Placebo Sleeping With Ghosts - Placebo Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von marsupilami1964

Super Alternative-Rock von Placebo - Sleeping With Ghosts

Pro:

alles

Kontra:

nix

Empfehlung:

Ja

PLACEBO

Sleeping with Ghosts

Preis bei Amazon: 13,99 Euro

Das vierte Album von Placebo wurde in Deutschland im März 2003 veröffentlicht und wurde zweifellos schon von den Fans heiss erwartet. Parallel fand im E-Werk Köln ein einziges Konzert von Placebo in gleichen Monat statt. Doch eigentlich recht wenig, um sein Album vorzustellen. On Tour wäre das doch die ideale Chance gewesen, durch Präsenz die Fans zu erfreuen und zugleich zu promoten. Schade eigentlich... geplant ist aber eine größere Deutschland-Tour ab Frühsommer 2003.

Ausgekoppelt wurde vorab diese Single „The bitter end“ aus diesem neuen Album, wo Brian Molko & Co sich mit dem bekannten Gitarrenschrammen und schnellen Drums konsequent zurückgemeldet haben. Der Videoclip rennt bei MTV und Frontman Molko pflegt nach wie vor, sein kränkliches Outfit. Wer nicht krankt ist, schminkt sich eben so – it’s part of the image. It’s okay.


Das Cover von“ Sleeping with Ghosts”

Von der Schulter abwärts ist eine männliche Statur zu sehen, welcher einen weiblichen und transparenten umarmt. Diese Fotografie lehnt sich an den Albumtitel „Sleeping with Ghosts“ an. Das Booklet beschränkt sich auf die Text und je einem Bild der drei Bandmitglieder.


“Sleeping With Ghosts” hat folgende Tracks „on board“:

01 Bulletproof Cupid
02 English Summer Rain
03 This Picture
04 Sleeping with Ghosts
05 The Bitter End
06 Something Rotten
07 Plasticine
08 Special Needs
09 I’ll Be Yours
10 Second Sight
11 Protect Me From What I Want
12 Centrefolds

Wie manche CIAO-sten es gerne tun, vermeide ich indes, zu jedem Song zu versuchen, die Musik im Detail zu beschreiben, denn Hören und Lesen, wie sich was anhören würde, sind zwei verschiedene Dinge, so dass ich lieber versuche, ein paar Infos zum Sound hervorzuheben: Alternative Rock bedeutet bei Placebo nicht, dass es dauernd nur rockt und fetzt.

Drei Songs zum Reindenken und -fühlen:

Das Intro „English Summer Rain“ war nicht meines beim ersten Anhören. Klingt wie eine schlechte Aufnahme aus einem Probekeller einer Nachswuchsband. Wirkt leicht misslungen und erinnert an die allererste CD von Placebo aus 1996, die gut, aber noch nicht ausgefeilt war. Dieser erste Track ist primär ein rein akkustisches Stück ... Brian Molko reduziert sich am Ende auf minimalen Gesang. Nach erneutem Reinhören war „English Summer Rain“ aktzeptiert als Prolog, der sich zum einer langsamen Steigerung des Album entpuppen sollte.

„Sleeping With Ghosts“ ist total fern von Rock oder Gitarrenschrammen a las Placebo. Man könnte bei der Gruppe echt von Placebo-Effekt reden, weil die ja so eigen im Stil sind.
Dieser Song ist melodisch und musikalisch saustark von gefühlvollem Sound unterstrichen. Den Text niederschreiben ist müßig und ein vermessener Anspruch, denn er lässt sich eh nicht übersetzen. Placebo ist reines Jeu de mots, und ein professioneller Englischlehrer, dem ich kürzlich mal ‚nen Text von Placebo („Special K) vorlegte, um eine Deutung zu erhalten, meinte nur „oh shit, Placebo? It’s impossible to explain their lyrics in words“ …ja, es stimmt.
Melodisch ist “Slepping With Ghost”, nahezu melancholisch. Gesangsqualitäten von Brian Molko kommen außerordentlich zum Vorschein. Atypisch aber hört man die studiotechnische „Optimierung“ (Unterlegung von Hall der Stimme).

An der Singleauskopplung “The bitter End“ vorbeischauen, ist auch nicht möglich. Denn sie ist ja die kommerzielle Vorbereitung auf das Album. Und hier bleibt Placebo sich treu. „The bitter End“ ist Gitarrenschrammen und schnelle und harte Drums. Der Text, auch wieder so eine Teil zum Deuten wie „Every Step we that that’s synchronized, every broken bone reminds me of the second time, that i followed you home. You shower me with lullabies as you’re walking away, reminds me that it’s killing time on this fatefull day … see you at the bitter end” … ein depressiver Touch ist das Aushängeschild von Placebo, und nicht nur in diesem Track mit bezeichnendem Titel.



Neben wirklich sattem Sound und Lautstärke, wechselt Placebo auch wieder mal – wie bei allen drei anderen Alben auch – ebenso in ruhige Songs. Diese wirken intensiv, wie immer durch Molkos intensive und sehr eigene Stimme. Man mag diese Stimme oder man mag sie nicht – entziehen aber kann man sich ihr nicht. Man könnte sie auch mit einem überdurchschnittlichen „Wiedererkennungswert“ umschreiben.

Zusammenfassung:

Brian Molkos Stimme ...wie immer das wichtigste neben den Guitars. Wie schon in meinem Bericht über das Album „Black Market Music“ erwähnt, lässt sich seine Stimme am besten mit der eines wütend gewordenen Donald Duck vergleichen. Voll positiv gemeint, aber kein anderer Vergleich würde greifen, um eine Ahnung von Stimmfarbe- und klang des Brian Molko zu vermitteln. Seine beiden langjährigen Bandkollegen gehen nach wie vor unter. Molko ist Placebo und Placebo ist Molko. Genau wie bei HIM, wo nur einer nicht austauschbar ist, jener Frontman Ville Vallo. Oder auch Kula Shaker... die sind nichts ohne Chrispian Mills, wie auch Bush vom musikalischen Boden ohne Gavin Rossdale sofort verschwinden würde. Nirvana ohne Kurt Cobain ist wohl auch klar...

Es hat SELTENHEITSWERT, dass ein Interpret oder eine Band es schaffen, sich von Album zu Album zu steigern. Placebo schafft es, auch wenn ich es sicher noch mehrfach hören muss, um mir sicher zu sein, ob es meinen Favoriten – Album 3 namens „Black Market Musik“ übertrumpft. Musikalisch ist das vierte Album jedoch eine Weiterentwicklung, an der angeblich der neue Produzent Anteil hatte, insbesondere dass es auch „elektronischer“ im Einsatz von musikalischen Mitteln geworden ist. Ist vollkommen okay ... Hauptsache das Placebo-typische Quälen von E-Guitars bleibt uns erhalten.

Gruss vom marsupilami

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