Erfahrungsbericht von XxLolaxX
"Schulfrei" neu definiert
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
„.....ach ja, und sag dem Praktikanten, er soll mal schnell noch n Kaffee kochen!“
„200 Kopien? Das macht wohl unser Praktikant!“
„Hey, du Praktikant da, gehste mal eben Zigaretten holen, da hinne an ne Ecke?“
Bei vielen von euch werden sich bei dem Gedanken an ein Praktikum wohl vor dem inneren Auge solche oder ähnliche Szenen abspielen, denn der Begriff Praktikum ist oft negativ belastet. Ein Praktikum ist zwecklos, man vergeudet wertvolle Zeit, man wird dort nur ausgenutzt, nicht ernst genommen oder wird sonst wie enttäuscht – das alles sind (Vor-) Urteile, die direkt vielen in den Sinn kommen. Und mal ehrlich : In vielen Fällen ist das Praktikum wirklich eine Enttäuschung. Aber normalerweise sollte das Praktikum eine wichtige Erfahrung sein, die ein jeder mal machen sollte, und die einem hilft, sich zu orientieren, einen Einblick in bestimmte Berufsfelder zu erlangen und einen Eindruck vom Berufsleben an sich zu bekommen. Damit das Praktikum aber kein „Flop“ wird, muss man auch selbst einen Teil dazu beitragen.....
== Auswahl des Praktikumsplatzes ==
Zunächst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, welche Richtung man in etwa einschlagen möchte. Wenn man noch keine klare Vorstellung von seinen späteren beruflichen Plänen und Absichten hat, ist das meist gar nicht so einfach. Aber gerade dann sollte man das Praktikum nutzen, um eventuell einen Berufszweig näher in Betracht zu ziehen oder ganz auszuschließen.
Wichtig ist zunächst einmal, dass man sich für einen Beruf, in dem man ein Praktikum absolvieren möchte, auch ernsthaft interessiert und ihn nicht nur für das Praktikum auswählt, da man da zum Beispiel die günstigsten Arbeitszeiten hat oder weil man von anderen gehört hat, dass man da sogar etwas Geld bekommt. Weiterhin muss man herausfinden, ob in diesem Zweig überhaupt Praktika vergeben werden können. Wenn man sich genug Gedanken darüber gemacht hat, was einen wirklich interessiert und wo man gerne einmal reinschnuppern würde, geht es an die Bewerbung.
In meinem Fall hatte ich weniger Probleme mit der Auswahl der Stelle: Da ich schon seit der Grundschule immer gerne schrieb, war für mich gleich am Anfang klar, dass ich mein zweiwöchiges Schulpraktikum in der zehnten Klasse (Gymnasium) in einer Zeitungsredaktion verbringen wollte – stellte sich nur noch die Frage, in welcher.
== Die Bewerbung ==
Viele Schulen nutzen die Vorbereitung auf das Praktikum auch dafür, den Schülern das Schreiben von Bewerbungen beizubringen. An meiner Schule war dies nicht der Fall – zwar lernten wir auch das korrekte Verfassen von solchen schriftlichen Bewerbungen, aber dies stand bei uns nicht in Verbindung mit dem Praktikum. Wie wir uns für unser Praktikum bewerben wollten, war uns selbst überlassen. Und tatsächlich gingen bei uns fast alle einfach mal bei ihrer Wunsch-Stelle vorbei und erkundigten sich nach einem möglichen Praktikums-Platz – die meisten hatten dann die Stelle schon gleich in der Tasche. Anrufen geht natürlich auch, aber man sollte sich wenigstens mal persönlich blicken lassen haben.
Bei einigen von uns war auch eine schriftliche Bewerbung erforderlich. Wer zum Beispiel an der Bank als Praktikant anfangen wollte (die Stellen dort sind relativ beliebt), hatte ein Schreiben einzureichen. Da dies aber von Stadt zu Stadt und Stelle zu Stelle anders ist, möchte ich das nicht verallgemeinern und rate euch nur, euch vorher zu informieren, welche Form der Bewerbung bei eurem Wunsch-Betrieb erforderlich ist.
== Das Praktikum selbst ==
Wer seine Praktikumszeit sinnvoll nutzen möchte, sollte sich auf jeden Fall vorher überlegen, welche Erwartungen er an sie stellt. Einfach nur mal ein paar unterrichtsfreie Tage mit etwas Abwechslung, einen Einblick in das Berufsfeld erhalten, eine Ahnung von dem, was es heißt, jeden Tag aufs Neue arbeiten zu gehen statt in der Schule zu sitzen? Willst du mehr über dich selbst und deine Eigenschaften erfahren? Oder einfach nur Spaß haben?
