. Komfortabel auch die kontextbezogenen Menüs links in der Ordneransicht. Gruppiert werden hier stets die Funktionen angezeigt, die momentan verwendbar sind. Wird eine Datei ausgewählt, erscheinen etwa die Befehle „Datei umbennen“ und „Datei löschen“. Eine Grafik z.B. lässt sich jederzeit als Hintergrundbild für den Desktop einstellen. Auch ein Sprung zum Arbeitsplatz oder in die Netzwerkumgebung ist jederzeit möglich.
Wie bei Windows XP allgemein festzustellen, ist auch die Systemsteuerung benutzerorientierter als früher. Zwar lässt sich die alte Ansicht einstellen, doch ist der neue Standard eine Gruppierung der verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten aus Sicht des Nutzers, z.B. „Darstellung und Designs“ oder „Leistung und Wartung“. Die Untermenüs und endgültigen Funktionen sind leichter zu finden.
Allerdings ist die Bedienung noch weit davon entfernt, rundum wirklich gut zu sein. Die für Microsoft typischen teils sehr fragwürdigen Pfade gibt es nach wie vor. So klickt man mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste, wählt „Eigenschaften“, „Starmenü“, „Anpassen...“, „Erweitert“, nur um festzulegen, dass sich Untermenüs im Startmenü automatisch öffnen, wenn man mit dem Mauszeiger auf den entsprechenden Menüpunkt fährt. Diese unnötig tiefe Verschachtelung, die nicht immer wirklich logisch ist, kennen wir aus zahlreichen Microsoft-Produkten.
VI. Zubehör
Windows XP ist ein Betriebssystem. Die Aufgabe eines Betriebssystems ist es, den Rechner überhaupt lauffähig zu machen und ihn zu verwalten. Und hier zeigt auch die neuste Version der Fenster leider Defizite.
So sind die Möglichkeiten, die Datenträger zu partitionieren, nicht nur sehr versteckt zu finden, sondern nach wie vor auch sehr beschränkt. Ein innovativer Internet-Browser fehlt, woran sich schon deswegen sobald nichts ändern wird, weil der Internet Explorer derzeit nahezu konkurrenzlos ist und deswegen keiner wesentlichen Erneugerungen bedarf, jedenfalls nicht aus Sicht von Microsoft, wohl aber eben aus der von uns Usern. CDs lassen sich mit Windows XP nunmehr brennen, dies aber eher unkomfortabel und mit wenig Optionen. Es bedarf ergo der Anschaffung separater Brennsoftware wie z.B. Nero.
Verzichtet kann hingegen auf ein externes ZIP-Programm werden, denn die nun endlich integrierte ZIP-Funktion ist recht brauchbar. Die Dateien werden dabei wie gewöhnliche, also nicht-komprimierte Dateien angezeigt und behandelt, was die Bedienung ganz besonders einfach macht. Auch der Media Player kann sich sehen lassen, und sogar ein Videoschnittprogramm gehört zum Lieferumfang von Windows XP.
Die eingebauten Funktionen wie Diashow oder eine komfortable Vorschau von Dateien mit geringfügigen Bearbeitungsmöglichkeiten für Grafiken sind auch an dieser Stelle noch einmal zu erwähnen, da sie nun endlich zu Windows gehören und entsprechende Zusatzsoftware somit entbehrlich geworden ist.
Der MSN-Messenger ist unter dem Namen Windows-Messenger nun auch standardmäßig installiert und lässt sich auch gar nicht so ohne weiteres entfernen. Ich selbst benutze aber weiterhin nur ICQ und finde es eigentlich schon eine Frechheit, dass ein Programm so penetrant bei jedem Windows-Start geladen wird wie der Messenger (zur Lösung des Problems weiter unten). Für Anfänger wäre es angenehm, dass der Messenger gleich dabei und leicht zu bedienen ist, wenn, ja wenn er denn weiter verbreitet wäre. Die meisten User nutzen, wie ich es sehe, aber weiterhin ICQ.
