Star Wars Episode II - Angriff der Klonkrieger (DVD) Testbericht
Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun
Angriff der CLOWN-Krieger...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der Besuch einer STAR WARS Premiere ist für einen altgedienten Fan, wie mich schon beinahe eine Pflichtübung und erfordert jedes Mal eine Portion Durchhaltevermögen und Jedi-Tricks, um an einigermassen gute Logen-Plätze im Kino zu kommen – diesmal war die Macht nicht mit mir und meinen 3 Mitstreitern...Parkett!...Welch Schmach! Aber was tut man nicht alles, um George Lucas’ neues Machwerk als einer der Ersten zu sehen? Also eine Stunde vor Aufführung rein in den Kinosaal eben noch akzeptable Plätze ergattert und gespannt, was der Meister sich nun wieder aus den Fingern gesaugt hat...heissgemacht während der Wartezeit mit Musik aus den anderen 4 Teilen und vor Aufregung Popcorn knabbernd, damit die Fingernägel geschont werden. Ich geb’s zu: Ich habe vorher schon das (Jugend-)Buch und das Comic zum Film konsumiert, auf das ich nicht vollkommen von der Handlung überrascht werde, da aber diese Vorab-Takes nicht immer der endgültigen, editierten Fassung entsprechen, war ich gespannt, was von der vielversprechenden Handlung, es tatsächlich auf die Leinwand geschafft hat.
Die üblichen (Haupt-)Verdächtigen – Schauspieler & Protagonisten
Obi-Wan Kenobi, wird – wie schon in Episode I – von Ewan McGregor dargestellt, ein wenig auf älter getrimmt und mit Bart, macht er seine Sache sehr gut, auch die Oberlehrerhafte Art, mit der er seinen Padawan immer wieder zurechtweist ist sehr glaubwürdig. Allerdings lässt er manchmal die erhabene Würde und Selbstvertrauen eines Jedi-Meisters vermissen, Liam Neeson (Qui-Gon Jinn) hat in Episode I vorgemacht, wie ein RICHTIGER Mentor auftritt.
Hayden Christensen mimt in Episode II den mittlerweile 20-Jährigen und leicht arroganten Anakin, der als angehender Jedi nicht so perfekt ist, wie er es gerne wäre – im Grossen und Ganzen spielt Hayden seinen Part als verletzlicher Padawan gut, ganz im Gegensatz seinem unglaubwürdigen Outfit, welches Lucas ihm unverständlicherweise aufs Auge gedrückt hat...elegantes Tuch, luxoriöse, lederne Gürteltaschen und nicht zuletzt die modische Fönfrisur bei einem Padawan? Hmmm...seltsam seltsam
Padmé / Senatorin Amidala wird wieder von Natalie Portman verkörpert, die – wie schon im ersten Teil – den Rest der Besetzung mühelos an die Wand spielt und ihrer Figur eine gebührende Tiefe verleiht: knallharte Senatorin und herzensguter Mensch – Hut ab! Die ständig wechselnden Klamotten gehen wieder mal zu Lasten von George Lucas, warum eine eher praktisch veranlagte Person, wie Padmé unbedingt in ein schulterfreies Top schlüpfen muss, um mit Anakin über ihre Beziehung zueinander zu diskutieren...na ja...um’s mit Else Kling aus der Müller-Werbung zu sagen: “...wenn’s schee mocht!“
Yoda ist eigentlich ja kein wirklicher Schauspieler, sondern diesmal komplett computergeneriert, was ihm meiner Meinung nach eher zum Nachteil gereicht, die deutsche Version ist mir zu quäkig, aber endlich bekommt er diesmal ein wenig mehr Leinwandzeit zugesprochen, was der Handlung – auch wegen seines wohldosierten Witzes – zuträglich ist, ich hätte allerdings lieber wieder die von Frank Oz gespielte Puppe, ganz zu schweigen, von seiner markanten Stimme, gehabt...hier muss man also auf die DVD warten, um die Original-Tonspur geniessen zu können. Nett, dass auch mal gezeigt wird, dass Yoda zurecht der ausbildende Schwertmeister unter den Jedi ist – der Lichtschwert-Kampf gegen Dooku entpuppt sich trotz meiner Bedenken im Vorfeld als verdammt gut gemacht.