Wenn du weißt, was du im Praktikum erreichen möchtest, dann solltest du dein Verhalten auch danach ausrichten. Sinnvoll ist es jedenfalls, im Praktikum viele Fragen zu stellen, die einem auf der Seele brennen. Versuche etwas von den Leuten zu lernen, die den Beruf ausüben, den du später eventuell mal ergreifen möchtest. Nur so kannst du rausfinden, ob du selbst für den Beruf geeignet wärst und Spaß daran hättest.
Natürlich solltest du auch darauf achten, dich an allgemeine Regeln zu halten. Auch solltest du stets höflich, pünktlich und aufmerksam sein, aber das dürfte ja eigentlich klar sein.
Lass deinen Praktikumsbetreuer (praktisch die Person, die sich im Betrieb um dich kümmern soll) ruhig wissen, wenn dich etwas stört, oder wenn du etwas gern anders machen würdest oder glaubst, dein Praktikum in dem Betrieb nicht voll ausschöpfen zu können.
Falls du Angst hast, bei der Arbeit Fehler zu machen – keine Panik – du bist schließlich „nur“ ein Praktikant und hast keine vollständige Ausbildung hinter dir! Gib einfach dein Bestes, beschäftige dich intensiv damit, stell Fragen, zeig Interesse.
Letztlich liegt es nämlich nicht nur an den Leuten in deinem Betrieb, was aus dem Praktikum wird, sondern auch an dir selbst. Wenn du dir Mühe gibst, wirst du sicherlich eine wertvolle Erfahrung machen.
== Die Reflexion ==
Nach dem Praktikum solltest du auf jeden Fall darüber nachdenken, was dir die Zeit in dem Betrieb gebracht hat. Wurden deine Erwartungen enttäuscht? Wenn ja, woran lag es dann? Würdest du hier noch mal ein Praktikum machen, könntest du es weiterempfehlen? Wäre der Job etwas für dich oder möchtest du ihn lieber gleich ganz aus deinem Gedankengut streichen? Möchtest du vielleicht noch andere Praktika in anderen Bereichen machen, die mit diesem Berufszweig verwandt sind oder die einmal mit etwas ganz anderem zu tun haben?
Überleg dir, was schiefgelaufen ist, was man hätte besser machen können und was dir nicht gefallen hat. Natürlich sollst du auch nicht vergessen, was dir positiv am Praktikum aufgefallen ist :-)
Eine Form der Reflexion ist die Dokumentation des Praktikums. In unserer Schule war es erforderlich, eine Mappe anzufertigen, in die man Erwartungen, Tagesberichte, Fotos, Informationen zum Betrieb, zur Unternehmensphilosophie etc. einarbeiten konnte. Dies ist meiner Meinung nach eine recht gute Möglichkeit, sich das Ganze noch mal durch den Kopf gehen zu lassen.
Auf keinen Fall sollte man es versäumen, sich das Praktikum vom „Arbeitgeber“ bestätigen zu lassen, denn so eine Bestätigung kann für spätere Bewerbungen von Vorteil sein.
== Schlusswort ==
Mein Praktikum hat mir sehr gut gefallen und ich konnte viele Erfahrungen sammeln. Die Aufregung am ersten Tag, die netten Kollegen, die freundliche Atmosphäre und das gute Betriebsklima, die Arbeit, all das habe ich sehr positiv in Erinnerung - auch wenn ich dem Beruf des Journalisten / der Journalistin auch etwas kritischer entgegenstehe als vorher.
Im Nachhinein hätte ich vieles auch gern anders gemacht, mehr gefragt, mehr Eigeninitiative gezeigt , aber im Großen und Ganzen war ich doch ganz zufrieden.
Zwei Wochen (aber nur neun Arbeitstage) sind meistens etwas kurz für ein Praktikum, da man sich ja auch erst eingewöhnen muss. Wenn einem das Praktikum aber überhaupt gar nicht gefällt, können neun Arbeitstage sehr lang werden..
Auch der Zeitpunkt des Praktikums sollte überlegt sein. In meinem Fall fand das Praktikum in der zehnten Klasse statt, was ich etwas spät fand. Für Gymnasiasten, die nach der 10 die Schule verlassen wollen um eine Ausbildung zu machen, ist das sogar zu spät. Aber in dem Fall müsste man sich schon vorher schulextern um eine solle Stelle in den Ferien bemühen.
Mein Bruder, der eine Hauptschule besucht, hat sein erstes Praktikum bereits in der achten Klasse gemacht und macht noch einmal eins in der zehnten Klasse, was ich viel sinnvoller finde. Uns wird leider nur ein Praktikum angeboten, eine Chance, die leider oft vertan wird.