Im Bereich des Internets verfügt Windows XP neben dem vielleicht nicht innovativen, aber brauchbaren Internet Explorer noch über den nicht minder brauchbaren Mail-Client Outlook Express und nun auch über eine eigene Firewall. Die arbeitet still und heimlich im Hintergrund, lässt sich leicht ausstellen, genügt aber den Bedürfnissen vieler Benutzer. Sie scheitert etwa beim Dateitransfer unter ICQ, so denn keine Konfiguration vorgenimmen wird. Ein Download-Manager fehlt bedauerlicherweise gänzlich. Leider wird auch Java derzeit nicht automatisch installiert, sondern muss separat geladen werden. Für jemanden, der von Java, das ja im Grunde stets im Hintergrund läuft, noch nie etwas gehört hat, wird es schwer zu begreifen, warum und vor allem wo und wie er nun die Software einrichten kann.
VII. Fazit
Windows XP ist das schönste, stabilste, intuitivste und schlichtweg beste Windows, das bisher veröffentlicht wurde.
VIII. Tipps
Da aber leider noch immer einige Programme und Funktionen fehlen und da einige der Einstellungen leider gar nicht einfach zu ändern, sondern schon sehr schwer zu finden sind, möchte ich hier noch einige Tipps zur Installation geben. Würde ich mein System neu aufsetzen, würde ich am frisch installierten Windows XP sogleich zahlreiche Änderungen und Ergänzungen vornehmen. Nur die allerwichtigsten möchte ich im Folgenden kurz erläutern; es kommen aber noch weitere hinzu, wozu z.B. die Deaktivierung des völlig sinnlosen Bildschirmschoners und die Anpassung des Startmenüs sowie der Audioeigenschaften gehören.
1. Netzwerkeinstellungen ändern
Ich habe bis heute nicht verstanden, warum – aber nach meinem Windows-Start kam es anfangs regelmäßig vor, dass das System für ein, zwei Minuten erst einmal gar nicht reagierte. Das soll wohl irgendwas mit der DSL-Technik zu tun haben, könnte aber jedenfalls viele User betreffen. Gut, dass ich mich bei Microsoft nach der Lösung erkundigt habe. Und hier ist sie:
Im Arbeitsplatz zur Netzwerkumgebung wechseln und die Netzwerkverbindungen anzeigen lassen. Dann mit der rechten Maustaste auf „LAN-Verbindung“ klicken und „Eigenschaften“ wählen. „Internetprotokoll (TCP/IP)“ anwählen und auf „Eigenschaften“ klicken.
Optionsfeld „Folgende IP-Adresse verwenden“ anwählen und unter IP-Adresse „10.0.0.1“ eintragen. Dann noch „255.0.0.0“ ins Feld „Subnetzmaske“ schreiben und alles bestätigen. Das Problem ist damit bereits gelöst.
2. AntiSpy
Weil Windows XP kurz nach seiner Editierung den Ruf bekam, über das Internet unnötig viele Informationen an Microsoft zu übermitteln, den User also gleichsam auszuspionieren, wurde das Programm AntiSpy entwickelt. Es stellt dem User einige Einstellungen vor, die schwer zu finden sind. Der Anwender kann sodann wählen, ob er die einzelnen Einstellungen ändern möchte oder nicht, und das Programm erledigt den Rest. AntiSpy ist kostenlos und muss im Grunde nur einmal ausgeführt werden, da die vorgenommen Änderungen erhalten bleiben.
Dabei leistet AntiSpy mehr, als der Name verspricht. Es ermöglich z.B. das Ausstellen der nervtötenden Balloon-Tipps und die Deinstallation des Windows-Messengers. Eine standardmäßige Beschränkung der Breitbandverbindung lässt sich ebenso ausschalten wie die Fehlerberichterstattung an Microsoft.
3. Eigene Dateien
Es macht durchaus Sinn, alle eigenen Dateien in einem einzigen Ordner zu sammeln, um sie einfacher finden und um sie einfacher sichern zu können. Dazu bietet sich der von Windows angelegte Ordner „Eigene Dateien“ an, weil auf ihn von verschiedensten Orten unter Windows Zugriff gewährt wird.
Nun befindet sich dieser Ordner aber leider auf Laufwerk c:; für die vielen User, die ihre Festplatte partitionieren und alle eigenen Dateien, die also gesichert werden müssen, weil sie nicht von den Installations-CDs der Anwendungen kommen, auf Laufwerk d: ablegen wollen, macht die Verwendung des Ordners „Eigene Dateien“ damit scheinbar keinen Sinn.