Zwei, die ihre Sache ebenfalls prima machen, aber in der Leinwandfassung leider zu wenig Beachtung finden – von der Tiefe her – sind Samuel L(eroy) Jackson und Ian McDiarmid in den Rollen von Meister Mace Windu und Kanzler Palpatine / Darth Sideous. Sie machen eine gute Figur und zeigen, dass erfahrene Schauspieler auch in Nebenrollen glänzen können, souverän halten sie als Statisten her und haben wenige – wenn auch gute – Highlights zum Film beizutragen. Palpatine treibt sein doppeltes Spiel als Kanzler und Sith-Lord, wobei schon Tendenzen aufgezeigt werden, dass er aktiv an der Karriere des jungen Skywalker manipuliert. Mace Windu hingegen ist neben Yoda ein führendes Mitglied des Jedi-Rates und zudem ein sehr hemdsärmeliger Krieger, der wenn’s sein muss ebenso weise wie kampferfahren im Umgang mit dem Lichtschwert ist.
Count Dooku wird von Christopher Lee mit Leben erfüllt. (...Count D.? ist das Lucas Hommage an Count Dracula, den Christopher Lee so oft spielte?) Allerdings wirkt der böse Count nicht annähernd so böse, wie man es von einem Sith eigentlich erwarten sollte, ansonsten geht die schauspielerische Leistung aber in Ordnung, die Ungereimtheiten, warum Dooku so zögerlich ist bleibt schleierhaft, wohl um den Film künstlich zu verlängern, dafür kann Christopher Lee aber nichts, er muss sich schliesslich ans Drehbuch halten.
Alte und neue Bekannte
C3-PO und R2-D2 dürfen natürlich nicht fehlen und erhalten, zumindest, was 3-PO angeht einen etwas aktiveren Part, wohingegen R2 diesmal nur bessere Staffage darstellt. Darüber kann man geteilter Meinung sein, mir persönlich waren die Droiden irgendwie immer zu sehr im Vordergrund, man hatte in Episode I oft den Eindruck, dass R2 es alleine mit der dunklen Seite aufnehmen könnte und die Jedi locker in die Tasche steckt – diesmal ist das zum Glück ein wenig anders, wenn auch gewohnt etwas auf übertrieben klamaukig gemacht (C3-PO als unfreiwilliger Kampfdroide....na ja...wenn Lucas das für witzig hält...ich hab schon besser gelacht)
Jango Fett, der „Vater“ von Boba sieht verglichen mit seinen Narben in seinem flammneuen, mandalorianischen Kampfanzug irgendwie zu „neu“ aus. Keine Schramme auf dem Kampfanzug des Kopfgeldjägers zu entdecken, reichlich unrealistisch für diesen kampfgestählten Recken. Sohn Boba macht in Sachen böswilliger Ausstrahlung hingegen der gesamten Riege der Sith-Lords Konkurrenz und wird demnächst von mir als neuer Imperator des Imperiums vorgeschlagen – die Rolle des griesgrämigen, stets böse dreinblickenden Jungen, der das Kopfgelderbe seines „Vaters“ antreten wird, hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Nute Gunray und Haako Rune, die beiden Vertreter der neimodianischen Handelsförderation sind – auf Rache sinnend – ebenfalls wieder mit von der Partie, zusammen mit ihren Förderationsschiffen und ihrer Droidenarmee, welche dank der Geonosianer und ihrer Waffentechnik nicht nur aus Droidekas und dem Kanonenfutter-Modell OOM-9 besteht, sondern auch einen ziemlich knechtigen, neuen Typus Droiden zu bieten hat. Ausserdem wird geklärt, dass die Geonosianer, als eine Art intergalaktische Waffenschmiede, die eigentlichen Erfinder des (ersten) Todessterns sind.
