Erfahrungsbericht von fabiangdi
Billigflieger revolutionieren den Markt nicht nur in der Luft
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Revolution am Himmel über Europa ist in vollem Gang. Das Publikum staunt: Flugreisen zum Preise einer längeren Omnibusfahrt, gar von Straßenbahn oder Zug. Der Ire Michael O‘Leary, Chef von Europas
größter Billigflug Gesellschaft, hat eine neue Form des Reisens begründet. Gerade in diesen Tagen verschenken die Iren, die im ersten Halbjahr acht Millionen Passagiere transportierten, noch bis zum
kommenden Montag 500 000 (!) Freiflüge. Nur Steuern, Gebühren und die Kreditkarten~Pau5chale sind zu berappen.
Verkehrte Welt? Als Ryanair im Hunsrück vor drei Jahren antrat, belächelten die etablierten Manager den „irren Iren“. Mittlerweile haben sie — von der Lufthansa bis zum weltgrößten Reisekonzern TUI — zum Gegenschlag ausgeholt. Lange hieß es, eine Billigflug-Gesellschaft auf deutschem Boden sei nicht rentabel zu betreiben. Nun geht es auf einmal doch. Wo früher mehrere Hundert Euro für einen Flug in europäische Metropolen fällig wurden, geht es jetzt plötzlich für 19,99 oder 29,99 Euro. Anfangs belächelt und bald wieder totgesagt, sind die Niedrigpreisflieger dabei, gewichtige Marktanteile zu erobern. Sie locken vor allem Kunden an, die andere Verkehrsmittel nutzten.
Natürlich nehmen sie auch den etablierten Gesellschaften Kunden weg, aber offensichtlich nicht so viele wie vermutet. Niedrigpreisgesellschaften sind so sicher oder unsicher wie jede andere Fluggesellschaft und unterliegen den gleichen Gesetzen und technischen Standards. Das veränderte Geschäftskonzept und knochenhartes Kostenmanagement sorgen für die Preisvorteile.
Derzeit herrscht Goldgräber Stimmung. Der Markt wir mit Sicherheit auch dort für eine Auslese sorgen. Der gut informierte und zeitlich flexible Kunde hat den Preisvorteil, wenn er die Angebote zu nutzen versteht. Die Durchschnittspreise pro Flug liegen natürlich höher als die limitierten Discount-Schnäppchen: Zwischen 60 und 85 Euro pro Ticket.
Gefahr droht den Etablierten von einer anderen Seite: Noch sind die voll zahlenden Geschäftsreisenden
Rückgrat ihrer Erträge. Und es ist abzusehen, dass die Aldis und Lidls der Lüfte, wenn ich sie mal so nennen darf, auch in diesem Revier wildern werden. Die neue Fliegerei schafft einen neuen Typ von Verbraucher: Er sucht sich einen billigen Flug, kombiniert ihn selbst mit einem Hotel am Zielort, und fertig ist das Reisepaket, alles preiswert übers Internet und ohne Reisebüro. Die Zwangsehe von Urlauber und Reiseveranstalter nähert sich ihrem Ende zu. Mir persönlich kommt diese Art des Planens und Reisens sehr entgegen.
Die Touristik-Konzerne und ihre Büros werden sich etwas einfallen lassen müssen, um dem potenziellen Kunden den Mehrwert ihrer Dienstleistung klar zu machen. Ob der gute, alte Reisekatalog dafür das brauchbare Medium ist? Auch verkehrspolitisch ist die zunehmende Billigfliegerei von hoher Brisanz: Denn das ökologisch so hoch gelobte Transportmittel Bahn gerät in gewaltigen Zug-Zwang. Vielleicht sollte sich die Bahn, statt über den international üblichen Steuervorteil des Flugbenzins zu lamentieren, bei den Billigfliegern einmal die Unternehmenskonzepte abgucken, um ihre von Dauer-Verspätungen genervten Kunden bei der Stange zu halten. Ich glaube dass wir da alle mitfühlen können, denn wer von uns war nicht schon von diesem schlechten Service der Bahn betroffen.
größter Billigflug Gesellschaft, hat eine neue Form des Reisens begründet. Gerade in diesen Tagen verschenken die Iren, die im ersten Halbjahr acht Millionen Passagiere transportierten, noch bis zum
kommenden Montag 500 000 (!) Freiflüge. Nur Steuern, Gebühren und die Kreditkarten~Pau5chale sind zu berappen.
