Ravensburger Stadt Land Fluß Testbericht

ab 15,74
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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spielanleitung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von willibald-1

von Aalen bis Zahnarzt

5
  • Präsentation:  durchschnittlich
  • Schwierigkeitsgrad:  durchschnittlich
  • Spielanleitung:  durchschnittlich
  • Das Spiel für:  Kinder
  • Spielerzahl:  ab 3

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem ich jetzt einige Berichte zu diesem Spiel gelesen habe, muß ich doch auch mal meinen \"Senf\" dazugeben. Denn natürlich ist das Spiel schon so alt, so alt, wie manch einer, der hier bei ciao mitliest und -schreibt erst mal werden muß...

Ich kann mich nicht erinnern, wann und wie ich dieses Spiel gelernt habe. Ich weiß, daß wir es in der Schule gespielt haben, wenn wir eine Freistunde wegen Unterrichtsausfall hatten. Und auch sonst in der Freizeit haben wir es gespielt - immer wieder. Auch später im Studium war das Spiel noch beliebt.
Seltsam, uns wurde nie langweilig dabei! Woran mag das gelegen haben? Dem will ich hier mal auf den Grund gehen.

Nun, zuerst schildere ich wohl mal die Spielregeln:

Gespielt werden kann dieses Spiel von 2 bis beliebig vielen Mitspielern. Die Mitspieler sollten alle einigermaßen gut schreiben können. Außerdem ist es besser, wenn jüngere Kinder und ältere Kinder jeweils unter sich spielen, da die Kenntnisse sonst doch sehr unterschiedlich sind. Erwachsene können sich vielleicht, wenn sie mit Kindern zusammen spielen, auf die jeweiligen Mitspieler etwas einstellen. Ich habe dieses Spiel durchaus auch mit meinen Kindern zusammen gespielt.
Gespielt werden kann es nahezu überall - wichtig ist nur, daß man einigermaßen bequem schreiben kann. Leider ist es dadurch nicht gerade ein Spiel für langweilige Autofahrten, denn dabei verwackelt doch das Schriftbild meistens, und man muß auch darauf achten können, daß der einen nicht beim anderen abschreiben kann.

Was man benötigt, ist pro Person ein Blatt Papier DIN A 4, ein Stift und eine Unterlage, auf der man schreiben kann.

Das Blatt Papier nimmt man am besten quer. Man teilt das Papier in Spalten ein. Die ganz linke Spalte kann ganz schmal sein, denn hier wird lediglich der Buchstabe, der gerade dran ist, notiert. Auch die letzte Spalte braucht nicht so breit zu sein, denn hier werden nach jeder Runde die Punkte notiert. Dazwischen braucht man noch Spalten für die Kategorien: \"Stadt\", \"Land\", \"Fluß\", \"Name\", \"Tier\", \"Pflanze\", \"Beruf\". Diese Kategorien können nach Belieben (und je nach Alter der Mitspieler) erweitert werden. Ich erinnere mich daran, daß wir schon mal \"Lieblingsessen\", \"Musikinstrument\", \"Werkzeug\" usw. dazugenommen haben - der Phantasie ist dabei keine Grenze gesetzt. Es müssen lediglich Kategorien sein, bei denen man eine Chance hat, einen passenden Begriff zu finden. Denn:

Bei jeder Runde, die gespielt wird, müssen Begriffe für die Kategorien mit einem bestimmten Anfangsbuchstaben gefunden werden. Wie dieser Anfangsbuchstabe gefunden wird, dafür kann es verschiedene Methoden geben. Meistens wird der Buchstabe \"ausgezählt\": ein Mitspieler sagt laut \"A\" und zählt dann still das Alphabet auf. Ein anderer Mitspieler sagt \"Stop\" - und der Buchstabe, bei dem der erste dann angekommen ist, wird der Anfangsbuchstabe für die Runde. Natürlich kann man dabei auch ganz schön schummeln. Vielleicht hat der eine sich gerade \"vorbereitet\" und weiß die Begriffe mit \"V\" z.B. schon auswendig. Dann nennt er einfach \"V\" als Anfangsbuchstaben, um die Runde zu gewinnen. Allerdings: da jeder einmal den Anfangsbuchstaben bestimmen darf, hat auch dabei jeder dieselbe Chance.
Wenn es trotzdem zu Streit kommt, kann man auch noch andere Methoden für die Bestimmung des Anfangsbuchstabens wählen: Ich habe z.B. bei einem Quizspiel eine \"Drehscheibe\", mit der ich einen Buchstaben auswählen könnte. Oder man bereitet Buchstabenkärtchen vor, aus denen dann gezogen wird. Oder jeder denkt sich ein Wort mit bis zu 5 oder 6 Buchstaben aus - und mit jedem der Buchstaben muß dann eine Zeile ausgefüllt werden.
Was soll nun passieren, wenn ein Buchstabe ausgewählt wird, der schon einmal dran war? Nun, man sollte sich vorher einigen, ob man dann mit dem Buchstaben noch einmal spielt (z.B. kann man dann festlegen, daß man ganz neue Begriffe finden muß!), oder ob man einfach den nächsten Buchstaben nimmt. Wichtig ist nur wirklich: VOR Spielbeginn solche Dinge festlegen!