Bail Organa, der spätere Adoptiv-Vater von Prinzessin Leia, Owen und Beru Lars und die rotgewandeten imperialen (königlichen) Wachen werden zum ersten Mal dem Publikum vorgestellt – wenn auch kurz- und schlagen damit die nächste Brücke zu der ersten Trilogie. Dauergäste sind dagegen die Tusken (Sandleute), die Jawas (die kleinen kapuzierten Schrottsammler), Watto (Anakins alter Herr und Besitzer) und nicht zuletzt Shmi Skywalker (seine Mutter) auf Tatooine, womit die Story aus Episode I ihre Fortführung findet.
Neu sind die Klone Jango Fetts, die eine riesige Armee bilden und für meinen Geschmack ein wenig zu freundlich daherkommen, also so was von hilfsbereit für angeblich böse und gefährliche Krieger, dass man sich sehr bildlich vorstellen kann, wie einer von ihnen einem alterschwachen Jedi auf Coruscant dabei hilft über die belebte Strasse zu gelangen. Vorgestellt werden ebenfalls die ersten Vorläufer der späteren imperialen Sturmtruppen-Panzerung, welche die Klonkrieger tragen, ausserdem sieht man die Prototypen der Sternzerstörer (weiss der Geier, wo die auf einmal so schnell produziert wurden, der Film schweigt sich dazu aus, die mächtigen Gross-Kampfschiffe sind einfach da – komisch, wo die Republik doch ach-so-friedlich eingestellt ist)
Fazit
Nun Gut – es ist endlich nach dieser Wartezeit ein weiterer STAR WARS – Teil, das ist schon mal immerhin was. Angenehm aufgefallen ist der recht kurze Gastauftritt des noch im ersten Teil permanent nervenden Jar-Jar Binks, offensichtlich hat George Lucas etwas von seinen Fans gelernt, die meist gehasste Figur auf einen Mini-Auftritt beschränkt und dem ganzen Film damit ein wenig mehr Ernsthaftigkeit verliehen – leider verkommt der sicherlich gute Ansatz eines intergalaktischen Agenten-Thrillers zu einer tricktechnischen Massenschlacht, bei der es weniger um das voranbringen der Story, als um die Platzierung von Computertricks geht. Ein krasses Negativbeispiel ist der vollkommen digitalisierte Yoda, da hat mir die Puppe (gespielt von Frank Oz, der ihm auch in der Originalversion seine Stimme leiht) wesentlich besser gefallen, apropos Stimme, die deutsche Stimme von Yoda ist unpassend, „zu hektisch“ in ihrer Sprechweise und klingt eher nach Kermit aus der Muppet-Show, denn nach einem alten, weisen und stets mit wohlgewählten Worten sprechenden Jedi-Grossmeisters.
Mich hat auch gewundert, dass Anakin (dessen Fönfrisur selbst im Kampfgetümmel immer adrett bleibt – wird wohl ne Art Jedi-3-Wetter-Taft sein), entgegen aller anderen Mitglieder des Ordens, keinen abgetragenen, beigen Leinen-Wams bzw. Umhang trägt...der Youngster bevorzugt gediegenes Leder und vorzügliches Tuch in dunkelbraun und schwarz, wie sich ein Padawan derart über die Jedi-Kleiderordnung hinwegsetzen kann, ist mir ein Rätsel. Die romantische Nebenhandlung mir Anakin und Padmé hält sich glücklicherweise in Grenzen und fiel nicht ganz so kitschig aus, wie ich es aufgrund der Trailer befürchtete – allerdings sind die Dialoge ein wenig zu sehr mit Pathos überzogen oder wirken - auf der Gegenseite - andererseits hölzern, was aber an Hayden Christensen und nicht an Natalie Portman liegt. Dass die beiden natürlich heiraten, war klar, irgendwo her müssen die späteren Zwillinge Luke & Leia ja kommen. Der Brückenschlag Episode I mit der Trilogie zu verbinden ist Lucas somit ganz gut gelungen.
