Schwimmen (gebundene Ausgabe) / Martin Krauß Testbericht

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Erfahrungsbericht von No-Angel

Leistungsschwimmen macht Spaß!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Schwimmen als Leistungssport ist wirklich sehr anstrengend. Ich habe es ca. 5-6 Jahre lang gemacht und jetzt möchte ich es euch einmal berichten.

Wenn euch die Vorgeschichte nicht interessier, fangt am besten bei der fetten Überschrift „LEISTUNGSSCHWIMMEN“ an zu lesen!

...

VORGESCHICHTE (Wie es bei mir anfing)


...

Mit 4 ½ Jahren fing es an. Ich wollte schwimmen lernen. Schön und gut, also ging ich zu einem Schwimmkurs. Als ich dann 5 ½ Jahre alt war, machte ich vorzeitig mein Seepferdchen (man darf es eigentlich erst ab 6 Jahren).

Seepferdchen:

Eine Bahn (25 m) irgendwie, aber ohne Hilfsmittel schwimmen und einen Ring holen, von da, wo einem das Wasser bis zu den Schultern geht.

...

Dann ging es einfach weiter. Ich kam in den nächsten Schwimmkurs, der war für die etwas fortgeschrittenen. Hier lernten wir dann auch schon ein bisschen die Technik und auch etwas grob die Feinheiten.
Irgendwann mit 7 machte ich dann Bronze.

Bronze:

1. Sprung vom Beckenrand und 200 m Schwimmen in höchstens 15 Minuten oder 15 Minuten Dauerschwimmen. Meine Zeit war 7:36,77 Minuten.
2. einmal ca. 2 m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen eines Gegenstandes (meistens Ring).
3. Sprung aus 1 m Höhe oder Startsprung
4. Kenntnis von Baderegeln *

* Ich musste die Baderegeln jedoch gar nicht lernen. :-)!



...

Wieder ging der Schwimmkurs weiter nur wieder ein anderer. Hier lernten wir dann so richtig die Technik. Wir sollten lieber erst einmal langsam schwimmen und auf unsere Technik achten, denn später wird man dann von alleine schneller.
Nach recht kurzer Zeit (5 Monate ich war 8) machte ich dann Silber.

Silber:

1. Startsprung und
400 m Schwimmen in höchstens 16 Minuten, davon
300 m in Bauch- und
100 m in Rückenlage
oder
30 Minuten Dauerschwimmen, davon 5 Minuten in Rückenlage
Meine Zeit: 14:22,02
2. zweimal ca. 2 m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen je eines Gegenstandes
3. 10 m Streckentauchen
4. Sprung aus 3 m Höhe
5. Kenntnis von Baderegeln und Selbstrettung *

* Musste ich wieder nicht! :-)!

...

Jetzt fing es so richtig an mit dem Leistungsschwimmen! Ich kam wieder in den höheren Kurs und lernte noch mehr Feinheiten, um so richtig schnell zu werden. Es war ein richtig hartes Training 4 mal die Woche jeweils 1 ½ bis 2 Stunden.
Mit 9 Jahren machte ich dann endlich Gold!

Gold:

1. 600 m Schwimmen in höchstens 24 Minuten. Meine Zeit: 16:39,06
2. 50 m Brustschwimmen in höchstens 70 sec. Meine Zeit: 0:59,76
3. 25 m Kraulschwimmen
4. 50 m Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder
50 m Rückenkraulschwimmen
5. 15 m Streckentauchen
6. Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen von drei kleinen Tauchringen aus einer Wassertiefe von etwa 2 m innerhalb von 3 Minuten in höchstens 3 Tauchversuchen
7. Sprung aus 3 m Höhe
8. 50 m Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen ( Ziehen ist leichter)
9. Baderegeln, Hilfe bei Unfällen im Wasser (Selbst- und Fremdrettung)*

* Musste ich wieder nicht können!


...


LEISTUNGSSCHWIMMEN

Mit Gold kam ich dann wieder in die bessere Gruppe und es ging richtig hart zur Sache. Es wurde immer noch 4 mal die Woche geübt und jetzt ca. 2 Stunden. Das war nicht nur einfaches Schwimmen, sondern richtig hartes Training. Ich möchte nicht wissen, wie ich da im Wasser geschwitzt habe! Das ist schon einmal der erste große Vorteil! Man merkt nicht, dass man so schwitzt und es ist auch nicht gleich alles so ekelig verklebt!

...

Unser Training sah ungefähr so aus:

500 m Einschwimmen
Davon 200 m Kraul, 100 m Brust, 100 m Rücken und 100 m Freistil.

Danach haben wir oft das Wenden geübt, denn hier kann man viel Zeit gewinnen und ebenso verlieren. Natürlich machten wir die Rollwende. Wir schwammen also (Kraul) auf den Rand zu und machten kurz davor eine Rolle, stießen uns vom Rand ab und schwammen weiter.

Aber warum sind die Wenden so wichtig?

