Robbie Williams Testbericht

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Erfahrungsbericht von schneeweisschen

Musik für die Seele

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Früher fand ich Swing-Musik gemütlich und irgendwie sehr nostalgisch. Er passte gut in diese alten Hollywood-Filme. Aber das war es dann auch schon. Der einzige Song, den ich mitsingen konnte, war der Sinatra-Klassiker „My Way“. Eine CD mit reinen Swing-Liedern schaffte es nie in meine Sammlung.

Bis dann Robbie Williams „Swing When You´re Winning“ veröffentlichte. Da war es um mich geschehen. Der Ex-Take That- Rowdie hatte ja in der Vergangheit schon des öfteren durch wunderbare Songs und nicht immer ganz jugendfreie Auftritte auf sich aufmerksam gemacht. Ich hörte seine einzigartige Stimme schon immer gern (schon zu Take That Zeiten – aber das bleibt unter uns!). Pünktlich zum Weihnachtsfest 2001, rechtzeitig genug um noch auf tausenden von Wunschzetteln zu landen, erschien sein für die heutige Zeit sehr ungewöhnliches Album „Swing When You´re Winning“. Und auch für mich lag diese CD unter dem Weihnachtsbaum. Der Titel der CD ist übrigens eine Anspielung auf sein Album „ Sing when you´re winning“.

Sicher hatten die Mitglieder der Frank Sinatra Foundation einige schlaflose Nächte nach ihrer Entscheidung, Robbie Williams das OK für das Album zu geben, in dem ja einige Songs im Original von Frank Sinatra stammen. Doch diese Entscheidung war Gold wert. Eine schönere Homage an den guten alten Gentleman des Swing könnte es wohl kaum geben.

„Swing When You´re Winning“ wurde im selben Studio aufgenommen, in dem u.a. schon Frank Sinatra und Dean Martin für ihre legendären Aufnahmen gestanden hatten.
Das Cover ist eher unspektakulär, zeigt aber einen umwerfend gutaussehenden Robbie Williams mit typischer 40er Jahre Gelfrisur in einem Tonstudio-Ambiente, das ebenfalls aus dieser Zeit zu stammen scheint.


>>> Titel 1: I Will Talk And Hollywood Will Listen >> Titel 2: Mack The Knife >>>

Dieses Lied dürfte wohl jeder unter dem deutschen Titel "Und der Haifisch, der hat Zähne" aus der "Dreigroschenoper" kennen. Ein schneller Song, bei dem ich meine Füße nie still halten kann und bei dem man das spitzbübische Grinsen von Robbie förmlich spüren kann.

>>> Titel 3: Something Stupid <<<

Das wohl bekannteste Lied dieses Albums hat es auch in die deutschen Top 10 geschafft. Robbie Williams hat mit seiner Duett-Partnerin Nicole Kidman („Moulin Rouge“) einen sehr guten Griff getan. Der zarte und doch sehr erotische Gesang der beiden sorgt für prickelnde Stimmung. Macht nichts, wenn ihr den Player auf Dauerrepeat stellt. So schnell geht einem dieser Ohrwurm nicht auf die Nerven.

>>> Titel 4: Do Nothin´Till You Here From Me <<<

Dieser Song groovt. Wohl eine eher seltsame Beschreibung, aber genauso empfinde ich ihn. Ein richtiger Macho-mit-Zigarre-im-Mundwinkel-Song mit einer gut gelaunten Orchester-Begleitung.

>>> Titel 5: It Was A Very Good Year <<<

Als ich dieses Lied auf dieser CD zum ersten Mal hörte, glaubte ich zu träumen: ein Duett zwischen Robbie Williams und Frank Sinatra. Moderner Technik sei Dank. Sehr langsam, mit zu Tränen rührender Instrumentalbegleitung. Für mich eines der schönsten Lieder auf dem Album, traurig und hoffnungsvoll zugleich. Und diese beiden Stimmen harmonieren so wunderbar, als wären sie tatsächlich zusammen aufgetreten. Manchmal fiel es mir sogar schwer zu sagen, wer von beiden gerade singt. Robbie Williams Respekt gegenüber Frank Sinatra ist gerade bei diesem Lied sehr stark zu spüren.

>>> Titel 6: Straighten Up And Fly Right <<<

Eine musikalische Fabel, die sehr locker, fröhlich und beschwingt daher kommt. Passt super in eine verrauchte Whiskybar. So muß Swing sein!!

