Black Mirror (Adventure PC Spiel) Testbericht

ab 13,00
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Erfahrungsbericht von schalkman

Black Mirror - Der Geheimtipp unter Adventurefreaks

Pro:

Tolle Logik.- und Kombinationsrätsel, gute Gespräche, schöne Musik, professionelle Sprecher, schöne Hintergründe, eine komfortable Steuereung, eine spannende Story, extrem lange Spielzeit (15 - 20 Stunden), günstiger Preis

Kontra:

Möglichkeit zu Sterben, spärlich eingesetzte Musik, unschöne Animationen, etwas unglaubwürdige Story

Empfehlung:

Ja

1. Entwickler
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In diesem Jahr wird meine Adventuresucht vollends befriedigt. Man braucht sich nur mal meine letzten paar Testberichte anzuschauen um festzustellen, dass vier (diesen inklusive) der letzten sechs Testberichte Adventures thematisierten und es ist kein Ende abzusehen...

Naja, egal, mein heutiger Adventure-Testkandidat heißt „Black Mirror – Der dunkle Spiegel der Seele“, wurde von mehreren kleinen Entwicklerfirmen (Shoe Box; Future Games; Unknown Identity) programmiert und von den Adventure-Spezialisten von dtp zum humanen Preis von nur 29,99 Euro auf den Markt gebracht.

2. Systemanforderungen
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Mindestanforderungen:

400 MHz Prozessor
128 MB Ram
2 GB HDD
4 MB Grafikkarte

Empfohlene Anforderungen:

600 MHz Prozessor
128 MB Ram
2 GB HDD
8 MB Grafikkarte

3. Genre
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Es handelt sich hier, wie bereits oben erwähnt um ein waschechtes Point & Klick Adventure in 2D. Was etwas altmodisch klingt ist in Wahrheit sehr nostalgisch und absolut nicht veraltet. Wer nichts mit dem Begriff „Adventure“ oder „Point & Klick“ anfangen kann, der sollte sich speziell den Punkt 5 genauestens durchlesen!

4. Story
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Die Story spielt im Jahr 1980 auf einem alten englischen Schloss, genannt Black Mirror, wo die Familie Gordon schon seit Jahrhunderten lebt. Gleich zu Beginn sieht man William Gordon, wie er sein Arbeitszimmer betritt und einen Brief an seinen Enkel Samuel Gordon verfasst, in dem er ihm mitteilt, dass er einem alten Familiengeheimnis auf der Spur ist, zu dessen Lösung er Samuels Hilfe braucht.

Im nächsten Moment sieht man, wie William Gordon umgebracht wird – Er wird aus dem Fenster seines Turmarbeitszimmers gestürzt und landet sehr unsanft. Der Brief jedenfalls kommt nie an und Samuel Gordon trifft nur wegen der Beerdigung seines Großvaters in Black Mirror ein, er beschließt dort einige Tage zu verweilen und etwas über die komischen Begleitumstände des Todes seines Großvaters zu erfahren.

Neben Samuel sind noch fünf weitere Personen auf dem Gut Black Mirror anwesend:

- Victoria Gordon, Samuels Großmutter
- Robert Gordon
- Bates, der Butler
- Morris, der Stallknecht
- Henry, der Gärtner

Nach zahlreichen Gesprächen mit diesen Personen und der Durchsuchung von Williams Arbeitszimmer kommt Samuel dem schrecklichen Familiengeheimnis auf die Spur, doch um es wirklich lösen zu können braucht er fünf Schlüssel, die im Besitz der Gordons sind. Ein spannendes Adventure rund um Black Mirror und ein anderes Schloss der Gordons in Wales beginnt, das immer wieder von seltsamen Todesfällen unterbrochen wird. Jeder Todesfall gibt neue Rätsel auf und bei jeder Leiche wird eine neue keltische Rune gefunden. Was hat dies zu bedeuten? Wer ist der Mörder? Ist der Fluch, den ein Gordon im 13ten Jahrhundert ausgesprochen hat wieder zu neuem Leben erweckt worden oder lässt sich alles logisch erklären? Kann Samuel Gordon das Geheimnis von Black Mirror und der Familie Gordon lüften?