Verkehrte Welt? Als Ryanair im Hunsrück vor drei Jahren antrat, belächelten die etablierten Manager den „irren Iren“. Mittlerweile haben sie — von der Lufthansa bis zum weltgrößten Reisekonzern TUI — zum Gegenschlag ausgeholt. Lange hieß es, eine Billigflug-Gesellschaft auf deutschem Boden sei nicht rentabel zu betreiben. Nun geht es auf einmal doch. Wo früher mehrere Hundert Euro für einen Flug in europäische Metropolen fällig wurden, geht es jetzt plötzlich für 19,99 oder 29,99 Euro. Anfangs belächelt und bald wieder totgesagt, sind die Niedrigpreisflieger dabei, gewichtige Marktanteile zu erobern. Sie locken vor allem Kunden an, die andere Verkehrsmittel nutzten.
Natürlich nehmen sie auch den etablierten Gesellschaften Kunden weg, aber offensichtlich nicht so viele wie vermutet. Niedrigpreisgesellschaften sind so sicher oder unsicher wie jede andere Fluggesellschaft und unterliegen den gleichen Gesetzen und technischen Standards. Das veränderte Geschäftskonzept und knochenhartes Kostenmanagement sorgen für die Preisvorteile.
Derzeit herrscht Goldgräber Stimmung. Der Markt wir mit Sicherheit auch dort für eine Auslese sorgen. Der gut informierte und zeitlich flexible Kunde hat den Preisvorteil, wenn er die Angebote zu nutzen versteht. Die Durchschnittspreise pro Flug liegen natürlich höher als die limitierten Discount-Schnäppchen: Zwischen 60 und 85 Euro pro Ticket.
Gefahr droht den Etablierten von einer anderen Seite: Noch sind die voll zahlenden Geschäftsreisenden
Rückgrat ihrer Erträge. Und es ist abzusehen, dass die Aldis und Lidls der Lüfte, wenn ich sie mal so nennen darf, auch in diesem Revier wildern werden. Die neue Fliegerei schafft einen neuen Typ von Verbraucher: Er sucht sich einen billigen Flug, kombiniert ihn selbst mit einem Hotel am Zielort, und fertig ist das Reisepaket, alles preiswert übers Internet und ohne Reisebüro. Die Zwangsehe von Urlauber und Reiseveranstalter nähert sich ihrem Ende zu. Mir persönlich kommt diese Art des Planens und Reisens sehr entgegen.
Die Touristik-Konzerne und ihre Büros werden sich etwas einfallen lassen müssen, um dem potenziellen Kunden den Mehrwert ihrer Dienstleistung klar zu machen. Ob der gute, alte Reisekatalog dafür das brauchbare Medium ist? Auch verkehrspolitisch ist die zunehmende Billigfliegerei von hoher Brisanz: Denn das ökologisch so hoch gelobte Transportmittel Bahn gerät in gewaltigen Zug-Zwang. Vielleicht sollte sich die Bahn, statt über den international üblichen Steuervorteil des Flugbenzins zu lamentieren, bei den Billigfliegern einmal die Unternehmenskonzepte abgucken, um ihre von Dauer-Verspätungen genervten Kunden bei der Stange zu halten. Ich glaube dass wir da alle mitfühlen können, denn wer von uns war nicht schon von diesem schlechten Service der Bahn betroffen.
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