Siegessäule Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von maertens
"Meine" Goldelse...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Siegessäule ist für mich ein Stück Berlin, welches für mich eine besondere Bedeutung hat. Kam ich in die große Stadt, war ich immer aufgeregt, die vielen Häuser, der Verkehr, die U-Bahn... Berlin bestand damals für mich nur aus Ost-Berlin, der andere Teil der Stadt war unerreichbar. Die Mauer war weiträumig abgesperrt, und durfte eigentlich nur „antifaschistischer Schutzwall“ genannt werden, sonst bekam man Ärger in der Schule. Manchmal kam man mit Westberlin in Berührung, wenn man die Tante vom Tränenpalast in der Friedrichstraße abholte, Häuser auf der anderen Seite aus der Ferne sah oder von Fernsehturm guckte und den anderen Teil der Stadt sah. Aber das war weniger spektakulär, man nahm es hin, war ja eh’ nicht zu ändern.
Erblickte ich aber von den „Linden“ kommend damals hinter dem abgesperrten Brandenburger Tor die Siegessäule, wie sie im Abendlicht glänzte, war da etwas, was ich mit Sehnsucht bezeichnen möchte. Warum verdammt noch mal durfte ich dort nicht hin? Da lockte die von den Berlinern „Goldelse“ genannte vergoldete Viktoria-Statue, unerreichbar fern und doch nur 2 Kilometer weit weg. Die Goldelse war schuld, dass ich immer etwas traurig wurde.
Da verwundert es nicht, dass nach dem Mauerfall, als ich das erste mal wieder in Berlin war, die Siegessäule mein erstes Ziel war. Und ich lief die ganze Strecke von der Mauer in der Nähe des Brandenburger Tores zu Fuß, und als ich sie erreichte heulte ich wie blöd und schämte mich dafür :-). Da war ich nun, und Goldelse blinke in der Sonne und lachte mich an.
Neun Jahre später zog ich nach Berlin, hätte ich mir mal nicht träumen lassen. Guck ich aus meinem Bürofenster, sehe ich die Goldelse. Fahre ich mit dem Rad ins Büro, radle ich oft an ihr vorbei. Komme ich aus dem Biergarten oder einer Schöneberger Kneipe, fahre ich auch dran vorbei. Immer gucke ich zur Siegesgöttin ehrfürchtig hoch. Sie erinnert mich immer an den kleinen Jungen, der da auf der Ostseite der Mauer stand und nicht zu ihr hin durfte. Und sie erinnert mich daran, wie wertvoll das Wort „Freiheit“ ist. Und sie mahnt mich, nie wieder Unfreiheit und Diktatur zuzulassen.
Soweit zu meinem kleinen, ganz persönlichen Verhältnis zur Siegessäule im Berliner Tiergarten.
Geschichtliches:
Heute ist die Siegessäule ein markantes Wahrzeichen von Berlin. Einst als Nationaldenkmal erbaut sollte sie des Sieges des preussisch-dänischen Krieges gedenken. Sie wurde auf dem damaligen Königsplatz errichtet, der heute „Platz der Republik“ heißt und die freie Fläche vor dem Reichstag markiert. Immerhin 9 Jahre dauerte der Bau, und 1873 wurde sie feierlich eingeweiht. Die Goldene Viktoria oder auch Goldelse kam erst später auf den Sockel, als weitere Siege gegen Österreich und Frankreich gefeiert werden mussten. Immerhin 8,3 Meter hoch ist die güldene Dame.
Ihre endgültige Höhe von 67 Metern erreichte die Säule während des Nationalsozialismus, indem man eine weitere Steinrolle einfügte. Irgendwann stand sie allerdings den großenwahnsinnigen Plänen vom Bau der Welthauptstadt „Germania“ im Wege und wurde 1938/1939 an Ihren heutigen Standort am großen Stern inmitten des Tiergartens versetzt. Den Krieg überstand die Siegessäule relativ unbeschadet, allerdings kann man auch heute noch Einschusslöcher in der Granitumfassung der Säulenhalle und direkt an den Säulen finden.