Allen, die in absehbarer Zeit ein Schulpraktikum machen wollen, wünsch ich viel Erfolg und Glück mit der Praktikumsstelle,
..... ein Praktikum muss gar nicht so grausam sein :-)
So long,
Eure Lola
„200 Kopien? Das macht wohl unser Praktikant!“
„Hey, du Praktikant da, gehste mal eben Zigaretten holen, da hinne an ne Ecke?“
Bei vielen von euch werden sich bei dem Gedanken an ein Praktikum wohl vor dem inneren Auge solche oder ähnliche Szenen abspielen, denn der Begriff Praktikum ist oft negativ belastet. Ein Praktikum ist zwecklos, man vergeudet wertvolle Zeit, man wird dort nur ausgenutzt, nicht ernst genommen oder wird sonst wie enttäuscht – das alles sind (Vor-) Urteile, die direkt vielen in den Sinn kommen. Und mal ehrlich : In vielen Fällen ist das Praktikum wirklich eine Enttäuschung. Aber normalerweise sollte das Praktikum eine wichtige Erfahrung sein, die ein jeder mal machen sollte, und die einem hilft, sich zu orientieren, einen Einblick in bestimmte Berufsfelder zu erlangen und einen Eindruck vom Berufsleben an sich zu bekommen. Damit das Praktikum aber kein „Flop“ wird, muss man auch selbst einen Teil dazu beitragen.....
== Auswahl des Praktikumsplatzes ==
Zunächst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, welche Richtung man in etwa einschlagen möchte. Wenn man noch keine klare Vorstellung von seinen späteren beruflichen Plänen und Absichten hat, ist das meist gar nicht so einfach. Aber gerade dann sollte man das Praktikum nutzen, um eventuell einen Berufszweig näher in Betracht zu ziehen oder ganz auszuschließen.
Wichtig ist zunächst einmal, dass man sich für einen Beruf, in dem man ein Praktikum absolvieren möchte, auch ernsthaft interessiert und ihn nicht nur für das Praktikum auswählt, da man da zum Beispiel die günstigsten Arbeitszeiten hat oder weil man von anderen gehört hat, dass man da sogar etwas Geld bekommt. Weiterhin muss man herausfinden, ob in diesem Zweig überhaupt Praktika vergeben werden können. Wenn man sich genug Gedanken darüber gemacht hat, was einen wirklich interessiert und wo man gerne einmal reinschnuppern würde, geht es an die Bewerbung.
In meinem Fall hatte ich weniger Probleme mit der Auswahl der Stelle: Da ich schon seit der Grundschule immer gerne schrieb, war für mich gleich am Anfang klar, dass ich mein zweiwöchiges Schulpraktikum in der zehnten Klasse (Gymnasium) in einer Zeitungsredaktion verbringen wollte – stellte sich nur noch die Frage, in welcher.
== Die Bewerbung ==
Viele Schulen nutzen die Vorbereitung auf das Praktikum auch dafür, den Schülern das Schreiben von Bewerbungen beizubringen. An meiner Schule war dies nicht der Fall – zwar lernten wir auch das korrekte Verfassen von solchen schriftlichen Bewerbungen, aber dies stand bei uns nicht in Verbindung mit dem Praktikum. Wie wir uns für unser Praktikum bewerben wollten, war uns selbst überlassen. Und tatsächlich gingen bei uns fast alle einfach mal bei ihrer Wunsch-Stelle vorbei und erkundigten sich nach einem möglichen Praktikums-Platz – die meisten hatten dann die Stelle schon gleich in der Tasche. Anrufen geht natürlich auch, aber man sollte sich wenigstens mal persönlich blicken lassen haben.
Bei einigen von uns war auch eine schriftliche Bewerbung erforderlich. Wer zum Beispiel an der Bank als Praktikant anfangen wollte (die Stellen dort sind relativ beliebt), hatte ein Schreiben einzureichen. Da dies aber von Stadt zu Stadt und Stelle zu Stelle anders ist, möchte ich das nicht verallgemeinern und rate euch nur, euch vorher zu informieren, welche Form der Bewerbung bei eurem Wunsch-Betrieb erforderlich ist.
== Das Praktikum selbst ==
Wer seine Praktikumszeit sinnvoll nutzen möchte, sollte sich auf jeden Fall vorher überlegen, welche Erwartungen er an sie stellt. Einfach nur mal ein paar unterrichtsfreie Tage mit etwas Abwechslung, einen Einblick in das Berufsfeld erhalten, eine Ahnung von dem, was es heißt, jeden Tag aufs Neue arbeiten zu gehen statt in der Schule zu sitzen? Willst du mehr über dich selbst und deine Eigenschaften erfahren? Oder einfach nur Spaß haben?