Stimmt aber nicht, denn „Eigene Dateien“ ist eine einfach zu ändernde Verknüpfung, die auf jeden Ordner auf jedem Datenträger verweisen kann. Sogar auf den Stammordner von Laufwerk d:, wenn man d: ausschließlich für eigene Daten verwenden möchte. Und so wird die Verknüpfung geändert:
Mit der rechten Maustaste auf das Startmenü klicken und „Explorer – Alle Benutzer“ auswählen. In der Verzeichnisstruktur links auf „Eigene Dateien“ klicken und dann die rechte Maustaste bedienen. „Eigenschaften“ anklicken und den Zielordner der Verknüpfung unter „Ziel“ wählen – fertig.
Einen Stammordner als Verknüpfung zu wählen, hat einen klitzekleinen, eher lustigen Nachteil. Beispiel Internet Explorer: Möchte man seine Lesezeichen exportieren und wählt den Ordner, unter dem die HTML-Datei gesichert werden soll, so fügt der Internet Explorer automatisch einen Backslash gefolgt vom Dateinamen (z.B. „\\bookmark.htm“) an das gewählte Verzeichnis. Bei der Auswahl des Stammordners eines Laufwerkes schließt der Verzeichnisname aber bereits immer mit einem Backslash, sodass dann fälschlicherweise die Datei unter „d:\\\\bookmark.htm“ abgespeichert werden soll. Der aufmerksame User sieht und korrigierte diese Eingabe einfach. Bezeichnend ist diese Fehler irgendwie schon – ein Betriebssystem ist ein Programm, und kein Programm arbeitet wirklich ohne jeden Fehler…
4. Zusätzliche Software
Das Internet ist voller kostenloser Programme. Es kann natürlich nicht Sinn eines Berichtes über Windows XP sein, möglichst viel gute Software vorzustellen. Wohl aber möchte ich systemnahe Programme nennen, deren Installation ich empfehlen oder bedingt empfehlen möchte, weil solche Programme meines Erachtens bei Windows XP fehlen oder weil sie vorhandene Programme sinnvoll ersetzen können. Genaue Beschreibungen und Bewertungen der Programme würdenden Rahmen dieses Berichtes aber sprengen.
a) ZoneAlarm
An sich reicht die Firewall von Windows XP aus; wer aber eine andere wünscht, die dann möglichst leicht zu konfigurieren ist, der sollte auf Zonealarm ausweichen.
Download: http://www.zonelabs.com
b) AntiVir
Die kostenlose Anti-Viren-Software von H+BEDV kann zwar nicht automatisch, aber recht einfach auf dem neusten Stand gehalten werden.
Download: http://www.antivir.de
c) CK PopUp Killer
Es gibt verschiedene Methoden und daher verschiedene Programme, den nervigen PopUps im Internet Herr zu werden. Der PopUp Killer erscheint mir das beste Programm zu sein: einfach und sehr effektiv, wenn auch mit kleinen Nachteilen.
Download: http://www.ck-software.de
d) PSZip
Die in Windows XP vorhandene ZIP-Funktion ist hinreichend, unterstützt aber einige Merkmale nicht und kann durch kostenlose Programme wie z.B. PSZip ersetzt oder ergänzt werden. Auf das bekannte WinZip würde ich verzichten, da es unnötigerweise Geld und zwar viel Geld kostet.
Download: http://www.freeware.de/
e) Java
Einige Internet-Seiten lassen sich ohne Java nicht korrekt aufrufen. Leider wird diese Software derzeit nicht (mehr) mit Windows und auch nicht mit dem Service Pack installiert. Also: selbst ist der Mann (oder natürlich die Frau)!
Download: http://de.sun.com/
f) Net Transport
Dass dem Internet Explorer ein Download-Manager fehlt, ist ganz und gar unverständlich. Es gibt derartige Programme zum Glück zuhauf im Netz. Einfach zu bedienen, komplett auf Deutsch und mit der wunderbaren Fähigkeit, sogar Streaming-Videos zu speichern, ist der Net Transporter.
Download: http://lycos26486.l78.lycos.com.cn
14 Bewertungen, 1 Kommentar
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18.04.2006, 22:17 Uhr von Annabell234
Bewertung: sehr hilfreichauch sehr gut geschrieben! Und ausführlich. Auf wiederlesen :-)
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