Wie gewohnt setzt Lucas auf bildgewaltige Szenen und den Soundtrack von John Williams, um sein neues Werk in Szene zu setzen, wobei ich diesmal nicht allzu viel neue Musik gehört habe, eher ein Potpourri aus Episode I und den bekannten Melodien der Trilogie. Tricktechnisch wird bei Star Wars seit jeher geklotzt und nicht gekleckert, Lucas’ eigene Firma ILM (Industrial Light and Magic) zeichnet sich auch diesmal wieder für den technischen Overkill verantwortlich – meiner Meinung nach war es zuviel des Guten, der Streifen kommt sehr überladen und kalt daher und ist zu sehr auf Eye-Candy aus, als das er sich um die Story kümmert. Damit wir uns nicht falsch verstehen, die Effekte (auch der Sound) sind gewohnt brillant, nur zu übertrieben eingesetzt, für meinen Geschmack.
Also: angucken lohnt sich auf jeden Fall, schliesslich ist es ein Star Wars Film, der erwartungsgemäss auf Effektheischerei setzt, einen Oscar wird Lucas damit hoffentlich nicht einheimsen, dafür ist die Story zu schlecht umgesetzt und setzt eher auf Knalleffekte bzw. kommerziellen Erfolg (den der Film sicherlich haben wird). Ich bin gespannt auf die DVD-Version, die erfahrungsgemäss Extra-Szenen enthält, welche dann hoffentlich den (für George Lucas) ungewohnt langen Streifen (ca. 147 min) noch näher an die Ursprungsform des Drehbuchs (siehe mein Artikel zu der Comic-Adaption) bringt und die Geschichte somit runder gestaltet. (Jugend-)Roman und Comic waren nämlich besser austariert, wenn auch vermutlich nicht so nah am „richtigen“ Roman, der dieser Tage erschien, welchen ich aber leider noch nicht in den Händen hatte...man wird sehen, ob die vom Film teilweise gestreute Konfusion damit gedämpft wird.
May The Force Be With You....
Jürgen
Anmerkung:
Dieser Bericht ist auch in abgewamdelter Form bei Ciao und Dooyoo zu finden (Hier sind unpassende Formulierungen geändert und Rechtschreibfehler ausgemerzt)
Die üblichen (Haupt-)Verdächtigen – Schauspieler & Protagonisten
Obi-Wan Kenobi, wird – wie schon in Episode I – von Ewan McGregor dargestellt, ein wenig auf älter getrimmt und mit Bart, macht er seine Sache sehr gut, auch die Oberlehrerhafte Art, mit der er seinen Padawan immer wieder zurechtweist ist sehr glaubwürdig. Allerdings lässt er manchmal die erhabene Würde und Selbstvertrauen eines Jedi-Meisters vermissen, Liam Neeson (Qui-Gon Jinn) hat in Episode I vorgemacht, wie ein RICHTIGER Mentor auftritt.
