Erfahrungsbericht von Anachronistin
Syphilis-Eine Geschlechtskrankheit
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Syphilis (auch „Lues“ oder „Harter Schanker“ genannt):
Durch das Stäbchenbakterium Treponema pallidum hervorgerufene, meldepflichtige Geschlechtskrankheit mit typischem stadienhaften Verlauf. Früher wurde die Syphilis vor allem wegen ihrer neurologischen Spätkomplikationen gefürchtet. Heute ist diese Erkrankung gut mit Antibiotika zu behandeln.
Die „Treponemen“ dringen bei Sexualkontakten durch kleine Epitheldefekte der Haut oder Schleimhaut ein. Intrauterine Infektionen, Übertragungen durch Transfusionen oder Schmierinfektionen sind möglich, aber in Deutschland selten. Unterschieden werden die erworbene und die – heute sehr seltene – angeborene Form der Syphilis.
Symptome und Befund:
Unbehandelt nimmt die erworbene Syphilis über jahrzehnte einen typischen stadienhaften Verlauf.
1. Frühsyphilis
- Erstes Stadium (Primärstadium): Nach einer Inkubationszeit von ca. drei Wochen tritt an der Eintrittsstelle der Erreger der sogenannte Primäreffekt auf, eine schmerzlose Papel, die rasch zu einem harten Geschwür zerfällt. Entsprechend der Sexualpraktiken ist der Primäreffekt im Genital- oder Mundbereich lokalisiert. Etwa ein bis zwei Wochen nach dem Auftreten des Primäreffekts schwellen die regionalen Lymphknoten an (Primärkomplex). Typischerweise sind die entzündeten Lymphknoten hart, schmerzlos und gut verschieblich.
- Zweites Stadium (Sekundärstadium): Im Sekundärstadium überschwemmen die Treponemen den Organismus. Der Patient bekommt 6-8 Wochen nach der Infektion uncharakteristische Beschwerden, z.B. Kopf- und Gliederschmerzen, sowie generalisierte Lymphknotenschwellungen. Kurz darauf breitet sich ein meist makulopapulöser Ausschlag auf haut und Schleimhäuten aus (Syphilide), der den ganzen Körper einschließlich der Handteller und Fußsohlen befallen kann. Der Inhalt der Papeln ist reich an Erregern. Dieses Syphilis-Exanthem unterscheidet sich von anderen darin, dass es nicht juckt. Das Exanthem klingt nach Monaten spontan ab, kann aber wiederkehren. Auch „Condylomata lata, das sind breit aufsitzende, nässende Papeln vor allem an der Vulva, dem Damm und im Analbereich, können in diesem Stadium auftreten.
Die Dauer der Frühsyphilis beträgt etwa zwei Jahre.
2. Spätsyphilis (Der Verlauf der Syphilis ist von der Immunitätslage abhängig. So erkrankt nur ca. ein Drittel der unbehandelten Patienten an einer Spätsyphilis.
- Drittes Stadium (Tertiärstadium): Ungefähr drei bis fünf Jahre nach der Infektion bilden sich zum einen oberflächliche Papeln, die entweder unter Narbenbildung abheilen oder ulzerieren, zum anderen subkutane knotige Granulome (Gummen), die mit der Haut verbacken sind, zur Geschwürsbildung neigen und allmählich ganze Körperareale vernichten können. Sie treten in allen schichten zwischen Haut und Knochen auf und sitzen an jeder beliebigen Körperstelle. So sind sie im Auge ebenso zu finden wie im Herzen, an der Leber oder im Gehirn. Die Herde sind erregerarm, ein Nachweis der Treponemen hieraus kaum möglich.
- Viertes Stadium Quartärstadium): 10-20 Jahre nach der Infektion treten bei ca. 10% der Patienten neurologische Symptome auf, z.B.: Schmerzen, Gangstörungen, fehlende Sehnenreflexe, und Pupillenstörungen durch eine Schädigung des Rückenmarks, Gedächtnisstörungen, Depressionen und Demenz durch eine Entzündung der grauen Hirnsubstanz
Diagnostik:
Bedingt durch die Vielgestaltigkeit der Erkrankung vertraut man praktisch ausschließlich auf die Antikörperdiagnostik im Blut. Ungefähr 2-3 Wochen nach der Infektion reagieren die ersten serologischen Tests zum Antikörpernachweis
- frühest möglicher Test ist der FTA-Abs-Test, kurz darauf folgt der TPH-Test
- zur Kontrolle der Therapie, insbesondere auch zum Nachweis, ob eine Behandlung „angeschlagen“ hat, dient der VDRL-Test oder der Cardiolipinflockungstest
Behandlung:
Das Mittel der Wahl ist Penicillin (bei Penicillin-Allergie Erythromycin).
Prognose:
Bei konsequenter Behandlung heilt die Frühsyphilis folgenlos aus. Sie hinterlässt allerdings keine Immunität, so dass eine abermalige Infektion jederzeit möglich ist.
24 Bewertungen, 6 Kommentare
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05.08.2002, 19:59 Uhr von maeggyholly
Bewertung: sehr hilfreichMöchte soetwas lieber nie bekommen !!
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29.06.2002, 02:14 Uhr von NadineKipphardt
Bewertung: sehr hilfreichHatte soetwas Gott sei Dank noch nie....
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12.06.2002, 14:02 Uhr von IvoryB
Bewertung: sehr hilfreichwo hast du das abgeschrieben?
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12.06.2002, 13:59 Uhr von kasmodiah
Bewertung: sehr hilfreichauf dass wir alle vo verschont bleiben!
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12.06.2002, 13:44 Uhr von Indigo
Bewertung: sehr hilfreichSo langsam wird mir komisch. Zunächst Dein Name, dann diese düsteren Gedichte und nun dieser Juckreiz. Aber wirklich sehr nützlich
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12.06.2002, 13:44 Uhr von Hyperhirn
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter Beitrag
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