>>> Titel 7: Well, Did You Evah <<<

Wieder ein Duett: diesmal mit Jon Lovitz (Komiker aus „Saturday Night Live´s“). Ich muß jedes Mal an eine Musical denken, da der Musikstil und die Orchesterbegleitung so ganz typisch dafür klingen. Dazu gehört für mich eine Steptanzeinlage, die Robbie Williams vielleicht sogar schon in einem seiner Konzerte geliefert hat. Das ist aber nur so eine Fantasie von mir.

>>> Titel 8: Mr. Bojangles <<<

Auch dieser Song ist aufgrund seiner zahlreichen Interpretationen durch verschiedene Künstler (u.a. Sammy Davis Junior) ziemlich bekannt geworden. Er erzählt vom Leben des bekanntesten Steptänzers der Welt, Bill Robinson (ich habe diesen Namen hier allerdings zum ersten Mal gehört). Auch wieder ein recht fröhlicher Song, der zum Mitswingen und Mitpfeifen einfach wie geschaffen ist.

>>> Titel 9: One For My Baby <<<

Ein absolut herzzerreissendes Lied, das sich für melancholische Momente hervorragend eignet. Die Klavierbegleitung stammt übrigens von Frank Sinatras legendärem Stammpianisten Bill Miller, der bei den Aufnahmen für dieses Album bereits stolze 84 Lenze zählt.

>>> Titel 10: Things <<<

Dieses Lied kennt ihr mit Sicherheit auch. Ich konnte zumindest sofort den halben Text mitsingen. Ein sehr fröhliches Duett mit der britischen Schauspielerin Jane Horrocks, das sich von Strophe zu Strophe immer eine Tonhöhe nach oben schraubt. Ein absoluter Gute-Laune-Song.

>>> Titel 11: Ain´t That A Kick In The Head <<<

Wenn mein 7 Monate alter Sohn dieses Lied hört, strahlt er mich immer an. Fragt nicht wieso, aber er scheint es unglaublich zu lieben. Er hat halt Geschmack.

>>>Titel 12: They Can´t Take That Away From Me <<<

Ein Song aus einem Broadway Film mit Fred Astaire, der sehr überzeugend im Duett mit Rupert Everett (ebenfalls Schauspieler) gesungen wird. Schön anzuhören, typischer rauchiger Swing..

>>> Titel 13: Have You Met Miss Jones? <<<

Diesen Song nutzte Robbie Williams als „Opener“ auf seiner legendären Show in der Royal Albert Hall. Eine gute Wahl, wie ich finde. Ein Klassiker, der einfach auf dieses Album gehört.

>>> Titel 14: Me And My Shadow <<<

Passenderweise wieder ein Duett, denn der Schatten ist in diesem Fall Robbies bester Freund Jonathan Wilkes. Die gute Beziehung zwischen den beiden nimmt man ihnen dank dieses fröhlichen Liedes, das mit einigen Lachern gespickt ist, gerne ab.

>>> Titel 15: Beyond The Sea <<<

Leider der letzte Titel auf diesem Album, nett, aber nicht der große Kracher. Da hätte sich sicher ein geeigneteres Schlußlied gefunden.

Wobei: wirklich zu Ende ist das Album damit noch nicht, denn wie bei Robbie Williams-Alben üblich, gibt es nach fast einer halben Stunde Stille noch ein „Special Feature“: Tonausschnitte von den Studioaufnahmen – recht witzig.

Mein Fazit
****************

Eines der besten Alben des Jahres 2001.
Ich könnte mir im nachhinein niemanden vorstellen, der besser dafür geeignet wäre, so ein Album zu veröffentlichen, auch wenn ich anfangs eher skeptisch war. Aber ihm gelingt die Balance zwischen Original und Eigeninterpretation hervorragend und hat selbst die größten Kritiker überzeugt.
Robbie Williams schafft es, Jung und Alt zusammenzubringen.
Frank Sinatra – Fans hören dieses Alben wegen der Lieder, Robbie Williams Fans wegen Robbie Williams...
Und am Ende sind alle glücklich!!!
Ein Album zum Autofahren, für gemütliche Kuschelabende, als Hintergrundmusik für vornehme Stehparties, zum entspannten Zuhören, zum Tanzen... Ach, einfach für jede Gelegenheit!

Nur schade, daß einige der bekanntesten Lieder von Frank Sinatra auf der CD fehlen, z.B. „My Way“ und „New York New York“.

Viel Spaß beim Swingen wünscht Euch

Euer Schneeweisschen

17 Bewertungen, 1 Kommentar

  • krawallo

    18.03.2002, 19:31 Uhr von krawallo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Robbie rulezzzzzzzzzzzz