Einzelwertung: 4/5 Punkten – Teilweise etwas unglaubwürdig, aber durchweg spannend und voller überraschender Wendungen.

5. Gameplay
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Meine Stammleser werden wohl etwas gelangweilt von meiner immer an dieser Stelle folgenden Erklärung was denn ein echtes „2D Point & Klick Adventure“ sei, aber für die Neulinge und Unerfahrenen muss ich dies immer wieder an dieser Stelle bringen: In einem Adventure löst man Rätsel, meist Logik oder Kombinationsrätsel und spricht mit Personen, was oft die Story weiterbringt oder einem Tipps für das Lösen der Rätsel bringt. Manchmal muss man auch Dinge für eine Person erledigen, um ein Objekt oder eine Information zu bekommen. „Black Mirror“ ist dabei ein so klassisches Adventure, dass all diese Tugenden vorhanden sind.

Sowohl Logik.- als auch Kombinationspuzzles sind dabei, wobei löblicherweise die Logik überwiegt. Jedoch setzen diese Rätsel eine recht gute Allgemeinbildung voraus, speziell in den Bereichen Schach, Sternzeichen (Astrologie) und Astronomie sollte man gebildet sein, denn einmal gilt es verschiedenfarbige und verschieden große Kugeln, die die Planeten unseres Sonnensystems symbolisieren in die richtige Reihenfolge zu bringen, um ein Geheimfach zu öffnen. Ein anderes Mal müssen die Sternzeichen auf einem Schiebepuzzle in die richtige Reihenfolge gebracht werden, was alles andere als kurz und langweilig ist (für dieses Rätsel habe ich eine geschlagene halbe Stunde Spielzeit gebraucht, da ich mich mit Sternzeichen ehrlich gesagt nicht auskenne).

Die Gespräche sind schön ausgeprägt, lassen viele Möglichkeiten zu und sind recht lang. Teilweise erfährt man aber nicht nur von den Personen, übrigens gibt es insgesamt im Spiel über 30 Charaktere, wichtige Details, nein, oft findet man Briefe, die es in einigen Fällen auch zusammenzusetzen gilt, was auch recht interessant ist (auch ein altes Foto musste ich im Spiel einmal zusammensetzen). Die Gespräche laufen übrigens in Multiple-Choice-Form ab, nur leider ist in der Auswahlleiste statt Text alles bildlich dargestellt, was teilweise für etwas Verwirrung sorgt.

Verwirrend ist für mich auch, dass man Objekte teilweise erst aufheben kann, nachdem die Spielfigur erkannt hat, wofür sie gebraucht werden. Ein Sammeln von Objekten ist also bei Black Mirror nur schwer möglich... Leider, denn so was macht auch den Reiz eines Adventures aus!

Black Mirror spielt an verschiedenen Schauplätzen, so sind unter anderem folgende Orte im Spiel enthalten:

- Das Schloss Black Mirror samt Garten
- Das Örtchen Willow Creek
- Ein Pub in Willow Creek
- Ein Pfandhaus in Willow Creek
- Die Warmhill Kirche
- Das Landhaus des Arztes, gleichzeitig auch Leichenhalle
- Ein altes Bergwerk
- Das Schloss der Gordons in Wales
- Ein Druidensteinkreis
- Ein Sanatorium
- Ein alter Leuchtturm
- Mehrere Katakomben und Grüfte

Abschließend bleibt mir hier zu sagen, dass „Black Mirror“ eines der Adventure-Highlights dieses Jahres ist. Mit einer sehr langen Spielzeit von 15 bis 20 Stunden, je nach Erfahrungsgrad ist es auch eines der längsten, die ich jemals gespielt habe. Einzig negativ finde ich die Möglichkeit, dass der Charakter während dem Spiel sterben kann und man den letzten Spielstand neu laden muss. Dies bringt spielerisch recht wenig und erhöht nur den Frustfaktor. Schöner wäre es gewesen, wenn sich der Charakter nach dem Bildschirmtod an der Ausgangsstelle des Exitus wiederfinden würde, dann wäre so ein Tod durchaus spaßig, aber so muss man als unbedachter Adventurer wie ich, der nie speichert durch die letzten Rätsel noch einmal durchkämpfen, was wirklich MONOTONST ist...