Hayden Christensen mimt in Episode II den mittlerweile 20-Jährigen und leicht arroganten Anakin, der als angehender Jedi nicht so perfekt ist, wie er es gerne wäre – im Grossen und Ganzen spielt Hayden seinen Part als verletzlicher Padawan gut, ganz im Gegensatz seinem unglaubwürdigen Outfit, welches Lucas ihm unverständlicherweise aufs Auge gedrückt hat...elegantes Tuch, luxoriöse, lederne Gürteltaschen und nicht zuletzt die modische Fönfrisur bei einem Padawan? Hmmm...seltsam seltsam
Padmé / Senatorin Amidala wird wieder von Natalie Portman verkörpert, die – wie schon im ersten Teil – den Rest der Besetzung mühelos an die Wand spielt und ihrer Figur eine gebührende Tiefe verleiht: knallharte Senatorin und herzensguter Mensch – Hut ab! Die ständig wechselnden Klamotten gehen wieder mal zu Lasten von George Lucas, warum eine eher praktisch veranlagte Person, wie Padmé unbedingt in ein schulterfreies Top schlüpfen muss, um mit Anakin über ihre Beziehung zueinander zu diskutieren...na ja...um’s mit Else Kling aus der Müller-Werbung zu sagen: “...wenn’s schee mocht!“
Yoda ist eigentlich ja kein wirklicher Schauspieler, sondern diesmal komplett computergeneriert, was ihm meiner Meinung nach eher zum Nachteil gereicht, die deutsche Version ist mir zu quäkig, aber endlich bekommt er diesmal ein wenig mehr Leinwandzeit zugesprochen, was der Handlung – auch wegen seines wohldosierten Witzes – zuträglich ist, ich hätte allerdings lieber wieder die von Frank Oz gespielte Puppe, ganz zu schweigen, von seiner markanten Stimme, gehabt...hier muss man also auf die DVD warten, um die Original-Tonspur geniessen zu können. Nett, dass auch mal gezeigt wird, dass Yoda zurecht der ausbildende Schwertmeister unter den Jedi ist – der Lichtschwert-Kampf gegen Dooku entpuppt sich trotz meiner Bedenken im Vorfeld als verdammt gut gemacht.
Zwei, die ihre Sache ebenfalls prima machen, aber in der Leinwandfassung leider zu wenig Beachtung finden – von der Tiefe her – sind Samuel L(eroy) Jackson und Ian McDiarmid in den Rollen von Meister Mace Windu und Kanzler Palpatine / Darth Sideous. Sie machen eine gute Figur und zeigen, dass erfahrene Schauspieler auch in Nebenrollen glänzen können, souverän halten sie als Statisten her und haben wenige – wenn auch gute – Highlights zum Film beizutragen. Palpatine treibt sein doppeltes Spiel als Kanzler und Sith-Lord, wobei schon Tendenzen aufgezeigt werden, dass er aktiv an der Karriere des jungen Skywalker manipuliert. Mace Windu hingegen ist neben Yoda ein führendes Mitglied des Jedi-Rates und zudem ein sehr hemdsärmeliger Krieger, der wenn’s sein muss ebenso weise wie kampferfahren im Umgang mit dem Lichtschwert ist.
Count Dooku wird von Christopher Lee mit Leben erfüllt. (...Count D.? ist das Lucas Hommage an Count Dracula, den Christopher Lee so oft spielte?) Allerdings wirkt der böse Count nicht annähernd so böse, wie man es von einem Sith eigentlich erwarten sollte, ansonsten geht die schauspielerische Leistung aber in Ordnung, die Ungereimtheiten, warum Dooku so zögerlich ist bleibt schleierhaft, wohl um den Film künstlich zu verlängern, dafür kann Christopher Lee aber nichts, er muss sich schliesslich ans Drehbuch halten.
Alte und neue Bekannte
C3-PO und R2-D2 dürfen natürlich nicht fehlen und erhalten, zumindest, was 3-PO angeht einen etwas aktiveren Part, wohingegen R2 diesmal nur bessere Staffage darstellt. Darüber kann man geteilter Meinung sein, mir persönlich waren die Droiden irgendwie immer zu sehr im Vordergrund, man hatte in Episode I oft den Eindruck, dass R2 es alleine mit der dunklen Seite aufnehmen könnte und die Jedi locker in die Tasche steckt – diesmal ist das zum Glück ein wenig anders, wenn auch gewohnt etwas auf übertrieben klamaukig gemacht (C3-PO als unfreiwilliger Kampfdroide....na ja...wenn Lucas das für witzig hält...ich hab schon besser gelacht)
Jango Fett, der „Vater“ von Boba sieht verglichen mit seinen Narben in seinem flammneuen, mandalorianischen Kampfanzug irgendwie zu „neu“ aus. Keine Schramme auf dem Kampfanzug des Kopfgeldjägers zu entdecken, reichlich unrealistisch für diesen kampfgestählten Recken. Sohn Boba macht in Sachen böswilliger Ausstrahlung hingegen der gesamten Riege der Sith-Lords Konkurrenz und wird demnächst von mir als neuer Imperator des Imperiums vorgeschlagen – die Rolle des griesgrämigen, stets böse dreinblickenden Jungen, der das Kopfgelderbe seines „Vaters“ antreten wird, hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Nute Gunray und Haako Rune, die beiden Vertreter der neimodianischen Handelsförderation sind – auf Rache sinnend – ebenfalls wieder mit von der Partie, zusammen mit ihren Förderationsschiffen und ihrer Droidenarmee, welche dank der Geonosianer und ihrer Waffentechnik nicht nur aus Droidekas und dem Kanonenfutter-Modell OOM-9 besteht, sondern auch einen ziemlich knechtigen, neuen Typus Droiden zu bieten hat. Ausserdem wird geklärt, dass die Geonosianer, als eine Art intergalaktische Waffenschmiede, die eigentlichen Erfinder des (ersten) Todessterns sind.