Man schwimmt ja mit hoher Geschwindigkeit auf die Wand zu. Wenn man jetzt am Rand anhalten würde und umdrehen würde, hätte man ja die ganze Geschwindigkeit verloren, denn man hält an der Wand ja ganz an. Man kann sich zwar dann wieder abstoßen, jedoch hat man noch lange nicht die Geschwindigkeit zurück.
Bei der Rollwende behält man einfach die Geschwindigkeit und dreht sich. Dann stößt man sich von der Wand ab. Natürlich ginge es noch viel schneller, wenn die Bahnen viel länger wären, jedoch gibt es kaum 50 m Bahnen (bei uns jedenfalls nicht).

Dann sind wir oft zum Startblock gegangen und haben Sprints gemacht. Auch der Startsprung musste gut sein, denn durch den richtigen Startsprung hat man auch wieder Zeit und Kraft gespart.

Später kam dann auch die Rollwende beim Rückenschwimmen, denn die ist etwas anders. Kurz vor der Wand muss man sich auf den Bauch drehen und wieder mit einer Rolle wenden. Diese ist aber fast wie die beim Kraulschwimmen, nur dass man hier dann eben wieder auf dem Rücken liegen muss, wenn man an der Wasseroberfläche ankommt.

...

Am Wochenende kamen dann die Wettkämpfe. Schrecklich war das eigentlich. Sehr viele Leute auf kleinstem Raum alle zusammen im Schwimmbad. Die Luft in einem Schwimmbad ist zwar nie richtig gut, aber bei Wettkämpfen ist sie besonders schlecht.
Schrecklich ist auch, dass alles immer so laut ist und alle angefeuert werden, weil es ja manche Schwimmlehrer nicht lassen können ihre Schützlinge im Wasser laut anzubrüllen um vielleicht noch die letzte zehntel Sekunde herauszuholen.
Da hatten wir schon einmal einen großen Vorteil, denn wir hatten eine Schwimmlehrerin die nicht so blöd gebrüllt hat und auch immer nett war!

Bei Schwimmwettkämpfen können Zehntel Sekunden sehr viel ausmachen. Ich weiß es noch genau! Als ich auf dem 6. Platz war (von 40-50) hätte ich eine Zehntelsekunde schneller schwimmen müssen um auf den 2. Platz zu kommen. Unglaublich, aber wahr und gemein ;-(!

...

Mit ca. 11 Jahren hörte ich dann auf zu schwimmen. Es war schrecklich! Immer diese Wettkämpfe, bei denen es immer so laut war und es auf die letzten Hundertstelsekunden ankam. Immer sollte man im Training besser werden und immer waren die anderen besser als ich. Das Problem bei mir war wahrscheinlich auch, dass bei mir im Kurs fast nur Jungen waren. Nur ein anderes Mädchen. Deshalb hatte ich dann bestimmt auch keine Lust mehr, weil die Jungen immer besser waren. Eigentlich war ich nicht schlecht, sondern sogar recht gut. Es ist nämlich so, dass die Jungen eigentlich im Schwimmen immer schneller sind als die Mädchen, weil sie auch einfach mehr Kraft haben.

Ich war jedoch trotzdem glücklich über meine Entscheidung und machte nun viel mehr verschiedene Sachen in meiner Freizeit, für die ich sonst keine Zeit hatte. Das waren/sind:
Rudern, Badminton, Tischtennis und viel mehr Zeit verbrachte ich nun auch mit meinen Freunden!

Fazit

Leistungsschwimmen macht sehr viel Spaß, wenn man sehr erfolgreich ist (war bei mir auch eine Zeit lang). Jedoch steckt auch viel Arbeit hinter den Zehntelsekunden, die man schneller ist als die anderen. Außerdem ist das Föhnen (wenn man lange Haare wie ich hat) sehr nervig und die Haare müssen natürlich auch unter dem vielen Chlor leiden (Tipp: Weichspüler). Man lernt zwar auch sehr viel, denn man kann dann eigentlich sein Leben lang gut schwimmen.
Wenn man nicht so gut ist wie die anderen, wird man immer in die schlechteren Gruppen „gesteckt“ und dann macht es, glaube ich zumindest, nach einiger Zeit auch keinen Spaß mehr.

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Ciaoi, No-Angel

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Nicht, dass mir jemand unterstellt, ich hätte etwas abgeschrieben! Da sage ich es lieber selber. Die jeweiligen Leistungen für die Abzeichen kommen aus dem deutschen Jugend Schwimmpass. Ich hoffe, dass mir deshalb niemand böse ist und wenn doch bitte ich um einen Kommentar, bevor meine Meinung ganz gelöscht wird, denn dann wird das alles von mir weg gemacht *ggg*!

12 Bewertungen, 1 Kommentar

  • mystery_delusion

    22.04.2002, 18:03 Uhr von mystery_delusion
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich wollte ich wäre so ehrgeizig. Ich hasse Schwimmen :-), Gruß Mysty