Einzelwertung: 8/10 Punkten – Lange Spielzeit, tolle Rätsel, schöne Gespräche, viele Personen, nur winzige Fehler im Gameplay.

6. Grafik
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Wie bereits erwähnt ist „Black Mirror“ ein reines 2D-Adventure. Die Grafik ist wohl zurecht nicht in 3D, denn nur in zwei Dimensionen lassen sich Hintergründe derart detailliert und liebevoll gestalten. Die Macher haben sich hier echt ein dickes Lob verdient. Weniger schön hingegen sind die Figuren, deren Animationen etwas steif wirken und deren Aussehen allgemein etwas unschön und wenig zum Hintergrund passend ist.

Einzelwertung: 4/5 Punkten – ansprechende 2D-Grafik mit kleinen Schwächen

7. Sound
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Die engagierten Sprecher sind professionell, was man an der guten Betonung merkt. Nie wird eine Textpassage monoton. Auch an dieser Stelle ein großes Lob an die Entwickler, die für die Vertonung des Spiels unter anderem die deutsche Synchronstimme von Johnny Depp verpflichten konnten. Der sehr gute Eindruck der Sprachausgabe wird von der stimmungsvollen, aber leider zu spärlich eingesetzten Musik etwas getrübt.

Einzelwertung: 4/5 Punkten – Tolle Sprecher, nur mehr Musik hätte dabei sein müssen.

8. Steuerung
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Hier liegt der besondere Vorteil der 2D-Grafik! Im Gegensatz zu 3D-Adventures steuert sich „Black Mirror“ nicht mit den Cursortasten der Tastatur, sondern einfach per Maus. Mit dem Mauszeiger über ein Objekt gehen („Point“) und mit links daraufdrücken, um es anzusehen und aufzunehmen oder mit recht draufklicken, um es näher zu untersuchen („Klick“), dies ist noch immer das einfachste Prinzip, um ein Adventure zu steuern. 2D-Adventurefans müssen sich überhaupt nicht umgewöhnen, denn „Black Mirror“ hat die Standardsteuerung übernommen.

Hinzu kommt dass die Menüs logisch strukturiert sind und die Wege dank einer Übersichtskarte, auf der man einfach den gewünschten Ort auswählt auch noch recht kurz sind.

Einzelwertung: 5/5 Punkten – Volle Punktzahl! Keinerlei Kritik an diesem System!

9. Fazit
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An Black Mirror kann ich kaum Fehler entdecken. Gut, die Story ist mir teilweise etwas aus der Luft gegriffen - aber bei welchem Adventure ist das nicht der Fall? Die Charaktere sehen einfach nicht so gut aus wie der Hintergrund und sind etwas schlecht animiert und die Musik wird zu selten eingespielt. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass der Charakter stirbt, was wirklich unschön gelöst ist. Trotzdem: In jedem Spiel findet man ein Haar in der Suppe, zwar sind es hier vier, fünf Härchen, aber die Suppe schmeckt trotzdem noch vorzüglich.

Für Fans eines klassischen Point & Klick Adventures in 2D, die keinen so schnellen Rechner haben ist „Black Mirror“ eine durchaus gute Geldanlage! Tolle Rätsel, die einem viel Gehirnschmalz abverlangen, gute Gespräche mit über 30 Personen, schöne Musik, professionelle Sprecher, schöne Hintergründe, eine komfortable Steuereung, eine spannende Story und die extrem lange Spielzeit von bis zu 20 Stunden sind die läppischen 30 Euro, die das Spiel kostet doppelt und dreifach wert, daher 4 Sterne und eine dicke Empfehlung!

Gesamtwertung: 25/30 Punkten
Abschlussbewertung: 4/5 Sternen, \"sehr gut\"

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