Wenn du weißt, was du im Praktikum erreichen möchtest, dann solltest du dein Verhalten auch danach ausrichten. Sinnvoll ist es jedenfalls, im Praktikum viele Fragen zu stellen, die einem auf der Seele brennen. Versuche etwas von den Leuten zu lernen, die den Beruf ausüben, den du später eventuell mal ergreifen möchtest. Nur so kannst du rausfinden, ob du selbst für den Beruf geeignet wärst und Spaß daran hättest.
Natürlich solltest du auch darauf achten, dich an allgemeine Regeln zu halten. Auch solltest du stets höflich, pünktlich und aufmerksam sein, aber das dürfte ja eigentlich klar sein.
Lass deinen Praktikumsbetreuer (praktisch die Person, die sich im Betrieb um dich kümmern soll) ruhig wissen, wenn dich etwas stört, oder wenn du etwas gern anders machen würdest oder glaubst, dein Praktikum in dem Betrieb nicht voll ausschöpfen zu können.
Falls du Angst hast, bei der Arbeit Fehler zu machen – keine Panik – du bist schließlich „nur“ ein Praktikant und hast keine vollständige Ausbildung hinter dir! Gib einfach dein Bestes, beschäftige dich intensiv damit, stell Fragen, zeig Interesse.
Letztlich liegt es nämlich nicht nur an den Leuten in deinem Betrieb, was aus dem Praktikum wird, sondern auch an dir selbst. Wenn du dir Mühe gibst, wirst du sicherlich eine wertvolle Erfahrung machen.
== Die Reflexion ==
Nach dem Praktikum solltest du auf jeden Fall darüber nachdenken, was dir die Zeit in dem Betrieb gebracht hat. Wurden deine Erwartungen enttäuscht? Wenn ja, woran lag es dann? Würdest du hier noch mal ein Praktikum machen, könntest du es weiterempfehlen? Wäre der Job etwas für dich oder möchtest du ihn lieber gleich ganz aus deinem Gedankengut streichen? Möchtest du vielleicht noch andere Praktika in anderen Bereichen machen, die mit diesem Berufszweig verwandt sind oder die einmal mit etwas ganz anderem zu tun haben?
Überleg dir, was schiefgelaufen ist, was man hätte besser machen können und was dir nicht gefallen hat. Natürlich sollst du auch nicht vergessen, was dir positiv am Praktikum aufgefallen ist :-)
Eine Form der Reflexion ist die Dokumentation des Praktikums. In unserer Schule war es erforderlich, eine Mappe anzufertigen, in die man Erwartungen, Tagesberichte, Fotos, Informationen zum Betrieb, zur Unternehmensphilosophie etc. einarbeiten konnte. Dies ist meiner Meinung nach eine recht gute Möglichkeit, sich das Ganze noch mal durch den Kopf gehen zu lassen.
Auf keinen Fall sollte man es versäumen, sich das Praktikum vom „Arbeitgeber“ bestätigen zu lassen, denn so eine Bestätigung kann für spätere Bewerbungen von Vorteil sein.
== Schlusswort ==
Mein Praktikum hat mir sehr gut gefallen und ich konnte viele Erfahrungen sammeln. Die Aufregung am ersten Tag, die netten Kollegen, die freundliche Atmosphäre und das gute Betriebsklima, die Arbeit, all das habe ich sehr positiv in Erinnerung - auch wenn ich dem Beruf des Journalisten / der Journalistin auch etwas kritischer entgegenstehe als vorher.
Im Nachhinein hätte ich vieles auch gern anders gemacht, mehr gefragt, mehr Eigeninitiative gezeigt , aber im Großen und Ganzen war ich doch ganz zufrieden.
Zwei Wochen (aber nur neun Arbeitstage) sind meistens etwas kurz für ein Praktikum, da man sich ja auch erst eingewöhnen muss. Wenn einem das Praktikum aber überhaupt gar nicht gefällt, können neun Arbeitstage sehr lang werden..
Auch der Zeitpunkt des Praktikums sollte überlegt sein. In meinem Fall fand das Praktikum in der zehnten Klasse statt, was ich etwas spät fand. Für Gymnasiasten, die nach der 10 die Schule verlassen wollen um eine Ausbildung zu machen, ist das sogar zu spät. Aber in dem Fall müsste man sich schon vorher schulextern um eine solle Stelle in den Ferien bemühen.
Mein Bruder, der eine Hauptschule besucht, hat sein erstes Praktikum bereits in der achten Klasse gemacht und macht noch einmal eins in der zehnten Klasse, was ich viel sinnvoller finde. Uns wird leider nur ein Praktikum angeboten, eine Chance, die leider oft vertan wird.
Allen, die in absehbarer Zeit ein Schulpraktikum machen wollen, wünsch ich viel Erfolg und Glück mit der Praktikumsstelle,
..... ein Praktikum muss gar nicht so grausam sein :-)
So long,
Eure Lola




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