Rainbow Tours Testbericht

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Erfahrungsbericht von babsi_k

Das Grauen hat einen Namen...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Eigentlich soll man sich ja im Urlaub erholen und eine schöne Zeit verleben, aber das ist ausgeschlossen, wenn der Veranstalter Rainbow Tours heisst.
Ich werde Euch nun das Grauen einmal schildern ....

Vom 28.12.2001 bis zum 06.01.2002 machte ich -zusammen mit acht Freunden- Ski-Urlaub mit Rainbow Tours in Doucy/Frankreich. Ich hatte vorher schon einiges (negatives) über den Veranstalter bei ciao gelesen, aber leider erst nachdem ich schon gebucht hatte, denn sonst wäre ich nie eingestiegen. Das wäre auch besser gewesen, denn so einen Urlaub habe ich noch nie erlebt...

Hinfahrt
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Am 28.12. ging es ab Köln los. Planmäßige Abfahrt wäre um 22 h gewesen. Der Bus tauchte allerdings erst gegen 23 h auf und zur Abfahrt kam es letztendlich um halb zwölf. Nun ja, kann ja mal passieren, hab ich mir gedacht.
Im Bus erwartete mich der nächste Kritikpunkt. Der Katalog sprach von komfortablem Schlafsesselbus, der sich als enger, stickiger Doppeldecker herausstellte, in dem man die Rückenlehne der Sitze lediglich wenige Zentimeter zurückstellen konnte, was zur Folge hatte, dass der Hintermann nicht mehr wusste, wo er denn seine Beine untergebracht bekommt.
Die Abstände zwischen den Sitzreihen sind extrem klein und Leute, die zu Thrombosen neigen, sollten diesen Bus dringlichst meiden.
An Schlaf ist sowieso nicht zu denken, denn um einen herum sitzen Horden alkoholfreudiger Jugendliche, die ihren Urlaub feiern. Abgesehen davon ist gar kein Platz vorhanden, der Schlafen zulässt. Mein Freund hat sich irgendwann ganz entnervt mit Schlafsack mitten in den Gang gelegt, um wenigstens ein bisschen Ruhe zu finden.
Über Pausen kann man nicht klagen, die lagen eigentlich ganz gut.
Kurz vor der Grenze zur Schweiz mussten wir auf einen anderen Bus warten, da bei uns noch Leute zusteigen mussten. Erst hieß es eine halbe Stunde warten, aber letztendlich standen wir über zwei Stunden auf diesem tollen Rastplatz (ist aber nichts im Vergleich zum Rückweg).

Ankunft
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Gegen 13 h kamen wir endlich in Doucy an. Das Wetter war schlecht, es regnete Bindfäden. Das Gepäck wurde ausgeladen, und wir mussten es ein Stück den Berg hochtragen bis zum Haus, in dem u.a. die Betreuer wohnten. Wir wurden begrüsst und dann wurde uns gesagt, dass die Zimmer wegen Reinigungsarbeiten leider nicht vor 16 h bezogen werden können. Solange müssen wir uns halt die Zeit vertreiben. Super, Gepäck im Regen und selbst klatschnass und durchgefroren. Unser Appartement lag zentral am Marktplatz, was bedeutete, dass wir sämtliches Gepäck (Rucksack, Reisetasche, Schlafsack, Snowboard, Snowboardschuhe) durch den Regen wieder den Berg runter- und zu unserem Haus am anderen Ende des Dorfes schleppen mussten.
Im Haus haben wir uns erstmal in den Flur gesetzt und gewartet- durchgefroren, klatschnass & Durchzug, Hunger und keine Toilette. War wohl nichts mit Schlüssel um vier. Um 16.45 h tauchten dann erst die Putzen auf ! Um kurz nach fünf konnten wir dann endlich in unser Zimmer.

Zimmer
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Die Zimmer waren gut in Schuss, also keine Sperrmüllmöbel o.ä. . Ich wohnte in einem 4er Zimmer mit meinem Freund und einem befreundeten Pärchen. Es war alles sehr eng, aber erträglich. Aufgeteilt waren die Zimmer in einen Schlafraum und einen Wohnschlafraum. Erstmal war Möbelrücken angesagt, da im Schlafraum zwei Schränke vorhanden waren, im Wohnschlafraum keiner und das vierte Bett aufgebaut werden musste. Na ja, doch noch erträglich.
Gut war, dass man Bad und WC voneinander getrennt hatte. Ausserdem hatte jedes Appartement einen Balkon und einen abschliessbaren Skischrank im Keller. Wobei wir beim nächsten Problem wären - abschliessen : es gab einen Schlüssel für vier Personen. Unsere restliche Gruppe hatte es noch schwerer, weil sie sich den Schlüssel zu fünft teilen musste.
Im Katalog wurde extra noch der Fernseher gelobt, aber bei dem musste man sich mit vier französischen Programmen zufriedengeben.
Am schlimmsten war aber die Heizung. Bis auf die im Badezimmer funktionierte nämlich keine. Gerade im Skiurlaub, wo man dauernd durchgefroren ist und seine nasse Kleidung irgendwie bis zum nächsten Tag trocken bekommen muss.
Ach ja, die Dusche hab ich fast vergessen. Das Wasser aus der Dusche war pipi-gelb, sah äusserst lecker aus. Und der Duschschlauch war dermassen zu kurz, dass mein 1,85 m grosser Freund im Hocken duschen musste.

