Renault Laguna Testbericht

Renault-laguna
AussenansichtenAttraktives-amarturenbrettGute-sportsitze
Abbildung beispielhaft
ab 40,40
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Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  sehr gut
  • Qualität & Verarbeitung:  schlecht
  • Ausstattung:  sehr gut
  • Platzangebot:  großzügig
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut
  • Anschaffungskosten:  hoch
  • Haltungskosten:  hoch

Erfahrungsbericht von jolinden

Kein Vergleich

Pro:

ausgewogen, keine ausgeprägten Schwächen

Kontra:

keine besonderen Stärken

Empfehlung:

Ja

Schon beinahe gelogen, mit dem Titel. Selbstverständlich vergleiche ich, nur vorwegnehme ich ein wenig meines Berichts.

Motivation
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Wer wie ich seine Brötchen in der Entwicklung der Autos von morgen und übermorgen verdient, und dabei noch einen gewissen Spaß an der Materie empfindet, ertappt sich gelegentlich beim Schreiben eines Berichts über seine aktuelle Benzinkalesche (resp. Diesel-). So auch heute wieder mal.

Mit unglaublichem Trennungsschmerz (ich berichtete) löste ich mich ja vergangenen November von meiner alten Karre und holte mir was Neues. Frischer Wind, Markenwechsel. Und sitze dann plötzlich in meinem neuen Laguna Grandtour 2.2 dCi, Ausstattungslinie Initiale. Aber lasst mich wie gewohnt chronologisch korrekt beginnen, bei der Findung.


Auswahl und Kauf
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Zur engeren Auswahl standen ursprünglich drei halbwegs familientaugliche Dieselkombis (BMW, Citroen, Renault) in weitgehend vergleichbarer gehobener Ausstattung und Motorisierung, deren Verkäufer sich um meine Gunst bemühen durften. Da alle drei Autos von den Ausstattungsoptionen zumindest nominell praktisch gleich waren, ließ ich den Ökonomen entscheiden, sprich den kombinierten Vorteil aus Neuwagenrabatt in Prozent und Inzahlungnahmewert meines Gebrauchten in Euro, mit verhaltener Berücksichtigung des Werterhalts, und da hatte dann der Renault trotz persönlicher Rosine (bei BMW) oder groß beworbenem 3000-Euro-Inzahlungnahmebonus (bei Citroen) die Nase eindeutig vorn.

Die Entscheidung wäre sicher anders ausgefallen, wenn ich Wert auf markenspezifische Vorteile wie hohen Individualisierungsgrad, Image, Frachtraum oder besonders dynamische Fahreigenschaften gelegt hätte, denn darin unterschieden sich die drei Kandidaten immens. Will damit sagen, dass je nach Interessenslage der Laguna weit davon entfernt sein kann, der \"best pick\" in dieser Dreierriege zu sein

Wobei bereits bei der Konfiguration der Wunschmodelle die ersten Unterschiede massiv ins Auge fielen. Der Internetkonfigurator des Renault lieferte mir zwar korrekte Ergebnisse, aber das war\'s dann auch. Seitenaufbaugeschwindigkeit, übersichtliche Struktur, Detailinfos zu Ausstattungsoptionen oder gar grafische Integration der gewählten Optionen - mehr oder weniger Fehlanzeige, beinahe unterboten durch den Citroen-Auftritt, und umso augenfälliger im direkten Vergleich zu deutschen Marken. Wenigstens die Verkäufer sowie die jeweiligen Prospekte boten umfassende Info und Freundlichkeit.

Einen Vorteil offeriert Renault mit seinen vielen verschiedenen Ausstattungslinien. Der gewünschte Luxuslevel ist jeweils relativ komplett (und imho sinnvoll zusammengefasst) abgebildet, d.h. man muss sich die Einzelextras seiner Preislage nicht mühevoll aus der (allerdings vor allem im Vergleich zu einem deutschen Anbieter wenig umfangreichen) Aufpreisliste zusammenkratzen.