Touristisches:
Touristen ist die Siegessäule, welche heute von Kreisverkehr des „Großen Sterns“ umtost wird, eine Aussichtsadresse erster Güte. Zur Säule führen zwei Straßentunnel. In der Säulenhalle
Steht man auf der Plattform, welche man nach 285 Stufen mühevoll erklimmen muß, liegt unter einem der Große Tiergarten, welche City West von City Ost trennt. Man kann die gesamte Stadt einsehen, eigentlich ist hier der schönste Ausblick der Stadt.
Geöffnet ist Montag bis Donnerstag von 9.30-18.30 Uhr sowie Freitag bis Sonntag von 9.30-19 Uhr.
Eintrittspreis: 2 DM regulär, ermäßigt 1 DM, Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.
Verkehrsanbindung:
Am besten ist die Siegessäule mit dem Auto zu erreichen, Parkplätze stehen auf der Straße des 17. Juni ausreichend zur Verfügung, wenn es nicht gerade Sonntag ist und die Grillsaison begonnen hat. Man kann auch mit der S-Bahn fahren, Bahnhof Bellevue aussteigen und ca. 500 Meter laufen.
Symbolisches:
Bekannt wurde die Siegessäule wohl in aller Welt als Blickpunkt für die alljährliche Love-Parade, deren Abschluss-Veranstaltung immer zu Füßen der Goldelse stattgefunden hat. Passte ja auch ganz gut zusammen, ein Denkmal aus militaristischen Zeiten und das Motto der Love-Parade als Gegenstück.
Der militaristische Hintergrund der Säule ist auch vielen militanten Gegnern ein Dorn im Auge, die den Abriss der Siegessäule fordern oder gar schon Anschläge ausgeübt habe, die dem Bau glücklicherweise aber nichts anhaben konnten.
Die Schwulen und Lesben Berlins haben sich die Siegessäule als Symbol ausgesucht, hier endet der jährliche CSD-Umzug, und eines der schwul-lesbischen Stadtmagazine ist gleichen Namens.
Fazit:
Ich finde, die Goldelse gehört zur Stadt. Sie hat schon viel gesehen und ist nicht für das verantwortlich, was unter ihr alles schon passiert ist. Sie ist ein Wahrzeichen Berlins, und sollte auf dem Plan eines jeden Berlinbesuchers stehen. Und wenn ich heute Abend unter ihr vorbeifahre, werde ich sie von Euch grüßen...
Erblickte ich aber von den „Linden“ kommend damals hinter dem abgesperrten Brandenburger Tor die Siegessäule, wie sie im Abendlicht glänzte, war da etwas, was ich mit Sehnsucht bezeichnen möchte. Warum verdammt noch mal durfte ich dort nicht hin? Da lockte die von den Berlinern „Goldelse“ genannte vergoldete Viktoria-Statue, unerreichbar fern und doch nur 2 Kilometer weit weg. Die Goldelse war schuld, dass ich immer etwas traurig wurde.
Da verwundert es nicht, dass nach dem Mauerfall, als ich das erste mal wieder in Berlin war, die Siegessäule mein erstes Ziel war. Und ich lief die ganze Strecke von der Mauer in der Nähe des Brandenburger Tores zu Fuß, und als ich sie erreichte heulte ich wie blöd und schämte mich dafür :-). Da war ich nun, und Goldelse blinke in der Sonne und lachte mich an.
Neun Jahre später zog ich nach Berlin, hätte ich mir mal nicht träumen lassen. Guck ich aus meinem Bürofenster, sehe ich die Goldelse. Fahre ich mit dem Rad ins Büro, radle ich oft an ihr vorbei. Komme ich aus dem Biergarten oder einer Schöneberger Kneipe, fahre ich auch dran vorbei. Immer gucke ich zur Siegesgöttin ehrfürchtig hoch. Sie erinnert mich immer an den kleinen Jungen, der da auf der Ostseite der Mauer stand und nicht zu ihr hin durfte. Und sie erinnert mich daran, wie wertvoll das Wort „Freiheit“ ist. Und sie mahnt mich, nie wieder Unfreiheit und Diktatur zuzulassen.
Soweit zu meinem kleinen, ganz persönlichen Verhältnis zur Siegessäule im Berliner Tiergarten.