Bail Organa, der spätere Adoptiv-Vater von Prinzessin Leia, Owen und Beru Lars und die rotgewandeten imperialen (königlichen) Wachen werden zum ersten Mal dem Publikum vorgestellt – wenn auch kurz- und schlagen damit die nächste Brücke zu der ersten Trilogie. Dauergäste sind dagegen die Tusken (Sandleute), die Jawas (die kleinen kapuzierten Schrottsammler), Watto (Anakins alter Herr und Besitzer) und nicht zuletzt Shmi Skywalker (seine Mutter) auf Tatooine, womit die Story aus Episode I ihre Fortführung findet.
Neu sind die Klone Jango Fetts, die eine riesige Armee bilden und für meinen Geschmack ein wenig zu freundlich daherkommen, also so was von hilfsbereit für angeblich böse und gefährliche Krieger, dass man sich sehr bildlich vorstellen kann, wie einer von ihnen einem alterschwachen Jedi auf Coruscant dabei hilft über die belebte Strasse zu gelangen. Vorgestellt werden ebenfalls die ersten Vorläufer der späteren imperialen Sturmtruppen-Panzerung, welche die Klonkrieger tragen, ausserdem sieht man die Prototypen der Sternzerstörer (weiss der Geier, wo die auf einmal so schnell produziert wurden, der Film schweigt sich dazu aus, die mächtigen Gross-Kampfschiffe sind einfach da – komisch, wo die Republik doch ach-so-friedlich eingestellt ist)
Fazit
Nun Gut – es ist endlich nach dieser Wartezeit ein weiterer STAR WARS – Teil, das ist schon mal immerhin was. Angenehm aufgefallen ist der recht kurze Gastauftritt des noch im ersten Teil permanent nervenden Jar-Jar Binks, offensichtlich hat George Lucas etwas von seinen Fans gelernt, die meist gehasste Figur auf einen Mini-Auftritt beschränkt und dem ganzen Film damit ein wenig mehr Ernsthaftigkeit verliehen – leider verkommt der sicherlich gute Ansatz eines intergalaktischen Agenten-Thrillers zu einer tricktechnischen Massenschlacht, bei der es weniger um das voranbringen der Story, als um die Platzierung von Computertricks geht. Ein krasses Negativbeispiel ist der vollkommen digitalisierte Yoda, da hat mir die Puppe (gespielt von Frank Oz, der ihm auch in der Originalversion seine Stimme leiht) wesentlich besser gefallen, apropos Stimme, die deutsche Stimme von Yoda ist unpassend, „zu hektisch“ in ihrer Sprechweise und klingt eher nach Kermit aus der Muppet-Show, denn nach einem alten, weisen und stets mit wohlgewählten Worten sprechenden Jedi-Grossmeisters.