Als Autokäufer mit starker Affinität zu elektronischen Gimmicks bleiben mir beim höchsten Niveau Initiale als aufpreispflichtige Optionen folglich nur noch Sachen wie Navi, Schiebedach oder extrabreite LM-Räder. Xenonlicht, Nebelleuchten, Reifendruckkontrolle, Metalliclackierung, 16-Zoll Alus, Dachreling, 4x40 Watt CD-Radio mit Fernbedienung, Zweizonenklimaautomatik, Tempomat/Tempobegrenzer, plappernder Bordcomputer, vorne elektrisches beheizbares Ledergestühl mit Memory, mehrere 12V-Steckdosen, Getränkehalter, Kopfstützen und Dreipunktgurte und Kopfairbags für alle Plätze, elektrisch anklappbare automatisch dimmende Spiegel, Regensensor, keyless entry/keyless drive, alle Fenster elektrisch, Heckklappenfenster separat zu öffnen, Parktrottelpieper hinten - das packen die alles schon mit rein. Mit dieser Ausstattung und dem teuren Dieselmotor dann knapp unter einem Listenpreis von 30 kEuro zu bleiben ist ein Argument.

Lieferung
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Angekündigte acht Wochen Lieferzeit wurden knapp unterboten, das ist Termintreue wie ich sie schätze. Der Wagen war dann auch fahrbereit - allerdings war das rechte hintere Fenster nicht zu öffnen, und die Radkappen zu den Winterrädern waren nicht dran (bis heute nicht lieferbar). Die Einweisung erlebte ich genauso beinahe komplett wie bei anderen Herstellern auch.

Qualität/Verarbeitung
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Der erste Werkstattaufenthalt war also schon vorprogrammiert. Der im Ersatz eingebaute neue Fensterheber lebte dann auch beachtenswerte 14 Tage, bevor ich den dritten solchen einbauen lassen musste. Nun ist mir auch klar, warum Türinnenverkleidungen mit druckknopfartigen Verschlüssen befestigt werden, im Fall meiner hinteren rechten Tür wäre vielleicht auch ein Vorhang zweckmäßig...? Innerhalb dieses ersten Monats verblich dann auch eine der zahlreichen Innenleuchten. Ein mit Flugrost besetzter verzinkter (?) Träger hinter dem Armaturenbrett, dessen Anblick mir beim Öffnen des Sicherungskastens ein ungläubiges Kopfschütteln entlockte ist laut Werkstatt kein Fehler sondern in allen Laguna-Fahrzeugen so, daher Standard, wir sprühen Ihnen ein bisschen Kriechöl drauf. Bravo Renault, ob ihr mit eurer zwölfjährigen Durchrostungsgarantie dann nicht doch eine Bauchlandung macht?

Im Fahrbetrieb gibt es gelegentliche tolerabel leise Knarz- und Kratzgeräusche, die aus Sicherheitsgurten/Lederpolsterung oder der ausziehbaren Kunststoffpersenning über dem Kofferraum herrühren, vor allem bei Temperaturschwankungen, aber nichts wirklich Nervendes.

Die Lackierung, Verschraubungen, Dichtungen etc. - soweit sie sich meinem Auge darbieten - sind ansonsten einwandfrei. Das Auto ist dort, wo noch Stahl verbaut wird voll verzinkt. Kotflügel vorne, Heckklappe und Stoßfänger sind aus Kunststoff und rosten somit nicht, die Motorhaube soll aus einer Alulegierung sein.

Qualität/Anmutung, Haptik
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Das ist so eine Sache. So edel das Ausstattungsniveau Initiale sich laut Preisliste liest wirkt es subjektiv nicht. Bereits die hellgraue Plastiklandschaft im Armaturenbrett, Konsolen und teilweise Gepäckraumauskleidung mit der unglücklich billig wirkenden Oberfläche ist zwei Klassen unter einem (basispreismäßig) halb so teuren aktuellen Seat Ibiza anzusiedeln. Dazu passt die hellgraue Lederpolsterung: Ich hab noch nie Leder gesehen, das derart überzeugend als Imitat verkauft werden könnte.

Gelungen sind hingegen die Teppiche in Innenraum und Kofferraum, sonstige Verkleidungsteile etc. Schlecht sitzende Passungen oder scharfkantige Plastikteile wie ich sie schon im aktuellen Mondeo gesehen habe mutet Renault dem Kunden nicht zu.

Aber so richtig billig wirken auf mich die zahllosen ebenso hellgrauen Schalter an Innenleuchten und Armaturenbrett...

Womit wir zur

Bedienung/Funktionalität
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kommen. Zum ersten Mal seit Jahren stellt man mir ein Auto hin, bei dem die Motorhaube nicht mit Gasdruckfedern aufgestellt wird, sondern mit Muskelkraft und ausklappbarer Stütze. Wie bei meinem 75er Polo, der Herr hab ihn selig. In welcher Preisklasse bewegen wir uns gleich nochmal eigentlich?