Geschichtliches:
Heute ist die Siegessäule ein markantes Wahrzeichen von Berlin. Einst als Nationaldenkmal erbaut sollte sie des Sieges des preussisch-dänischen Krieges gedenken. Sie wurde auf dem damaligen Königsplatz errichtet, der heute „Platz der Republik“ heißt und die freie Fläche vor dem Reichstag markiert. Immerhin 9 Jahre dauerte der Bau, und 1873 wurde sie feierlich eingeweiht. Die Goldene Viktoria oder auch Goldelse kam erst später auf den Sockel, als weitere Siege gegen Österreich und Frankreich gefeiert werden mussten. Immerhin 8,3 Meter hoch ist die güldene Dame.
Ihre endgültige Höhe von 67 Metern erreichte die Säule während des Nationalsozialismus, indem man eine weitere Steinrolle einfügte. Irgendwann stand sie allerdings den großenwahnsinnigen Plänen vom Bau der Welthauptstadt „Germania“ im Wege und wurde 1938/1939 an Ihren heutigen Standort am großen Stern inmitten des Tiergartens versetzt. Den Krieg überstand die Siegessäule relativ unbeschadet, allerdings kann man auch heute noch Einschusslöcher in der Granitumfassung der Säulenhalle und direkt an den Säulen finden.
Touristisches:
Touristen ist die Siegessäule, welche heute von Kreisverkehr des „Großen Sterns“ umtost wird, eine Aussichtsadresse erster Güte. Zur Säule führen zwei Straßentunnel. In der Säulenhalle
Steht man auf der Plattform, welche man nach 285 Stufen mühevoll erklimmen muß, liegt unter einem der Große Tiergarten, welche City West von City Ost trennt. Man kann die gesamte Stadt einsehen, eigentlich ist hier der schönste Ausblick der Stadt.
Geöffnet ist Montag bis Donnerstag von 9.30-18.30 Uhr sowie Freitag bis Sonntag von 9.30-19 Uhr.
Eintrittspreis: 2 DM regulär, ermäßigt 1 DM, Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.
Verkehrsanbindung:
Am besten ist die Siegessäule mit dem Auto zu erreichen, Parkplätze stehen auf der Straße des 17. Juni ausreichend zur Verfügung, wenn es nicht gerade Sonntag ist und die Grillsaison begonnen hat. Man kann auch mit der S-Bahn fahren, Bahnhof Bellevue aussteigen und ca. 500 Meter laufen.
Symbolisches:
Bekannt wurde die Siegessäule wohl in aller Welt als Blickpunkt für die alljährliche Love-Parade, deren Abschluss-Veranstaltung immer zu Füßen der Goldelse stattgefunden hat. Passte ja auch ganz gut zusammen, ein Denkmal aus militaristischen Zeiten und das Motto der Love-Parade als Gegenstück.
Der militaristische Hintergrund der Säule ist auch vielen militanten Gegnern ein Dorn im Auge, die den Abriss der Siegessäule fordern oder gar schon Anschläge ausgeübt habe, die dem Bau glücklicherweise aber nichts anhaben konnten.
Die Schwulen und Lesben Berlins haben sich die Siegessäule als Symbol ausgesucht, hier endet der jährliche CSD-Umzug, und eines der schwul-lesbischen Stadtmagazine ist gleichen Namens.
Fazit:
Ich finde, die Goldelse gehört zur Stadt. Sie hat schon viel gesehen und ist nicht für das verantwortlich, was unter ihr alles schon passiert ist. Sie ist ein Wahrzeichen Berlins, und sollte auf dem Plan eines jeden Berlinbesuchers stehen. Und wenn ich heute Abend unter ihr vorbeifahre, werde ich sie von Euch grüßen...
19 Bewertungen, 4 Kommentare
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11.03.2002, 11:49 Uhr von Dini2000
Bewertung: sehr hilfreichOh! ich wußte gar nicht, dass man sie besichtigen kannn!!
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08.03.2002, 22:16 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht
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08.03.2002, 18:10 Uhr von butterkeks
Bewertung: sehr hilfreichIch war leider noch nicht in Berlin, aber das werde ich irgendwann einmal nachholen. Gruß Drea
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08.03.2002, 18:07 Uhr von Netti1982
Bewertung: sehr hilfreichgut zu wissen, MFG Netti
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