Ist der Anfangsbuchstabe gefunden, gilt es nun, möglichst schnell zu jeder Kategorie einen passenden Begriff zu finden. Klar, daß es dabei Buchstaben gibt, mit denen das ziemlich schnell geht - und bei anderen wird es schwierig. Ein Land mit X oder Y - da wird man ganz passen müssen.
Der erste Spieler, der alle Spalten ausgefüllt hat, ruft Stop, und sofort müssen alle anderen aufhören zu schreiben.
Man kann sich einigen, daß ein angefangenes Wort noch zu Ende geschrieben werden darf. Ich empfehle übrigens, die Wörter immer so auszuschreiben, daß auch jeder andere Mitspieler in der Runde sie lesen könnte. Dann gibt es weniger Streit darüber, was am Ende nun zählt. Das einzige Problem, das man dabei hat: vor allem wenn kleinere Kinder mitspielen, muß man vielleicht noch etwas Zeit zugeben, denn gerade die jüngeren können meistens noch nicht schnell genug schreiben. Wenn man als Erwachsener mit jüngeren Kindern spielt, kann man vielleicht auch als Regel einführen, daß der Erwachsene nicht \"stop\" sagen darf, so daß immer mindestens ein Kind fertig wird.
Irgendwie muß man sich auch einigen, wann die Runde zu Ende sein soll, wenn niemand alle Spalten ausfüllen konnte. Das geht aber meistens problemlos.

Jetzt geht es noch ans auswerten. Für die eingetragenen Wörter bekommt jeder Mitspieler Punkte:
hat ein Mitspieler in einer Spalte als einziger ein Wort eingetragen, bekommt er 20 Punkte,
für unterschiedliche Wörter in einer Spalte gibt es 10 Punkte,
haben zwei oder mehr Mitspieler dasselbe Wort, gibt es für diese nur noch 5 Punkte.
Ich erinnere mich, daß wir manchmal zwei, drei oder noch mehr Begriffe in einer Spalte eingetragen haben, um dadurch die Chance auf 10 statt 5 Punkten zu erhöhen, wenn wir in einer anderen Spalte Mühe hatten, einen Begriff zu finden. Wir haben dann so gespielt, daß man jeweils aussuchen durfte, welcher Begriff gelten sollte.
Die Summe der Punkte kommt nun in die ganz rechte Spalte. Diese Punkte werden am Ende des Spiels zusammengezählt.

Wann das Spiel zu Ende ist? Nun, entweder legt man vorher eine Zeit fest. Oft gibt es sowieso einen äußeren Rahmen - z.B. in der Schule in der Freistunde, oder zu Hause bis das Essen fertig ist, oder... Oder man spielt so lange, bis man alle Buchstaben durch hat. Oder man spielt so lange, bis einer der Mitspieler wirklich keine Lust mehr hat ...
Und wer dann am Ende die meisten Punkte hat, hat natürlich gewonnen.

Was macht nun tatsächlich den Reiz des Spiels aus? Und warum wird es eben nicht so schnell langweilig?

Einen Grund finde ich darin, daß man mit jedem Spiel, bei dem man mitspielt, etwas dazulernt - und damit seine Chancen, beim nächsten mal mehr Punkte zu machen, erhöht.
Es gibt kaum Kinder (und Erwachsene), die nicht Spaß daran finden, etwas zu wissen oder zu kennen, was die anderen nicht wissen oder kennen. Hier kann man sich spielerisch messen, ohne einen anderen zu verletzen. Und man profitiert vom Wissen der anderen.

Ich erinnere mich gut, daß wir es drauf angelegt haben, Wörter zu finden, die die anderen nicht hatten. Wenn bei einem Land mit \"A\" alle Ägypten aufschrieben, dann kam es eben drauf an, stattdessen \"Andorra\" da stehen zu haben. Denn alle anderen bekamen 5 Punkte - und man selber heimste 10 ein. Hatten dann alle anderen \"Andorra\" gelernt, mußte man eben das nächste Land finden. Je ausgefallener die Begriffe wurden, desto besser war es für\'s eigene Punktekonto.
Und das scheint mir ein weiterer Anreiz zu sein: Augen und Ohren offenzuhalten, um beim nächsten Spiel wieder ein ausgefallenes Wort dazugelernt zu haben. So entwickeln sich nicht nur die Geographiekenntnisse, sondern der gesamte Sprachschatz.

Dabei ist \"Stadt, Land, Fluß\" jedoch nicht ein typisches Lernspiel, sondern ganz eindeutig stehen Wettstreit und Spaß an erster Stelle.


Ich habe nun noch ein wenig im Web gestöbert. Es gibt tatsächlich auch \"fertige\" Spielpläne zum Ausdrucken (http://www.kikisweb.de/eigenesweb/basteln/spiele/stadtlandflussplan.htm). Und eine \"Musterlösung\" für die gängigen Kategorien gibt es auch im Web - es gibt ja nichts, was es nicht gibt! (http://meiert.com/de/column/20030621.php)


Daß dieses Spiel, für das man keine großartigen Spielpläne und Materialien braucht, auch heute immer noch beliebt ist, zeigt mir gleichzeitig auch, daß Spaß, Wetteifer und das Miteinander immer noch die wichtigsten Kriterien für gute Spiele sind!

45 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Estha

    31.03.2007, 23:41 Uhr von Estha
    Bewertung: sehr hilfreich

    top :-)

  • anonym

    22.03.2007, 20:42 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris :-)