Die Türen haben extrem schwache Aufsteller, speziell hinten. Diese Philosophie (?) findet sich denn auch an der Heckklappe wieder, bei der sich Schwerkraft und Gasdruckfedern bereits im Neuzustand permanent streiten, wer beim Öffnen die Oberhand bekommt.

Der Bordcomputer hat zwar eine Menge äußerst interessanter Funktionen, diese lassen sich aber nur vorwärts durchwählen, d.h. für einen effektiven Schritt rückwärts muss ich de facto ziemlich heftig vorwärts tippeln. Der im BC integrierte Verbrauchsrechner ist so präzise wie noch keiner der zahlreichen von mir gefahrenen und berechnet tatsächlich bis auf einen Zehntelliter genau den Wert, der sich aus der getankten Menge geteilt durch die gefahrenen Kilometer ergibt.

Bei eingeschalteter Innenbeleuchtung funzelt\'s aus drei Deckenleuchteinheiten, die von vorne gedimmt werden können. Aber selbst bei voll aufgedrehter Leuchtkraft kann die Dunkelheit nicht richtig aus dem Auto vertrieben werden, wer da nach Gurtschlössern oder ähnlichem Zeugs fischen muss braucht gute Augen. Erinnert mich ein wenig an die Nachtlichter von Kleinkinderzimmern; immerhin blendet\'s einen nicht. Wesentlich stärker strahlen übrigens die Leuchten in den geöffneten Türen, ein wichtiges Sicherheitsplus.

Der Schalter für die Sitzheizung ist nicht wie bei den meisten anderen mir bekannten Fabrikaten zentral untergebracht, sondern direkt am Sitz. Dort aber so ungeschickt, dass man ihn nicht sehen kann, sondern lange und aufwändig ertasten muss - für jemanden der nur gelegentlich mitfährt oder gar zum ersten Mal eine mehrminütige Geduldsprobe. Überdies gibt es bei dieser (langsam ansprechenden) Heizung keine Mehrstufigkeit, immerhin ist nicht nur die Sitzfläche, sondern auch die Lehne beheizt, und die Leistung so ausgelegt, dass sie nie als zu schwach oder zu stark empfunden wird.

Noch besser macht\'s die (in halben Grad steuerbare) Innenraumklimatisierung. Egal welche Außentemperatur, die Klimatisierung arbeitet schnell, auffallend zugfrei und wirksam (erheblich angenehmer als im Passat), und ist dabei geräuschmäßig unaufdringlich. Minuspunkt hier ist die kaum gegebene Beschlagfreiheit der hinteren Scheiben bei Schmuddelwetter, da bin ich Besseres gewohnt.

A propos Schmuddelwetter. Die Bedienung von Scheibenwischer und Licht ist intuitiv einfach, der Regensensor funktioniert ausgezeichnet und bricht nicht wie bei manch anderen Marken manchmal in unkontrollierbares Hektikgewische aus. Beim Einlegen des Rückwärtsgangs schaltet sich zum laufenden Frontscheibenwischer automatisch der Heckscheibenwischer zu. Blöd ist, dass für\'s Laternenparken die Scheibenwischer nicht abgeklappt werden können - da ist die Motorhaube im Weg. Abgesehen von den Sitzheizungsschaltern sind alle anderen Bedienelemente dort wo man sie erwartet, was mir den Umstieg auf dieses Auto leicht gestaltet hat.

Die Sitze sind - naja. Vorne hat man (deutsche und schwedische Sitze gewohnt) bei egal welcher Einstellung immer das Gefühl unbequem zu sitzen. Scheint mir psychologisch bedingt zu sein (weiche Sitze?), denn auch nach stundenlanger Fahrt gibt\'s keine Beschwerden, obwohl ich da eigentlich ziemlich empfindlich bin. Die Seitenführung der Sitze ist gelinde gesagt mau, was durch das glatte und mithin rutschige Leder nicht gerade gemildert wird. Immerhin sind die Kopfstützen auch für Sitzriesen wie mich ausreichend hoch einstellbar. Hinten sitzt man bequemer, vor allem im Vergleich zum klassengleichen Passat.