Essen
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Das Essen nannte sich Mitmachverpflegung, was bedeutete, dass man abends einen Tupper mit Inhalt zum Aufwärmen bekam und irgendetwas dazu, z.B. ein paar Kartoffeln, eine Tüte Nudeln o.ä. . An sich war es gar nicht so schlimm, aber das Essen am ersten Tag übertraf alles - Kartoffelsuppe sollte das sein, aber bestand zu 70% aus Kartoffelschalen ! Sehr schmackhaft, mein Magen ist eh schon so empfindlich.
Übers Frühstück kann man nicht klagen - man bekam ein Glas Marmelade, Aufschnitt, Margarine, Kaffee, ..., sowie Gutscheine für die Bäckerei, auf die man Baguettes holen konnte.
Krönung war ja noch, als ich am vorletzten Tag mit meinem Tupper zur Essensausgabe kam und kein Essen erhielt, da mein Tupper keinen blauen, sondern einen weissen Deckel hatte ! Das muss man sich mal vorstellen !

Reiseleitung
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Die sogenannten Reiseleiter waren nicht älter als die Durchschnittsmitreisenden, also zwischen 18 und 25. Sie waren oft nicht erreichbar, hatten keine Ahnung und nutzten ihre Zeit lieber zum Feiern und für ihren Alkoholkonsum, als sich um das Wohl ihrer Gäste zu kümmern. Als Mutter würde ich meine Kinder nicht mit Rainbow Tours in den Urlaub fahren lassen, wenn die Reiseleiter selbst noch halbe Kinder sind. Meiner Meinung nach waren die Reiseleiter zu jung um die Verantwortung für 250 Personen tragen zu können, von denen ein Teil ausserdem aus Minderjährigen besteht.
Zwar sind die Reiseleiter für jedes Appartements eingeteilt, damit jedes Zimmer einen eigenen Ansprechpartner hat, aber das nützt auch herzlich wenig, wenn man seine Reiseleitung nie erreicht.

Unterhaltung, Programm & Ausgehen
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Der Katalog warb damit, dass man in Doucy doch wunderbar Après-Ski feiern kann, und es an Party nicht mangelt. Die einzig nutzbare Ausgehmöglichkeit war das Blizzard, das Bar, Cafe und Restaurant miteinander vereint, viel zu eng ist und wo keinerlei Stimmung herrscht. Hinzu kommt, dass es sehr teuer ist.
Rainbow hat auch ein Wochenprogramm entworfen, das Aktionen wie Tütenrutschen, Fackelabfahrt, DVD-Kino-Abend, Pistenrally und Silvesterparty beinhaltete. Das war zwar alles ganz lustig, aber es fehlte einfach die Stimmung. Für die Silvesterparty war ein Raum gemietet, in dem absolutes Rauchverbot herrschte, was den vielen Rauchern natürlich nicht passte, dann fiel die Musik an diesem Abend für etwa zwei Stunden aus, was miese Stimmung zur Folge hatte, und alles in allem hatte man nur noch schlecht gelaunte, murrende Menschen um sich.
Ach ja, was der Katalog als 'im Preis inbegriffen' aufgeführt hatte, war ein Glühweinempfang und ein typisch französischer Raclette-Abend. Diese Programmpunkte haben nie stattgefunden.

Ski- und Snowboardkurse
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Am Telefon sagte man mir, dass ich einen deutschsprachigen Snowboardkurs beim Rainbow-Team machen könnte, der über drei Tage geht, je zwei Stunden dauert und etwa 35€ kostet. Vor Ort erfahre ich dann, dass Rainbow in Frankreich wegen irgendwelcher fehlenden Lizenzen überhaupt keine Kurse anbietet, und ich doch bitte einen englisch- oder französischsprachigen Kurs zum doppelten Preis in der Skischule vor Ort buchen soll. War in der Reisekasse nicht eingeplant und somit stand ich dann vor einem Problem, das ich eigentlich durch den Anruf bei Rainbow verhindern wollte.

Nächtliche Ruhe
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Wär schön, wenn es sowas gegeben hätte. Unser Appartement lag ja zentral am Marktplatz, unmittelbar am Blizzard. Das bedeutete, dass man bis zwei Uhr in voller Zimmerlautstärke die Musik der Kneipe ertragen musste. Und das, wenn man morgens um acht wieder aufsteht um auf die Piste zu gehen.
Unsere anderen Freunde waren in einem Haus höher auf dem Berg untergebracht, in dem nächtelang nur rumrandaliert wurde - die ganzen Nächte nur Gegröle, Musik und Zerstörung und morgens der Flur voll mit Erbrochenem und Urinpfützen. Da fühlt man sich aber wohl !
Im besagten Haus haben nicht nur Rainbow-Mitreisende gehaust, sondern auch andere Familien und Reisende, von denen einige sogar ausgezogen sind, weil sie das alles nicht mehr ertragen haben.
Es geht doch nichts über einen erholsamen Urlaub.