Mich hat auch gewundert, dass Anakin (dessen Fönfrisur selbst im Kampfgetümmel immer adrett bleibt – wird wohl ne Art Jedi-3-Wetter-Taft sein), entgegen aller anderen Mitglieder des Ordens, keinen abgetragenen, beigen Leinen-Wams bzw. Umhang trägt...der Youngster bevorzugt gediegenes Leder und vorzügliches Tuch in dunkelbraun und schwarz, wie sich ein Padawan derart über die Jedi-Kleiderordnung hinwegsetzen kann, ist mir ein Rätsel. Die romantische Nebenhandlung mir Anakin und Padmé hält sich glücklicherweise in Grenzen und fiel nicht ganz so kitschig aus, wie ich es aufgrund der Trailer befürchtete – allerdings sind die Dialoge ein wenig zu sehr mit Pathos überzogen oder wirken - auf der Gegenseite - andererseits hölzern, was aber an Hayden Christensen und nicht an Natalie Portman liegt. Dass die beiden natürlich heiraten, war klar, irgendwo her müssen die späteren Zwillinge Luke & Leia ja kommen. Der Brückenschlag Episode I mit der Trilogie zu verbinden ist Lucas somit ganz gut gelungen.
Wie gewohnt setzt Lucas auf bildgewaltige Szenen und den Soundtrack von John Williams, um sein neues Werk in Szene zu setzen, wobei ich diesmal nicht allzu viel neue Musik gehört habe, eher ein Potpourri aus Episode I und den bekannten Melodien der Trilogie. Tricktechnisch wird bei Star Wars seit jeher geklotzt und nicht gekleckert, Lucas’ eigene Firma ILM (Industrial Light and Magic) zeichnet sich auch diesmal wieder für den technischen Overkill verantwortlich – meiner Meinung nach war es zuviel des Guten, der Streifen kommt sehr überladen und kalt daher und ist zu sehr auf Eye-Candy aus, als das er sich um die Story kümmert. Damit wir uns nicht falsch verstehen, die Effekte (auch der Sound) sind gewohnt brillant, nur zu übertrieben eingesetzt, für meinen Geschmack.
Also: angucken lohnt sich auf jeden Fall, schliesslich ist es ein Star Wars Film, der erwartungsgemäss auf Effektheischerei setzt, einen Oscar wird Lucas damit hoffentlich nicht einheimsen, dafür ist die Story zu schlecht umgesetzt und setzt eher auf Knalleffekte bzw. kommerziellen Erfolg (den der Film sicherlich haben wird). Ich bin gespannt auf die DVD-Version, die erfahrungsgemäss Extra-Szenen enthält, welche dann hoffentlich den (für George Lucas) ungewohnt langen Streifen (ca. 147 min) noch näher an die Ursprungsform des Drehbuchs (siehe mein Artikel zu der Comic-Adaption) bringt und die Geschichte somit runder gestaltet. (Jugend-)Roman und Comic waren nämlich besser austariert, wenn auch vermutlich nicht so nah am „richtigen“ Roman, der dieser Tage erschien, welchen ich aber leider noch nicht in den Händen hatte...man wird sehen, ob die vom Film teilweise gestreute Konfusion damit gedämpft wird.
May The Force Be With You....
Jürgen
Anmerkung:
Dieser Bericht ist auch in abgewamdelter Form bei Ciao und Dooyoo zu finden (Hier sind unpassende Formulierungen geändert und Rechtschreibfehler ausgemerzt)
23 Bewertungen, 4 Kommentare
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20.05.2002, 11:12 Uhr von FrauNeedle
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht. Wenn man alle anderen Star Wars-Filme kennt, ist man quasi gezwungen, sich den anzusehen :-)
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19.05.2002, 13:35 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichmeine Fresse, da muss man ja Star Wars-Kenner und nicht nur dahergelaufener Kinogänger sein, um die lange Riege der Protagonisten mit irgendeinem Bild verbinden zu können..... Gruß, nosianai
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18.05.2002, 02:20 Uhr von MaxTheCB
Bewertung: sehr hilfreichWow...bin platt ! Was für ein Bericht !
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18.05.2002, 02:10 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichNääääääääää, ich geh den sowieso nicht gucken.
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