Die serienmäßig und ohne aufgelistete Alternativen verbaute Audioanlage (RDS, Mono-CD) ist mit einem Bediensatelliten am Lenkrad ausgerüstet und verschwindet bei Bedarf inklusive Becherhalter hinter einer Klappe. Der Klang der acht Lautsprecher lässt sich am besten mit Gequäke beschreiben, unglaublich, dass hier nicht zumindest eine Option für eine zum Ausstattungsniveau halbwegs passende Qualität angeboten wird. Immerhin ist neben RDS-EON und TPY auch eine einstellbare Lautstärkenanpassung enthalten, womit die subjektiv empfundene Lautstärke bei allen Geschwindigkeiten einigermaßen gleich ist.

Das Umlegen der Rückbank, Standardübung für Kombis, gelingt mit ein bisschen zu viel Aufwand. Die Kopfstützen lassen sich nicht versenken und müssen manuell ausgebaut werden, wozu man die Lehne aber erst mal schräg stellen muss. Beim Wiederaufbau der Rückbank ist wiederum ein wenig Geschick mit den Gurtschlössern angebracht, das ist anderswo schon mal besser gelöst worden.

Die Platzverhältnisse sind ausgesprochen üppig, sowohl von der Breite als auch der Kopffreiheit. Auf der Rückbank findet man auch als Großgewachsener hinter einem langbeinigen Fahrer reichlich Kniefreiheit vor. Der Kofferraum wird mit 475 Litern angegeben, ein Wert den die Fachpresse als typisch für einen Lifestylekombi, also nicht nutzwertoptimiert bezeichnet. Ich empfinde den Kofferraum als ausreichend groß für eine Vierpersonen-Urlaubsfahrt, wobei angenehm zu vermerken ist, dass unter der Abdeckung eine (im Vergleich zu vielen Kombis mit litermäßig größeren Kofferräumen) sinnvolle Höhe da ist, damit man nicht schon zum Transport einer mittelhohen Kiste die Abdeckung entfernen muss (wie z.B. bei Volvo V70, Opel Omega)

Einstieg und Start ist mit der Chipkarte gelöst, es gibt also keinen Schlüssel mehr, und man kann auch auf die Fernbedienung verzichten. Das Auto erkennt nämlich (leider nur bei einer der beiden gelieferten Karten) automatisch (und bisher wider meine Skepsis auch zuverlässig), wann die Zentralverriegelung auf- oder zusperren soll. Allerdings muss man zum Aktivieren der Zündung die Karte dann doch noch in einen Slot im Armaturenbrett einschieben, kann sie also nicht bequem in der Tasche lassen, womit sie ihren potenziellen Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Schlüssel (mit Fernbedienung) leider verspielt.

Die automatische Reifendruckkontrolle mit Warnsystem bei Druckverlust, zunächst ein nettes Feature, hat auch ihre Tücken: die Räder sind mit der jeweiligen Einbauposition kodiert und können daher ohne Werkstattaktion nicht achsweise getauscht werden. Ebenso ist man beim Kauf von Winterrädern - sofern die Funktion der Druckkontrolle erhalten bleiben soll - auf ziemlich teure Renault-Originalräder angewiesen (1000 Euro für 4 Stahlräder 205/55R16T zzgl. Radkappen)

Zum

Fahren
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Der 150 PS Commonrail Dieselmotor ist äußerst kultiviert, was mir als ex-TDI-Fahrer ganz besonders auffällt. Lediglich im Leerlauf sind (leise) dieseltypische Geräusche zu hören, Vibrationen bleiben dabei fast aus. Bei Drehzahlen, auch unter Last, ist dann überhaupt nichts mehr von Diesel zu hören, nur das Singen des Turbos fällt auf. 320 Nm bei 1750 U/min und 110 kW bei 4000 U/min sollten dem 1,6 Tonner meines Erachtens etwas mehr Dynamik verleihen als ich bekomme, aber Renault weist darauf hin, dass die volle Leistung erst ab 6000 km zur Verfügung steht, vielleicht wird\'s noch. Jedenfalls nicht so kraftvoll wie uns die Werbung vergangenen Sommer glauben machen wollte, als der Laguna mit diesem Motor, regennass, aus dem Stand so zackig davonfuhr, dass die Kontur in Regentropfenform kurz stehen blieb. Speziell im Vergleich zu den rustikaleren TDI-Motoren fällt der Bumms erheblich ziviler aus, die Kraftentfaltung ist nicht verhaltener, aber wesentlich gleichmäßiger. Das Sechsganggetriebe schaltet sich leicht und exakt, mit kurzen Schaltwegen, was ich bei so vielen Gängen honoriere. Es handelt sich auch nicht um ein Schongetriebe, alle Stufen werden für\'s normale Fahren bis zur angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 212 km/h benötigt.