Letzter Tag & Rückreise
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Der letzte Tag war die Härte, hier habe ich mir stundenlang nur noch gedacht 'nie wieder, nie wieder, nie wieder Urlaub mit Rainbow Tours'. Die Appartements mussten morgens um neun geräumt werden, abgefahren wurde allerdings erst um halb zehn abends. Nun musste man den Tag irgendwie rumkriegen. Bis frühnachmittags war ich noch auf der Piste. Danach war man gezwungen, sich in irgendwelchen Kneipen und Pizzerien stundenlang einzuquartieren und sich arm zu bestellen, damit man sich nicht den Kältetod holt. Einen Aufenthaltsraum gab es nicht, lediglich einen Raum in dem das Gepäck den Tag aufbewahrt wurde. Der sollte allerdings den Tag über abgeschlossen sein, war aber nicht der Fall. Abends hörte ich nur noch das Gejammer eines Mitreisenden, seine Videokamera würde fehlen.
Es bestand noch die Möglichkeit nach der Piste in öffentlichen Duschen zu duschen. Wer sich aber warmes Wasser erwünschte, der war hier falsch. Eiskalt wie ein Gebirgsbach, so dass man drei Stunden später immernoch fröstelte.
Essen gab es am letzten Tag nicht mehr.
Um halb neun wurden die Busse eingeladen. Beim Einsteigen stellte man dann fest, dass nicht genug Plätze für alle Mitereisenden vorhanden waren. Stehend auf dem Gang nach hause reisen, davon träumt natürlich auch jeder. Der Bus hatte nicht nur zu wenig Plätze, nein, auch zu wenig Stauraum. Daher mussten von allen Snowboards die Bindungen abgeschraubt werden ( übrigens: ein Schraubenzieher für 250 Reiseteilnehmer ) und was unten nicht mehr in den Bus passte, wurde auf der Bustoilette gelagert, was deren Benutzung die Fahrt über logischerweise ausschloss.
Auf dem Weg von Doucy ins Tal schaffte es unser hektischer Busfahrer erstmal den Bus in der Kurve vor einen Baum zu setzen. War allerdings gut, dass da ein Baum stand, denn dahinter ging es sehr, sehr steil runter. Geht doch nichts über Abenteuerurlaub.
Am besagten Rastplatz vom Hinweg, an dem wir zwei Stunden gewartet hatten, mussten wir diesmal umsteigen. Wir mussten unseren Bus sofort verlassen und standen danach drei (!) Stunden bei Minusgraden mit unserem Gepäck in der Kälte und warteten, dass wir in unseren neuen Bus steigen dürfen. Als wir nach diesen drei Stunden in der Kälte endlich im Bus sassen, standen wir nochmal zwei Stunden auf dem Parkplatz um auf zwei Leute aus einem anderen Bus zu warten. Über 50 Leute, teilweise mit total übermüdeten, knatschigen kleinen Kindern, mussten also auf zwei Personen warten, deren Busfahrer sich weigerte,sie am Frankfurter Flughafen, der noch dazu auf seiner Route lag, rauszulassen. Dadurch konnte unser Busfahrer allerdings die Lenkzeiten kaum noch einhalten,und im Endeffekt können wir alle froh sein, dass wir in der Nacht überhaupt noch Richtung zuhause weitergefahren sind.
Der Busfahrer führte zwischendurch noch einige Telefonate, bei denen er u.a. sagte, dass er nicht mehr für Rainbow Tours fahren will, weil es ewig zu diesen ellenlangen Wartezeiten kommt und er in der Woche nun schon zum zweiten Mal über fünf Stunden warten musste. Scheint also ein Normalzustand zu sein.
Die Leute aus dem neuen Bus hatten ihren Skiurlaub in einem anderen Ort verbracht und erzählten, dass bei ihnen auf dem Hinweg nicht mal die Heizumg im Bus funktioniert hat.
Nie wieder Rainbow Tours !


Der Urlaub kostete mich 357,39 € + 4er Zimmer Aufschlag 35,28 € + Skipass 155 € + Ausgaben vor Ort für Essen, Getränke, Skikurs und Einkäufe.
Mit Rainbow Tours würde ich nie wieder fahren, da es nicht nur wenig erholsam, nervenaufreibend und schlecht organisiert ist, sondern auch eine Gefahr für Leib und Leben darstellt (Lenkzeiten, Bäume in Kurven, ...).
Für Sauftouren mag Rainbow ja der goldrichtige Veranstalter sein, aber nicht für einen schönen Urlaub, schon gar nicht für Familien.

19 Bewertungen, 2 Kommentare

  • VolcomIsaStone

    11.06.2002, 14:42 Uhr von VolcomIsaStone
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke für die Info

  • Tommi24

    22.04.2002, 03:28 Uhr von Tommi24
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dann weiss ich ja, wo ich nie buchen werde.