Das Fahrwerk ist mal wieder ambivalent. Hervorragender Geradeausfahrkomfort, kurz und lange Bodenwellen werden knackig abgefedert, die Seitenneigung in Kurven ist auffallend gering. Spurwechseln, Slalomfahren bzw. kurvige Landstraßen sportlich zu heizen ist allerdings gar nicht seine Stärke. Bei schnellen Richtungswechseln fühlt sich das Heck an, als ob es nochmal extra ausholen würde, weiß der Kuckuck ob da eine passive Lenkung drin ist, ich fühl mich jedenfalls schon bei relativ gemäßigten Manövern nicht besonders wohl damit. Die Traktion ist ausgezeichnet, fast schon auf Allradniveau, kein Wunder bei einer Last von ca. 70% des Gewichts auf den Antriebsrädern.

Die Geräuschentwicklung ist moderat, ob man nun mit Richtgeschwindigkeit oder etwas flotter unterwegs ist. Das gilt für den Antriebsstrang genauso wie für aerodynamische Effekte.

Wirtschaftlichkeit
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2,2 Liter Diesel mit Euro3, das sind etwas über 300 Euro bundesdeutsche Kfz-Steuer. Dafür spart man beim Kraftstoff, wobei ein EG-Durchschnittswert von 6,6 Litern von vielen Konkurrenten (schon wieder TDI) deutlich unterboten wird, und ich ihn in der Praxis auch nicht erreiche. Renault verweist wieder auf die o.g. 6000 km-Schwelle, die neben der bereits beschworenen Voll-Leistung auch eine Verbrauchsminderung erwarten lassen soll. Ich hab bis jetzt noch nichts gemerkt, aber vielleicht wird\'s noch... Mit 7-8 Litern je nach Fahrweise will ich mal (noch) nicht meckern, bei dem im Verhältnis zur Fahrzeugklasse großen Tank von 70 Litern ist man auch als Vielfahrer in der Lage, eine kurzfristige Spritpreiswucherei auszusitzen.

Die Versicherung verlangt den oft angewandten Dieselaufschlag und stuft HP/VK aktuell mit 20/19 ein, das ist klassenüblich mehr teurerer Durchschnitt als gut.

Die Wartungskosten halten sich in Grenzen, der Wagen benötigt nur alle 2 Jahre bzw. 30000 km eine kleine Inspektion und halb so oft die Große. Da könnte man die Motorhaube fast schon zuschrauben (der Komfortverlust gegenüber dem vorsintflutlichen Aufstellmechanismus wäre nichtmal so groß). Wenn man dann - wie ich - das Renaultangebot einer sog. RKS nutzt, bekommt man für eine definierte Zeit und Laufleistung sämtliche Wartungen und Verschleißreparaturen (außer Reifen) zu 100% umsonst, das kostete bei meiner Wahl für 3 Jahre und 40 tkm knapp sechshundert Euro. Mit enthalten ist gleich die Garantieverlängerung für den gesamten Zeitraum.

Sonstiges und Fazit
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Der Laguna Grandtour ist ein stylistisch interessantes, vollwertiges Familienauto mit ordentlich Platz innen, brauchbarem Kofferraum und vielen sinnvollen, einigen spielerischen, häufig innovativen aber auch etwas anfälligen Details. Der 2.2dCi Motor bringt ausreichende Fahrleistungen für längere Strecken ohne richtig sportliche Erwartungen zu erfüllen, ist durchschnittlich sparsam und in Komforthinsicht einem laufruhigen Benziner gleichwertig. Die Ausstattung ist vor allem beim Initiale sehr umfangreich und relativ gesehen ist der Laguna damit preiswert, allerdings fehlt Raum zur Individualisierung des Fahrzeugs. In der subjektiven wie objektiven Qualität ist an einigen Stellen doch immer wieder der Franzose zu erkennen, aber in einem derart geringen Maß, dass man sich nicht richtig ärgern muss.

Zu behaupten, der Wagen wäre kein Vergleich mit Konkurrenzprodukten wäre - in beiden Richtungen - eine ungerechtfertigte Übertreibung.

Aus heutiger Sicht würde ich mir diesen Wagen wieder kaufen, mittlerweile wird er mit einer leicht aufgewerteten Ausstattung angeboten, und ebenfalls neu ist die Option eines fünfstufigen sog. proaktiven Getriebeautomaten für den 2.2 dCi.

12 Bewertungen